5. Raunacht: Zehn der Kelche

Es ist Mitternacht, zwischen dem 29. und 30. Dezember 2024, und ich ziehe eine Tarotkarte für die fünfte Raunacht, die mir einen thematischen Schwerpunkt für den Mai setzen soll.

Ich ziehe die Zehn der Kelche. Wieder eine sehr freudvolle Karte! 

Das einfache Glück eines Paares mit zwei spielenden Kindern, sie breiten weit ihre Arme aus, umarmen Himmel und Erde. Auf dem grünen Hügel ihr Häuschen mit rotem Dach. Und über allem erhebt sich ein Regenbogen aus Kelchen! Regenbogen – Versöhnung des Göttlichen mit dem Menschlichen, Schluss mit Sintfluten und anderen menschheitsvernichtenden Katastrophen! Ein Bächlein sprudelt munter über grüne Wiesen herab.

Und was bedeutet das für mich? Ich lebe auch in einem Paradies. Über uns wölbt sich Tag für Tag der blaue und Nacht für Nacht der sternenfunkelnde Himmel Griechenlands (außer es regnet, was ebenfalls gut ist).

Was also gibt es für mich bei dieser Karte zu bedenken? Soll ich mich einfach nur an den Früchten meines Lebens erfreuen?

Genau! Das ist es! Nichts gibt es zu bedenken. Freu dich einfach, von Herzen und ohne Wenn und Aber! Kannst du nicht? Dann lerne es im Mai!

Soweit kam ich in der vergangenen Nacht. Nun ist schon die nächste Mitternacht vorbei, und ich habe eine neurografische Zeichnung zu der Karte gemacht. Zuerst zeichnete ich uns Drei der inneren Familie als Kreise. Die Kelche verteilte ich in freiem Tanz um uns. Aber merkwürdig, sie gerieten mir zu spitzen Dreiecken = Schwertern der Gedanken! Entschlossen umkreiste ich all die Spitzen mit runden „Kelchen“, verband und rundete ab, so dass nichts Spitziges mehr blieb…

Aus dem Gewirr der Linien schälte sich die Gestalt eines Ölbaumes heraus. Und das freut mich sehr. Denn der Olivenbaum ist für mich Symbol geworden für tiefe irdische Verwurzelung, für Fruchtbarkeit auch aus steinigem Boden und in dürren Zeiten, für schwarze Bitternis, aus der köstliches goldenes Öl gepresst werden kann, das uns Menschen ernährt. Ölbäume – das bedeutet materielle Sicherheit, Heim, Familienglück.  10 Kelche eben.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Herumstreunen um Kitries

Heute Nachmittag war so schönes Licht, dass ich mich zum kleinen Hafen Kitries aufmachte, um ein bisschen herumzustreunen. Meinen Zeichenblock nahm ich mit, doch blieb er in der Tasche. Zu kalt war die Luft, die vom verschneiten Taygetos an unsere sonnige Küste strömte.

Sandovatal mit Blick auf die Taygetosgipfel, 30.12.24

Ich stieg oberhalb der Ortschaft aus, und bummelte das uralte „μονοπάτι“ hinunter zum Hafen.

Stille und zauberhafte Ausblicke auf die Bucht zur Rechten…

und als sich der Pfad weiter senkt und windet, zur Linken. Vor mir liegen die neue schützende Mole, der Hafen und die Tavernen des Dorfes, dahinter das Dreieck des Kaps, das den Durchgang versperrt: In Kitries endet die Welt.

Sie endet, und eine andere beginnt. Die Welt der Träume.

Die καίκια ruhen, haben an der Hafenmole festgemacht. Es gibt da die alten, vorne breit ausladenden Holzboote und die anderen aus modernen Materialien, die ich nicht so mag, die aber sicher praktischer sind, weil Holz viel Erhaltungsarbeit nötig macht.

Nun, ich erzähle ja gern seelenstimmungsvoll, doch fehlt es natürlich nicht an Hässlichem, Bizarrem und Widersprüchlichem. Denn ich befinde mich nicht in reiner Natur, es gibt auch die Menschen, die dafür sorgen, dass es zum Schönen immer auch das Gegenstück gibt: Wunderbar die kleinen Orangen- und Zitronengärten, die in der engen Schlucht einen offenbar besonders günstigen Platz an der Sonne gefunden haben – doch viele Früchte liegen faulend am Boden, und Gerümpel stapelt sich vor der schön gefügten steinernen Mauer. Das Betongerüst eines illegal begonnenen und dann offenbar gestoppten Hauses verwittert vor sich hin. Ein Uralt-VW fand hier seine letzte Ruhestätte. Die Häuser an der Hauptstraße niedrig, kaum einstöckig, sehen ganz hübsch aus, zur Seeseite hin aber werden sie am steilen Hang vielstöckig und gruselig (kein Foto). Daneben hat dann ein wohlhabender Mensch ein prächtiges Vorzeigehaus moderner Architektur gebaut, die Zypresse davor überwachsen mit Bougainvillea.

Ja, so ist das hier. Ich kann ganz gut damit leben, denn es zeigt unverkrampft und offen, wie der Mensch eben ist: widersprüchlich. Bin ichs etwa nicht?

Ich steige in mein Auto, fahre los. Am Straßenrand steht eine Frau, macht ein Zeichen, ob ich sie mitnehmen könne? Zur nächsten Bushaltestelle Richtung Kalamata? Die ist freilich ein Dorf weiter als meins, aber was tuts? Sie steigt ein, eine große Plastiktüte auf dem Schoß. Dimitra heißt sie, wird wohl um die 50 sein. Sie freut sich, will mich beschenken. Ob ich Zitronen wolle? Ich nehme lächelnd vier Prachtexemplare, die sie aus ihrer Tüte fischt, entgegen. Sie will auch, dass ich wiederkomme, dass wir zusammen Kaffee trinken und ich dann noch mehr Zitronen mitnehme, daraus Saft mache, die könne man im Tiefkühlfach aufheben und habe dann den ganzen Sommer lang frische Zitronenlimonade. Beim Abschied sind wir Freundinnen fürs Leben. Ja, so sind sie hier.

 

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4. Raunacht: Königin der Stäbe

Die schöne Dame mit dem grünenden Stab in der Rechten und der Sonnenblume in der Linken zog ich vergangene Nacht für die 4. Raunacht und den Monat April. 

Was also ist mein Thema im April? Ich möchte es mal nennen: Mein Selbstbewusstsein als Frau stärken. Das ist ja im hohen Alter gar nicht so einfach. Man wird runzlig und schusselig, die körperlichen Funktionen lassen zu wünschen übrig und das Aussehen sowieso. Man muss aufpassen, niemandem auf den Wecker zu gehen mit überholten Ansichten und unerwünschten Ratschlägen, mit Nachfragen und Besserwissereien. Und so ist man leicht zu verunsichern. Darf ich dies und das überhaupt noch erwarten, tun, äußern? Muss ich nicht froh sein, wenn ich geduldet bin? 

Nun, zum Glück ist es bei mir nicht so schlimm. Mein Selbstbewusstsein steht auf recht kräftigen Füßen. Dennoch: Es ist nicht falsch, sich gelegentlich seines Wertes zu versichern, egal in welchem Alter man sich befindet.

Im April also werde ich an meinem Selbstbewusstsein arbeiten: Kenne und anerkenne deine Kräfte! Denke dich nicht klein! Der leicht überhebliche Zug im Gesicht der Dame sagt mir freilich auch: Übertreib es nicht mit den Äußerungen deines Selbstbewusstseins, trag es nicht als Maske vor dir her, sondern sieh den Menschen ruhig und selbstbewusst ins Auge und sei einfach du selbst, so gut du es vermagst.

Was die schwarze Katze betrifft, so sagt sie mir vielleicht, dass ich auch meine intuitiven Erkenntniskräfte, die in den Tiefenschichten des kollektiven Unbewussten wurzeln, schätzen und nähren darf.

Neurografisch entstand heute diese Zeichnung.

Dass meine Königin der Stäbe dem Archetyp der Venus von Willendorf ähnelt, ist wohl den oben erwähnten „Tiefenschichten des kollektiven Unbewussten“ zu verdanken. Die kleine Figur fand sich bei Ausschachtungsarbeiten in tiefen Erdschichten der Wallachei und ist fast 30 000 Jahre alt. Sicher wurde dieser weibliche Typus bereits lange zuvor verehrt. Jetzt hat er sich auch bei mir zu Wort gemeldet, als ich nichts ahnend meine Linien zog. Und das gibt meinem Selbstvertrauen als Frau einen kräftigen Auftrieb.

Abb. Wikipedia

                                        

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3. Raunacht: vier der Stäbe

3. Raunacht und die Frage: Was wird im März 2025 wichtig für mich?

Die fröhlich-festliche Karte der „vier Stäbe“ zog ich bereits gestern, aber dann spielte mein Magen verrückt und ich konnte nicht zeichnen. Heute war dann die Olivenernte dran, und so kam ich erst jetzt dazu, mich mit der Karte zu verbinden und sie neurografisch umzusetzen.

Ich nehme, wie ich schon ausführte, die Karte nicht als Wahrsagung, sondern als Vornahme, mich in dem betreffenden Monat mit einem Aspekt des Lebens besonders zu beschäftigen. Und was ist das für ein Aspekt? Lebensfreude, Freunde einladen, Feiern!

Ich könnte im März ein Atelier-Fest veranstalten. Genau! Das hatte ich längst vor. Vor mehr einem Jahr kam mir schon die Idee, aber dann machte ich doch erst einmal die Ausstellung bei der Freundin im Yoga-Raum und verschob die Realisierung des Atelierfestes. Nun aber wird es Zeit! Ostern fällt dieses Jahr für alle in den März. Werde ich es bis dahin schaffen? Oder werde ich doch lieber andere das Fest ausrichten lassen und selbst nur teilnehmen?

Beim Zeichnen konnte ich mich nicht entschließen, ob ich eine der fröhlich grüßenden Personen oder doch lieber eine Beobachterin der Szenerie sein wollte.

Die neurografische Zeichnung wurde sehr kindlich. Offenbar bringen mich Feste dieser Art zurück in die Kindheit. Als ich ein Kind war, brauchte ich Feste nicht selbst auszurichten, sondern ging hin und ging fort, wie es mir grad passte. So habe ich es auch heute noch am liebsten. Aber vielleicht … Mal sehen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ölernte einbringen

Es ist so weit: das Öl unserer Bäume ist eingebracht. Gestern abend kamen die Ersatz-Fahrer, um die Säcke zur Ölmühle zu bringen, heute holte ich die Kanister mit dem frischen Öl ab. Dazwischen gab es einigen Kalikanzari-Unsinn (fehlende Fahrer, kaputte Reifen, Magenverstimmung mit Erbrechen), aber schließlich konnte ich 32 Kanister a 5 Liter heimbringen. Das ist nicht nur mehr als erwartet, sondern geradezu eine Rekordernte.

Und schön war der Tag! Oben in den Bergen hatte es geschneit, die Luft war kühl-durchsonnt. Und auf seiner Wiese stand das weiße Pferd und ließ sich von uns füttern.

 

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2. Raunacht: Ass der Münzen

Für die zweite Raunacht – und für den Monat Februar  – zog ich aus dem Kartenhaufen das „Ass der Münzen“.

Da glänzt sie nun, die Münze in der Wolkenhand, und ruft mir zu: Mensch, du brauchst nur zuzugreifen. Ein Paradies ist die Erde, ein blühender Garten! Aber wenn dir das nicht genügt, geh hinaus, besteige die blauen Berge, finde heraus, was es damit auf sich hat. Überall ist Wunderland…

War der gestrige „König der Kelche“ der Herrscher über Wasser und Gefühlswelt, so ist das „Ass der Münzen“ das Versprechen, dass die Erde alles  fürs Leben Nötige bereithält und du mit „irdischen Gütern“ gesegnet sein wirst, wenn du deine fünf Sinne ordentlich benutzt. Deine Sinne erschließen dir ja die Schönheiten der Erde, und sie helfen dir auch, das für dich Nützliche hervorzubringen. Wenn du es nur willst, kannst du dir ein Leben erschaffen, das deinen Vorstellungen entspricht. Mach, tu, du selbst bist der Schmied deines Glücks. Das ungefähr ist die Bedeutung der Karte.

Ich mache eine wilde neurografische Skizze, bei der ich selbst (Kreis unten) im Rosengarten flaniere und zu den blauen Bergen (Dreiecke) hinausschaue, während hoch oben das glänzende Versprechen auf Mehr und Besseres durch die Lüfte gleitet.

Und ich denke bei mir: Wie soll ich denn das, was mir da oben als Wunsch vorschwebt, in die Wirklichkeit bringen? Auf der Karte gibt es überhaupt keine Verbindung zwischen dem Oben und Unten, und auch auf meiner Skizze ist sie verdammt schwach. Mein Bestreben ist daher, die Verbindung zu kräftigen. Ich möchte Kommunikationskanäle zwischen dem Gold der Münze und dem Grün meiner aufkeimenden Hoffnungen und Wünsche schaffen.

Und so verdichte ich, zeichnend und malend, mehr und mehr den Raum zwischen Oben und Unten, lasse das Grün dem goldenen Licht entgegenwachsen, umgebe das Ganze mit dem Rosarot der Liebesenergie.

Perfekt wird die Zeichnung nicht, aber das muss sie ja auch nicht. Es reicht, dass ich das Thema verstanden habe: Im Monat Februar wird es darum gehen, besser zu verstehen, wie sich Träume in Wirklichkeit übersetzen lassen und was dieser Übersetzung womöglich entgegensteht.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Reiche Olivenernte

Gestern und heute wurde bei uns geerntet. Dank des Regens, der uns die letzte Zeit beschert wurde, haben sich die Oliven sehr gut erholt. Und so füllten sich bald alle Säcke, und neue mussten herangeschafft werden. Ich fuhr auf gut Glück los, fand aber kein geöffnetes Geschäft. Am 2. Weihnachtstag ist alles geschlossen. Schließlich suchte ich unsere Ölmühle auf – die war auch zu, aber ich fand einen Angestellten, der mir einen Stapel Säcke auslieh. Glück gehabt! Denn die brauchten unsere Erntehelfer dringend.

Die Fahrt über die Dörfer bescherte mir, außer den Säcken, ein paar wunderbare Ausblicke auf das verschneite Gebirge.  Die Schneedecke ist noch recht dünn, aber sie ist weit heruntergekommen. Das dunkle zerklüfte Gebirge im Schnee, darüber ein wildes zerklüftetes Wolkengeziehe – schön war das! Zum Fotografieren blieb freilich keine Zeit. Später jedoch konnte ich vom Atelier aus ein Stück Regenbogen ablichten.

 

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1. Raunacht: König der Kelche

Wenn man das Jahr in Mondmonate umrechnet, kommt man auf 12 Monate plus 11 Tage bzw 12 Nächte. Diese „überschüssigen“ Nächte haben seit altersher die Gemüter der Menschen bewegt. Hier in Griechenland sieht man die Kalikanzari am Werk: sie machen uns das Leben mit allerhand Streichen schwer. Wirklich bösartig sind sie aber nicht.

Andere Gegenden, andere Sitten. Doch alle sind sich einig: irgendwas wird in diesen „toten Nächten“ nach der Wintersonnenwende ausgebrütet – und sei es auch nur das Neue Jahr. Und so eignen sie sich vortrefflich zur Spökenkiekerei und zum Wahrsagen.

Jede Nacht spiegelt einen der kommenden Monate.

Ab wann man die Raunächte zählt, ist verschieden. Ich beginne mit der Nacht zum 26.12. und ende mit der Nacht zum 6. 1.. Ich setzte ich daher in der vergangenen Nacht hin und guckte, was es wohl im nächsten Januar – dem Spiegelmonat für die erste Raunacht – zu bedenken und zu bearbeiten gibt.  Als Impulsgeber benutzte ich die Tarotkarten. Die gezogene Karte übersetzte ich in eine neurografische Zeichnung.

Es ist Mitternacht zwischen dem 25. und 26. Dezember 2024: Ich mische meine griechischen Tarotkarten und ziehe den „König der Kelche“. Der steht für die Beherrschung des Wassers bzw der oft chaotischen Gefühlswelt. Was sagt mir das? Im Januar tue ich gut daran, meine häufigen Stimmungsschwankungen unter Kontrolle zu bringen und aufzupassen, dass mich das, was mir aus dem Unterbewussten oder gar aus dem kollektiven Unbewussten ins Tagesbewusstsein schwappt, nicht verstört und aus den Gleisen wirft. Immer gut das Steuer halten!

 

Meine Zeichnung lehnt sich in Aufbau und Farben an die vorgegebene Karte an, aber natürlich will ich sie nicht abzeichnen, sondern herausfinden, was sie mir womöglich noch mitzuteilen hat und wie ich das, was sie mir über mich mitteilt, bearbeiten und verbessern kann. Ich will mich ja nicht dem „Kommenden“ einfach ausliefern, sondern es, soweit mir das möglich ist,  selbst formen.

Mit anderen Worten: Ich suche keine „Prophezeiung“, sondern nur einen Hinweis darauf, womit ich mich etwas intensiver befassen sollte. 

Während ich zeichne, wird mir klarer, worauf es bei der „Kontrolle der Gefühle“ und dem achtsamen Umgang mit den unbewussten Inhalten ankommt.

Das Bild, das nun als eine Art Motto über dem Januar 2025 steht, hat schließlich diese Form angenommen:

Heute Nacht werde ich die Karte für die zweite Raunacht und den Monat Februar ziehen.

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Weihnachtsmarkt und Weihnachtsmeer

Heute Mittag fuhren wir nach Kalamata, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Das war natürlich die falscheste Zeit, es war sehr wenig los. Viele Büdchen hatten geschlossen, aber immerhin trafen wir Freundin Wasso an, die, wie auch die übrigen Büdchenbetreiber, durch den Verkauf von Kettchen, Ringen, Neujahrsamuletten und anderem Tineff und Klimbim ihren Lebensunterhalt verdient. Ich tauschte meinen vorjährigen Schlüsselanhänger (ein Boot) gegen einen neuen: einen Elefanten. Vermutlich made in China (rechts). Er sieht noch ein bisschen billiger aus als mein anderer Elefant-Schlüsselanhänger, der wohl made in India ist (links). Dieses Geschäftsmodell hat das heimische Weihnachtshandwerk völlig verdrängt.

Immerhin waren die „komischen“ Figuren, die ein Büdchen mit der Aufschrift „Platz der Wünsche“ zierten, wohl heimischer Inspiration.

Am späten Nachmittag schaffte ich es, das Meer zu besuchen. Ich brauche dazu wohl nichts weiter zu sagen. (Zum Größersehen bitte anklicken)

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Drabble: Lichtspender, kata-strophisch

Weihnachts-Drabble

Der Heilgabend fällt in diesem Jahr auf einen Dienstag, und das heißt: Drabbletag!  Bloggerkollege Wortman hat dafür gesorgt, dass die Drabble-Fans auch heute drei Wörter in einem 100-Wort-Text verarbeiten dürfen. Toaster – leuchten – Schrank sind die verlangten Wörter. Es gibt diesmal also zwei Nomen und kein Adjektiv.

Ich habs mal wieder mit Kata-Strophen – also mit einem gereimten Unsinns-Gedicht – versucht. Das Legematerial des Bildes stammt von Bruni – Wortbehagen.

Um Licht ist mir heut gar nicht bang

Ich hab in meinem Küchenschrank

Wohl siebzehn weiße Kerzen

Beklebt mit roten Herzen.

Die steck ich an den Weihnachtsbaum

Und schon erfüllt sich unser Raum

Mit Lebenslust und Scherzen.

 

Und wenn sie uns nicht leuchten wollen

Weil sie gekränkt sind und uns schmollen

Dann schmeiß ich halt den Toaster an

Der zeigt euch dann, was er so kann.

Er heizt mit seinen Transistoren,

Magneten und Kondensatoren

Die Stimmung auf und gibt auch Licht

Wenn es an Kerzenschein gebricht.

 

Und sinds nicht Toaster und nicht Kerzen

So lass es leuchten in dem Herzen.

 

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