
Olympiade-Eröffnungsfeier
Ein kata-strophischer Dialog zweier Balkonbewohner*innen.
Die Feier gestern, Junge Junge
Mir liegt ein Wörtchen auf der Zunge
Das werd ich besser mir verkneifen.
Ich kann die Welt nicht mehr begreifen.
Da hast du recht, mein lieber Schatz!
Das gestern war die reinste Hatz.
Was die da an Belustigung boten
War höchstens was für Vollidioten.
Da lob ich mir die Fallobstwiese
Wo faules Obst fällt, wenn die Brise
Die Bäume schüttelt, und man sammelt
Das Gute auf, der Rest vergammelt.
Paris, das warn mal Blütenträume,
das ist vorbei, jetzt sind’s Abschäume
für Trans, Vestiten und so weiter.
So mancher fand es trotzdem heiter.
Doch ernsthaft jetzt, was die wohl dachten
Die all den bunten Schnickschnack machten
Während im Regen hundert Kähne
Vorüberglitten auf der Seine?
Was wollten sie? Vielleicht Vergebung
Für ihre Sünden, ihr’n Verfall?
Versuchten sie ne Neubelebung
Von Olympias Geist kurz vor dem Knall?
Ich weiß nicht, wars nur Bluff und Tarnung
Für ihre primitiven Launen?
Vielleicht auch wollten sie ne Warnung
An alle Völker rausposaunen?
Denn wenns so weitergeht wie eben
Dann seh ich schwarz, dann kommts zum Fall
Dann wird’s vorbeisein mit dem Leben
Auf unserm schönen Erdenball.
Dies ist mein vierter Beitrag zu Christianes Etüdensommerpausenintermezzo.
Es war ein beliebig langer Text zu schreiben, in dem sieben der folgenden Wörter vorkommen müssen:
Balkonbewohner
Blütentraum
Gewitterfront
Lampenfieber
Portrait
Schnickschnack
Streuobstwiese
Unzulänglichkeiten
Vergebung
Vollidiot
Warnung
Wünschelrute