Vase im Atelier (tägliches Zeichnen, Bearbeitungen)

In letzter Zeit machte ich Kohlezeichnungen auf Leinwand, die ich zur Erinnerung noch mal zeige.

Auch heute stellte ich den runden Tisch mit der Vase vor eine beliebige Ecke des Ateliers, nahm eine Leinwand (diesmal mit 50×70 größer als bei den früheren Versuchen) und ein Stück Kohle.

Aufgabe der Zeichnung ist, in das beliebige, chaotisch wirkende Durcheinander von Linien und Flächen im dreidimensionalen Raum eine gewisse Ordnung auf der zweidimensionalen Fläche zu bringen, ohne die Vielfalt allzu sehr zu reduzieren.

Mein heutiges Ergebnis:

Ich machte dann noch eine Reihe von Überblendungen, indem ich gehzeichnete und fotografierte Vase zur Deckung brachte. 

Einfache 50% Überblendung

Zwei Überarbeitungen durch Gebrauch von Filtern und Farbverstärkung.

Und so wird aus einer ungeordneten Raumecke durch die gleichzeitige Wirkung von Foto und ordnender Zeichnung ein interessantes Gemälde mit leicht kubistischen Einschlägen.

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Dienstagsdrabble am Sonntag: Transparenz und Verknotungen

Sabine  (http://sabinewaldmannbrun.wordpress.com/) schrieb im Kommentar zu meinem Dienstags-Drabble: „Tolle Sache, diese Knoten verschiedenster Art!!!“ Danke Sabine! Ich nehme es als Ermunterung, noch mehr Knoten in Form von Drabbles zu präsentieren, auch wenn der Dienstag längst vorbei ist.  Mein Archiv ist nämlich voll von Knoten, und ich habe große Lust, jedenfalls diese Episode noch hier zu den anderen zu versammeln. Für Interessenten: Der ursprüngliche Post findet sich hier.

Ein Drabble zwingt mich, mich beim Erzählen auf 100 Wörter zu beschränken und zudem drei vorgegebene Wörter unterzubringen. Das sind in dieser Runde die Wörter knoten, untereinander und Vorderteil.

Dora und Diaphania. Mixed media-Legebild-Collage 2022

 

 

Verknotungen

Diaphania bewarb sich als Repräsentantin fürs laufende Jahr mit der Behauptung, sie fehle allüberall:  in der Politik, der Wissenschaft, den Medien, der Geldwirtschaft… Scheinheiligkeit-Verlogenheit-Täuschung sei das größte Gegenwartsproblem.

Dora machte die Fehlende dennoch ausfindig, kaum erkennbar im Vorderteil einer verworrenen Zeichnung der Stadtplanungsbehörde.

„Hallo, Transparenz, wie gut, dass ich Sie antreffe!“ krähte Dora los. „Was meinen Sie damit, dass Sie überall fehlen?“ – „Nun, hier bin ich am Werk, aber wie du siehst: Es ist kompliziert. Ich muss die vielen untereinander verknoteten  Verbindunglinien, Kreise und Überschneidungen mit anderen Abteilungen und Interessenten überprüfen.“ . „Und wie machst du das mit dem Entknoten?“

 

 

 

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Dienstagsdrabble am Samstag: Leise Kunst (ein Galeriebesuch)

Ich möchte noch ein paar „Knoten“ aus früheren Posts zeigen. Die Form des Drabble mit seiner Beschränkung auf 100 Wörter hilft mir, mich kurz zu fassen. Die Wörter „knoten, untereinander und Vorderteil“ sind im Text unterzubringen,

Heute erinnere ich an eine Ausstellung von Christiane Löhr, die ich im März 2019 in der Galerie Bernier Eliades sah.

Es ist eine Ausstellung des Fast-Nichts, die sich mir gerade darum tief einprägt.

Trittst du in den Vorderteil der Galerie, empfängt dich scheinbare Leere. Erst beim Nähertreten bemerkst du aus feinstem Pferdehaar geknotete röhrenartige Installationen. Sie werden eigentlich erst durch ihren Schattenwurf wahrnehmbar.

Christiane Löhrs Kunst ist so leise, dass es in mir selbst ganz leise wird und ich, als ich in den zweiten Raum trete, zuerst nur die Schatten der Glasvitrinen wahrnehme, in denen sich Kleinstskulpturen befinden. Sie scheinen sich, wie oft das Klitzekleine, untereinander sehr zu ähneln. Ihre kunstvollen vegetativen Formen erschließen sich mir erst beim genauen Betrachten.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Sommer in der Taverne

Zu meinen Standardvergnügungen gehört es, mich nach dem Schwimmen in „unserer“ Familien-Taverne verköstigen zu lassen, ein wenig in einem Buch zu lesen, es beiseite zu legen, Ansichten auszutauschen und ins Blaue schauen…

oder auch hinüber zu den anderen Tischen zu blicken. Sehr gern beobachte ich, was sich dort tut. Manches Mal habe ich solche Szenen gezeichnet. Die Fotografie bringt die freundliche Atmosphäre aber vielleicht doch besser rüber.

Generationenübergreifende Unterhaltung

Co-working space mit Charly Chaplin

und wieder ins Blaue zu schauen und zu träumen. Sommer eben.

 

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Dienstags-Drabble am Freitag: Zwei Künstlerinnen

Ich habe, wie ich anlässlich der Einladung zum vergangenen Dienstagsdrabble herausfand,  viel Material zu „Knoten“. Das eine und andere möchte ich nachtragen, auch wenn der Dienstag längst vorbei und die neue Einladung raus ist. Ein Drabble ist ein Text von genau 100 Wörtern. Drei vorgegebene Wörter – knoten, untereinander, Vorderteil – sind einzubauen.

In diesem Eintrag geht es um zwei Künstlerinnen, die ich im EMST (Museum für Zeitgenössische Kunst) anlässlich der dokumenta in Athen sah.

 

Cecilia Vicuña und Chryssa – zwei Künstlerinnen derselben Generation, die eine aus Chile, die andere aus Griechenland nach NY ausgewandert. Beide formen Schriftzeichen in Rot – eine weitere Ähnlichkeit, aber…

Die eine erzählt mit warmer verknoteter Wolle die uralte Geschichte vom Beginn des Lebens: vom Blut, vom mütterlichen Leib. Hier gibt es keinen Vorderteil, kein Hinten, nur ein Innen und Außen.

Die andere gestaltet geometrische Formen, Kreise, Winkel und Schriftzüge aus kaltem Material und kaltem Licht, und unterlegt sie mit einem geisterhaften Rot, das sich von den Gegenständen gelöst hat und ein unheimliches Eigendasein führt.

Kommunizieren sie trotz ihrer Verschiedenheit heimlich untereinander?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: abnehmende Mondsichel über den Bergen

Heute gegen fünf Uhr nachts sah ich die feine Sichel des abehmenden Mondes wie ein goldenes Boot über dem Gebirgskamm aufsteigen. Der Anblick beglückte mich. Da ich um die Zeit meist schlafe, war es für mich ein ungewohntes Erlebnis. Die Sichel würde nun über den weiten Himmel schippern, bald nur noch als ein weißes Federchen sichtbar.

Die Sichelform ist leider auf dem Foto nicht zu erkennen.

Die nächsten Nächte werden mondlos sein. Schwarzmond. Dann aber wird die feine zunehmende Sichel des neuen Mondes in den frühen Abendstunden am Westhimmel wieder auftauchen, kurz sichtbar sein und im Meer versinken. Auf diese Wiederkehr des Mondes freue ich mich immer sehr. Der Anblick der feinen Sichel ist wie ein Kick für meinen Optimismus: Trauere nicht dem Verschwindenden nach, freu dich über die immer neue jugendfrische Welt!

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In der Zeichenschule 20: Jünglingskopf

Jedes Mal, wenn ich zum Zeichnen gehe, bin ich voller Optimismus: diesmal werde ich eine perfekte Zeichnung hinlegen, denke ich. Bei den ersten Strichen hält der Optimismus noch an. Dann aber beginnen die Details, mich zu fesseln. Zig mal korrigiere ich die Linie der Nase, des Mundes, den Schattenverlauf des Auges. Je länger ich mich mit solchen Einzelheiten aufhalte, desto mehr geht das Insgesamt zum Teufel.

Am Ende ist der Kopf zu groß, aber die besondere Neigung des Gesichts, die mir so viel Mühe machte, habe ich jedenfalls getroffen. Für weitere Korrekturen fehlte die Zeit.

Es ist ein recht weiblicher Kopf geworden. Wenn ich Zeichnung und Foto überblende, sieht man, dass das Profil fast stimmt, aber Hinterkopf, Nacken und Kinnpartie überdimensioniert sind.

Zeichnung und Foto lassen sich leicht anpassen. Nur die Kiefer- und Nackenlinien fügen sich nicht.

Und so ist mein Optimismus wieder hergestellt: Nächstes Mal wird es perfekt. Bestimmt!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Juli ade!

Vorbei, vorbei auch dieser Juli 2024. Die Wolken, die sich gestern am frühen Morgen ballten und am Nachmittag verdichteten, so dass ich fast schon auf Regen hoffte, lösten sich gegen Abend spektakulär auf.

Mögen sich andere Wolken, die sich über unserer Welt ballen, ebenso in Schönheit auflösen!

Καλό μήνα! Einen guten Monat August wünsche ich uns und dir und allen!

Blick von unserer Turmterrasse, 31.7.2024, 19.42 Uhr

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Dienstagsdrabble No 2 am Mittwoch: das Paar

Knoten. Kugelschreiber-Zeichnung

Als sie sich begegneten, war es wie ein leiser Windhauch nur. Dann fielen untereinander die ersten Worte, und die Stimmen umschlangen sich, verbanden sich locker. Dann fanden sich auch die Leiber und vereinigten sich. Sie blieben zusammen. Schlinge um Schlinge legten sie um ihr gemeinsames Sein. Ein Lebensfaden sollten ihre Lebensfäden werden, untrennbar verknotet. So geschah es, dass sie nicht mehr unterschieden, was zu ihnen selbst, was zum anderen gehörte. Ihr Vorderteil war sein Rücken, sein Kopf ihr Herz, ihre Hand sein Fuß, seine Zunge ihr Ohr.

Dann zerschnitt die Todessichel das Band und sie blieb mit dem Knoten zurück.


Dies ist mein zweites Dienstagsdrabble, das Heide vom Puzzleblumen-Blog organisiert, diesmal mit den Wörtern: Knoten, untereinander und Vorderteil.

2024-07-26 3 Wörter-Bild Drabble-Einladung f. Di 30.07.2024 Handarbeiten Jutenetz -  Vorderteil, knoten, untereinander

 

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In der Zeichenschule 19: Doppelkopf im Raum und Jünglingskopf

Trotz Hitze fand ich mich gestern wieder in der Zeichenschule ein, stellte mich in den Wind des großen Ventilators und beschaute mir, was dort an Zeichnungen und Malereien entstanden ist.

Dann suchte ich mir einen Platz. Mir schwebte vor, es auch hier, wie letztlich im Atelier, mit einem Raumbild zu versuchen, aber dann blieb ich doch an zwei – oder genauer sogar drei – Köpfen hängen (der dritte liegt unter der rosa Tüte). 

Ich machte eine erste Skizze, indem ich die Zwischenzone mit den Büchern stark verkürzte. Denn sonst wären mir die Köpfe zu klein geraten.

Die Zeichnung auszuführen, hatte ich dann keine Lust mehr. Um mir auszumalen, wie sie in etwa hätte aussehen können, montierte ich die fotografierten Köpfe in Schwarz-Weiß-Version in die Zeichnung hinein (50%-Transparenz).

Auf der Rückseite des Zeichenkartons begann ich dann eine Zeichnung des Jünglingskopfes.


Die Überblendung mit einem Foto zeigt mir die Fehler. Ich mache mehrere Überblendungs-Varianten: a) Schwarz-Weiß mit sehr starken Kontrasten, wie es hier gerade Mode ist, b) 50% Transparenz c) leicht auf der Farbskala verschobene Farbverstärkung.

Vielleicht versuche ich mich irgendwann an einer farbigen Arbeit. Mal sehen.

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