Mein Atelier: neurografisch Vorausgeträumtes

Nach dem heutigen Kampf gegen den Ruß erlaubte ich mir ein wenig Träumerei: Wie möchte ich mein Atelier umgestalten, damit es mir und anderen Freude macht? Gedanklich zu Hilfe nahm ich all das, was ich an Ideen seit über einem Jahr mit mir herumtrage, sowie die Raunacht-Karte für den März, die mir nahelegt, ein Atelierfest zu veranstalten (hier). Das ist natürlich ein Vorgriff, aber träumen darf ich schon, zumal vieles an Vorbereitungen bald geschehen muss, damit es mit dem Fest was wird.

Das innere Bild, das ich habe, ist ein Atelier, dessen Wände in angenehmen leichten Farben neu gestrichen und gut beleuchtet ist, in dem man bequem herumwandern und Bilder betrachten oder sitzen und sich unterhalten kann. Der Vorgarten mit dem Olivenbaum soll eine Erweiterung des Ateliers nach außen werden, mit Sitzkissen auf der Ummauerung. Lämpchen und einigen hübschen Rabatten mit Blumen. Blumen und Sträucher möchte ich auch in dem kahlen Gartenstück ansiedeln, das die Treppe begleitet, die zum Atelier hinunterführt. Und damit der gesamte Zugang angenehm ist, möchte ich auch den großen Vorgarten ein bisschen aufmöbeln.

Immer wieder habe ich Teile dieses Plans realisiert: mal geputzt und umgehängt, mal dies und das gepflanzt, mal Lämpchen mit Sonnenkollektoren besorgt, dann wieder bunte Kissen … Aber das war es dann auch. Alles blieb Stückwerk und verlief sich wieder. Anderes hatte Vorrang, kam dazwischen.

In meinem Kopf und Herzen aber lebt das Konzept fort. Und heute habe ich einen Versuch gemacht, es neurografisch für mich sichtbarer zu machen.

 

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Dienstagsdrabble: Tatort ohne Täter (katastrophisch)

Januar: König der Kelche

Das heutige Drabble, zu dem Heide von Puzzleblume mit den Wörtern

 Tatort + (sich) überschlagen + leer

eingeladen hat, gibt mir Gelegenheit, ein paar kata-strophische Anmerkungen zum Stand der Reinigungsarbeiten in Heizungskeller und Atelier zusammenzureimen. (Wer es nicht mitbekommen hat: Unsere Ölheizung hat in der Silvesternacht das Untergeschoss unseres Hauses grausam verrußt (hier).) Die Heizung ist inzwischen repariert, aber wir trauen dem Frieden noch nicht und gehen daher nur zögerlich ans Säubern. Die illustrierenden Fotos sind von heute.

 

 

Nenn ich denn Tatort dies, auch wenn es keinen Täter

Zu überführen gilt, nicht jetzt und auch nicht später?

 

Du siehst die Spuren noch, wir haben grad begonnen

Den Ort des Unheils, dem wir knapp entronnen

Zu lüften, zu entrümpeln, leer zu räumen

Und eine helle schöne Zukunft zu erträumen,

Während die Bronchien in der Schwärze ächzen

Und laut und lauter nach mehr Frischluft lechzen.

 

Die Eimer, die ich, gröblich überschlagen,

mit schwarzem Wasser heute rausgetragen,

sind dreiunddreißig oder mehr, ihr Lieben.

Doch sichtbare Erfolge sind noch ausgeblieben

 

Zumindest sind dies erste tapfre Schritte.

König der Kelche, hilf mir, bitte!

 

 

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Monatskarte „König der Kelche“ (2): die Taufe Jesu

Januar: König der Kelche

In der ersten Raunacht und für den Monat Januar 2025 habe ich, wie ich hier darstellte, die Tarotkarte „König der Kelche“ gezogen und eine erste neurografische Zeichnung dazu angefertigt. Der „König der Kelche“, schrieb ich, „steht für die Beherrschung des Wassers bzw der oft chaotischen Gefühlswelt.“

Wie aber kann ich das Thema nun weiterentwickeln, mit Inhalt füllen, für mich als Hilfe zur Selbsterziehung nutzen und mit  künstlerischen Mitteln ausformen? Ich weiß es noch nicht, werde mich täglich etwas mehr herantasten.

Heute, am Epiphaniastag, wurde das Wasser überall in Griechenland mit  kirchlichen Festakten gesegnet. Epiphanie (oder Theophanie = Erscheinung Gottes) findet eigentlich erst anlässlich der Taufe Jesu durch Johannes statt: Gottes Stimme ertönt und versichert dem Getauften, dass er sein geliebter Sohn sei. So „offenbart“ sich Gott. Jesus wird zum Christus.

Meine Zeichnung ist formal an die Taufszene angelehnt: Jesus kommt zu Johannes, vertraut sich ihm an, unterwirft sich ihm. Nicht er tauft Johannes, sondern umgekehrt. Das hat die Kirchenväter später sehr in Verlegenheit gebracht, sie haben es zu kaschieren versucht, aber es ist eine Tatsache: Johannes ist der Überlegene, der, zu dem die Menschen strömen, um sich taufen zu lassen. Er ist streng, asketisch und predigt „Reue und Umkehr“, denn das Reich Gottes sei nahe. 

Beim Zeichnen gingen mir viele Gedanken durch den Kopf, unter anderem fragte ich mich: wie mag Johannes sich wohl gefühlt haben, als er seinen jüngeren Cousin Jesus taufte und erfuhr, dass dieser und nicht er selbst der „Gesalbte Gottes“, der Christus war? Fühlte er sich betrogen? Fühlte er Groll? Eifersucht? Fühlte er Liebe? Gehorsamspflicht? Resignation? „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“, sagte Johannes und verglich Jesus mit dem Bräutigam, der die Braut heimführt, und der Freund steht daneben und freut sich mit ihm. Einfach ist das bestimmt nicht, sich zu freuen, wenn ein anderer die Braut zugesprochen bekommt, die man selbst heimführen wollte…. Wenn Johannes  es schafft, gleichmütig zu bleiben und sich sogar zu freuen, ist er ein „König der Kelche“. Ich könnte das nicht.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Epiphanias

Eigentlich wollte ich heute vormittag die Festivitäten zur Segnung der Gewässer in Kalamata besuchen. Leider verschlief ich.

Doch als ein Freundin kam, mich zum Spaziergang ans Meer zu begleiten, war ich gleich in den Schuhen. 

Küste bei Akrogiali

Frühere Einträge zum Epiphaniasfest: https://gerdakazakou.com/2023/01/06/tagebuch-der-lustbarkeiten-segnung-der-gewaesser/

Zur Geschichte des Festes: https://gerdakazakou.com/2024/01/06/transparenz-diaphania-3-epiphaniasfest/

 

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12. Raunacht: Die Mäßigkeit (+ Übersicht über die 12 Monate)

Für den Dezember habe ich nach gründlichem Mischen, Teilen, Häufeln und erneutem Mischen die Karte „Mäßigkeit“ gezogen. Besser hätte ich esnicht treffen können!

Damit schließt sich der Kreis der Monatskarten, der mit dem König der Kelche für den Januar eröffnet wurde, in wundersamer Weise:  Ein Engel (es könnte gut auch die Göttin Nemesis sein!*) steht mit einem Fuß auf der Erde, mit dem anderen im Wasser und gießt Wasser von einem Kelch in einen anderen. Hin und her schwingt die Bewegung, ein ewiges Geben und Nehmen im Ausgleich. Eingebunden in dieses strömende Gleichgewicht sind alle Elemente: das Wasser und das Feste, die Luft und das feurige Rot seiner Flügel. Harmonie und Fülle herrschen, wenn das Hauptgesetz der Natur von allen Lebensformen beachtet wird: Mäßige dich! Nimm nur so viel, wie du brauchst, und gib soviel, wie du genommen hast, damit auch die anderen Lebensformen nehmen können, was sie brauchen. Nimmt eine Lebensform zu viel und gibt zu wenig, entsteht Mangel. Dann bricht das lebendige Gleichgewicht zusammen, Chaos und Zerstörung herrschen.

Im Rowley-Tarot heißt diese Karte übrigens: Kunst!

Für mich ist die Karte ein Hinweis, im Dezember insbesondere ein Auge drauf zu haben, ob Nehmen und Geben im Gefühlsbereich, aber auch im materiellen Bereich und im geistigen Austausch im Ausgleich sind. Das wichtigste Mittel dazu soll mir die Kunst sein. Auch gilt es, alle Facetten der Entwicklung im Jahresdurchlauf zu integrieren und harmonisch ins Neue Jahr hinüberzuführen.

*zum Gesetz der Nemesis: hier.

Vergleiche auch eine Passage aus dem „Kleinen Welttheater“ vom 8.2.2023

Diaphania:

Nenn das Gesetz, auf das du dich berufst.

Domna:

Nicht ich wars, auch nicht du, die es erschufst

Es ist das Recht, das immer schon gegeben

und ohne das es gar nicht gäb das Leben:

Wer nimmt, muss geben und der gibt, der nimmt.

Es wacht die Nemesis, dass diese Rechnung stimmt.

Tschinn:

Was redst du da? wer ist schon Nemesis?

Die ist passee, auf die geb ich kein Schiss.

Inzwischen ist doch längst geklärt:

Nur ein Gesetz hat sich bisher bewährt.

Der Fitteste ist Herr, die anderen sind Knechte

Wer sich durchsetzt, der ist dann auch im Rechte.

___________

Hier sind die Karten des Jahres, wie sie mir zufielen, noch mal im Überblick zu sehen.

Die von mir dazu angefertigten neurografischen Zeichnungen, zu meiner Erinnerung. Im Laufe des Jahres werden sicher neue Varianten dazu kommen.

 

Wenn ich die Aufgaben der zwölf Monate gut erfüllt habe, erreiche ich am Jahresende Harmonie, Ausgewogenheit, Synthese der Gegensätze und Einzelentwicklungen auch in meiner Kunst.  

Ich bin dankbar. Es soll mir gelingen.

 

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Neues Puzzle-Projekt: Archivbild der Woche (5.1.): Bergtee.

Heide von der Puzzleblume hat sich ein feines neues Projekt ausgedacht (siehe hier), an dem ich sehr gerne teilnehme. Auch ich schaue nämlich gerne mal nach, was ich an einem „Tag wie heute“ vor Jahren getan und gedacht habe. Das Projekt ähnelt, wie Heide kommentierend feststellt, ein wenig „Kernbohrungen im eigenen Schelf“.

Soviel ich verstanden habe, geht es nicht darum, einen früheren Blogeintrag zu reposten, sondern darum, ein Foto aus dem Archiv zu fischen, das das Datum des heutigen Tages trägt: 5.1.. So bin ich auf die Fotos beschränkt, die auf meinem Handy gespeichert sind, denn alle anderen sind mitsamt dem Datenträger den Orkus hinab. Aber auch so gibt es genug zu schauen.

Heute soll es ein Foto vom 5.1.2023 sein, das genauso gut aus diesem Jahr stammen könnte. Denn eine Tasse Bergtee zu trinken, gehört zu den täglichen Lustbarkeiten des Winters.

Bergtee, Foto vom 5.1.2023

Bergtee wächst hier überall wild, er wächst und gedeiht prächtig auch in meinem Garten, denn er braucht überhaupt keine Pflege, kein Gießen, kein garnichts. Allerdings ist die Nachfrage so groß, dass er inzwischen auch angebaut wird, zumal das massenhafte Ernten auf der Peloponnes inzwischen verboten ist. Wissenschaftlich ist der Bergtee eine Art Empedoclia aus der Gattung der Gliedkräuter (Sideritis). Jede Region rühmt sich seiner eigenen Unterart. Für mich ist er ein Salbeiersatz, denn er sieht fast aus wie Salbei, duftet wie Salbei und hat dieselbe wohltuende Wirkung wie Salbei, hilft bei Erkältungskrankheiten, Verdauungsproblemen, Nervenkrisen … also so ziemlich immer. Schmecken tut er auch sehr gut, wenn er richtig zubereitet ist: Zerkleinerte Stängel, Blüten und Blätter übergießt man mit heißem Wasser, lässt drei Minuten lang ziehen, gießt ab und fügt je nach Geschmack Honig und/oder Zitrone hinzu. Ich trinke ihn am liebsten schön heiß und pur.

 

 

 

 

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11. Raunacht: Bube der Münzen (zum zweiten oder dritten Mal)

Bube der Münzen

Als ich für die elfte Raunacht zum zweiten oder sogar dritten Mal (ich bin mir da nicht sicher, siehe hier) den Buben der Münzen aus dem neu gemischten Kartenstapel zog, war ich etwas ungehalten. Was soll das? fragte ich. Warum verfolgt mich dieser Bube? Und war versucht, erneut zu ziehen.

Doch entweder ich halte mich an die Regeln oder ich lasse es gleich ganz. Also ist der Bube der Münzen nicht nur für den Juni, sondern auch für den November zuständig und teilt sich das Amt für Juli mit dem Buben der Kelche.

Und so betrachtete ich heute Nacht noch einmal eingehend diese Karte. Was hat es damit auf sich?

Der Jüngling steht auf einer weiten blühenden Ebene. Mit sanfter Gebärde hebt er seinen Schatz ans Licht und betrachtet ihn innig. Was ist der Schatz? Die Ressourcen, sagte ich. Oder auch die Talente, mit denen wir wuchern sollen(*). „Gaben“, sagt man auf deutsch. Jemand ist „begabt“. Es wurde einem etwas mitgegeben. Etwas, auf das man sich nichts einzubilden braucht, denn man hat es nicht durch Fleiß erworben,

Der Jüngling schaut ganz entspannt auf seine Talente, hält sie locker in der Hand wie einen Vogel, der gleich wegfliegen will. Oder der grad gelandet ist? In die Zukunft gerichtet ist der Bube. Aus der Zukunft heranschwebend sein Glück? Wie auch immer: der zugefallene Schatz der Gaben will beachtet und gepflegt und genutzt werden.

Das ist eine Verpflichtung. Tut man es nicht, macht man sich schuldig als Jemand, der seine Anlagen nicht nutzte, seine Talente vergeudete. „Du sollst mit deinen Talenten wuchern! Tust du es nicht, bist du ein fauler Knecht und wirst in die Finsternis verbannt.“ So heißt es im biblischen Gleichnis (*). Das Thema ist also durchaus angstbesetzt. Ich glaube, das ist auf der Junikarte ausgedrückt.

Bube der Münzen (Juni)

Im November aber, so befand ich heute Nacht beim Zeichnen, will ich unbeschwerter damit umgehen. Gaben fließen uns täglich neu zu. Wir brauchen nur die Hände und die Sinne zu öffnen, um den Reichtum des Lebens zu fühlen und zu genießen.

Bube der Münzen (November)

(*) Das Gleichnis von den Talenten, mit denen man wuchern soll, wird im Neuen Testament gleich zweimal erzählt. Es ist eine Geschichte, die schwer zu verdauen ist. Bei Matthäus beginnt sie so:  Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. (Talent = griechische Maßeinheit, ca 26 kg Silber entsprechend).  Zwei der Diener verdoppeln  in der Abwesenheit ihres Herrn den anvertrauten Betrag, der Dritte aber fürchtet, etwas falsch zu machen, und vergräbt ihn aus Angst vor Strafe. „Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.“ – Sein Herr antwortete ihm: „Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis!“

Bei Wikipedia (hier) kannst du, wenn du möchtest, auch den Lukastext und die angebotenen Interpretationen nachlesen.

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10. Raunacht: Der Eremit (auf dem Kopf stehend)

In der zehnten Raunacht und mithin für den Oktober zog ich den „Eremiten“. Dieser grau gewandete, weißbärtige Mann, der sich mit seiner Latüchte und seinem langen Stab ins Gebirge begeben hat, gilt als Sucher nach der inneren Wahrheit. Wer bin ich, weshalb bin ich in der Welt, woran glaube ich – derlei Fragen verlangen nach Antwort, und so mancher denkt: ich müsste diese Fragen mal bündeln, mich zurückziehen, von der Bühne verschwinden, nur mit mir selbst sein und alle äußeren Impulse abschalten. Dann fände ich endlich die Antworten.

Ja, auch ich denke oft an Rückzug. Und tu es doch nicht. Denn ich misstraue dem Konzept der Eremitentums. Drum freue ich mich, den Eremiten auf dem Kopf stehend gezogen zu haben. Für mich ist das Heilmittel „Eremit“ eine „Kopfgeburt“: die bequeme Vorstellung, dass es die Umwelteinflüsse seien, die mich hindern, zu mir selbst zu kommen.

Natürlich brauche ich Pausen, Rückzug, Meditation. Die aber sollen sich in den  Tageslauf eingliedern und nicht an seine Stelle treten. In den normalen Tätigkeiten und Menschenbegegnungen liegt der Stoff, an dem ich reife. Wer sich isoliert, bleibt in sich versponnen und verworren. Und was die Laterne angeht: Nein, sie kann durchaus nicht leisten, was die liebe Sonne uns tagtäglich spendet: strahlend helles Licht!

Und so nehme ich gerne die Herausforderung des auf dem Kopf stehenden Eremiten für den Oktober an: Nimm deine Fragen an dich selbst ernst, ja! Aber hole dir die Antworten aus der Mitwelt, von den Menschen und der Natur. Schau, wie die Früchte im Oktober reifen! Sie ziehen alle Kräfte der Sonne nach Innen, um sie zu verwandeln und als Saft und Farbe, als Nahrung und Kern für neues Wachstum zurückzugeben an die Welt.

Die neurografische Zeichnung entwickelte sich aus der oben gezeigten ersten Anlage zu dieser Endfassung.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: grüne Sonne

Heute gabs als Mittagsgemüse gekochte Zucchini. Die werden mit Öl und Zitrone angemacht, mehr brauchen sie nicht. Und wenn es solches Öl ist wie das, was wir in diesem Jahr geerntet haben, braucht man eigentlich nicht mal die Zucchini. Die gesamte Sonnenkraft eines langen Sommers scheint sich in dem Öl gesammelt zu haben. Und obgleich wir es erst an den Weihnachtstagen ernteten, ist es von schönstem jungem Grün.

Mir war, als ginge auf meinem weißen Teller eine grüne Sonne auf.

Zucchini und frisches Olivenöl auf weißem Teller

 

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Impulswerkstatt Bild 1: Winterschwimmen

Heute vormittag tanzten wir mal wieder paneurhythmisch am Meer, trotz leichten Regens. Ein Vordach schützte uns vor dem himmlischen Nass, und es war eine besondere Freude,  Himmel und Meer tanzend beim langsamen Aufklaren zuzuschauen.

Drei ältere Herren stiegen gut gelaunt ins Wasser: Es sind Winterschwimmer, die ich schon öfter hier sah. Und ich dachte: Ja, warum eigentlich nicht? Im Auto hatte ich noch Badesachen vom vergangenen November, also stand zwischen mir und dem Schwimmen nur mein innerer Schweinehund. Kurz und gut: Ich machte schnell für Myriades Impulswerkstatt ein Foto meiner Füße ….,

entledigte mich auch der Restkleidung, um sie gegen den Badeanzug auszutauschen.

Das Wasser schien mir anfangs eisig zu sein, aber klar, so ist es immer, wenn man sich entwöhnt hat. Ich schwamm ein paar Runden, und schon wurde mir wärmer, und schließlich hatte ich es gar nicht eilig, aus dem Wasser zu steigen.

 

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