Tagebuch der Lustbarkeiten: Ein Päuschen machen

Zwischen Paneurhythmie-Tanzen im Park des Eisenbahnmuseums und Einkaufen im Supermarkt brauche ich ein Päuschen, um mich abzukühlen. Es gibt da nahebei ein einfaches Straßencafe, wo ich gern sitze und meinen Espresso trinke, diesmal auch zur Stärkung ein Glas frisch gepressten Orangensaft. Beides zusammen plus eisgekühltes Wasser kostet so um die fünfeinhalb Euro. Ich finde, da kann man nicht meckern.

Während ich an meinem Orangensaft nuckele, werfe ich einen Blick in die ausgelegte Lokalzeitung. Die wichtigste Nachricht ist, dass ein Staudamm gebaut werden soll, um so einer drohenden Wasserknappheit zuvorzukommen. Am 16. September müssen die Angebote eingegangen sein, in 36 Monaten soll das Werk vollendet sein. Ich überlege kurz, wie lange 36 Monate sind und wann der Damm also hoffentlich gebaut ist.

Eine andere Meldung weiter unten besagt, dass der Platz vor der Hauptkirche mal wieder gesperrt sein wird, denn die archäologische Gesellschaft macht dort Ausgrabungen. Die Polizei hat die Umleitungen bekannt gegeben.


Nach beendeter Lektüre schaue ich nach rechts und links, was sich da so tut. Ein Paketausträger der Post hat sein Fahrgerät vor dem Büro abgestellt und den roten Courier-Kasten geöffnet, um ihn neu zu befüllen.

Ein anderer Lieferant ich weiß nicht welcher Ware prüft den Inhalt seiner Transport-Box. Alltag eben.

Eine ältere Dame mit einem Hund kommt und geht, lässt sich kurz an einem Nachbartisch nieder und steht wieder auf, das Hundchen hinter sich herziehend. Es ist ein kleiner ulkiger Hund mit Schleifchen im Haar.

Genug der Pause. Ich lasse mein abgezähltes Geld plus Trinkgeld in dem Glas mit dem Kassenbon, sage der Kellnerin, die auch die Inhaberin ist, Bescheid, und mache mich auf die Socken.

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, Fotografie, kleine Beobachtungen, Leben, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 8 Kommentare

Maske im Atelier 1 (tägliches Zeichnen)

Die Zeichenschule macht für eine Woche zu, doch konnte ich mir eine Skulptur ausleihen. Es ist eine gipsene Theatermaske, die ich schon mal gezeichnet habe.


In meinem eigenen Atelier kann ich das gute Stück nach gusto arrangieren. Und es nach Strich und Faden durchdeklinieren. Heute legte ich sie unter meinen runden Tisch, stellte die bekannte Vase dazu und machte eine erste Kohleskizze auf Leinwand. Kein ängstliches Messen und Schattieren, sondern frisch drauf los!

Als Foto sieht die Szene so aus:

Und das Photo mit der Zeichnung überblendet so:

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Skulptur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 4 Kommentare

In der Zeichenschule (21): Kouros, Maske und Pferd

Heute war der Kouros-Kopf dran, der lächelnd über eine Maske und den mit einem Tuch garnierten Pferdekopf hinwegschaut.

Dies mein Ergebnis nach drei Stunden intensiver Bemühung.

Mit dem recht kleinformatigen Ensemble Pferd-Maske links unten habe ich mich ziemlich lange abgeplagt, bis ich damit zufrieden war. Die Zeit fehlte mir dann beim Kouros.

Überblendung, die zweite mit Filter und Farbverstärkung.

Den Kouros habe ich schon zweimal aus anderer Perspektive gezeichnet: einmal im Halbprofil (12.4.24)

und einmal en face (16.5.24)

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Erziehung, Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Skulptur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | Hinterlasse einen Kommentar

Tagebuch der Lustbarkeiten: Birnen beim Reifen zuschauen

Reif sind sie noch nicht, und weder Rosen noch ein See begleiten sie …

Mit gelben Birnen hänget
Und voll mit wilden Rosen
Das Land in den See …

(Hölderlin, Hälfte des Lebens)

Es ist ein knochentrockener wilder Birnbaum, der an der Landstraße steht. Die Früchte, die er hervorbringt, sind ziemlich holzig. Jedesmal, wenn ich vorbeikomme, prüfe ich, ob sie schon essbar sind. Denn kaum ist es so weit, sind sie auch schon weg. Der Pächter eines Stücks Land, auf dem er Schafe und Ziegen bis zur Schlachtreife heranzieht, holt sie sich als Futter. Also muss ich aufpassen, wenn ich ein paar Birnen erwischen will.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten, Tiere, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , | 13 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Eulenbecher

Wer hier schon länger mitliest, weiß, dass wir eine riesige Eulensammlung haben, und erinnert sich vielleicht auch, wie es dazu kam: Auslöser war der griechische Militärputsch im April 1967. Damals lernte ich meinen Mann kennen und schenkte ihm die erste Eule: „Wir werden schon noch Eulen nach Athen tragen!“ munterte ich ihn auf. Sieben Jahre und viele Eulen später war es dann soweit: die Junta wurde gestürzt, die Demokratie wieder hergestellt. Und wir trugen all die Eulen, die wir von diversen Reisen mitgebracht oder geschenkt bekommen hatten, nach Athen.

Übrigens ist der Spruch Κομίζω γλαύκας εις Αθήνας (Ich trage Eulen nach Athen) altgriechischer Provenienz. Die Eule war das Symbol Athens und fand sich auf der Rückseite der Drachme, an Wänden und Säulen – kurzum: überall. Wenn man also das, was eh schon jeder weiß und die Spatzen von den Dächern tschilpen, wie eine großartige Neuigkeit am  Ort seiner Entstehung verkündet, dann trägt man Eulen nach Athen.

Das möchte ich natürlich nicht und höre auf, weiter über Eulen zu schreiben. Aber den neuesten Eulenbecher, den möchte ich euch zeigen. Er ist, wie die meisten seinesgleichen,  Industrieware, aber ich habe meine Freude dran. Und trinke gern meinen Morgenkaffee daraus.

Es ist das Geschenk einer Freundin. Jeder weiß von unserer Eulensammlung, ergo schenkt jeder, wenn ihm sonst nichts einfällt, uns noch eine Eule. Es ist wirklich erstaunlich, wie viele verschiedene es gibt. Wir haben hunderte, und keine gleicht der anderen.

Den neuen Becher habe ich noch nicht gezeichnet, aber das kommt schon noch. Auf meinen Stilleben ist häufig einer seiner Brüder und Schwestern mit von der Partie. 

Diese hier sind vom Januar 2020:

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Autobiografisches, Fotografie, Geschichte, Leben, Meine Kunst, Politik, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 18 Kommentare

In der Zeichenschule (20 ): Pferd und Maske

Als ich heute etwas verspätet inder Zeichenschule ankam (ich musste unbedingt vorher noch mal ins Wasser springen, um mich zu erfrischen), war der Raum neu gestaltet: An einer Wand war auf Schränken eine Reihe von Skulpturen aufgebaut, dazu auch geraffte Tücher und anderer Klimbim.

Ich wählte für mich den Pferdekopf und die Maske, dazu als Bildbegrenzung die linke Seite der Jünglingsskulptur. Das Zeichnen dieser surrealen theatralischen Szene machte mir Spaß, und die Konzentration sowie die Anwesenheit anderer Zeichner tun mir immer gut. Da denke ich nichts, sondern taste die Objekte mit dem Auge ab und versuche, meine Hand dazu zu bringen, das Gesehene wiederzugeben.

Nach zwei Stunden war schon Schluss. Ich hätte gern noch ein wenig mehr Zeit gehabt.

Und hier ein paar Zeichnungen bzw Malereien von anderen Teilnehmern, teils fertig, teils noch in Arbeit. Die obere Reihe zeigt Arbeiten, die ich heute sah, die unteren vier habe ich vorige Woche aufgenommen (anklicken=vergrößern)

Die heutige Zeichnung habe ich am Computer mit dem entsprechenden Fotoausschnitt überblendet. Um beide zur Deckung zu bringen, musste ich die Zeichnung zerschneiden, denn die Dimensionen meiner Zeichnung stimmen nicht mit dem Foto überein.

Die zerschnittene und mit einem Filter bearbeitete Zeichnung: Dramatisierung.

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Fotocollage, Kunst, Leben, Meine Kunst, Skulptur, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 20 Kommentare

Dienstags-Drabble: Eine Erinnerung an Ägypten

Dienstag ist Drabble-Time! Heide vom Blog Puzzleblume hat die Wörter Abfahren, schuldbewusst, Arme ausgewählt, auf dass wir eine Geschichte von genau 100 Worten dazu schreiben. Sofort stand eine Szene vor meinem inneren Auge, die ich vor vielen Jahren in Ägypten sah und fotografierte. Das Wort „Arme“ wirkt dabei in seiner doppelten Bedeutung.

Ein Halt in einem winzigen Straßendorf in Ägypten. Der Bus steht noch nicht richtig, da ist er schon umringt von einer Kinderschar. Als sich die Tür öffnet, recken sich verlangend Arme, Hände den Aussteigenden entgegen. „Gib, gib!“ Auch ich gebe, schuldbewusst, wissend, dass es niemals genug sein wird, um den Abgrund zwischen meiner privilegierten Welt und „den anderen da draußen“ zu überbrücken. Darf ich fotografieren? Vielleicht, wenn ich das Foto später nicht vermarkte. Also fotografiere ich meine Hand, die gibt, und eine andere Hand, die nimmt. Dann fährt der Bus ab, und die Bittenden verschwinden im aufwirbelnden Staub der Straße.  

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Autobiografisches, Ökonomie, Drabble, Fotografie, Leben, Reisen, Welttheater | Verschlagwortet mit , , , , | 11 Kommentare

5 Miniaturen anlässlich des Glasperlenspiels, nebst weiteren Anmerkungen

Ich möchte mich bei allen hier Mitlesenden und Kommentierenden, vor allem aber bei Gisela bedanken, die in ihrem Kommentar auf die beiden meinem letzten Eintrag beigefügten Miniaturen hinwies. Sie schrieb u.a.
„Was ich vor allem sagen wollte, ist, daß ich Deine lineare Zeichnung ausdrucksvoll und sehr lebendig finde, aber vor allem Dein Gemâlde mir sehr gut gefällt.(…)
Und das Linienspiel wirkt gelöst und frei fließend (…)“

Giselas Kommentar gibt mir Gelegenheit zu folgenden Anmerkungen:

Die beiden früher entstandenen Bilder – Farbzeichnung und Aquarell – habe ich dem „wütenden“ Text beigefügt, um ein visuelles Gegengewicht zu meinen Worten zu schaffen.

Das „Glasperlenspiel“ ist vor allem schön und fein ziseliert in der Zeichnung von Charakteren, Situationen und erdachten Welten. Es nimmt dich mit in ein aus Worten geschaffenes zugleich präzises wie auch luftig-schwebendes Weltgefüge, das der Schwere der „Wirklichkeit“ entbehrt. Darum die erste Zeichnung.

Dann aber gibt es einen seltenen Moment aufschäumenden Lebensgefühls, der Entgrenzung. Enthusiasmus (das Wort bedeutet „in-Gott-Sein“) erfüllt den Knaben Tito in seinem Sonnentanz, hingerissen ist er von sich selbst, von seiner Jugend und Freiheit, von der Größe und Herrlichkeit des Kosmos. Hier ist alles ungeteilt und in wogender Bewegung. Die tiefe Schwärze  – der Gletschersee – ist noch verhüllt von den aufsteigenden Nebeln, die Szenerie für Leben und Tod ist bereitet. Leben wird dem Knaben, Tod dem Magister zugeteilt.

Mein „Zorn“ richtet sich nicht gegen den Autor. Hermann Hesse ist ja in keiner Weise verpflichtet, meine Erwartungen zu erfüllen und meine Lebensprobleme zu lösen. Der Roman dient mir lediglich als Projektionsfläche für einen Zorn, der mich angesichts der Weltverhältnisse und meiner Ohnmacht, irgend einen braucbaren Vorschlag zu ihrer Besserung zu machen, seit meiner Jugend beherrscht. Alles ist mir zuwider und alles ist hinreißend schön.

Und eine letzte Anmerkung:

Die Versuchung, in einem Gletschersee oder auch einem Meer zu ertrinken, weil mich der Konflikt zwischen Lebenslust und Weltschmerz zerreißt, ist mir durchaus nicht fremd. Immer lockt das Wasser mit seiner spiegelnden Fläche, lockt, sich ihm hinzugeben, zu versinken, sich aufzulösen und ganz zu verschwinden.

Vielleicht machte mich deshalb Hesses „einfache Lösung“ zornig. Dass er sich traut! Hätte er nicht standhalten müssen? Hätte er nicht, wie wir alle, den schweren Gang der Materie gehen müssen, um am Ende alt, resigniert und doch auch voll von gelebter Liebe, zur Erde zurückzusinken?

Veröffentlicht unter Allgemein, Autobiografisches, Dichtung, Erziehung, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

Ein paar zornige Anmerkungen zu Hesses Glasperlenspiel

Heute Nacht habe ich die Biographie des Joseph Knecht, Held des Romans „Glasperlenspiel“, zuende gelesen – noch ohne den Anhang mit seinen Hinterlassenschaften. Als ich das Buch um halb vier Uhr morgens schloss, war ich zornig. Ich musste, ganz ähnlich dem Ordensmeister im Buch, erst mal tief durchatmen und meine inneren Aufwallungen beruhigen, bevor ich schlafen konnte. Was für ein Blödsinn! Was für ein hirnverbrannter Blödsinn! wollte ich schreien.

Ich bitte alle Liebhaber Hesses und des Glasperlenspiels um Verzeihung, aber für mich ist das Buch der erhabenste Schwindel, dem ich jemals aufgesessen bin.

An zwei entscheidenden Punkten fühle ich mich durch den Autor verraten.

Hesse lässt durch seinen Erzähler über dreihundertfünfzig Seiten hin die Figur des Joseph Knecht vor mir entstehen: ein Kind zunächst, das jung in das System der Eliteschulen Kastaliens aufgenommen wird und darin einen modellhaften Aufstieg zum Magister des Glasperlenspiels hinlegt. Als er alles erreicht hat, überkommt ihn die Sehnsucht nach „Wirklichkeit“, die es in dem künstlichen System Kastaliens nicht gibt. Er verfasst ein „Rundschreiben“ an seine Kollegen, in dem er ihnen klarmacht, dass Kastalien nur eine kleine Welt in der großen Welt und daher gefährdet sei, und bittet um Entlassung aus dem Orden.

Auf diese Entwicklung hatte ich lange warten müssen. Endlich! dachte ich. Endlich begreift der Held, dass er in einem Elfenbeinturm sitzt, wo er seine Talente vergeudet. Endlich begreift er, dass es auch noch ein anderes Leben „da draußen“ gibt, das ihn und sein Elitedasein ermöglicht, das ihn einfordert, dem gegenüber er Pflichten hat.

Knechts Befreiungsschlag ließ mich hoffen, dass nun die große Wende käme. Das Buch hat ja noch viele Seiten. Jetzt wird Hesse das immer wieder angedeutete Versprechen einlösen und zeigen, wie sich die „Welt des Geistes“ und die „Wirklichkeit“ versöhnen lassen.

Pustekuchen! Daraus wird nichts. Magister Joseph Knecht tritt zwar aus dem Orden aus, nimmt sein Flötchen und macht sich auf die Socken zu einem alten Bekannten, dessen Sohn Tito sein erster Zögling „in der Welt“ sein soll. Tito hat durch seine gesellschaftliche Stellung die richtigen Voraussetzungen, um aus ihm einen tüchtigen „Herrn“ zu machen – einen Führer der Menschheit oder so. Zuerst aber muss man den Knaben seiner Mutter abschwatzen, die ihn nicht adäquat zu erziehen weiß. Sie ist übrigens die einzige Frau, die im Roman vorkommt. Bis zu einem Eigennamen bringt auch sie es nicht. Sie ist abwechselnd „Ehefrau, Mutter, Dame“.

Ach nein, falsch! Es kommt auch noch eine namenlose „Magd“ vor, die den Magister und seinen Zögling in einer Berghütte versorgen wird. Oder richtiger: versorgen würde. Denn dazu kommt es nicht mehr. Der Magister ertrinkt, bevor er sein erzieherisches Werk beginnen kann, in einem Gletschersee, in den er gesprungen ist, um seinem Zögling zu imponieren. Seine erste Begegnung mit der „Wirklichkeit“ verläuft tödlich. Und so wird es nichts mit der Versöhnung der Welten der Materie und des Geistes.

Als ich das Buch an dieser Stelle zuklappte, war ich zornig. Wozu das Ganze? Wozu all die Bildung und Feinsinnigkeit, wozu die Seelenschmerzen und Entschlüsse des Menschen Joseph Knecht, wenn alles, was er der Welt zu bieten hat, ist, in einem entlegenen Bergsee zu ertrinken? Was will Hesse damit bekunden? Dass die „Wirklichkeit“ mörderisch ist?

Natürlich bin ich ungerecht. Ich habe zahlreiche kluge Stellen im Buch angestrichen, die mir Stoff zum Nachdenken bieten. Es gibt sehr schöne poetische Passagen. Der geistige Raum Kastaliens ist in all seinen Fazetten in mir lebendig geworden und wirkt nach. Es ist ein fein duftender, klingender Raum, in dem das Beste unserer Kultur versammelt und quasi zu ätherischen Ölen destiliert ist.

Der tiefere Grund für meinen Zorn ist natürlich, dass ich eine Frau bin. Und dass ich wieder einmal empfand, dass wir Frauen gefälligst als „Mutterboden“ dienen sollen, auf dem die zartbesaiteten Männer ihre Kulturleistungen erbringen und ihre Elfenbeintürme errichten.  Frauen haben da nichts zu suchen, sie gehören der grob materiellen Welt an, in der sich auch die nichtgeistigen Männer bewegen, um ihre Instinkte und Lüste auszuleben und ihre Kriege zu führen. Im Grunde gehören wir nicht  einmal zur „Wirklichkeit“, die der Herr Magister sucht, denn auch da sind wir irgendwie nur Störenfriede. Man halte uns fern, wenn das Erziehungswerk gelingen soll.

Nein, ich will keineswegs in Hesses Elite-Orden eintreten. Ich will nur, dass geistig hochstehende Männer wie er aufhören, die Eine-Welt auseinanderzudividieren in „geistige“ und „materielle“ Welten, wobei „Materie“ – aus „mater“, Mutter, hergeleitet – uns Frauen zugewiesen wird. Wir sind ganze Menschen und die Welt ist eine! Körper, Seele und Geist sind uns allen zu eigen – egal welchem Geschlecht, welcher Rasse oder Weltgegend wir angehören.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Erziehung, Leben, Malerei, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , | 50 Kommentare

Pst! Siesta!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Tiere | 12 Kommentare