Zentrieren (neurografisches Zeichnen)

Was lässt sich tun, wenn man sich so fühlt, als ob der Boden unter den Füßen nachgibt und die eigene Existenz im Nirgendwo zu verfliegen droht? Dann sucht man Halt bei anderen, und wenn der sich nicht finden lässt, in sich selbst. Ich machte zu diesem Zweck eine neurographische Zeichnung, die ich „mich zentrieren“ nannte.

Die Ausgangszeichnung wirkt nervös und fusselig.

Doch die Weiterentwicklung gelingt. Ich packe mich am eigenen Zopf, sammle meine Kräfte ein und finde einen Weg aus dem Sumpf der Verunsicherung. Gute Übung!

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Adventskalender (2.12.)

Den 2. Dezember begrüßte ich um Mitternacht mit einem Glas Rotwein.

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Royuschs Würfelspiel

Ich möchte mal wieder an Rolands Würfelspiel teilnehmen und werfe zwei und vier, also sechs. Nun gilt es, ein Wort mit 6 Buchstaben und ein dazu passendes Foto zu finden.

Nach einigem Hin und Her entschließe ich mich, ein BRONZE zu zeigen. Es handelt sich um eine Skulptur von Henry Moore, die ich bei meinem Berlinbesuch in der Neuen Nationalgalerie sah und noch nicht gezeigt habe.

Eine andere BRONZE desselben Künstlers, die ich in Athen sah, zeigte ich bereits (hier). Bei dieser Aufnahme kann man die Struktur des Materials noch besser erkennen.

 

 

 

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Adventskalender (1.12.2024)

 

 

 

 

 

Dies ist also das Deckblatt meines diesjährigen Adventskalenders.

 

Das erste Türlein ist auch schon aufgegangen – mit dicker Kerze, Weihnachtsschiffchen, Notizbuch und Stiften. Außer einem Kuli benutzte ich Buntstifte, um dem Ganzen eine etwas festliche Note zu geben.

Advent – Advent – ein Lichtlein brennt.

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Erster Dezember, Erster Advent (neurografisches und tägliches Zeichnen)

Draußen stürzt der Regen aus dem Himmel und pladdert gegen die Fensterscheiben. Es donnert in den Bergen. Fritzi hat sich eingefunden und massiert mir den Rücken, während ich hier schreibe. Wie lange noch? Bald wird vermutlich der Strom ausfallen. Das tut er fast immer, wenn es regnet und stürmt.

Ich habe mir heute Nacht Gedanken gemacht, was dieser Dezember, so weit es an mir liegt, mir bringen soll. Besonders zielsttrebig waren meine Gedanken nicht, aber immerhin kam dabei eine neurographische Zeichnung zustande, die ich mir nun selbst auslege. Was möchte ich zu einem gewissen Abschluss bringen? Wo regen sich neue Ideenkeime? Was möchte ich nicht weiterverfolgen und lieber ganz aus dem Weg schaffen? Nun, es wird sich zeigen. Kommt Zeit, kommt Rat.

Etwas aber kann ich schon mal als sicher vermelden: Da in diesem Jahr Adventszeit und Dezember so schön in eins fallen und es mithin leicht ist, sich nicht zu verzählen, werde ich jeden Tag ein Bildchen für meinen persönlichen Adventskalender zeichnen. Heute zum 1.12. ist es der zweifarbige Buntstift, den ich in der Hand halte, um damit den Monat einzuläuten. Goldgelb ist die eine Buntstiftspitze, Grün die andere. Eine hübsche Kombination für den 1. Advent.

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Pinienzapfen, Blumenvase (alltägliches Zeichnen)

Seit ich ein neues Zeichenbüchlein habe – es ist ein Werbegeschenk, das ich meinem Sohn abschwätzte – , habe ich das „tägliche Zeichnen“ wieder aufgenommen. Das neurographische Zeichnen ist eine andere Kategorie, kommt aber auch in dies Büchlein. Beim „täglichen Zeichnen“ handelt es sich darum, dass ich irgend einen Gegenstand oder eine Szene mit dem Stift in der Hand beobachte.

Zum Beispiel einen ollen Kiefernzapfen, den ich vom Boden aufgeklaubt habe. Die Schuppen des Zapfens sind unten noch geschlossen. In der Mitte stehen sie hübsch in Reih und Glied, man kann mit dem Auge der Spirale ihrer Entwicklung folgen. Je mehr es nach oben geht, desto mehr klaffen sie auseinander. Oben sind sie ziemlich chaotisch auseinandergebrochen und schon ein bisschen verwittert.

Oder die Vase mit den Rosen auf dem Tavernentisch. Eigentlich wollte ich den Gastwirt zeichnen, der diese Blumen arrangiert hat, aber er bewegte sich ständig, bewegte auch die Vase von hier nach dort und wieder zurück… Daher musste ich an meiner Zeichnung ziemlich viel korrigieren, und der Strauß blieb lückenhaft.

Ein kleines bisschen Kolorit ….

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„Friedlicher kräftiger Regen in der Nacht“ (neugrografisches Zeichnen)

In der Nacht setzte ich mich hin, um noch eine „Regenbeschwörung“ zu zeichnen und der vorigen Nachdruck zu verleihen.

Hier die vorigen:

Dies Zeichnen hatte einen sehr beruhigende Wirkung auf mich, und so schlief ich gegen Mitternacht ein, wachte erst gegen Mittag wieder auf. Die Welt ist nass. Rund ums Haus stehen weiche Wolken, Manchmal bricht die Sonne durch, dann glänzt das Olivenlaub freudig auf. Der Bann ist gebrochen!

Entwicklung der Zeichnung:

Um das „Nächtliche“ zu betonen, schwärzte ich einen Teil der Zeichnung und drehte sie in die Waagrechte. Ich musste mich ein wenig überwinden, die große geschwärzte Seite nach rechts – d.h. in die Zukunft – zu verlegen, denn möchte ich die nächsten Tage im Haus eingeschlossen sein? Doch dann tat ich es entschlossen: wir brauchen viel Regen! und ich kann ja Stiefel und einen Regenschirm nehmen, wenn ich rausgehe.

Nasser Garten mit Sonnenblick (mittags):

Der Wirkmechanismus dieses Zeichnens? Nun, als allererstes wirkt es auf mich: ich versenke mich in die Vorstellung, dass Regen kommt, wie sich das anfühlt, wie sich das auf die Natur auswirkt. Dadurch stehe ich der Regenlosigkeit ganz anders gegenüber, als wenn ich mir Sorgen mache. Ich jammere nicht, fühle mich nicht ohnmächtig ausgeliefert, sondern suche nach einer Lösung.

Bei seelischen Problemen ist es einfach sich vorzustellen, dass diese Haltung auch tatsächliche Folgen für das anschließende Verhalten hat, wodurch der Effekt weiter verstärkt wird. Wenn ich mir zB vorstelle, mein Nachbar begrüße mich nicht grantig, sondern freundlich, und ich sehe förmlich vor mir, wie sich seine grämlichen Gesichtszüge glätten und zu einem Lächeln werden – werde ich ihn dann nicht selbst beschwingt und fröhlich grüßen, so dass er gar nicht anders kann, als seinerseits …

Aber das Wetter? Wird das Wetter sich um meine Befindlichkeiten kümmern? Kam der Regen nicht sowieso? War er nicht, wie eine Leserin feststellte, bereits angekündigt? Ja, das war er, aber ich wusste zur Zeit des Zeichnens nichts davon. Für mich gab es eine bedrohliche Trockenheitsperiode, deren Ende sich nicht abzeichnete. Also zeichnete ich das Ende ab… Und es regnet. Darauf allein kommt es an!

 

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Nach dem Regen (neurographisches Zeichnen)

Ich will ja nicht behaupten, dass meine „Regenbeschwörung“ für den Regen gesorgt hat, der nun endlich fällt…

Gestern, als es noch gänzlich trocken war, machte ich  eine dritte „Regenbeschwörungs“-Zeichnung, die ich in froher Vorausschau „Nach dem Regen“ betitelte. Ich dachte bei mir: stell dir doch schon mal vor, wie schön es sein wird, wenn der Regen endlich kommt und alles, was in der trockenen Erde überlebt hat und aufs Keimen wartet, nun hervorbricht.

Ich bin nun wieder in der Mani, vor zwei Stunden angekommen. Unterwegs regnete es noch nicht, und auch hier blieb es trocken, bis wir unsere Sachen ins Haus getragen hatten. Vier unserer Katzen warteten schon auf uns: der weißgraue Kater Lin ist prächtig gewachsen und hat ein noch dickeres Fell bekommen, die gelbweiße Jungkatze und ihr gelber Bruder waren da, und als vierte stieß Theo dazu, die Mutter der beiden. Die hat eine abrasierte Flanke, anscheinend wurde sie in unserer Abwesenheit sterilisiert. Mir soll es recht sein.

Und dann kam der Regen, sehr leise fiel er, nässte gerade nur die Steine und die Oberfläche der Erde und hörte wieder auf. Vielleicht braucht er noch eine Zeichnung, um sich zu verstärken?

 

 

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Regenbeschwörung (neurographisches Zeichnen)

Heute Nacht, als mich mal wieder der Schlaf mied, sah ich einen sehr schönen russischen Film über das Wasser. Er ist von 2006, ins Deutsche übertragen (hier). Die Inhalte waren mir zum Teil bekannt, insbesondere die fantastischen Fotografien der schockgefrorenen Wasserkristalle, mit denen der japanische Forscher Masaru Emoto Furore machte. In diesem Film aber kommen noch sehr viele andere Stimmen zu Wort. (Wikipedia weiß über Emoto nur Negatives zu berichten: hier. Ich finde das schäbig. Denn das kreative Denken der sog. Grenzwissenschaften hat seine eigene Schönheit und Wahrheit.)

Eines der Ergebnisse dieser Forschung ist: Wasser hat Gedächtnis, es erinnert sich. Und so setzte ich mich heute Nacht hin und machte eine kleine neurografische Zeichnung, um es daran zu erinnern, dass es auch hier in Attika schon mal als Regen runtergekommen ist. „Wieso konntest du das vergessen, liebes Wasser? Nun wird es Zeit, dich zu erinnern. Die Pflanzen warten sehnsüchtig auf dich! Fülle die Wolken, werde schwer bis zum Zerreißen, werde zum Tropfen und falle, falle hernieder. Fühle, wie die Pflanzen dir im frischen Grün der Dankbarkeit entgegenhoffen und entgegenwachsen! Das haben sie immer getan und tuns wieder, du brauchst nur herabzufallen, in den Boden zu sickern, den Rest erledigen sie schon.“

„Regen = Segen“ betitelte ich die kleine Zeichnung und ging schlafen. 

Als ich heute vormittag meine Runden ums Haus drehte, stellte ich fest: es ist deutlich kühler geworden und am Himmel haben sich Wolken gebildet. Doch reicht es für den ersehnten Regen? Heimkommend, machte ich zur Unterstützung gleich noch eine Zeichnung mit dem Titel „Bitte um Regen“.

Nun warte ich hoffnungsvoll, dass sich das Wasser erinnert und sich einfindet und den Boden tüchtig durchnässt, und dankbar werden Pflanzen, Tiere und vielleicht auch die Menschen es begrüßen.

 

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Athen: von Exarchia nach Lykabettos und zur Metro

Ich habe heute in Exarchia, dem „Anarchisten“-Viertel von Athen, zu tun. Mein Ziel ist der Sitz des Verbandes Bildender Künstler Griechenlands, denn ich verlor vor etlicher Zeit meine Mitgliedskarte und damit auch mein Recht, verbilligt oder gar umsonst archäologische Stätten und Museen zu besuchen. Die gut gesicherte Eingangstür öffnet sich, nachdem ich mein Anliegen vorgebracht habe, und eine freundliche Angestellte erledigt die Neuausstellung im Handumdrehen.

Exarchia ist ein etwas heruntergekommenes Innenstadt-Quartier, ganz gemütlich mit den vielen Straßencafes, Imbissen, Verlagen und Buchhandlungen in Kellern und Untergeschossen, Graffiti noch und nöcher an neoklassischen Hausruinen, Lädchen, Baustellen, engen Straßen, die teilweise beruhigt oder in Fußgängerzonen umgewandelt sind. Die Polizei hält sich dezent am Rande, aber doch gut sichtbar auf, damit das Gebiet nicht wieder, wie zu anderen Zeiten, zu einer no-go-Zone wird. Ich sehe heute nur einen einzigen sehr jungen Polizisten mutterseelenallein Wache schieben – ein zartes Jüngelchen, das nicht als aggressive Staatsmacht missverstanden werden kann.

Ich beschließe, die Valtetsiou-Straße*, auf der ich mich eh grad befinde, einfach geradeaus  zu gehen und zu sehen, wohin sie mich führt.

Und so gelange ich allmählich in immer gepflegtere Regionen bis zur prächtigen No 1 der Valtetsioustraße*, die diese ihre Eigenschaft in großen stolzen Buchstaben anzeigt.

Kaum biege ich um die Ecke, staune ich: eine große mir ganz unbekannte Kirche, daneben ein vergitterter Platz mit zwei kleineren Kapellen und auf der anderen Seite ein steil ansteigender öffentlicher Park.

Die Kirche ist offen, niemand drin. Ich lasse mich nieder und die Augen schweifen: Feinste Wandbemalungen aus den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts, festliche Bestuhlung und Beleuchtung, Ikonen, Stille.

Danach wandere ich durch den kleinen Park und immer bergan, komme an einer anderen Kirche vorbei, neuapostolisch ist diese und mit bunten Tieren bemalt, wohl, weil die Gemeinde auch einen Kindergarten betreibt.

Noch ein Blick zurück aufs Häusermeer und die gleißende Sonne.

Ich fühle mich erschöpft, trabe aber weiter bergan auf immer steileren Stufen, bis ich die Umgehungsstraße des Lykabettos erreiche. Hier wohnt eine andere Menschenklasse, drum gibt es  vor etlichen Gebäuden motorisierte Wachmannschaften.  Auch ein Sondereinsatzkommando der Polizei steht in Bereitschaft, die schwarz uniformierten jungen Männer langweilen sich. Blöde Jobs, denke ich: Rumstehen, rumsitzen und auf die Sicherheit der Macht- und Geld-Habenden aufpassen. Ihr habt doch Köpfchen, habt Kraft und Jugend, könntet was besseres damit anfangen…  Ich setze mich auf ein Mäuerchen und ruhe mich etwas aus. Von nun an wird es nur noch abwärts gehen, durch die eleganten Wohnstraßen unterhalb des Lykabettos Richtung Königin-Sofia-Boulevard, wo mich die Metro aufnehmen wird.

An der Metrostation steht, wie immer, eine Verkäuferin der „Schedia“/Floß genannten Obdachlosen-Zeitschrift. Es ist eine junge Frau mit rundem nettem Gesicht, ich kaufe ihr für fünf Euro eines der Hochglanz-Exemplare ab. Was drin steht? Davon in einem anderen Eintrag.

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* Die Valtetsioustraße wurde benannt nach der Schlacht von Valtetsi, die am 24.5.1821 zwischen der osmanischen Armee und den griechischen Revolutionären ausgetragen wurde. „Die Schlacht war der erste große Sieg der griechischen Revolution von 1821 und bestimmte den Verlauf des Unabhängigkeitskrieges.“ (Wiki: Schlacht von Valtetsi)

Ich kenne das heutige Valtetsi ganz gut, es liegt in Arkadien in einem prächtigen dicht mit Tannen bewaldeten Gebirge, und man ist sich dort der historischen Bedeutung des Ortes und seines Helden Theodoros Kolokotronis sehr wohl bewusst.

Kolokotronis auf dem Weg nach Valtetsi (Quelle)

„Am 6. Mai 1821 überfielen die osmanischen Streitkräfte von Tripoli erstmals die in Valtetsi stationierten Griechen. Die Muslime wurden dann am 7. Mai durch 4.000 Albaner unter Kâhya Mustafa Bey, dem Kehayabey von Hurschid Pascha, aus Argolis verstärkt.

Ein paar Wochen später machte sich eine kombinierte türkische und albanische Streitmacht von 5.000 Mann unter dem Kommando von Kâhya Mustafa Bey daran, die griechischen Stellungen bei Valtetsi zu vernichten. Die Hauptstreitkräfte unter Rubi Bey wurden direkt zum Angriff auf das griechische Lager geschickt, das von 2.300 Revolutionären verteidigt wurde. …

Wenn dich diese Geschichte interessiert: Wiki erzählt sie dir gerne zu Ende: hier

 

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