Adventskalender (7.12.)

Gespannt öffne ich das Fenster zum 7.12.. Was wird sich mir heute zeigen? Die Fritzi ists! Sie hat auf dem Schoß meines Mannes Platz genommen und schaut mich herausfordernd an: wirst du mich zeichnen? Aber klar doch, Fritzi! Ich hoffe, du findest dich einigermaßen gelungen! In Wirklichkeit bist du viel hübscher? Ja, Fritzi! Aber ich kann dich ja nicht hier posten, die Zeichnung ist ein Ersatz.

Ich griff versehentlich einen blauen Kuli, aber Fritzi ists egal, und soll es mir auch egal sein.

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Adventskalender (6.12.)

Die Uhr macht ticke tacke, ticke tacke, und schon ist der 6. Dezember erreicht. Was zeigt sich hinter dem Türchen des Adventskalenders? Eine Uhr! Die habe ich vor vielen vielen Jahren meinem Mann geschenkt, damals, als er schon in Athen lebte, ich noch in Frankfurt. Wieviel Zeit ist seither ins Land gegangen? Und die Uhr macht ticke tacke.

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Fassadenglanz – eine Adventüde

Heute hat Christiane meine Adventüde „Fassadenglanz“ veröffentlicht. Danke dafür! Danke auch all den liebvollen Kommentatorinnen!

Es ist üblich, die Adventüde dann auch auf der eigenen Seite zu veröffentlichen. Hier ist sie!

Hänschen bleibt wie angewurzelt vor einer Kaufhaus-Fassade stehen, auf der eine Vielfalt von Gestalten erblüht. Engel, Rentiere, Hunde wie am Hundestrand, Hasen, sogar einen Hamster entdeckt er zwischen einem Gewirr zuckender Lämpchen. Manche sind so weit oben angebracht, dass man vom Hinaufstarren Genickstarre kriegt.

Doch plötzlich, wie von Geisterhand, fällt die bunte Fassade ins Dunkel zurück. »Wieder Stromausfall«, murmelt die Mama neben ihm. »Komm, wir gehen heim. Und mach den Anorak zu, es ist kalt.«
Während Mama ihn weiterzerrt, dreht er noch mal den Kopf zurück und sieht: Der süße Hamster ist jetzt nur noch ein bräunlicher Eierkopf. Und darüber starrt ein Riesen-Auge aus einem Fenster. »Mama, guck mal, der Mann da oben, der hat uns die ganze Zeit beobachtet.«
»Ach, der? Ist nur ein Plakat. Komm, ich mag die dunklen Straßen nicht.«
»Das Auge bewegt sich!« flüstert das Kind. »Der ist lebendig!«
»Quark«, sagt Mama, »das ist ein Video, das haben sie da oben wohl eingeschaltet. Nun komm schon!« Video bei Stromausfall? denkt sie und gruselt sich.
»Mama, er sagt, da oben gibt’s Lebkuchenschnaps. Was ist Lebkuchenschnaps, Mama?«
»Sicher ein neues dummes Produkt, für das sie werben. Für dich ist es eh nichts. Schnaps ist nicht für Kinder.«
»Mama, du bist eine Spaßbremse!«, stellt der Kleine wichtigtuerisch fest.

Mama muss lächeln, obwohl ihr gar nicht nach Lachen zu Mute ist. Diese Stromausfälle beunruhigen sie. Es ist schon der dritte in einer Woche. Letztens, als sie Nachtschicht in der Krankenhaus-Kantine hatte, ging auch die Tram nicht. Wenn das so weitergeht, wie soll sie da die ellenlange To-do-Liste vor dem Fest noch abarbeiten? Sie fühlt die Überforderung durch ihre Dreifachbelastung als alleinerziehende berufstätige Mutter in allen Knochen.

»Komm schon, wir müssen heim!« Zu Hause wird sie sich ein Fichtennadelbad machen, dann würde es jedenfalls schon mal nach Weihnachten duften.

 

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Adventskalender (5.12.)

Mitternacht. Schon ist das 5. Türchen des Adventkalenders aufgegangen. Und was zeigt sich da? Ein Korb mit Früchten! Die meisten sind leuchtend rotorange Orangen, es gibt auch ein paar Kiwis, glaub ich, und sogar eine Birne. Aber das Orange dominiert eindeutig. Orange ist derzeit sehr erwünscht, es ist DIE Farbe, die gegen schnell schwindende Kräfte hilft.  Der Korb ist schon ein bisschen in die Jahre gekommen, aber geräumig und daher sehr gut geeignet, die Fülle der Vitamin-C-Lieferanten zu beherbergen.

5.12.

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Adventskalender (4.12)

Und schon hat sich das vierte Türchen geöffnet. Ein Tisch mit Gläsern zeigt sich, dazu auch eine Karaffe mit goldenem Wein.  Licht und Schatten spielen drüher hin. Der Himmel ist blau.

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Blutkreislauf nach Klee – neurografisch

Für das heutige Adventskalendertürchen zeichnete ich (und zeigte) eine Seite aus Klees „unendlicher Naturgeschichte“. Es zeigt eine liegende Acht mit einer orange und einer blauen Fließrichtung und in der Mitte ein Herz.

Die Seite ist Teil eines umfangreichen Abschnitts, in dem es um „Wege des Naturstudiums und konstruktive Kompositionswege“ geht. Ich versuchte, Klees Gedankengängen zu folgen, doch blieb ich vor allem am Bildmaterial hängen und verstand nur wenig.

Doch soviel verstand ich immerhin, dass das Herz den Blutkreislauf antreibt und so unseren Körper durchblutet, die Nährstoffe hin- und die Abfallprodukte abtransportiert, und das ohne Rast und Ruh, immerzu, Tag und Nacht, vom ersten bis zum letzten Atemzug und zum letzten Pulsschlag. Aufbauend – abbauend, regenerierend – degenerierend im ständigen Wechsel.

Angetrieben von einem zentralen System, das aus einem Hohlmuskel mit vier Hohlräumen besteht, durchflutet das Blut sämtliche Organe, wobei sich das rote sauerstoffreiche und das blaue sauerstoffverarmte Blut die Waage halten – zwei Seiten einer Medaille.

Ich versuchte, mich mithilfe einer neurografischen Zeichnung mit diesem Kreislauf zu verbinden. Wie wirkt er in meinen Organen? In der Leber, der Lunge, der Milz? Im Magen, in den Füßen, dem Hirn? In den Augen, der Zunge, der Haut?…

 

Natürlich kommt meine Zeichnung nicht an die Wunderwelt des Blutkreislaufes heran, aber für mich ist sie dennoch ein Gewinn.

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Drabble: St. Martins Tat – katastrophische Moritat

Heide von der Puzzleblume lädt heute dazu ein, ein Drabble (einen Kurztext von 100 Wörtern) zu schreiben, das die Wörter „Hosenbein – raffiniert – sprechen“ enthält.

Was tut das eine Hosenbein

Das sonst doch immer war zu zwein

Bei diesem Wetter ganz allein

Und stolpert über Stock und Stein?

 

Käm es ganz propper anmarschiert

Mit Stiefel, Sporen, und flankiert

Vom zweiten Bein, wärs raffiniert

Doch so allein? Was ist passiert?

 

Ich sprech es an: Lieb Hosenbein

Was treibt dich um, so ganz allein?

Willst du nicht mehr zusammen sein

Als Paar verbunden und zu zwein?“

 

„Ich wollte schon, doch kam geritten

St Martin, hat uns durchgeschnitten

Mit seinem Schwerte in der Mitten

Dagegen halfen keine Bitten.“

 

Die Moral von der Geschicht?

Manchmal bringt’s das Teilen nicht.

*“Der heilige Martin & das Teilen. Vor über 1700 Jahren wurde der heilige Martin geboren. Berühmt wurde er durch eine Tat, die kaum länger als ein paar Sekunden Nachdenken und Handeln brauchte: Er zerteilte seinen Mantel und gab eine Hälfte an einen frierenden Bettler.“ (Quelle)

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Sonne nach Regen (Segelhafen, Garten und Berg)

Der Regen hat uns an den letzten Tagen wunderbar bedient. Heute nun machte er eine Pause und gab der Sonne Raum. Solche Aufhellungen zwischen den Schauern haben ihre besondere Schönheit.

Heute Mittag am Segelhafen:

Eine Pfütze hat sich auf dem Fußweg erhalten und spiegelt den Himmel.

Am späten Nachmittag im Garten: Die Olivenbäume atmen auf und trinken die Feuchtigkeit. Der Sauerklee  bildet leuchtend grüne Teppiche.

Einen Busch mit roten Blättern gibt es auch in meinem Garten:

Der Gebirgsausläufer gegenüber leuchtet golden auf.

Auch die Spitze der Zypresse vergoldet sich.

Über dem Meer stehen goldene Wolken. Heute Nacht könnte es erneut Regen geben.

 

 

 

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Adventskalender (3.12.)

 

Hier ist schon Mitternacht vorbei und das nächste Türchen des Adventskalenders ist aufgegangen: es zeigt meine rechte Hand beim Lesen in Paul Klees Buch „Unendliche Naturgeschichte“.

Rechts ist Klees Didaktisierung seiner Gedanken zum „Blutkreislauf“ nachzulesen, auf der linken Seite ist die bildliche Umsetzung seiner Gedanken zu besichtigen. Das Bild heißt „Winterschlaf“.

Auch wenn du nicht viel von Klees Ausführungen zum Blutkreislauf verstanden hast: das Bild versteht, denke ich, jeder. Und dass der Winterschlaf der Regeneration der Kräfte dient, die im Jahreslauf verbraucht wurden, ist offensichtlich. Genauso wie der nächtliche Schlaf, der der „Degeneration“ durch die Tagesgeschäfte regenerativ entgegenwirkt. Drum gehe ich jetzt mal in die Heia. Gute Nacht!

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Regenpause

Der Himmel und die schlammige Erde färben sich feurig, als die Abendsonne ein wenig hervorkommt. In der Niederung über dem Dorf sammelt sich Nebel. Pfützen spiegeln den Himmel. Die Oliven füllen sich mit Saft. Das Meer glitzert in unruhigem Wellenmuster. Oben in den Bergen scheint es geschneit zu haben. Alles ist so, wie es sein soll.

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