In der Zeichenschule (14): Rückenansicht eines Jünglings

Heute setzte ich mich sehr nahe hinter eine Skulptur, um sie zu zeichnen. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: ich sehe besser. Der Nachteil: jede kleine Veränderung meiner Position hat große Folgen. Vorder- und Hintergrund verschieben sich sehr stark gegeneinander, wenn der Gegenstand nah vor Augen liegt. Liegt er weiter weg, sind die Veränderungen geringer. Probier es mal mit deinem Finger aus.

Heute hielt ich nur zwei Stunden durch, denn es war den ganzen Tag sehr schwül. Mit dem Ergebnis bin ich recht zufrieden.

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Dienstags-Drabble: Nimmersatt-Moritat, kata-strophisch

Speisesaal, unterbrechen, schuldig sind die drei Wörter, die heute im 100-Wörter-Drabble, das Heide vom Puzzleblume-Blog organisiert, vorkommen müssen. Die Überschrift wird nicht mitgezählt. Ich habs mal wieder mit der Reimerei versucht.

 

Ich brauche euch nicht zu erzählen

Dass der Mensch in Speisesälen

Nicht nur um zu essen weilt.

Sein Interesse ist geteilt.

 

Einerseits will er gut speisen

insbesondre, wenn auf Reisen

Andrerseits geht sein Begehr

Auch noch auf ein bisschen mehr.

 

Er schielt hinüber zu den Damen

Was halten sie vom Exogamen?

 

Sehr gerne machte er sich schuldig

An seiner Gattin, die geduldig

Zu Hause mit dem Eintopf wartet.

Was ist sie auch so gut geartet!

 

Hier unterbreche ich entschieden:

Warum ist Mensch denn nie zufrieden?

Will stets noch mehr als er schon hat

Will alles und wird doch nie satt.

 

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Royuschs Würfelspiel: Badenixen

Royuschs Fotoprojekt lädt uns ein, am Anfang jeden Monats eine Zahl zu erwürfeln und dazu ein Foto zu posten.

Ich erwürfelte fünf und vier, macht NEUN.

und suchte nach einem Bild, das ein Wort mit neun Buchstaben darstellt und dem Juli gerecht wird. Da es bei euch mit den Badefreuden anscheinend noch nicht weit her ist, aber sich so manche(r) danach sehnt, wählte ich eine Schaufensterdekoration mit

Badenixen

Sofern ihr nicht schwimmen gehen könnt: man kann auch zu Hause Badenixe spielen, wenn man für einen geeigneten Dress sorgt.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kommentar zum Zeitgeschehen finden

Heute stellte Myriade die Auswertung der Impuls-Monate Mai-Juni ins Netz, wobei sie u.a. auch meine diesbezüglichen Beiträge lobte (hier). Danke dir dafür, Myriade.

Mir wurde es zum Anlass, nicht nur etliches von anderen nachzulesen, sondern auch bei mir ein wenig zurückzublättern. Und da stieß ich auf einen Eintrag vom 10. Mai 2021, den ich für Impulswerkstatt und abc-etüden zugleich verfasste und dessen Schlusszeilen mir ein passender Kommentar zu den Wahlergebnissen in Frankreich (und anderswo) zu sein scheinen.

Die letzten Zeilen, zugleich die Moral von der Geschicht‘:

Gehst du nach rechts, so wird er (der Schatten) groß

Und mächtig auf der Linken

Und gehst du links, versuch es bloß

Wird er von Rechts dir winken.

 

Das war, mein Schatz, schon immer so

Seit Schatten uns begleiten

In Politik und anderswo

Wer könnte das bestreiten?

 

Für Liebhaber meiner Kata-Strophen-Kunst: der ganze Eintrag ist hier nachzulesen.

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ein Dorf im Taygetos

Wir haben einen Ausflug gemacht, um ein befreundetes Paar zu besuchen, blieben auch über Nacht. Es war ein so erfüllter Abend und Morgen, dass es mir schwer fällt, eine Auswahl zu treffen.

Das Dorf liegt auf 1000 m Höhe auf der „Rückseite“ des Taygetos (von uns aus gesehen). Man sieht von dort nicht aufs Meer, sondern auf das breite von Oliven und anderen Fruchtbäumen bestandene Tal des Evrotas – des Flusses, an dem die schöne Leda Zeus in Gestalt eines Schwans empfing und danach zwei Zwillingspaaren das Leben gab, von denen je ein Teil sterblich, der andere unsterblich war. Ihr kennt sie dem Namen nach: die Dioskuren („Zeussöhne“) Kastor und Polydeukes (Pollux) und die für Griechenland so schicksalhaften Schwestern Klythaimnestra und Helena. Dahinter das Parnona-Gebirge, das Lakonien von Arkadien trennt.

Das Haus selbst ist alt und ein wahres Schmuckkästchen oder genauer: ein Museum der Haushaltstechnologie der vergangenen 100 Jahre.  Strom kam erst in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts ins Dorf. Aber wie eindrucksvoll sind die Produkte, die unter diesen Bedingungen erzeugt wurden!

Einiges ließ ich mir erklären:

Die prächtigen handgewebten Teppiche

Vom Webstuhl sind nur noch einige Teile da, darunter zwei Weberschiffchen.


Die Bügeleisen. Das größere funktioniert mit glühender Kohle, die eingefüllt wird, das kleine wird erhitzt und wurde speziell für die Glättung der Foustanella (männlicher Faltenrock) benötigt.

Nachthemdchen, Kleidchen und Servietten für die Kinder

Prächtige Stickereien, Sonntagskleider, Trachtenkleider und die Lieblingspuppe der jetzt 93 jährigen Mutter, als sie ein Kind war.

Ein schwerer Waschzuber aus Zink und Kupfer, der von einer Feuerstelle darunter beheizt wurde. Singer-Nähmaschine und Fleischwolf kenne ich von zu Hause.

Die meiste Zeit steht das zweistöckige Haus nun leer, denn die alte Dame lebt in Sparta und die Tochter kommt mit dem Ehemann (der von Inseln stammt) gelegentlich aus Athen, um nach dem Rechten zu sehen.

Warum erzähle ich das? Weil es so charakteristisch für dieses Land ist, das seine seelische Kraft aus der Anhänglichkeit der Menschen an ihre Herkunftsdörfer zieht, die sie aber kaum mehr bewohnen. Nur noch 230 Bewohner sind registriert, die Schule ist seit langem geschlossen, ebenso auch die anderen öffentlichen Einrichtungen, die es hier einst gab. Der Friedhof aber ist groß und prächtig, und ich vermute, dass sich immer noch etliche Menschen dort bestatten lassen, auch wenn sich ihr Leben ganz woanders abspielt.

Das Dorf zieht sich locker am bewaldeten Hang entlang und konzentriert sich auf zwei Niveaus rund um je einen großen Kirchplatz. Die Kirchen sind prächtig, haben aber keine eigenen Pfarrer mehr, weshalb der heutige bedeutende Gottesdienst (Allerheiligen und Zwölf Apostel fielen, zusammen, wie mir erklärt wurde) nur im Nachbardorf zelebriert wurde. Auf dem Platz, der von einer gigantischen Platane überschattet wird, aßen wir zu Abend. Als wir kamen, waren noch keine Gäste da, später füllten sich dann ein paar Tische, denn es war ja ein sommerlicher Samstag abend.

Natürlich gab es auch einen Brunnen – mit einer kunstvollen, nun leicht angemoderten Marmorfigur gekrönt –

und zwei Kater, die sich ein spannendes Duell lieferten. (Der schwarze weinte den getigerten an, der seinerseits dem Blick und den drohenden Annäherungen tapfer standhielt, dann aber doch höchst vorsichtig Fuß um Fuß rückwärts setzte und schließlich davonschlich.)

Heute Vormittag versammelten wir uns zum Kaffeetrinken im Hinterhof. Tannen und Maulbeerbäume gaben den gewünschten Schatten. Leider wurden einige Tannen kürzlich abgehauen, da sie zu nah an Haus und Lichtleitung standen. Brandgefahr.

Die 93jährige Mutter kam mit ihrer Begleiterin aus dem ca 30 km entfernten Sparta. Und so lernte ich auch den Spirit des Hauses kennen. Eine bewundernswerte und trotz des hohen Alters vollkommen präsente Frau, die sich gerne zu einem Abschiedsfoto im Empfangsraum des Hauses bereiterklärte.

Ich setzte mich, weil ich sie stehend überragt hätte. Und das kam mir unpassend vor.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ernten

Täglich kann ich jetzt eine kleine Ernte einbringen: Manchmal ist es nur ein Tomätchen, heute war es eine Handvoll.

Gestern zwei Erdbeeren, eine Gurke, eine mittlere und eine kleine Tomate.

Vorgestern ein Salatkopf. Es ist ja mein erster Gemüsegarten, und winzig ist er auch. Aber es macht mir große Freude, zwischen den Stauden herumzugehen, hier etwas hochzubinden, da ein Unkraut zu rupfen, zu schauen, ob die Bewässerungsschläuche an ihrem Platz sind, und dann auch das eine und andere zu ernten. Was immer es ist: es scheint mir, dass es mich besser nährt als alles, was ich kaufen kann. Denn es ist ganz erfüllt von Sonne.

Ich schaue auch nach den Feigen, Quitten und Weintrauben, aber deren Zeit ist noch nicht gekommen.

 

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In der Zeichenschule (12). Zweiter Anlauf: Jünglingskopf und Säule

Heute machte ich mich zum zweiten Mal daran, den Jünglingskopf und die kleine Säule zu zeichnen.

Vorgestern (Dienstag):

Heute (Donnerstag):

Der Hintergrund ist diesmal durch eine große Staffelei und Pappen weitgehend zugestellt. Beim Zeichnen fühlte ich mich an Giorgio de Chirico erinnert, etwa an sein „Liebeslied“ genanntes Gemälde. De Chirico ist zwar Italiener, wuchs aber in Griechenland auf, wo sein Vater als Ingenieur der neu erstellten Eisenbahn arbeitete. Das Bild entstand 1914.

The Song of Love - Wikipedia

Abb.Wikipedia

Zur Ähnlichkeit trug natürlich auch der Ball bei, der nebst Säule das Stillleben bildet.

Ich habe dann wieder eine Überblendung mit dem Foto gemacht und den Ausschnitt stehen gelassen, auf dem sich Zeichnung und Foto decken.

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Impulswerkstatt, Bild 1: Im Weizenfeld

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Bild 1

Hallo, Myriade! Nun habe ich auch zu dem ersten Bild  einen Eintrag geschrieben. Es forderte mich zu altmodisch-frommen Gedanken auf, und so wählte ich für den Text die „gebundene Rede“.

 

Im Weizenfeld

 

Des Wanderns müde legte er sich nieder

An eines Feldes Rand und sog den Duft

Der trocknen Halme ein, die an den Spitzen

Schon reife Ähren trugen, so wie Häupter

die willig sich dem Sichelschnitte beugen

Damit die Menschen Brot zu ihrem Leben haben.

 

Ein Glockenlaut schlug an die Ohren ihm

Sehr fern dort drüben wird ein Kirchlein sein

So dachte er, und sann und träumte

Von Kindertagen als am Sonntagmorgen

Die Dörfler festlich sich zur heilgen Messe

Versammelten und Brot und Wein genossen.

 

Das täglich Brot, ja, das gab Er auch heute,

Er, dessen Name sich so oft gewandelt.

Hier war es Demeter, die Göttin von Eleusis

Dort wars der Vatergott, den sie dann auch verehrten.

Stets dankten sie dem Schöpfer, der den Hunger

Der Menschen stillt mit Brot aus diesen Ähren. …

 

Da schreckt ein Dröhnen wie von bösen Mächten

Den frommen Träumer auf, er springt auf seine Füße.

Ein Riesentrumm kommt durch das Feld gefahren

Die Ähren fallen, werden gleich verschlungen

Und spreulos eingetonnt und auch die Halme

In Rollen gleich verpackt und ausgespuckt.

 

Ja, so, mein Lieber, wird hier jetzt geerntet.

Wie sonst soll denn der Weizenpreis noch lohnen?

Jetzt liegt er bei Zweihundertdrei die Tonne

Und morgen steigt er noch, dann sinkt er wieder

Und den Gewinn hat schon der Spekulant genommen.

Da muss es schnell gehn, Zeit ist Geld, verstehst du?

 

Doch du, geh nur hinein in das verlassne Kirchlein

Sofern es offen ist, auf dass du weiter träumest

Und lauschest auf die alten Worte, welche

In dem Gemäuer häufig wiederhallten.

Von Jesus, der einst Ähren raufte an dem Sabbath,

Und von den Priestern, die ihm darob drohten.

 

Und der das Brot einst brach und sprach zu seinen Schülern:

Dies ist mein Leib, der für euch hingegeben

Das sollt ihr essen und durch mich gesunden.

Der Mensch, so sprach er auch, lebt nicht allein vom Brote

Er lebt vom Geiste auch, der in dem Brote wirket.

Und wenn du Brot hast, gib auch deinem Nächsten

Dass er sich sättigt, wie auch du, mein Lieber.

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Demeter und Persephone, zwischen ihnen Triptolemos, der die Ähren empfängt. (Kopie des Originalreliefs, Eleusis-Museum)

 

 

 

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In der Zeichenschule (12) Jünglingskopf, Geometrie und Bewegung

Gestern am späten Nachmittag war ich wieder in der Zeichenschule. In der vergangenen Woche konnte ich wegen der Hitze nicht hin. Jetzt aber ist es ganz angenehm.

Die Wände sind jetzt mit Zeichnungen geschmückt, Motive neu geordnet, und die Zahl der farbigen Arbeiten hat zugenommen. Ich schaue mich um und freue mich. Viele Schüler sind diesmal nicht da, denn der Hauptunterricht wurde auf den Vormittag und die Mittagsstunden verlegt. Es geht jetzt auf die Aufnahmeprüfung für die Kunstakademie zu, da wird von den Kandidaten viel Fleiß und Konzentration gefordert.

Ich nehme mir einen Jünglingskopf vor, der zusammen mit Ball und kleiner Säule ein Stillleben bildet. Im Hintergrund freilich ist bewegtes Leben, denn da sitzt eine junge Frau  über ihrer Zeichnung. Sie bewegt sich vor und zurück, so dass manchmal (wie auf dem Foto) das Profil des Jünglingskopfes gut zu sehen ist, meistens aber nicht. Und was die Binnenzeichnung des Kopfes anbetrifft, so kann ich fast nichts erkennen.

Ich begnüge mich daher mit einer schwachen Zeichnung des Kopfes und konzentriere mich abwechselnd auf die geometrischen Formen im Vordergrund und die lebhafte Bewegung im Hintergrund. Das Zusammenspiel dieser drei Bildelemente ist es, die mich faszinieren, aber auch überfordern.

Viel schaffe ich nicht. Immer wieder zeichne und lösche ich aus. Nur eine Phase habe ich fotografisch festgehalten.

Die Überblendung mit dem Foto zeigt, inwieweit ich die Proportionen getroffen habe.

Nach dem Unterrichtsstunde setzt sich der junge Lehrer hin, um meine Zeichnung ein wenig weiterzubringen. Ich mag es, ihm beim Zeichnen zuzuschauen, wenngleich das, was dabei herauskommt, nicht mehr meine Zeichnung ist. Ich bin diesmal auch nicht einverstanden mit der Art, wie er die Schwarz-Weiß-Kontraste im Jünglingskopf setzt. Zudem fehlt nun das, was ich als „mein“ Motiv entdeckte: der Dreiklang von geometrischen Formen, Kopf und Bewegung im Hintergrund.

Hier seht ihr, wie leicht und spielerisch er die Kohle zwischen den Fingern hält.

Hat wieder Spaß gemacht und mich motiviert, morgen einen neuen Anlauf zu wagen.

 

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Dienstagsdrabble am Mittwoch: Die Waffen nieder!

Da ich gestern nicht zum Bloggen kam, liefere ich mein Dienstagsdrabble heute nach. Dafür verwende ich Bilder und Gedanken, die ich schon einmal im Rahmen einer „Zimmerreise“ verwendete. Beides – Zimmerreise und Drabble – sind Formate, die Heide vom Blog Puzzleblume angeregt hat bzw betreut.  Danke, Heide!

Was ist ein Drabble? Ein Kurztext von genau 100 Wörtern. Das Besondere am Dienstagsdrabble ist, dass Heide drei Wörter vorgibt. Diesmal sind es

Ornament + tief + halten.

 

 

Die Waffen nieder!

Wieder einmal halte ich die schwere metallene Vase in Händen, prüfe ihr Gewicht, lasse die Fingerkuppen über die feinen Ornamente laufen, die eingegraben, herausgehämmert oder hineingepunzt wurden. Welche Metalle darin wohl stecken? Ich vermute Kupfer, Zink, Eisen, Nickel und Blei. Ursprünglich war es eine Granathülse aus WWI. Allein vor Verdun schossen Deutsche und Franzosen 50 Millionen solcher Granaten aufeinander, um sich gegenseitig zu verstümmeln und zu töten.  Sie schafften es dort auf etwa eine halbe Million Tote.

Warum taten sie das? Wer gab ihnen die Waffen? Wie tief ist erneut Deutschland verstrickt, das mit seinen Waffenexporten gerade erstaunliche Rekorde einfährt?  

100 Wörter

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