Tagebuch der Lustbarkeiten: der rosenfingrigen Eos beim Malen zusehen

Heute Nacht war das Wetter stabil genug, um wieder draußen zu schlafen. Da fällt es mir dann auch leicht, früh morgens die Augen aufzumachen und zu schauen, was sich am Himmel tut.  Kurz vor Sonnenaufgang – und Eos, die Göttin der Morgenröte, war am Werkeln.

Einen Feuervogel malte sie über den Kamm des Gebirges. Über die messenische Bucht huschte sie nur so hin und verschüttete die Restfarbe über der Westküste jenseits des Bergrückens. 

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Tägliches Zeichnen: Hygeia und Jünglingsmaske (3, vor dem Olivenbaum)

Ein dritter Anlauf heute, um die beiden von der Zeichenschule entliehenen Skulpturen ins Bild zu setzen.Die beiden vorangegangenen:

Zu Recht merkte gerlintpetrazamonesh an, dass die liegenden Köpfe, so ganz ohne Körper, einen „morbiden touch“ haben. Dieser Eindruck wird durch die genaue Ausführung und die Platzierung vor einer Stadtlandschaft noch verstärkt. Einen Körper kann ich den Skulpturen leider nicht andichten, aber vielleicht ließe sich das Morbine ein wenig vertuschen?

Als erstes änderte ich das Hintergrundsbild: statt vor einer „geschlossenen Stadt“ befinden wir uns nun vor einem lichten Olivenhain. Außerdem richtete ich Hygeia auf, so dass sie jetzt liebevoll auf den Jüngling hinaschaut. Drittens umhüllte ich die Bruchstelle des Kopfes mit Tuch und bettete auch die Maske in Tücher.

Ich beließ es für heute bei einer gründlichen Skizze.

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Tägliches Zeichnen: Hygeia und Jünglingsmaske (2)

Gestern zeigte ich meine erste Zeichnung von der schlafenden Hygeia – der Göttin der Gesundheit.

Mir gefällt die Zeichnung, obgleich – oder gerade weil sie nicht vollendet ist. Das gibt ihr etwas Gelöstes, Träumerisches. Und so ließ ich sie in Ruhe und machte einen zweiten Anlauf aus einem etwas anderen Winkel, wodurch die Maske zum gleichberechtigten Thema wurde.

Weit offen sind die toten Augen des Jünglings, und auch Hygeia ist nicht mehr entspannt wie zuvor. Was ist mit ihnen geschehen? Wer hat sie vor der „geschlossenen Stadt“ abgelegt und warum? Es ist eine etwas beunruhigende Szene, finde ich. Für die nächste Zeichnung werde ich Hygeias Kopf aufrichten.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kleinen Ausflug machen

Heute bot sich die Gelegenheit zu einem kleinen Ausflug ins Zentraldorf unserer Gemeinde, um einen ehemaligen Kollegen meines Mannes zu treffen, der in der Gegend Urlaub macht. Auf dem Weg dorthin hielten wir, wie fast immer, bei einem Cafe, das nach langen Jahren der Schließung von jungen Leuten mit neuem Programm wieder eröffnet wurde. Es liegt an der viel befahrenen Hauptstraße in die Mani, hat nur wenig Außenraum, also bot es sich an, außer Getränken auch Produkte der Region anzubieten: Honig, Oliven, Marmeladen, Feigen, Nudeln, Weine und was der Lustbarkeiten mehr sind. Neuerdings wurde auch ein kleiner roh gemauerter Schauraum mit ausgefallener Sommerkleidung bestückt. Ich besah sie mir, leider aber war nichts dabei, was ein Mensch meiner Ausmaße und meines Alters tragen könnte, ohne sich lächerlich zu machen.

 

Im angesteuerten Dorf trafen wir richtig den Kollegen, und während die Männer ihre Vergangenheit und Gegenwart beleuchteten, machte ich einen Rundgang. Ich kenne das Dorf nun schon recht gut, aber immer gibt es noch dies und das zu entdecken oder Bekanntes neu zu sehen. ZB das kleine geweißte Haus, das zum Verkauf angeboten wird, oder das alte Kirchlein aus Feldstein, dahinter die eindrucksvolle Hauptkirche, die ich dann auch noch mal fotografierte. Ich mag das Dorf sehr, es ist ein lebendiges Bauerndorf, und manchmal denke ich, es wäre gut, dort zu wohnen. Diesmal gefiel mir besonders das unermüdliche Krähen eines Hahns….

Vom Tavernentisch aus beobachtete ich dann zwei junge Männer, die im Cafe gegenüber Platz genommen hatten. Der eine trug eine beeindruckende Tätowierung quer über den Nacken. Ich zoomte ihn heran, wurde aber nicht schlüssig, was der Schriftzug bedeutet.

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Hygeia, schlafend (tägliches Zeichnen)

Einen ersten Anlauf machte ich, den Kopf der Hygeia (Göttin der Gesundheit), den ich aus der Zeichenschule entliehen habe, zu zeichnen. Ich legte den Kopf zum Schlafen hin, denn mir ist nach Entspannung zumute. Als Hintergrund wählte ich wieder mein Gemälde „Geschlossene Stadt“. Im Vordergrund liegt eine nur angedeutete klassische Maske.

Soweit bin ich mit der Zeichnung gekommen.

Dasselbe Gemälde benutzte ich als Hintergrund für die antike Theatermaske und den gelbhaarigen blauen Kerl.

Sonntag mit Puppe vor Gemälde

Ich finde es interessant zu bemerken, wie unterschiedlich ich mein Gemälde wahrnehme, je nach dem Motiv, mit dem ich es verbinde.

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Dienstagsdrabble: Begegnung mit dem Calmar

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Die Expedition des Smith-Ocean-Instituts war, glaubt man der Verlautbarung, die sie an alle Presseagenturen schickte, ein glänzender Erfolg. Man habe in den Meerestiefen vor Chile einen unbekannten Dreitausender vermessen und zwanzig neue Arten identifiziert.

Mein romantischer Kopf stellt sich vor, wie die Forscher plötzlich entdecken, dass das prächtige Wesen, das ihnen inmitten der blühenden Welt der Tiefsee entgegenschwimmt, ein blauer Promacheteuthis-Kalmar ist, den sie bisher nur als totes Tier kannten.

Nüchtern betrachtet, handelt es sich freilich nur um das Rendezvous eines Roboters mit dem Calmar, und um die Verarbeitung von Fotos, die aus der unergründlichen Tiefsee ihren Computern zugeschickt wurden.  

 

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Dies ist ein Beitrag zum Dienstags-Drabble, angeboten und betreut von Heide vom Puzzleblume-Blog. In einem 100-Wort-Text waren einzubauen die Wörter Expedition – schicken – nüchtern. Der Text bezieht sich auf eine Meldung, die ich heute las. 

Hier noch ein paar Tiefsee-Legebilder zum Anschauen und Vergnügen:

IMG_2309meine Schnipsel

Jürgen Küsters Schnipsel

Andrea Hemings Schnipsel

Leelas Schnipsel

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Regensturm im September

Eben rühmte ich noch den „blauen September“ und meinte, die Oktoberstürme dürften gern noch fernbleiben, da war der Sturm schon da, tobte um unser Haus und schüttelte Granatäpfel und Feigen von den Bäumen. Schnell schloss ich die Fenster und sicherte, was draußen herumflog. Der Blick von der Turmterrasse hinunter zum Meer war magisch.  Kalamata war verschwunden.

Schön war, dass es auch wieder regnete, wenn auch nur kurz. Seit zehn Tagen haben wir dieses gewittrige Wetter mit kurzen heftigen Schauern. Der Boden nimmt das Wasser sofort auf und wird langsam durchfeuchtet, ohne ausgeschwemmt zu werden. Eine Wohltat.

Nur auf der Straße bildeten sich Rinnsale und Pfützen, die in der bald wieder erschienenen Sonne aufleuchteten.

 

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„Warum so eilig?“ Eine Entschleunigungsübung

„Wohin so eilig?“ fragte ich das nun auf den Namen „Fridolin“ getaufte behaarte Seepferdchen.

Dabei hätte ich eigentlich mich selbst befragen müssen, denn Fridolin entstand, weil ich es mal wieder eilig hatte. Eine Stelle meines immer noch sehr vollen Haares hatte sich durchs Salz des Meeres arg verfilzt, und schwankend zwischen Penelope und Alexander entschloss ich mich, es Alexander gleichzutun und den Knoten durchzuschneiden, anstatt ihn, wie Penelope, mühsam aufzurebbeln. Der Mann in mir siegte…

Vorm Schlafengehen dachte ich mir: Was ist eigentlich dies „es eilig haben?“ für mich? Mach doch mal eine neurographische Zeichnung dazu (ich lerne das ja grad mit Cynthia).

Als erstes haut man den Impuls mit einem schnellen Strich aufs Papier. Hätte ich es nicht immer so eilig, wäre mir aufgefallen, dass ein gemütlich auf einem See schaukelndes Boot mit einem liebenden Paar drauf entstand. Aber ich bemerkte es erst jetzt, als ich das Foto der Zeichnung besah.

Ich rundete nämlich gleich alle auf einander stoßenden Linien ab, wie die Methode es will.

Immer noch hätte ich das Boot mit dem Paar drauf erkennen können. Es ist jetzt freilich nicht mehr ganz so gemütlich, hat mehr speed drauf. Mit seiner dicken Haifischnase will es nach links, in die Vergangenheit düsen. All das bemerkte ich aber erst jetzt, beim Betrachten.

In die Vergangenheit wollen eilige Menschen nicht gern düsen. Also traf mein Unterbewusstein Vorkehrungen: Ich befestigte das „Gefährt“ am rechten Rand: der Zukunft, indem ich abgebrochene Linien verlängerte und verband, wie die Methode es vorschreibt. Natürlich hätte ich die Linien auch am linken Rand enden lassen können – aber nein, ein Eilender will immer in die Zukunft (rechts entsprechend unserer Leserichtung).

Zweifelnd betrachtete ich mein Machwerk. Was wollte es mir sagen? Mir schien, es sei ein Auto, das nach rechts mit Volldampf gegen ein Hinternis raste und sich dort die Nase eindrückte.

Da wurde mir doch ein wenig mulmig zu Mute. Ich fahre ja gern schnell, aber doch nicht mit solchem Ergebnis! Vielleicht sollte ich das Fahrzeug ein wenig ausbremsen? Und ihm einen neuen brauchbaren Vorbau beschaffen? Wer saß überhaupt darin? Eine Frau mit einem Kind auf dem Schoß! Also wirklich! Da darf man doch nicht rasen! Also mach mal gaaanz schön laangsaam, schau dir das grüne Land, die blaue See, den Himmel an, genieße das Fahren, und wenn die Reise lange dauert, umso besser!

Du siehst, nun ist es ein altes grünes Töfftöff geworden, und am Heck gibt es einen Aufbau fürs Großgepäck. So wird die Dame mit dem blonden Kind auf dem Schoß reisen und nicht mehr ans schnelle Ankommen denken. Der Weg ist das Ziel! Von Technik hat sie freilich keine Ahnung, da graust es ihr ein wenig! Man stelle sich vor, sie müsste die Kühlerhaube öffnen und die Kurbel in Gang setzen, mitten in der Pampa!

Diese Entschleunigungsübung hat mir gut getan. Am liebsten würde ich zurückkehren zur Anfangsskizze mit dem schaukelnden Boot –  und das ist die eigentliche Erkenntnis. September ist eine Zeit der Ruhe, des Pausierens und der Entschleunigung. Was hat es für einen Sinn zu drängeln, dass der Oktober mit seinen Stürmen schneller kommt? Er kommt ja!  Genießen wir die blaue Stille des September!

 

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ohne Titel: Wohin so eilig?

Dieses Haartierchen fotografierte ich heute.

Einen Namen hat es noch nicht.

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Danke, August! Sei mir willkommen, September!

Der Monat begann, wie er endete: mit eindrucksvollen Himmelsschauspielen! Dies Foto machte ich am 1. August

und dieses am 30. August.

Zwischen diesen zwei Sonnenuntergängen breitete sich der August aus.

Die Freuden des August waren vor allem das tägliche Schwimmen, aber auch sonst habe ich trotz anhaltender Hitze vieles tun können, darunter die regelmäßigen Sitzungen in der Zeichenschule und ihre Fortsetzung im eigenen Atelier, das Paneurythmietanzen mit Freundinnen im Park und neuerdings, mit Cynthias Unterstützung, das eifrige Zeichnen nach der Neurographics-Methode. Und sonst? Das Glasperlenspiel hat mich eine Weile begleitet, Heides Drabbles, Christianes Sommerpausenintermezzos und Adventüden, Myriades Impulswerkstatt haben mich zum Mitmachen animiert, eure Blogs gaben mir tägliches Futter zum Nachdenken, Schmunzeln, Wundern oder Lernen, gelegentlich auch zum Stirnerunzeln, und natürlich verfolgte ich das Weltgeschehen, so gut ich es von meiner paradiesischen Weltecke aus vermochte. Der erste Sommerregen kam auch, wie es sich gehört, gleich nach dem Marienfest, dem Höhepunkt des August. Und ja, es gab auch die Olympiade in Paris und dies und das.

So fühle ich mich gut August-gesättigt und voller Neugier, was der September wohl so bringen mag. 

Hier eine kleine Auswahl der im August geposteten Fotos.

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