Noch mal Hygeias Kopf (tägliches Zeichnen)

Verdammt! Es muss doch zu schaffen sein, diesen verflixten Kopf der Hygeia richtig aufs Papier zu bringen! So schimpfte ich heute vor mich hin und wischte den gestern überzeichneten Kopf erneut mit einem Lappen aus, um es noch ein drittes Mal zu versuchen.

Hygeia ist tatsächlich ein Angstobjekt bei Aufnahmeprüfungen zur Kunsthochschule. Ihr Lächeln entzieht sich uns so wie das der Mona Lisa. Du quälst dich ab, aber du fängst es nicht ein.

Mein dritter Anlauf trifft die Skulptur am besten bisher, eine Überblendung mit dem Foto zeigte mir auch, dass ich die leichte Drehung des Kopfes richtig getroffen habe … aber einiges ist immer noch falsch. Nun, sei’s drum.  Mein heutiges Ergebnis:

und der Kopf von Nahem?

die drei Varianten:

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Dienstagsdrabble: Sie kamen am frühen Morgen

Heide von Blog Puzzleblume lädt uns ein, Dienstags ein Drabble, also einen Text von 100 Wörtern zu schreiben, in denen drei von ihr festgelegte Wörter enthalten sind. Diesmal sind es die Wörter „Ackerland – vermuten – unkenntlich“.

 

Ein gewöhnliches Städtchen, und rundum die Felder. Im frühen Licht erschienen Panzer und wühlten sich in das fruchtbare Ackerland, es kamen auch Mannschaftswagen voller Soldaten und Fahrzeuge mit schwerem Gerät, frag mich nicht, was es war, ich verstehe nichts vom Kriegshandwerk. Geschosse flogen jaulend durch die Luft, explodierten Löcher reißend in Leibern von Menschen, Hunden und Häusern. Dann kam der Regen. Die Fahrzeuge blieben im Schlamm stecken, die Männer schleppten sich weiter.  

Unkenntlich wurde diese friedliche Welt. Niemand würde vermuten, dass hier kürzlich noch unzählige goldene Ähren im leichten Wind wogten und Ackerwinde, Schafgarbe und Kornblumen blühten, umschwirrt von Bienenvölkern.  

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Kleine Beobachtungen: Regentropfen an mein Fenster klopfen

Die halbe Nacht regnete es. Am Morgen dann besah ich mir die Tropfen, die an den Fensterscheiben und am Fliegengitter hängen geblieben waren (von Innen nach Außen fotografiert).

nasses Fiegengitter:                                                 nasse Fensterscheibe

Ganz verschieden ist die Struktur der Tropfen und also auch die Bilder, die sie spiegeln. Ich hoffe, man kann es in der Ausschnittvergrößerung erkennen.

In den platten Gittertropfen spiegelt sich mein Gesicht, verteilt über mehrere Tropfen, besonders deutlich rechts unten. Das Fensterglas und das eiserne Eulengitter sind weiter drinnen und blieben trocken. (M.a.W.: Das feine Fliegengitter hielt den Regen ab. Zum Fotografieren öffnete ich das Fenster.)

In den kugeligen Fensterscheibentropfen spiegelt sich, egal wie groß oder klein sie sind, immer derselbe Ausschnitt des Eulengitters, das sich hinter der Scheibe befindet.

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Hygeia, Jünglingsmaske 6 fortgesetzt (tägliches Zeichnen)

Zu einer neuen Zeichnung reichte heute die Zeit nicht. Daher setzte ich mich hin, die gestrige Zeichnung zu überarbeiten. Dabei machte ich für mich wichtige Schritte. Ich fand meine persönliche Linie wieder, die mir bei der „akademischen“ Zeichnerei ziemlich abhanden gekommen war.

Als erstes korrigierte und verdichtete ich die gestrige Zeichnung (keine digitale Nachhilfe!)

vorher                                                                          nachher

 

Dann entschloss ich mich, der Göttin Hygeia ihr Gesicht zu geben. Solche kleinformatigen Portraits mit dicker Kohle zu zeichnen, ist eine ziemliche Fummelarbeit.

Schlecht ist das Portrait nicht geworden, aber mir fehlte darin Entschlossenheit oder meinetwegen auch liebevolle Zuwendung – irgendwas anderes eben als nur dies Vor-sich-hin-Gucken.  Also löschte ich das Gesicht mit einem Lappen aus, löschte auch das Gesicht des Jünglings aus. Und überzeichnete mit frischer Energie den Kopf der Hygeia, suchend, forschend, hemmungslos. Das tat mir richtig gut, auch wenn das Ergebnis zu wünschen übrig lässt. Es war nach der braven Fummelei ein Mich-frei-Zeichnen. Beim Jüngling trug ich nur eine leichte Gesichtszeichnung ein. 

vorher                                                                nachher

vorher                                                                 nachher

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Bionische Linien im Meer (kleine Beobachtungen)

Auch bei uns ist Regenwetter angesagt, also eile ich heute gleich nach dem Auswachen ans Meer, um noch eine genüssliche Runde zu schwimmen. Der Strand ist voller Steine, und auch auf den ersten Metern im Meer muss man über Geröll waten. Dann aber kommt fein geriffelter Sandboden, Und darüber malt die Sonne ein bewegliches Lichtsnetz.

„Bionische Linien“, denke ich und wate mit erhobenem Handy noch einmal in die Fluten, um sie besser zu fotografieren.

„Bionisch“ nennt man die Linien in der Neurographik, die ich grad mit Cynthias Hilfe erlerne und eifrig praktiziere. Bei der neurographischen Linie handelt es sich um eine Linie, die sich in keinem Abschnitt gleicht. Sie ist den Linien in der Natur nachempfunden und wird daher auch bionische Linie genannt. Ein weiteres Kennzeichen des neurographischen Musters sind die Verbindungen an den Kreuzungen der Linien. (hier)

Klar erkennen kann man sie nur im Draufblick, aber schön ist die leicht bewegte Oberfläche auch, wenn man in die Weite schaut. Am Horizont bauen sich erste Cumuli auf, und auch über den höheren Himmel ziehen Schleierwolken

Der Schatten wird von einem alten Steinhaus geworfen, das dort auf den Felsen steht und inzwischen einwenig renoviert wurde. Die Hell-Dunkel-Flächen, die durch das Gewoge des Wassers gegen die Felsen entstehen, mag ich auch sehr.

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Jünglingsmaske und die Göttin als weiße Form, 6 (tägliches Zeichnen)

Heute habe ich nur die Jünglingsmaske und die Draperie ausgeführt, die Hygeia hingegen als weiße Form ausgespart.  Dem Kranken erscheint die Göttin der Gesundheit als Vision.

Natürlich kann ich die Hygeia als Foto einfügen, damit die Zeichnung „komplett“ ist. Auch das hat seinen Reiz.

Raffinierter wirkt die Zeichnung, wenn ich sie mit einem Ölmalerei-Filter sehr leicht übergehe. Dann fließen die Striche weicher ineinander.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: mit der Sonne erwachen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Tanzen und Klönen

Heute war ich mal wieder beim Paneurhythmietanzen im Park, gleich neben dem Springbrunnen.

Schön wars, und der Schweiß floss in Strömen. Danach setzten wir uns noch ins kommunale Cafe des Eisenbahnmuseums und erzählten uns was.

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Hygeia und Jünglingsmaske 5: vor den Bilderrahmen (mit unterschiedlicher Beleuchtung)

Ich hoffe, liebe hier Mitlesende, ihr findet meine Manie, täglich dieselben Skulpturen zu zeichnen, nicht allzu langweilig. Immerhin wechsele ich jedes mal die Kulissen. Dieses Mal stellte ich leere Rahmen hinter Hygeia und drehte ihren Kopf nach links. Sie schaut herab auf die stark angestrahlte Jünglingsmaske.

Das erste Foto machte ich draußen, im schon nicht mehr sehr starken Abendlicht. Ich finde die Blautönung faszinierend, zumal sie gut zu dem Eindruck passt, den ich hier wiedergeben wollte.

Im Raum bei hereinfallendem Tageslicht fotografiert sieht sie so aus.

Ich zeichnete dann noch etwas weiter und fotografierte ein zweites Mal bei elektrischem Licht. Da ist das Bild stark gelbstichig.

In Wirklichkeit ist die Zeichnung natürlich schwarz-weiß. Das folgende eine Schwarz-Weiß-Version desselben Fotos.

Die vorigen Zeichnungen im Überblick (anklicken = vergrößern):

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Hygeia und Jünglingsmaske 4: mit abstraktem Gemälde (tägliches Zeichnen)

Der vierte Anlauf heute, die von der Zeichenschule ausgeliehenen Skulpturen in Kohle zu zeichnen. Diesmal nahm ich als Hintergrund ein abstraktes Gemälde, das an Draperien erinnert, und wählte ein Hochformat. Ich führte die Zeichnung vollkommen aus. Es ist immer noch mühsam (für diese Zeichnung brauchte ich drei Stunden angestrengter Arbeit),  aber langsam begreife ich die Skulpturen besser.

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