Puzzles Dienstag-Drabble: Nachtvögel (kata-strophisch)

 Die 6. Runde vom Puzzle❀-Drabble ruft! Diesmal sind die Wörter Stiefelschrunden + wissen + unzufrieden sinnvoll in einen 100-Wörter-Text einzubauen.

 

Stiefelschrunden hab ich nicht,

Hab nur Schrunden im Gesicht.

 

Schlief manche Nächte bei den Hunden

Hab endlich einen Job gefunden

Im vor’gen wurd ich arg geschunden

Jetzt hoff ich, langsam zu gesunden.

 

Mach freilich viele Überstunden

 Dreh jede Nacht an hundert Runden

Auch fürcht ich mich vor finstern Kunden

Gibt da paar üble Vagabunden.

 

Doch das fällt jetzt nicht ins Gewicht.

Ich tu getreulich meine Pflicht.

 

Es gibt zum Glück auch die Soliden

So bin ich gar nicht unzufrieden

Auch wenn ich selbstverständlich weiß

Dass selbst bei allergrößtem Fleiß:

 

Am Ende kommt die Stunde

Da geh ich vor die Hunde.

 

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Archivbild der Woche: 9.2.2021 (Figur und Schatten)

Gestern kam ich nicht dazu, also reiche ich das Archivbild für Heides Einladung zum 9.2. heute nach. Ich möchte mich an den Sonntag-Termin halten. 

Ich habe es damals für Myriades Impulswerkstatt mithilfe ihrer Fotovorlage angefertigt. Meiner Bitte um Interpretation des Bildes kamen einige nach (kann man hier nachlesen). Meine eigenen Gedanken dazu? Ich wollte sie aufschreiben, tat es dann aber nicht.
Irgendwie kommt mir das Bild aktueller denn je vor. Wieso bloß?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Poesie/Musik, Reisen und Ankommen

Gestern abend also hatte meine Freundin und Poetin Eleni Pagoni ihren ersten großen Auftritt. In einer neoklassischen Privatvilla in Maroussi – nördlichem Vorort von Athen – trug sie ihre neuesten Gedichte vor, doch nicht allein und unbegleitet; Ihre freundliche Menschenstimme musste sich gegen wild-archaische Flötentöne des amerikanischen Musikers Joe Tornabene durchsetzen. Das war eine Herausforderung, der sie nicht immergewachsen war. Ich werde die Texte nachlesen müssen. Doch die Grundidee des Wechselgesangs von vernunftbegabter Menschenstimme und wilden Urlauten faszinierte, und die großartige Performance des Musikers schlug mich in den Bann. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Zusammenarbeit weiter entwickeln wird.

Zum Abschied gabs noch einen kleinen Fototermin: zweite von links Eleni Pagoni, ganz rechts Joe Tornabene, daneben die Inhaberin und Veranstalterin dieses Kulturraums. Insgesamt waren 12-14 Menschen der Einladung gefolgt.

Heute nun verließen wir Maroussi, um in unsere andere Heimat, die Mani, zurückzukehren. Die hohen arkadischen Berggipfel waren leicht verschneit, aber die neu erworbenen Schneeketten brauchte ich nicht. Wir machten Halt in einem  kleinen Gasthaus, um etwas zu essen und arkadische Spezialitäten (Joghurt, Käse, Äpfel, Brot) zu kaufen. Da es kalt war, setzten wir uns in die Gaststube. Für mich gabs geschmorten Blumenkohl mit Kartoffeln und einen doppelten griechischen Kaffee, leicht gesüßt. Draußen waren Handwerker dabei, den Außenraum neu zu gestalten.

Ein arkadischer Schäfer mit schön geschnitzem Hirtenstab schaute den Arbeitern zu.

Zu Hause erwarteten uns die Katzen und auch der fremde Kater, den ich immer verscheuche. Nun ist längst Nacht. Die Zentralheizung funktioniert, Fritzi liegt auf ihrem Lieblingssessel und im Kamin brennt ein Feuerchen….

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: zwischen Stoa und Epikur

In Griechenland isst man nicht gern allein. Die Vorteile des gemeinsamen Mahls hat schon Epikur (341 v. Chr. auf Samos; † 271/270 v. Chr. in Athen) zu recht gerühmt. Und so trafen wir uns heute mit einem befreundeten Paar und ihrem zehnjährigen Sohn Demokritos in einem Restaurant, um gemeinsam zu tafeln. Der Freund bekannte sich freilich zur Stoa, die damals mit den Epikureern konkurrierte, und zitierte gespächsweise den römischen Stoiker Marc Aurel („Alles, was wir hören, ist eine Meinung, keine Tatsache. Alles, was wir sehen, ist eine Perspektive, keine Wahrheit“). 

Stoisch zu sein – d.h.Freud und Leid gleich gelassen zu begegnen – ist natürlich eine erstrebenswerte Tugend, doch heute lag uns Epikur näher, der seine Schüler mit folgender Inschrift in seinem Garten empfing: „Tritt ein, Fremder! Ein freundlicher Gastgeber wartet dir auf mit Brot und mit Wasser im Überfluss. Hier werden deine Begierden nicht gereizt, sondern gestillt.“ 

Bei dem kalten Nieselwetter war allerdings kein Garten, sondern ein Restaurant das Ziel unserer Begierden. Der große weiße Raum mit weiß gedeckten Tischen war fast leer, als wir ankamen, füllte sich dann aber bis zum letzten Platz. Zuerst kamen tatsächlich Wasser und Brot, dann die Bestellung…

Als erster Gang erschien eine Platte mit gekochtem Gemüse  …

gefolgt von allerlei kleineren Speisen, zB Kichererbsenbrei mit Zwiebeln (unteres Foto), Oktapusklöschen, bunter Salat, Käse- und Spinatgebäcke, für den Sohn natürlich Hackfleischklöße und Pommes, und das Ganze gekrönt durch einen gebratenen Fisch. Den Abschluss bildete eine kleine Auswahl feinster kleinasiatischer Süßspeisen. Prost, Nancy, war schön mit euch! Bis bald mal wieder!

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8sammeln: Rundgang durch unsere Wohnung

Der Vormittagsspaziergang ist längst vorbei, vorbei auch das Mittagessen, das heute nur aus dem Frühstücks-Joghurt bestand, da wir heute abend bei den „drei Schwestern“, unseren liebenswerten Nachbarinnen, zum Essen eingeladen sind – da erinnert mich Cynthias Eintrag daran, dass heute Susannes 8sammeln ansteht. 

Immerhin habe ich schon ein Foto gemacht: ein geruhsamer Moment am Vormittag, der Mann hinter der Morgenzeitung, die wir vorher holten.

Und jetzt? Vor mir steht der Computer, in den ich diesen Beitrag tippen will, aber die Fotos fehlen noch. Ich lasse den Blick nach links schweifen, da fällt mein Blick auf allerlei Krimskrams und die Giesskanne, mit der ich vorhin die verbliebene Grünpflanze begoss.

Ich lasse den Blick nach rechts schweifen, da fällt er auf den grünen Lampenschirm und alles dahinter. Der Pinocchio aus Sizilien hängt mitten im Raum an der Lampe…

So gehts nicht. Ich muss wohl aufstehen. Aha, ja, da ist er ja wieder, der Pinocchio, ich habe ihn auf die Rückseite eines Wahlzettels gezeichnet und an die Wand neben der Tür geklebt. Ich finde, das ist ein guter Platz für diesen netten Kerl mit der spitzen Lügennase. 

Drei Schritte weiter, und ich stehe im Flur vor einem Druck, den Freund Thomas Bayrle uns vor vielen Jahren schenkte, als er noch nicht Professor am Städele und berühmt war. Es zeigt sehr viele emsige Spinnerinnen, die alle zusammen die Große Spinnerin bilden. Auch einen Druck mit vielen kleinen Arbeitern, die den Großen Steuermann Mao bilden, und einen anderen, wo die Arbeiter den Kapitalisten Agnelli aus ihren Leibern zusammensetzen, hat Thomas uns damals, zu Kinderladenzeiten in Frankfurt, geschenkt.

Erinnerungen allüberall. Die merkwürdige Eisenskulptur rechts zum Beispiel erstand ich im Athener Cabaret Voltaire, als ich dort eine Ausstellung machte. Das Bild hinter der persisch anmutenden Kanne (woher stammt die eigentlich?) zeichnete ein kubanischer Künstler. Unten, das sind wohl die ersten Suren des Koran, mitgebracht aus Jordanien (?), daneben eine Ikone auf ein Stück Holz fein gemalt und mit Gold unterlegt. Und dies und das.

Wo ich schon mal dabei bin, schaue ich hinüber zur anderen Wand des Vorraums. Eine große Bücherwand – o weh, nein, der will ich mich jetzt lieber nicht nähern. Es reicht ja völlig, dem dort hängenden Bild, das ich vor Jahren malte und das dort Platz fand und vergessen wurde, ein bisschen Aufmerksamkeit zu schenken…

und weiterzugehen in die Küche. Bevor ich da lande, komme ich an einem meiner geschätztesten Legebilder vorbei: Don Quichote kämpft mit den Windmühlenflügeln. Ach, immer und immer wieder! Und Sancho Panza macht mit, egal was es ihn kostet. Dabei teilt er die Ideale seines Meisters überhaupt nicht. Warum tut er das? Das verstehe ein anderer.

Ich zähle mal durch: Acht! Halt! Schluss! Acht Achtsamkeits-Momente sollen wir sammeln, nicht mehr und nicht weniger. Aber es wird doch erlaubt sein, noch einen Blick in die Küche zu werfen, in der der Ölkanister wartet, den wir heute Abend zu den Nachbarinnen bringen werden? Das gibt mir die Gelegenheit, auch die aus Simbabwe mitgebrachten eleganten Holzfigürchen mit meiner Aufmerksamkeit zu beehren. Und ja, die Obstschale dahinter, die ist von Freundin Andrea, ich tauschte sie einst mit ihr gegen eines meiner Bilder.

Auf dem Küchentisch aber herrscht Gegenwart pur: Da steht eine Rotweinflasche, die mir heute vormittag mein Mann, und eine Rose, die mir vor zwei Tagen meine befreundete Roma-Mama Sofia verehrte. Ich bin gerührt. Danke, lieber Mann, danke, liebe Roma-Mama samt Tochter und Enkelin, danke Thomas, danke all euch anderen, die ihr hier eure Spuren hinterlassen habt, danke Alma, die du all dies geputzt hast, als wir nicht da waren, danke Susanne für die Anregung, diese meine Umwelt mit Achtsamkeit und Dankbarkeit zu betrachten!

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Faszination Geometrie

Als ich heute beim Mittagstisch aus dem Fenster sah, sprang mir ein Stück „konkrete Kunst“ ins Auge. Ich könnte auch sagen: ein vom Licht auf den angestrichenen Betonvorsprung gemaltes Dreieck.

Ich sprang auf und fotografierte es. Mein Mann wunderte sich nur: was siehst du da? Was ist daran so besonders?

Ich weiß es nicht. Als Foto gibt es ja nicht viel her. Viel besser ist das, was ich eben bei Lichtzeichen sah. Meins ist im selben Geist aufgenommen, aber eben nicht so eindrucksvoll.

Es ist die Faszination der Geometrie, die auch die „konkrete Kunst“ auszeichnet. Reine klare Formen, die das Gefühl auf andere Art berühren als die Bilder, die uns durch ihren Inhalt bestürzen. Wie etwa das Foto des Nachbar-Baumes, der gleich hinter dieser Wand steht und nur noch ein gräßlich zusammengesägter himmelhoher Stamm mit ein paar Astfransen ist. 

Da tut mir das Herz weh, und ich wende mich dem Lichtdreieck zu. Wäre da nicht der Riss im Anstrich und die etwas verwitterte untere Kante, könnte ich mich ganz von der kruden „Wirklichkeit“ ins Reich des reinen Geistes der Geometrie verabschieden, die mich heiter stimmt.  Dieses Dreieck meinte ich:

Nach Tisch legte ich mich aufs Sofa und ließ meinen Blick über ein anderes „konkretes“ Werk wandern:

Es ist ein Stückchen Gardine mit einer geometrischen Musterung, durch die die Außenwelt sanft hindurchschimmert.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kälte und Licht.

Windig war es und eisig kalt, aber die Mandelbäume stehen in voller Blüte. Ich sah es, als ich heute in Maroussi (nördlicher Vorort von Athen) meine Runden drehte.

Das Licht wechselte ständig, je nach Wolkenstand. Als erstes schaute ich nach den „schwebenden Booten“ von Theodora Horafa, die bei meinem letzten Besuch im November über einem trockenen Becken schwebten (hier). Jetzt können sie sich wieder spiegeln.

Auch die Wand der Ummauerung spiegelte sich – in einer großen Pfütze. 

Pfützen haben für mich etwas Magisches, denn wann bekomme ich hier eine zu sehen? Und so stand ich und staunte über die Wellenmuster, die der Wind hineinblies…

ging auch um diePfütze herum, um von einer anderen Seite aus zu fotografieren. Sieht idyllisch aus, nicht wahr? Und ist doch nur eine gewöhnliche Pfütze.

Mein nächster Halt war schon die „Dexameni“, ein leeres Wasserreservoir. Die Wände sind mit stets wechselnden Spraybildern besprüht. Ich stieg hinunter, um sie mir von Nahem anzusehen. Sie sind sehr verschieden, technisch und im Ausdruck, wenngleich allen ein  gewisser Trotz, eine Art Rebellion anzufühlen ist.

 

Als ich auf dem Rückweg meiner Runde an einer Schule vorbeikam, fotografierte ich auch die dortigen Wandbilder. Die sind so, wie Pädagogen möchten, dass die Kinder sind und fühlen: Fröhliche Ballspieler, Naturschützer und Friedensfreunde. Sie folgen einem Stereotyp. Dynamischer und origineller sind die Spraybilder der Jugendlichen allemal.

Zwischen diesen beiden Stationen liegt der Spaziergang durch den Stadtwald, der mir, so licht und leer im kalten Wind, schöner als sonst erschien.

In den Mandelbäumen flatterten und zwitscherten Vögel. Ich lehnte mich an einen der alten Stämme und wartete. Würden sie sich mir zeigen? Nein. Nur ein Spinnchen, das ganz bewegungslos an der rauen Rinde hing, ließ sich fotografieren. Von ihr ging ein Faden abwärts. Ich fasste ihn zwischen den Fingern, um seine Spannkraft zu prüfen und vielleicht die Spinne in Bewegung zu setzen. Die aber blieb regungslos. Können Spinnen bei Kälte eigentlich laufen?

Der Rückweg führte mich an meinem früheren Atelier, das jetzt ein Büro für Installationstechnik ist, und an besagter Schule vorbei, in der sich, wenns ans Wählen geht, mein Wahllokal befindet. Damit hat es hier aber noch eine gute Weile.

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Tagebuch der Lustbarkeiten. Zeitgenössische Kunst begucken

Ein fantastisch lebendiger Traum, aus dem ich froh gestimmt aufwachte, befeuerte mich heute morgen. Ich packte einen Kanister Öl und ein Geschenk für meine „kleine Schutzbefohlene“ ein, um sie in Athen zu treffen und anschließend noch die eine oder andere Kunstausstellung zu besuchen. Die Freude des beschenkten Kindes und seiner Mutter schloss sich nahtlos an meinen frohen Traum an.

Anschließend besuchte ich eine Ausstellung in der großen Pinakothek der Theoharakis-Stiftung. Das Gefühl wurde da weniger bedient. Professionell einwandfreie Organisation, eine interessante Auswahl von Werken einiger bekannter und einige weniger bekannter zeitgenössischer griechische Künstler, darunter besonders vieler Frauen.  Malerei im engeren Sinne gabs nicht zu sehen. Materialien und neue Materialverbindungen und deren perfekte Verarbeitung dominieren.

Eine Ausnahme vielleicht Fotis Sagonas, „Epitaph“ von 2022. Es ist eine „gestische“ Zeichnung mit Graphit und wasserlöslicher Pastelkreide auf Papier.

Eindrucksvoll und rätselhaft-vieldeutig die Arbeiten des hier sehr bekannten Bildhauers Giorgos Lappas:

„Großer Buchstabe im Umschlag“ von 1999 – eine „mixed-media-Skulptur“ 

Eine überlebensgroße rote Figur im Handstand auf einem Sockel, daneben aus Eisen geschnittene rote Silhouetten.

Neonlicht als „Malmittel“ benutzen auch andere Künstler, so die durch ihre Neon-Installationen international bekannte Chryssa, hier mit „Cityscape Time Square“ von 1997 vertreten. (Über Chryssa berichtete ich schon hier und hier)

Yiannis Bouteas mit einer Arbeit aus seiner Reihe „Transformationen“ von 1976-1980, gefertigt aus Nägeln, Bindfaden und Neonröhre.

Ein großflächiges Diptychon von Dimitris Efeoglu stammt aus seiner Reihe „One last look“, gefertigt mit Ölpastell, Öl, Akryll, Papier auf aufgerauter Aluminiumplatte.

Von Nahem betrachtet:

„Am Golde hänget, zum Golde dränget doch alles“ (Faust), dachte ich bei den beiden goldglänzenden Kuben von Maria Hasapi. Der eine zeigt einen reliefartigen „Kopf“, der andere ein Bein, 2021. Gefertigt sind sie aus Farbe, Goldfolie, goldenem Spiegel und Holz. 

Zwei Künstlerinnen: Nikomachi Karakostanoglou mit einem „Sakralgefäß“ aus Marmor von der Insel Thassos (2024) und Evgenia Apostolou mit dem sechsteiligen Werk „Uovo Uovo“ (Kohle auf Papier, 2006)

 

Nachtrag für Gerhard:

Eine weitere Arbeit derselben Künstlerin.

Das sind einige der Arbeiten, die ich heute sah. In der Metrostation begrüßte mich dann erneut die Neonskulptur von Chrissa, die ich schon öfter fotografierte.

Betrachtet man sie von der Seite, verliert sich die Ordnung, die Schriftzeichen lösen sich auf und das rote Neonlicht tropft wie Kunstblut auf die weißen Marmorfliesen der Wand und des Bodens. 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: interessante Orte und Gespräche

Eine liebe Athener Freundin trägt am Sonntag Abend zum ersten Mal öffentlich ihre Gedichte vor und wird dabei begleitet von einem internationalen Musiker. Die Veranstaltung findet in einem neoklassischen Privathaus statt, das, so scheint mir, eine Art kultureller Hotspot in Maroussi ist. Ich kannte es nicht und bin sehr angetan.

Am Eingang klebten Ankündigungen von Theatergruppen und Veranstaltungen, darunter auch die meiner Freundin.

„We are vertical“ (senkrecht stehen wir) mit Joe Tornabene (Flöte) und Eleni Pagoni. Ich traf die beiden, als sie ihre Probe bereits beendet hatten, in einem hübschen Cafe. Bei einer heißer Schokolade (es ist sehr kalt und stürmisch) hatten wir eine lebhafte Kennenlern-Unterhaltung. Joe ist Musiker und Musiktherapeut, zudem ein sehr gedankenvoller Mensch. Ich freue mich über die Zusammenarbeit mit Eleni und bin gespannt, auch ihn näher kennenzulernen.

 

 

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Puzzles Dienstag-Drabble: Rülpser (kata-strophisch)

Das heutige Drabble, ausgerichtet von Heide (Puzzleblume), soll die Wörter Rülpser – trommeln – gleich enthalten. Nicht leicht fand ich es diesmal, die gewünschte message mit genau hundert Worten und in kata-strophischer Manier zu transportieren. Es geht um die Erdbeben rund um Santorini und die Erdgasbohrungen, die in der Ägais mit seismischen Methoden durchgeführt werden. (Zu den wirtschaftlichen Hintergründen: „Rettet Erdgas aus den Tiefen der Ägäis Europas Energiemarkt?“)

 

Ein leiser Rülpser! und die kleine Luft

Die sich in einem Magen hat verfangen,

Ist ganz glückselig, weil sie nun verpufft

Und zu den großen Lüften kann gelangen.

 

Zufrieden ist auch Mama, die das Kind

Sich auf die Schulter legt, auf dass sogleich

der oft beim Trinken aufgesaugte Wind

Das Bäuchlein nicht bedrückt und sanft entweich.

 

Doch wenn die Erde rülpst, dann trommelt man

Erdbeben!

Und alle schrei’n: Es rette sich, wer kann

Es geht ums Leben

 

Ists möglich, dass sich Luft verfangen

In Spalten tief, wo Erdgasbohrmaschinen

Den Meeresboden sich zu öffnen zwangen

Damit sie sich am Bodenschatz bedienen?

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