Dienstags-Drabble: Nacht im Bioskop

Dies ist ein Text zu Puzzleblumes Drabble-Einladung. Die zu bedienenden Wörter sind Konservendose + beginnen + verschachtelt. Das kursiv gesetzte Zitat stammt aus Clemens Meyer, Die Projektoren. Das Buch nimmt mich mit. In jeder Hinsicht. Ich kann kaum anderes denken. Also habe ich das Drabble um eine Szene und ein Zitat aus dem Kapitel „Nacht im Bioskop“ und eine aktuelle Nachricht gebaut (Demonstrationen in Serbien wegen des Einsturzes des Bahnhofsvordaches in Novi Sad). Die Szene mit den Konservendosen stehen sinnbildlich für kindliche Unschuld in einer Welt des Grauens. Wer das Buch gelesen hat, wird verstehen, was ich meine. Die anderen bitte ich um Vergebung für das Unverständliche des Textes.

Bei den Illustrationen handelt es sich um digital bearbeitete Gemälde von mir.

Nacht im Bioskop

Ich weiß nicht, wo beginnen. Da ist ein Wort, Konservendose, es springt mich an, löst sich aus der kunstvoll verschachtelten Erzählung, nimmt ein Eigenleben an. Novi Sad, Januar 1942. Draußen treiben die Toten unter dem Eis. Eine blonde Frau auf dem Bahnhofsvorplatz, eben dort, wo im Dezember 2024 das Vordach zusammenbricht und fünfzehn Menschen unter sich begräbt. Aber die Mädchen in jenem fernen Winter haben es doch gut? Was tun sie? „Sie spannten dünne Fäden, bohrten Löcher in leere Konservendosen, verbanden so die Linien ihrer Gespräche. ‘Kinder, was macht ihr?’ – ‘Wir telefonieren, weil der Vater seit Tagen nichts mehr sagt’.“

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: vieles und eine Schafherde

Ein wunderschöner Tag, in jeder Hinsicht, und bis oben vollgestopft: Sohnesbesuch, gemeinsames Essen, Gespräche, Spazieren, Sonnenschein und feiner Wind. Als Mitbringsel des Tages habe ich nur eine Schafherde mit Lämmern vorzuweisen, die von heftig kläffenden Hunden bewacht wurde.

Bis Ostern sind es zum Glück noch drei Monate Lebensfreude für die Kleinen Süßen.

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Archivbild der Woche 26/1: Hybride

 

Mein Beitrag zu Heides „Archivbild der Woche“ 26/1:

An einem Tag wie diesem – am 26/1 des  Jahres 2020 – zeichnete ich meine kleine weiße Kugelvase mit einer weißen Rose,dazu auch eine kleine Orange und einen Kaffeebecher mit Eulenmotiv. Diese Zeichnung und eine Fotografie desselben Motivs brachte ich dann in eine Art Zwiesprache. Die Ergebnisse nannte ich „Hybride“.

Ein solches Hybrid rief ich mir im Rahmen von Heides Projekt in Erinnerung. Becher, Orange, Vase und Rose habe ich aus dem Foto elektronisch ausgeschnitten und in die Zeichnung hineinmontiert.

Auch umgekehrt wird ein Schuh draus: in das SW-Foto montierte ich die gezeichneten Vase-Rose-Orange-Becher hinein.

Welche Lösung gefällt dir besser?

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: mit einer Rose als Stütze

Auf meinem mittäglichen Rundgang fand ich diese zärtliche Rose in einem Vorgarten.

Am Abend ein Abschiedsblick aufs Meer, über dem schwarzes Gewölk aufzog.

Dazwischen gab es viele schöne Momente, denn unser Sohn kam für ein paar Tage zu Besuch und wir machten zusammen eine recht große Wanderung. 

In „unserer“ Taverne überreichte man mir eingegangene Post: zwei Weihnachtspostkarten (!), die eine kunstvoll gestaltet von Almuth (Blog naturaufdembalkon) mit zwei Füchslein. Die Füchslein halten Abstand vom Hintergrund und wirken deshalb besonders plastisch. Ich habe mich ganz doll gefreut, zumal ich schon befürchtet hatte, dass die Karte verloren gegangen war.

Auch ich hatte Almuth eine Zeichnung geschickt, die gestern bei ihr ankam. Almuth hatte den Kartenaustausch in ihrem Blog vorgestellt, und ich hatte gleich laut „ich auch!“ geschrieen. Danke, Almuth! Danke auch der Schneckenpost, die am Ende immer noch geliefert hat.

Bleibt noch, unseren Lin zu zeigen, der immer vor der Haustüre sitzt und wartet, um sich Streicheleinheiten und vielleicht auch ein Leckerli abzuholen.

Sein Bruder Lan ist leider seit langem nicht mehr aufgetaucht. Ich hoffe, der Grund ist ein freundlicher neuer Fütterer. Sterilisiert hatte ich sie beide.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: grün und blau

Der Pelz aus Gras und Klee, den sich die Erde zugelegt hat, ist zwar noch recht dünn, aber er bedeckt nun alle Blößen. Smaragdgrün leuchtet er zwischen den alten Olivenstämmen und verbreitet Frühlingsfreude (kurz vor elf Uhr aufgenommen).

Die Blick in die Ferne bringt noch meer Blau ins Spiel.

Ich hatte übrigens im Rahmen von Heides Archivbild-Projekt ein älteres Foto mit zwei Collagen von Ulli Gau herausgesucht, doch das Datum passte nicht genau. Nun aber darf es doch noch mal hier erscheinen: eines der „schwebenden Boote“ von Theodora Horafa, das Ulli bei ihrem Besuch in Maroussi  fotografierte, als geheimnisvolles Gefährt in Blau und Grün, ganz wie unsere Wiesen-Himmel-Meer-Farbskala am heutigen Vorfrühlingstag.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Heute am Hafenbecken (Fotografie, Malerei, Zeichnungen)

Ja, auch ich spazierte heute mal wieder am Hafenbecken herum, lieber Joachim (hier).

Und wie immer zogen die Spiegelungen mich in den Bann.

Undinen zeigten sich mir nicht, wohl aber allerlei spukige Gesichter.

Dann aber zog eine am Hafenbecken sitzende junge Frau meine Aufmerksamkeit auf sich. Eine Malerin, vor sich die Palette nebst Ölfarben und das eben beendete Gemälde.

Ihr Gemälde beeindruckte mich, ich schaute und fragte nach dem Woher, bekam auch bereitwillig Antwort: Halina ist aus der zentralen Ukraine, ihre website: galynapopinova.com.

Bei der Gelegenheit suchte ich auch ein paar meiner Zeichnungen und Skizzen derselben Szenerie (andere Blickwinkel) aus dem Archiv:

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nachlese von gestern

Gestern war ich sehr tätig. Als Erstes habe ich mein Atelier, so weit das möglich war, gesäubert, den Boden geschrubbt. Dann habe ich im Garten gewütet und zwei allzu mächtig zwischen den Oliven wuchernde Yukastauden abgesägt. Nach dem Mittagessen (es gab ein superleckeres Linsengericht) und einer Kurz-Siesta fuhr ich zum Paneurhythmietanzen und erfreute Augen und Seele an einem klaren Sonnenuntergang. Der lokale Kater Silvester kam auch vorbei, um sich Streicheleinheiten abzuholen.

Anschließend trank ich in einem Straßencafe mit Bildern von Skitsofrenis eine Tasse heißen Tee. Das Foto ist von einem früheren Eintrag.

Es folgte die Sitzung in der Zeichenschule, die gegenüber liegt. Ich zeichnete diesmal keinen Gispskopf, sondern nach Modell.

Zu Hause gabs im TV eine interessante Sendung über Johanna van Gogh, Witwe von Theo van Gogh, die zäh und schließlich erfolgreich um die Anerkennung ihres Schwagers Vincent kämpfte. Ihre schlechten Erfahrungen mit dem Kunsthandel brachten die junge Frau dazu, selbst eine große Ausstellung seiner Werke zu organisieren – übrigens die umfangreichste, die jemals stattgefunden hat – und sich zur Marketingexpertin und Frauenrechtlerin zu entwickeln (hier mehr zu dieser bemerkenswerten Frau). Später in der Nacht machte ich noch eine zweite neurografische Zeichnung zum Thema „Mut und Verschwiegenheit“. Das Zeichnen harmonisiert mich und hilft mir, besser zu schlafen.

Heute habe ich bisher bis aufs Frühstücken, Haarewaschen und Bloglesen pausiert. Mal sehen, wie sich der Tag, der schön und sonnig ist, noch entwickelt.

 

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In der Zeichenschule 29. Modell (3)

Heute war ich wieder zeichnen, dasselbe Modell, aber in anderer Pose. Ich brauchte die gesamte Zeit (zwei Stunden mit zwei Pausen), um die Zeichnung  fertigzustellen.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Altstadt und Thiassos

Heute hatten wir in Kalamatas Altstadt zu tun. Schön ist Kalamata nicht, zu viel der alten Bausubstanz ging bei dem großen Erdbeben in den 80er Jahren kaputt und wurde durch hässliche und chaotische Neubebauung ersetzt. Aber der Altstadtbezirk hat seinen Charme bewahrt, wenngleich auch dort das kritische Auge viel zu bemängeln hat. So wird eine zentrale Straße, ein hybrides Ding zwischen Autoverkehr und Fußgängerzone, zum x-ten Mal aufgerissen, um neu gepflastert zu werden. Das ist mir im Grund egal. Nicht egal ist mir, dass die wunderbaren hohen Zwitscher-Bäume, in denen sich in Übergangszeiten riesige Vogelschwärme sammeln, grässlich gestutzt wurden. Die neoklassische Häuserzeile unter dem wildbewegten Himmel ist nun freilich besser zu sehen.

Überhaupt das Licht des Südens! In diesem Licht,  im Wechsel zwischen dunklem Gewölk und blendender Helle, wird jeder Ort schön. So genoss ich es denn auch sehr, nach den Erledigungen im „Thiassos“ zu sitzen, dem Lichtspiel zuzuschauen und eine Kleinigkeit zu essen. (Thiassos bedeutet Theatertruppe, Wanderschauspieler – der Film dieses Titels von Theo Angelopoulos hat mich früher tief beeindruckt, siehe hier).

Und als Spiegelung in der Tür zum Innenraum.

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Dienstags-Puzzle-Drabble: Mut und Verschwiegenheit, neurografisch

Zum Dienstag gehört für mich das Drabbeln, zu dem Heides Puzzleblumenblog einlädt. Es gibt so wenige Rituale, auf die man sich verlassen kann, und so nehme ich diese Gelegenheit dankbar an.

Zu verfassen ist ein 100-Wörter-Text, der die Wörter enthält:

Aufgabe – absprechen – mysteriös.

Die Zeichnung wird dir vielleicht mysteriös erscheinen, aber eine gewisse Eleganz ist ihr nicht abzusprechen. Worum geht es dabei? Ich habe mir die Aufgabe gestellt, meine heutige Beziehung zu den Eigenschaften „Mut“ und „Verschwiegenheit“ neurografisch zu überprüfen. Wenn man etwas realisieren will, vor dem man sich fürchtet, redet man zu oft mit seinen Liebsten darüber.

Einmal hielt ich den Mund. Das war, als ich mit 57 beschloss, meinen Führerschein zu machen und vorher nicht darüber zu sprechen. Mein Mann erfuhr es erst, als das Auto vor der Tür stand.  Seither schwöre ich bei wichtigen Entschlüssen auf die Kraft der Verschwiegenheit.

 

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