Tagebuch der Lustbarkeiten: Schafnachwuchs

Zufrieden wirkten die winterblassen Schafe, die ich heute auf der grünen Wiese neben unserer Straße weiden sah. Dazu hatten sie auch jeden Grund, denn nicht nur gab es Gras, Kräuter und die Blätter des Gebüschs zu fressen, sondern auch die lieblichen Kleinen zu bewachen.

Ich selbst war auch zufrieden, denn am Morgen war der Heizungstechniker gekommen und seit ein paar Stunden hatten wir wieder eine funktionstüchtige Heizung. Da ich mich wie in/auf einer Glückssträhne fühlte, fuhr ich wohlgemut nach Kalamata, um einige überfällige Dinge zu erledigen, als da wären: die Autoversicherung bezahlen, eine Strafe für falsches Parken bezahlen, eine Fehlschaltung des ebanking beheben lassen, das Auto dem TÜV vorführen und die Abgaskarte erneuern. Ich fand wundersamerweise überall ein Plätzchen zum Parken und freundliche Sachbearbeiter, und konnte alles zügig erledigen.

Das sind vielleicht keine weltbewegenden Taten, aber ich trage diesen Tag als „gelungen“ in meine Annalen ein.

 

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19.1.2015: Archivbild der Woche

Dies ist ein Beitrag zu Puzzles Archivbild-Projekt. Es gilt, ins Archiv hinabzusteigen und ein Bild heraufzubefördern, dass an einem Tag wie heute entstand.
Am 19.1. 2015 legte und fotografierte ich ein Bild, das den Mischwesen gewidmet ist. Ihr kennt sie alle aus der Mythologie: den Minotaurus, der, halb Mensch halb Stier, die Athener das Fürchten lehrte, bis Held Theseus ihm den Garaus machte – mithilfe einer Frau, die sich in ihn verliebte, natürlich. Auch die Kentauren werden euch bekannt sein: Sie sind halb Mensch, halb Pferd.

Worin aber besteht der wesenliche Unterschied? Nun, entscheidend ist, welcher Teil dem tierischen, welcher dem menschlichen Reich angehört.

Ist der Kopf unbeherrscht, wütend und wild, der Körper aber menschlich zart gegliedert, dann …

Ist der Körper von tierhaften Kräften gestaltet, der Kopf aber geschwind und klug wie bei den Menschen, dann …

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Möchtest du mehr über meine Gedanken zu diesen Mischwesen erfahren, dann findest du einiges hier im Blog. Als Thema sind sie in der bildenden Kunst sehr verbreitet. Ein Biespiel hier.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Meer, Sonne, Tanzen

Die Sonne ist wieder da, nach Tagen mit Regen und Gewölk, und so verabredeten wir uns zum Paneurhythmietanzen am Strand vor einem jetzt geschlossenen Großhotel Kalamatas. Ich war etwas früher da, zog mir drei der vier Hüllen aus und sonnte mich, watete auch ein bisschen im Meer, in dem einige Unentwegte schwammen.

Als die Sonne mit Glanz und Glorie unterging, endete auch unser Tanz, der in gewisser Weise den Gang der Erde um die Sonne nachbildet (die Sonne ist durch den gelegten Kreis angedeutet).

Schön wars. Vielleicht nehme ich das nächste Mal wieder Badezeug mit.

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Wiederannäherung ans Malen – neurografisch

Mein Atelier ist weiterhin unbrauchbar*, aber ich versuche, mich dem Malen trotzdem vorsichtig wieder anzunähern. Und so machte ich es zu einem Thema meiner neurografischen Übungen.

Ich stelle mich (der Kreis links) vor eine Leinwand (Viereck rechts) und lasse Wellenlinien hinüber zur Leinwand laufen, verbinde, runde ab, färbe ein, wie es die Methode vorsieht. All das, ohne viel zu denken. Ob es hilft, die kreativen Kräfte ins Fließen zu bringen? Egal, dies Zeichnen entspannt mich, und farbig ist es auch. Fast wie malen.

*17 Tage ist mein Atelier schon wegen einer Verrußung durch die defekte Heizung blockiert. Am Montag kommt ein Heizungstechniker und schaut sich unsere Heizung an. Der nette Handwerker aus dem Nachbardorf bemühte sich zwar redlich, aber war wohl doch überfordert, denn die Heizung läuft jetzt zwar, aber immer nur kurz, und schaltet sich dann selbsttätig aus. 

Nächste Woche entscheidet sich, ob eine Reparatur noch möglich ist oder ein neuer Brenner her muss. Das neue Energiegesetz hat zwar den 1.1.2025 – den Tag, als unser Brenner kaputt ging – , als Tag bestimmt, ab dem kein Brenner für Ölheizungen mehr verkauft werden darf, aber eine Anwendungsverordnung gibt noch zwei Jahre drauf. Und so dürfen wir hoffen, doch irgendwann wieder im Warmen zu sitzen. Dann kann ich auch das Untergeschoss mit dem Atelier gründlich reinigen oder reinigen lassen. Und wieder mit dem Malen beginnen. Oder mit anderen Aktivitäten, die jetzt leider nicht möglich sind. Kommt Zeit, kommt Rat.

 

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In der Zeichenschule 28: Jünglingskopf (Athlet)

Ja, ich war wieder in der Zeichenschule, das dritte Mal in dieser Woche. Es ist grad meine Zuflucht, weil mein Atelier immer noch unbrauchbar ist. Heute habe ich ein bisschen an der am Dienstag begonnenen Zeichnung des Jünglingskopf herumgebessert …

mich dann aber umgesetzt, um denselben Kopf aus einer anderen Perspektive erneut zu studieren. Es ist nämlich etwas Merkwürdiges mit diesen griechisch-antiken Köpfen: man meint, sie seien ebenmäßig und leicht zu erfassen, doch ist das (im Unterschied zu den ägyptischen oder römischen) durchaus nicht der Fall. Dieser Jüngling – ein Athlet – schaut mit seinen blinden Augen sehr konzentriert auf ein fernes Ziel, und sein leicht geneigtes Haupt ist zugleich wie durch den starken Nackenmuskel angehoben. Der Mund spielt zwischen Lächeln und einem leicht verächtlichen Einschätzen des Gegners … Kurzum, ich habe all das versucht, getreulich wiederzugeben, und bin heute tatsächlich einen Schritt weitergekommen.

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In der Zeichenschule 27: Modell (2)

Heute war wieder Zeichnen mit Modell, was ich weit lieber tue als Gipsköpfe abzuzeichnen. Wieder machte ich bei jeder Session von 40 Minuten eine Zeichnung.

1. Sitzung: eine Profilansicht.

2. In der Zeichenschule, Modell. Ich zeichnete im Stehen.

3. Noch mal im Profil

Ich habe auch wieder die besten Zeichnungen anderer Teilnehmer fotografiert:

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Kleine Beobachtungen: Verwelkender Christstern

Kümmerlich ist der kleine Christstern geworden, aber man sollte ihn nicht unterschätzen. Er hat etliche Überraschungen zu bieten. Zum Beispiel diese zwei verwelkten Blätter, die sich hübsch ineinander gerollt haben, um gemeinsam zu sterben. Geradezu vorbildlich…

Der Anblick rührt mich und macht mich auf andere Blätter aufmerksam. Erstaunlich, wie unterschiedlich sie sich beim Verwelken verfärben und verformen! Jedes Blatt scheint sein eigenes Programm zu verfolgen.

ein Ausschnitt:

Wer begreift, wie aus einem glatten roten Blatt diese skurrile rötliche Raupenartige entstehen kann? Eine Art Metamorphose in umgekehrter Richtung scheint da abzulaufen: vom Schmetterling zur Raupe.

Manche Blattspitzen gebärden sich wie Tempeltänzerinnen auf Bali.

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In der Zeichenschule: Kopf, Torso und Vassilopita

Bei heftigem Regen fuhr ich heute nach Kalamata, um den Termin in der Zeichenschule nicht zu verpassen. Andreas, unser junger Lehrer, fand ein Paar Pantoffeln für mich, denn meine Socken waren beim kurzen Spurt vom Auto zur Werkstatt nass geworden, obgleich ich Winterstiefel trug. Die durften neben dem Elektroheizer trocknen, während ich mich mal wieder mit dem Abzeichnen zweier Skulpturen abmühte.

Das Ergebnis war gar nicht so schlecht, aber es gab einige Fehler, es langweilte mich, ich fand es spannungslos und löschte es großflächig aus. Mit der Überarbeitung kam ich dann nicht sehr weit…

denn nun wurde zum „Anschneiden der Vassilopita“ (Basileos- bzw Wasilios-Kuchen) gerufen. Das ist ein Spezialkuchen zum Ersten Januar, dem Tag des Heiligen Wassilios, der den Armen und Kindern Geschenke bringt, vergleichbar dem Nikolaus der Katholiken. In dem Kuchen verbirgt sich ein Münze, und wer sie gewinnt, ist der Glückspilz des Jahres.

Den ganzen Januar über versammeln sich Menschen – Vereine, Clubs, Freundesgruppen -, um diesen Kuchen miteinander zu schneiden (Kopsimo tis Pitas) und zu verspeisen. Es gibt da festliegende Rituale, in welcher Reihenfolge das Schneiden und Verteilen zu erfolgen hat, aber heute in der Zeichenschule wurde es lässig gehandhabt.

Als ich heimfuhr, regnete es nicht mehr, war aber eisig kalt. Und über dem schwarzen Bergmassiv ging der Vollmond auf.

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Drabble: Schneewittchen, ein Wintermärchen (kata-strophisch)

 

Blässe + aufzählen + fest

das sind die heutigen Drabble-Worte, ausgesucht von Heide (Puzzleblume). 100 Wörter sind drum herum zu spinnen. Ich tats heute in sanft-kata-strophischer Manier. Das erste Legebild entstand aus Schnipseln, die Leela mir schickte, sowie einigen Stücken von Jürgen Küsters schwarzen Schnittresten. Das zweite Bild legte ich aus Material, das mir Ule Rolff schenkte.

„Omalein, wie ging das Märchen

Von dem Chneewitt-Prinzen-Pärchen.

Wenn Mamalein den Finger sticht

Und zum Fingerlein dann spricht:

Ein Kindelein mit schwarzem Haar

Das wäre überwunderbar.

Dann sagt sie noch was von der Blässe

Und etwas, das ich stets vergesse.

Kannst du es mir mal auferzählen?

Und wie sie sich am End vermählen?“

 

„Schwarz das Haar und Rot wie Blut

Auf der weißen Haut wie Glut

Hübsch bist du, mein Herzenskind,

hübsch wie nur die unsern sind.

Gleich morgen sag ich dir den Rest.

Und nun gib Ruh, und schlafe fest!“

 

Die Äuglein schloss Katrinchen gleich

Betrat es das Schneewittchenreich?

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12 von 12. Mein Tag in Bildern (draußen nur Kännchen)

Auf diese Blogaktion wurde ich durch Cynthias Eintrag aufmerksam. Da erzählen BloggerInnen in zwölf Bildern mit kleinen  Zwischentexten, was sie im Tageslauf so getan, gesehen, gehört… haben – ein netter kleiner Einblick ins Alltagsleben. Oder auch, heute, ins Sonntagsleben. Warum nicht mitmachen?

1) Mittags mache ich mein erstes Foto einer neurografischen Zeichnung. Da geht es mir darum, für mich zu klären, welches „Tun“ im Laufe des Jahres zu meinem Glücklichsein beitragen soll. Es handelt sich um die Fortsetzung einer von Cynthia angeleiteten Übung.

2) Nach dem Mittagessen mache ich eine weitere neurografische Zeichnung, diesmal zum Thema, welches „Tun“ zu meiner Gesundheit beitragen könnte.

3) Nach dem Essen gehe ich hinunter in den Heizungsraum, um zu schauen, wie weit der Klempner mit unserem Brenner gediehen ist. O je! Auch das Ersatzrohr ist durchgebrochen, der Ruß häuft sich am Boden. Später wird er wiederkommen, den Rauchabzug nochmal zu säubern versuchen und ein neues Verbindungsstück einsetzen. Sagt er. Und morgen sagt er uns dann, ob wir ein neues Gerät brauchen. Solange er nicht fertig ist, kann ich nicht putzen und mein Atelier nicht benutzen.

4) Ich beschließe, etwas für mein Gemüt und meine Gesundheit zu tun und einen Spaziergang zu machen. Am Himmel tummelt sich weißes und schwarzes Gewölk.

5) Wird schon nicht regnen, denke ich und mach mich auf die Socken, erst die ansteigende Asphaltstraße hinauf mit Blick auf das Vorgebirge des Taygetos

6) dann einen Feldweg hinunter zum Meer, das mir von Ferne Sonnenblicke zuwirft.

7) Meer, Himmel und Wolken haben inzwischen um die Wette(r) gemalt.

8) Zwei Schafe sind die einzigen Menschen, denen ich begegne, aber auch sie beachten mich kaum, sind mit Fressen befasst.

9) Zu Hause setze ich mich an den Computer und sitze seither dort, während sich draußen ein Unwetter entlädt.

10) Da die Zentralheizung nun schon seit zwölf Tagen kaputt ist, steht ein elektrisches Heizgerät neben mir, mich zu wärmen. Hoffentlich fällt der Strom nicht aus, wie meist, wenn es draußen gewittert.

11) Fritzi, die beschlossen hat, eine Hauskatze zu sein, hat den TV-Sessel okkupiert und lässt sich ebenfalls vom Heizkörper bescheinen.

12) Derweil hat mein Mann den Kamin entzündet und schneidet ihn interessierende Artikel aus den Zeitungen aus. Vielleicht spielen wir später eine Runde Schach.

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