Tägliches Zeichnen: die gelben Rosen

Habe schnell noch die gelben Rosen gezeichnet, bevor sich ihre Blüten auflösen. Wie gestern nahm ich den blauen Filzstift und einen Zeichenblock zum Skizzieren. Das Blau schien mir für die Blumen angemessener zu sein als Schwarz.

Ich bin dann aber doch wieder mit Bunt- und auch mit Aquarellstiften und schwarzem Filzstift drüber gegangen. Die Aquarellfarben habe ich mit nassem Pinsel teilweise verwaschen.

.

Mit den Aquarellstiften habe ich noch keine Erfahrung. In den nächsten Tagen will ich mal sehen, was ich damit anfangen kann.

ps: Nun habe ich die Zeichnung noch mal mit schwarzem Filzstift überarbeitet, um die Komposition zu stabilisieren.

Übersicht der drei Phasen:

Veröffentlicht unter Kunst, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

Novemberleuchten: Gelbe Rosen und doppeltes Lottchen

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens Blog-Challenge gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Als ich gestern, von Athen zurückkommend, unser Haus in der Mani betrat, leuchteten mir die gelben Rosen entgegen, die ich eine Woche zuvor fast noch als Knospe zurückgelassen hatte.

Und was hat es mit dem „doppelten Lottchen“ auf sich? Die schaut, so scheints, aus der Nacht durchs Küchenfenster herein. Ha! Nein, das kann nicht sein, das Fenster liegt zu hoch, da kann niemand reinschauen, außer er holt sich eine Leiter. Wo also befindet sie (es) sich? Und warum doppelt?

Veröffentlicht unter Allgemein, Farben, Fotografie, kleine Beobachtungen | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

jeden Tag eine Linie (tägliches Zeichnen)

Heute sind wir gereist, was immer mit allerlei Arbeiten verbunden ist, aber ich wollte doch noch „eine Linie“ zeichnen. Auf einem Zeichenblock neben meinem Computer lag ein merkwürdig geformter glatter weißlicher Stein. Den nahm ich als Modell und skizzierte ihn samt dem immer noch vorhandenen Granatapfel und dem Zeichenblock mit blauem Filzstift.

Mir gefällt die Idee, das Haus mit den Bäumen, das den Deckel des Zeichenblocks ziert, mit dem Stein, der darauf liegt, und dem Granatapfel dahinter, zu einem Ensemble zu verschmelzen. Das Haus mit den Bäumen ist eine fertige Zeichnung, Stein und Granatapfel sind Objekte, die ich in Zeichnung verwandle. Alles verschmilzt zu einer neuen Wirklichkeit.

Das vermag die Zeichnung, nicht die Fotografie. Im Foto gehen die Objekte und die Zeichnung keine Verbindung miteinander ein, sie bleiben getrennt.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, die schöne Welt des Scheins, Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , | 3 Kommentare

Alle reden vom Schnee. Darf ich mitreden?

In Bloghausen ist heute viel von Kälte und vom ersten Schnee die Rede, und so möchte auch ich einen Beitrag zu diesem Thema schreiben. Doch wie? Was? Hier in der Mani wird es nicht schneien, weder jetzt noch überhaupt. Es schneit hier nie. Und warm und sonnig ist es wie im Frühling.

Zum Glück fallen mir Sabines Schnipsel ein: Sabine ist der Lyrifant, für die, die es nicht wissen.  Eine Besonderheit ihrer Schnipsel ist: sie tragen Spuren von Sätzen, Wörtern, Buchstaben.

Und so legte ich unter dem Titel „Verständigung ist möglich“ ein Bild mit einer Unterhaltung zwischen einer Ente und einem Schwan.

Die Ente quasselt drauf los, wie ihr der Schnabel gewachsen ist. Der Schwan neigt elegant sein Haupt und hält meist den Schnabel. Wenn überhaupt, spricht er in Rätseln.

Schaffen es die beiden, sich trotz aller Unterschiede von Persönlichkeit und Temperament zu verständigen? Das fragte ich mich. Und fand auch die Antwort: Ja!

Schau ihnen auf den Schnabel, dann siehst du es: Sie sprechen eine gemeinsame Sprache. Es ist die Sprache des Schnees.

Ja, Verständigung ist möglich! Selbst wenn der eine das, was ihm auf den Kopf fällt, für Schnee, der andere aber für Blütenblätter hält, so können wir uns doch leicht darauf verständigen, was „schneien“ und was „in tiefe Weiße schreiben“ bedeutet.

Heinrich Heine

Unterm weißen Baume sitzend

Unterm weißen Baume sitzend,
Hörst du fern die Winde schrillen,
Siehst, wie oben stumme Wolken
Sich in Nebeldecken hüllen;

Siehst, wie unten ausgestorben
Wald und Flur, wie kahl geschoren; –
Um dich Winter, in dir Winter,
Und dein Herz ist eingefroren.

Plötzlich fallen auf dich nieder
Weiße Flocken, und verdrossen
Meinst du schon, mit Schneegestöber
Hab der Baum dich übergossen.

Doch es ist kein Schneegestöber,
Merkst es bald mit freudgem Schrecken;
Duftge Frühlingsblüten sind es,
Die dich necken und bedecken.

Welch ein schauersüßer Zauber!
Winter wandelt sich in Maie,
Schnee verwandelt sich in Blüten,
Und dein Herz es liebt aufs neue.

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, die schöne Welt des Scheins, Kunst, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 17 Kommentare

Rast in Arkadien

Heute ging es, nach drei Athener Tagen, schon wieder zurück in die Mani. In Arkadien hielten wir bei einer kleiner Ansiedlung mit Gaststätte im Nirgendwo, um zu essen und im Laden nebenan u.a. frischen Joghurt, Tomaten, Gurken und Brot einzukaufen. Das tun wir oft, wenn wir von Athen kommen. Die Luft ist hier, in 1000 m Höhe, viel frischer, das Licht klarer. Früher drehte ich hier immer mit Tito meine Runden….

Ein Teil des Vorplatzes der Gaststätte ist jetzt überdacht und mit Fenstern geschlossen, auch einen Kamin gibt es nun, in dem ein Feuer brennt. Hin und wieder kommt jemand herein – meistens sind es Bauern der Gegend – grüßt, setzt sich, trinkt einen Schluck und geht wieder. Viel gesprochen wird nicht. Manche bestellen auch ein Essen.

Die Ansiedlung liegt an der alten Straße Tripoli-Megalopoli, die, seit die Autobahn fertig wurde, nur noch wenig befahren wird. Nur der Lokalverkehr und einige Lastwagenfahrer, die die Autobahn-Maut vermeiden wollen, kommen vorbei. Irgendwie erinnert mich der Ort immer an eine Szenerie aus einem Jarmush-Film…

Der Wein, der am Nachbarhaus hochklettert, hat sich wie in jedem November verfärbt.

In anderen Jahren habe ich ihn schon schöner vorgefunden und fotografiert (siehe hier). Und auch den Ort habe ich schon öfter beschrieben und in Fotos gezeigt, zu anderen Jahreszeiten und unter anderen Umständen (hier und hier).

 

 

Veröffentlicht unter Farben, Fotografie, Leben, Natur, Reisen | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

Kunst am Sonntag: Geometrische Abstraktion

Heute traf ich mich mit einer Freundin in Athen, um eine Ausstellung der „geometrischen Abstraktion“ anzusehen, die in drei Stockwerken der Theoharakis-Stiftung am Verfassungsplatz gezeigt wird. Die wichtigste Repräsentantin dieser Stilrichtung – die griechisch-ägyptische Opy Zouni (1941-2008) – war mit einer Vielzahl ihrer Werke vertreten. Daneben gab es interessante Arbeiten mir bisher nicht bekannter Künstlerinnen zu sehen: der Libanesinnen Etel Adnan (1925-2021), Samia Halaby (*1990) und Saloua Raouda Choucair (1916 – 2017), ferner Ebtisam Abdulaziz (*1975) aus den Emiraten und Lubna Chowdhary (*1964) aus Tanzania.

Über Opy Zouni habe ich schon einmal hier berichtet. Sie arbeitet großformatig mit Akryll auf Holz und Pappe, die sie oft als flaches Relief leicht abgehoben über bemalten Oberflächen montiert und dadurch besondere Schattenwirkungen erzeugt.

von der Seite betrachtet:

Ein anderes Beispiel, von vorn betrachtet.

von links betrachtet:

oder von rechts betrachtet:

Noch drei Beispiele von Opy Zouni: „grüner Horizont“, 1991

„Spiegelung“

„Parallilogramm in Perspektive“ , Triptychon, Akryll auf Konstruktion aus Pappe und Holz, 1981

Die Arbeiten der anderen Frauen waren kleinformatiger und ohne die strenge geometrische Form.

Die locker komponierten Bilder von Etel Adnan gefielen mir sehr

Samia Halaby: „Weißer Kubus in braunem Kubus“, Öl auf Leinwan, 1969

Saloua Raouda Choucair : „Interform“ 1960, Holz

dieselbe: „Fraktionales Modul“, 1947, Gouche auf Papier

Ebtisam Abdulaziz : o.T. Akryll auf Leinwand, 2021

Lubna Chowdhary : „Gewisse Zeiten XII“, 2019, Keramik

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, Kunst zum Sonntag | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 6 Kommentare

Novemberleuchten mit Steinegarten: attischer Wölkchen-Himmel

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens Blog-Challenge gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Um den ganzen hohen Himmel mit seine getupften und verwehten weißen Wolken fotografieren zu können, benutzte ich den Weitwinkel. Darum steht die himmelhohe Zypresse nun schief im Bild.

Aufgenommen heute um 1 Uhr im Hof des Byzantischen Museums, Athen.

 

 

Veröffentlicht unter Architektur, Farben, Fotografie, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Sonntags aus dem Archiv: Den Unbehausten

Jeden Sonntag ins Archiv hinabsteigen und schauen, was ich an einem Tag wie diesem in früheren Jahren dachte und tat. Das tat ich auch heute und stieg hinab ins Jahr 2019. Da fand ich ein Gedicht, für Christianes abc-etüden geschrieben. Die geforderten Wörter waren: Unbehausheit, schwermütig, erhaschen.

Es kreist um Rilkes Gedicht „Herbsttag“, an das ich vorgestern erinnerte. Und ich denke, ich kann es hier noch einmal hinsetzen. Denn jetzt, gegen Ende November, beginnen die schweren Tage der Unbehausten.

Den Unbehausten

„Wer jetzt kein Haus hat, baut sich keines mehr…“

So murmelte die unbehauste Alte,

sie kannte das Gedicht, ach war das lange her

sie ahnte damals nicht dass es ihr galte.

 

Von Unbehausheit schien sie weit entfernt

Und Schwermut kannten nur die andern

Sie hatte nur den leichten Weg gelernt

Und die Natur, die liebte sie beim Wandern.

 

Sie naschte, was der Wald ihr brachte

Und haschte nach dem Licht, das leise

Durch Blätterdächer fiel und lachte

Und fühlte sich sehr leicht und weise.

 

Doch dann kam alles anders als gedacht

Sie blieb allein in ihrem Hause hocken

Seit ER ihr starb, hat sie nicht mehr gelacht

Und ließ sich selten noch nach draußen locken.

 

Bis dann auch dieses Haus ihr ward genommen

Weil alles Geld  schon längst vertrunken war

Seither ist sie sehr weit herumgekommen

Doch war die Welt nicht mehr so wunderbar.

 

Die Nacht war kalt, der Morgen graut verdrießlich

Die Decke ist vom Grase feucht und schwer

Die Füße, wund vom Laufen schließlich

Sie weigern sich, sie wollen nun nicht mehr.

 

„Schwermütig, ach“, so seufzt die Alte wieder,

„schien mir das Lied, doch ahnt ich damals nicht

dass was sie sagen, diese alten Lieder

sich irgendwann ins eigne Leben flicht.“

 

Sie seufzt sehr tief und reibt sich ihre Augen

Die rot vom Alter und von Kälte sind

Besonders viel die Augen nicht mehr taugen

Doch immerhin sind sie nicht blind.

 

Sie schaut herum, sucht Stock und Tuch zusammen

Und schüttelt welkes Laub vom Haar

Und von dem Mantel und mit klammen

Händen rafft sie, was von der Habe übrig war.

 

Und schaut hinauf zum Himmel, der sich rötet

Im Morgenlichte wehen Wolken hin wie Hände

Im  Walde knackt ein Ast, und eine Amsel flötet

Ach wenn das Morgenlicht doch niemals schwände!

„Flügelhände“

Veröffentlicht unter abc etüden, Allgemein, Dichtung, Leben, Meine Kunst, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 10 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Cafe-Dekor und Musik

Vorhin saß ich ein Weilchen in dem kleinen Straßencafe mit den Papierbötchen, das ich hier schon mal vorgestellt habe. Heute erfreute mich – außer dem doppelten Espresso – der Dekor im Innenraum (draußen war es mir zu kühl). Auch hier waren die Papierbötchen präsent – auf einer bemalten Leinwand auf einer Staffelei an feinen Fäden aufgehängt und fixiert.

Das Cafe ist winzig, und entsprechend klein sind auch die Wanddekorationen: Auf dem ersten sieht man ein Foto mit dem Dichter Nikos Gatsos (1911-1992) und dem Komponisten Manos Hatzidakis (1925-1994). Das zweite zeigt einen dickbäuchigen Tänzer, der mit großer Behändigkeit ein Zeibetiko-Solo hinlegt.

Hatzidakis hat Gedichte von Gatsos mit großem Erfolg vertont. Hier eine Reihe von Liedern, die den Titel „ta paraloga“ (die Irrationalen) tragen und sehr populär sind.

Die Tanzschritte des dicken Herrn passen dazu freilich nicht. Deshalb habe ich noch ein Video mit der Vorführung eines Zeibetiko-Tänzers (Tanzschule) rausgesucht.

Veröffentlicht unter alte Kulturen, Dichtung, Fotografie, Kunst, Leben, Musik, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 6 Kommentare

Novemberleuchten mit Steinegarten: Himmel über Attika

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens Blog-Challenge gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Der Himmel über Attika, um Viertel nach fünf Uhr abends von meinem Balkon in Maroussi aus gesehen

Veröffentlicht unter Farben, Fotografie, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare