Hygeia aufrecht vor der „Regatta“, mit Vase und Maske (tägliches Zeichnen)

Wieder die Hygeia, dieses Mal im Profil.So sieht die Atelierecke aus, in der ich zeichnete.

Die Zeichnung:

Ich habe dann wie gewohnt ein bisschen rumgespielt.Etwas rätselhaft ist mir das Resultat der „Farbverstärkung“ des Fotos der Zeichnung. Beim Fotografieren einer Zeichnung gibt es ja immer Einflüsse des Lichts im Raum, in diesem Falle eine Mischung aus Kunstlicht und Tageslicht. Merkwürdigerweise zeigen sich die stark gezeichneten Linien rötlich, die weicher gezeichneten, verwischten hingegen bläulich. Wie ist das wohl zu erklären?

Die Überblendung mit dem Foto zeigt, dass ich an der Zeichnung des Kopfes nicht viel zu meckern ist. Auch die Jünglingsmaske ist richtig getroffen.  Die Vase kippt, nun gut, das ließe sich leicht korrigieren.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Skulptur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare

Schlänglein (kleine Beobachtungen)

Heute habe ich wieder ein Schlänglein im Atelier gefunden. Es war noch weich,  aber winzige Ameisen hatten sich bereits eingefunden und rückten ihm zuleibe. Ich befreite es von Staubflusen („Staub sollst du fressen, und mit Lust, wie meine Muhme, die berühmte Schlange“). Tatsächlich hat sie diesen Staub irgendwo aus hintersten Ecken zusammengetragen, denn im Sichtbereich ist mein Atelier ziemlich sauber.

Es ist etwas größer als die früheren, die ich zu einem Schlangen-Alphabeth zusammengefügt habe. Ich werde wohl mal nach der Quelle dieser neuen Schlangenerscheinung forschen müssen. Denn es ist eine Viper, ziemlich giftig. Aber schön finde ich sie doch.

 

Das Schlangenalphabet, Stand Februar 2024

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Leben, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , | 9 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Berlin, Berlin!

Viele schöne Eindrücke sammelte ich wieder beim Bummeln am Segelhafen. Das meiste war wie erwartet: die Spiegelungen der Schiffsleiber, Fender und Taue im Hafenbecken…

die scharfen Schatten der Bootsanhänger …

und natürlich der Wald von Masten

Überraschender war da schon eine Fütterung, auf die mich Entengeschnatter aufmerksam machte…

Dann erst sah ich die Fress-Konkurrenz der Enten: einen Kater, der mich prüfend-missbilligend beäugte, als ich vorsichtig näherkam.

Was ich aber gar nicht erwartet hatte, war der Ruf „Berlin, Berlin“ am Hafen von Kalamata. Er grüßte mich vom Bug eines urigen aufgebockten Schiffes. Am Heck las ich dann seinen Namen: Niki. Und das bedeutet: Sieg.

Na also!

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Leben, Tagebuch der Lustbarkeiten, Technik, Tiere, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 18 Kommentare

Dienstags-Drabble: Das Lächeln

Für das heutige Drabble hat Heide (Puzzleblume) die Wörter rot – gefärbt – Tisch vorgegeben. Ein Drabble ist ein 100-Wörter-Text, darin sollen die drei vorgegebenen Wörter vorkommen.

Das Legebild gehört zum Zyklus „Nachtzirkus“ und ist keine Illustration des Textes. Ich habe es wegen der rotgoldenen Haare ausgewählt. Die Farbe des Sonnenaufgangs.

 

 

Heute im Straßencafe

Ich lasse mich an einem der schlichten Metalltischchen vor dem Straßencafe nieder. Wo ist die Bedienung? Da schält sie sich schon aus dem Schatten des kleinen Raums, von einem stumpfen Honiggelb ist ihr gefärbtes Haar, schulterfrei das schwarze Top, rot lackiert die gepflegten Fingernägel.  Als ich bestelle, geht ein Lächeln über ihr Gesicht. Wie Sonnenaufgang. Und verlischt. Mein Espresso ist heiß und bitter. Der Zucker ist verklumpt. Wortlos reicht sie mir einen anderen Streuer. Und wieder geht dieses Lächeln über ihr müdes, vermagertes und nicht mehr junges Gesicht. Ein Sonnenaufgang. Sein Licht wärmt mein Herz und wirkt noch immer fort.

Veröffentlicht unter Allgemein, Drabble, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Psyche, schreiben | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 20 Kommentare

Hygeia (9), Jünglingskopf, Vasen etc vor Gemälde

Heute habe ich die Skulpturen als „Dinge zwischen Dingen“ arrangiert. Zu diesen Dingen gehören zwei Vasen, die eine mit einem Bambus, Kissen und Tücher, eine Rolle Toilettenpapier und der Klotz, auf dem die Hygeia befestigt ist, Ich probierte mehrere Arrangements aus, wobei ich versuchte, die Köpfe möglichst gleichgültig hinzulegen, so als hätte man sie dort vergessen. Als Hintergrundbild wählte ich eine nächtliche „Regatta“ mit aufgeklebten gelben Lichtern.

Die Zeichnung, gegen 6 Uhr im Raum aufgenommen, blaustichig.

Ich habe dann noch mit Bildausschnitten herumexperimentiert, zB als Querformat

oder mit angeschnittener Maske und in Schwarz-Weiß, was eher dem Original entspricht.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Kunst, Materialien, Meine Kunst, Skulptur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 3 Kommentare

Impulswerkstatt Bild 1, 2 und Verbindungsübung: Was der Affe zu mir sprach.

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, September-Oktober 2024. Mein Text wurde angeregt durch Myriades Fotos 1 und 2 und durch die „Verbindungsübung“, die darin besteht, zwei Fotos erzählerisch miteinander zu verküpfen.

Ich betrachtete den Affen und hörte ihn sprechen. Hier meine Transkription seiner Rede.

Was weißt du schon, meine Liebe, von uns? Du schaust in mein Gesicht und fragst dich, was für einer ich bin. Schimpanse fällt dir ein. Offiziell nennt ihr uns Pan troglodytes. Eure Biologen machen mich schmunzeln! „Der in Höhlen lebende Pan“, ts ts ts! Sehe ich aus wie ein Ziegenbock? Und dass wir nicht in Höhlen leben, hätte sich ja rumsprechen können bei euch.  „Baumbewohner“ würde schon eher passen. Unseren Schlafplatz bauen wir da oben aus Blättern, am liebsten jeden Abend in einem anderen Baum. Wusstest du das?

Ihr nennt uns Höhlenbewohner, weil ihr gerne glauben möchtet, wir seien eine primitive Vorform von euch. Eure Leute haben ja wirklich in Höhlen gelebt. Und ihr haltet euch für höher entwickelte Schimpansen. Darum studiert ihr unser Gebiss und unsere Schädelform und die Länge unserer Arme und Beine. Ihr träumt davon, unsere Organe als Ersatzteile für euch zu gebrauchen. Ihr testet eure Medikamente an uns. Jede Abweichung macht euch traurig, und glücklich seid ihr, wenn ihr Übereinstimmendes melden könnt. Ha, sagt ihr, die Temperatur ihres Bluts ist wie unsere 37 Grad! Solche und andere Tollheiten sollen euch beweisen, dass wir eure Vorfahren sind.

Glaubst auch du diesen Unsinn? Da muss ich dich enttäuschen. Schau doch mal in den Spiegel: wer sieht dich da an?  Deine haarlose Haut, dein schwächliches Gebiss, deine lächerlichen Ohren. Eine Weiterentwicklung zeigt sich da nicht, höchstens Degeneration.

Aber lass man, ich will dich nicht beleidigen und will auch gar nicht auf Äußerlichkeiten abheben, wie ihr das gerne tut. Ich neige nicht zum Rassismus. Ich ziehe es vor, das Wesentliche zu betrachten. Und was ist das Wesentliche? Dass wir niemals, hörst du, NIEMALS unsere Wälder, unsere Freunde und auch nicht unsere Feinde in einen riesigen Fleck aus geschmolzener grauer Masse verwandeln würden, so wie ihr es mit japanischen Städten tatet und heute von neuem droht zu tun.

98 % eures und unseres genetischen Codes, so verkündet ihr stolz, stimmen überein. Das scheint euch zu beweisen, dass ihr so seid wie wir. Aber ich muss euch enttäuschen: ihr seid anders. Ihr seid vollkommen anders. Zwischen euch und uns gähnt ein unüberbrückbarer Abgrund. Schau mich an und schau das Werk eurer Hände an: Vielleicht begreifst du dann, wie ungeheuer das ist, was uns trennt.

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Fotografie, Impulswerkstatt, Katastrophe, Krieg, Leben, Natur, Politik, Psyche, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 8 Kommentare

Skulptur ohne Landschaft? Landschaft ohne Skulptur? Fragen der Bildkomposition

 Meine Zeichnung von Hygeia vor dem Olivenbaum hat Anlass zu der Frage gegeben, was für und was gegen die gleichzeitige Anwesenheit kleiner (Hygeia-Kopf) und großer (Olive, Landschaft) Objekte auf einem Bild spricht.

Christiane sprach sich dagegen aus: Ich finde, wenn du etwas Großes und etwas Kleines nebeneinanderstellst, verlieren beide. Für mich ergibt die Göttin vor dem Olivenbaum kein harmonisches Ganzes. Eigentlich finde ich es schade.

Ich hielt dagegen: Ich persönlich mag diese Verbindung sehr. Die strenge Auflösung in „entweder Landschaft“ – „oder Mensch“ behagt mir nicht. Sie zeigt eine Zerstörung eines idealen Naturzusammenhangs an, der in der Romantik angestrebt wurde. Natürlich ist die Hygeia kein Mensch, aber sie erfüllt hier denselben Zweck. Sie spiegelt die Harmonie der Landschaft in ihren lieblichen Zügen. Ich hätte auch sagen können: dass es ein Gipskopf und nicht die Göttin selbst ist, die die Romantiker gemalt hätten, zeigt den traurigen Zustand an, in dem sich die Beziehung des Menschen zu Natur und ihrer Göttlichkeit befindet

Doch möchte ich auch Christianes Argument gelten lassen. Ich habe daher meine Zeichnung in zwei Ausschnitte zerlegt.

Das Bild, wie ich es zeichnete:

a) Die Skulptur ohne die Landschaft


b) Die Landschaft ohne die Skulptur

Nun magst du urteilen, was dir mehr zusagt, und warum!

Veröffentlicht unter Allgemein, Meine Kunst, Methode, Mythologie, Natur, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 13 Kommentare

Hygeia und der Olivenbaum: eine Replik (nicht ganz ernst zu nehmen)

Mit meiner vorigen Zeichnung der Hygeia habe ich mir nicht nur Lob (danke!), sondern auch Tadel eingefahren. Christiane hätte gern ganz auf den Gipskopf verzichtet, und Petra fand den Olivenbaum, um sein kostbares Laubwerk beraubt, einer Kopfweide ähnlich. Sie verkündete sogar, mit dem Baum zu leiden. Ich verteidigte meine Zeichenkunst zwar tapfer, möchte aber niemandem überflüssiges Leid zumuten. Also zeige ich meine Zeichnung noch einmal – diesmal mit dem Foto des Baums überblendet.

Upps! Da fehlt ja die Krone des Baumes, auf die es ankommt! Also gleich nochmal, mit der vollständigen Zeichnung.

Wieder nichts. Liebe Petra, du siehst, ich habe mich echt bemüht, aber die Olive hat auf der Höhe, bis zu der ich sie zeichnete, nicht viel Laub. Nächstes Mal zeichne ich die Hygeia noch kleiner und den Baum größer, so dass er ganz aufs Papier passt. Das wird auch der lieben Christiane besser gefallen. 🙂 🙂 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotocollage, Kunst, Leben, Meine Kunst, Mythologie, Natur, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 13 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Am Segelhafen speisen

Am Segelhafen gefällt es mir immer: Reminiszenzen an die Segelei in Jugendjahren haben bis heute ihre Kraft behalten. Heute bleibt es beim Bummeln. Gelegentlich kehren wir auch zum Essen ein. Gestern probierten wir eine uns noch nicht bekannte Taverne aus und waren sehr zufrieden. Viele Besucher gab es nicht, die Saison ist vorbei.

Ich bekam Sardinen – jede einzelne schön ausgebreitet auf einem Bett aus Tomate und Zwiebeln und frisch im Backofen gebacken. Mein Mann aß Makrele mit hausgemachter Kloblauchsoße auf Kartoffelbasis. Dazu gab es eine Auswahl gekochten Gemüses: Brokkoli, rote Beete, Kartoffeln, Mangold, Zucchini, angerichtet mit Öl und Zitrone. Als Appetitanreger vorweg spendierte das Lokal zwei Sorten Olivenpaste mit geröstetem Brot, das mit Öl und Salz bestreut war. Eine Karaffe Weißwein und eine große Flasche gekühlten Sprudelwassers begleiteten das Essen. Als Nachtisch brachte man uns noch je ein kleines Eis am Stiel, als Zugabe des Lokals. Luxus? Sicher. Aber vielfältiger und nicht wirklich teurer, als wenn wir zu Hause essen würden. Pro Kopf waren es, mit Trinkgeld, 20 E.

Und welch schöne Aussicht! Für die Katzen war auch noch was über, das wir einpackten und mitnahmen. Das erwarten sie.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Ökonomie, Feiern, Fotografie, Leben, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten, Umwelt, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Projekt „Kunst hilft“ kommt wieder in Gang

Über mein Projekt „Kunst hilft“ habe ich ja immer mal geschrieben, und einige von euch haben sich aktiv daran beteiligt, indem sie Bilder gegen eine Spende für unsere Helfergruppe erworben haben.

Inzwischen sind auch hier etliche Bilder weggegangen, einige direkt aus meinem Atelier, andere über ein kleines Cafe in der Mani, das eine Freundin betreibt. Das allerdings macht am Ende des Monats zu. Und so überlegte ich mir, wie es weitergehen soll.

Heute traf ich mich mit einer Freundin unserer Gruppe, die einen Yogaraum betreibt. Die Wände sind groß und weiß. Sie ist einverstanden, dort eine Ausstellung der noch verbliebenen kleineren Arbeiten – vor allem Aquarelle – und einen kleinen Empfang zu arrangieren. Das hat einen doppelten Zweck: einerseits wird ihr Raum, der über die Sommerzeit geschlossen war,  dadurch mehr Menschen bekannt, andererseits kann ich dort meine Bilder zeigen und evtl unsere Kasse noch ein bisschen mehr füllen.

Die Wände im Übungsraum sollen weiß bleiben, aber an die Fußleiste kann ich Bilder stellen. Im Vorraum und Durchgang aber kann ich so viele hängen, wie ich will. Die Regale werden freigeräumt, und so gibt es eine Menge Platz für Hängungen meiner kleinformatigen Bilder.

Ein Jahr ist vergangen, seit ich die Idee zu diesem Projekt hatte, und die Bilanz ist nicht schlecht. Dass sich nun diese Möglichkeit auftut, das Projekt neu zu beleben und weiter bekannt zu machen, freut mich sehr.

Die Freundin hat bereits ein Einladungs-Aquarell ausgesucht. „Herbstlich passend“ fand sie es.

Jetzt gehe ich daran, weitere geeignete Bilder auszuwählen, ihren Zustand und die Rahmungen zu überprüfen… Viel Arbeit! Aber ich freue mich drauf.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, Erziehung, Fotografie, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Projekt Alternativen, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , | 7 Kommentare