Tagebuch der Lustbarkeiten: Erste Zyklamen

Ich schaute zweimal hin: waren das schon Zyklamen? Ja, der verdorrte Boden im Pinienwäldchen ist übersät von diesen feinen violetten Schräubchen, die es immer als erste schaffen, sich ans Tageslicht zu arbeiten, sobald es nach langen Sommern regnete.

Der Name kyklamina (Zyklamen) kommt natürlich von kyklos (Zyklus) = Kreis. Wohl nicht, weil sie gern im Kreis tanzen, sondern weil die Blüte sich in einen Kreis öffnet (was man hier nicht sieht).

Auf einem Foto vom März 2022 sieht man es besser.

Ein Lied – nach einem Gedicht von Jannis Ritsos, aus seiner Gedichtssammlung μικρές πατρίδες (kleine Heimaten) vertont von Mikis Theodorakis – ist ihnen gewidmet. Die 13jährige Areti Ketime singt es für Mikis in einer Veranstaltung vor 18 Jahren.  Ich fand diese berührende Begegnung heute.

― Κυκλάμινο, κυκλάμινο, στου βράχου τη σκισμάδα,
πού βρήκες χρώματα κι ανθείς, πού μίσκο και σαλεύεις;

― Μέσα στο βράχο σύναζα το γαίμα στάλα-στάλα,
μαντήλι ρόδινο έπλεξα κι ήλιο μαζεύω τώρα.

*zitiert nach ΙΣΤΟΣ

in der Google-Übersetzung

Alpenveilchen, Alpenveilchen, in der Felsspalte,
Wo hast du Farben und Blüten gefunden, wo hast du gemischt und getanzt?
 
- Im Inneren des Felsens sammelte ich das Blut Tropfen für Tropfen,
Ich habe einen rosa Schal gestrickt und sammle jetzt Sonne.
 
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Dienstags-Drabble: Einst und Jetzt (Kata-strophisches Schattentheater)

Lautsprecher – glücklich – rempeln sind die drei Wörter, die Heide von Blog Puzzleblume für das heutige Drabble vorgegeben hat. Ein Drabble ist ein Text von genau 100 Wörtern. Überschriften und Erklärungen zählen nicht mit.

 

Einst und jetzt

 

„Komm her, mein Schatz

 Nimm bei mir Platz

ganz nah auf meinem Kanapee

Gleich gibt’s ne Show

Ich sag nur: Wow

Die ist ganz neu aus Übersee.“

 

„Hat die ne Tröt?

die find ich blöd!

Die Lautsprecher sind wohl passee?

Was macht er da,

der kleene Ma

Will der was von Madame? O nee!

 

Die rempeln nur

Und keine Spur

Von unsrer alten Eleganz

Als wir noch jung

Und mit nem Sprung

Den Salto machten, lieber Franz!“

 

Wie glücklich war

Doch dieses Paar

Im feinen Puff von Alt-Shanghai

Denn ohne Schweiß

Nicht kalt, nicht heiß

Erlebt es wieder, was vorbei.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kaffeepäuschen mit US-Dekor

Wenn ich sage, ich sei jetzt in Athen, so ist das nicht ganz richtig. Denn Maroussi, wo wir wohnen, ist eine eigene Stadt mit ca 100 000 Einwohnern. Unsere Wohnung liegt an der Grenze zu Melissia, einer anderen selbständigen Gemeinde, die wie Maroussi zu den „Nördlichen Vororten“ Athens gezählt wird.

Früher waren das rein landwirtschaftliche Gebiete, durchströmt von den beiden großen Flüssen Kifissos und Ilissos. Die Namen zeugen noch von der Vergangenheit: Maroussi, eigentlich Amaroussion, ist abgeleitet von der Amarysia Artemis (Artemis der Jägerin), zu deren Ehre im antiken Athmonon (heute Maroussi) periphere Olympische Spiele abgehalten wurden. (Die anderen Orte waren Delphi, Korinth und Nemea). Melissia ist vom Wort „melisses“ für Bienen abgeleitet.

Heute sind beide vollentwickelte Vorstädte. Sie gelten als privilegiert, denn sie liegen an den Ausläufern des Pendeli-Gebirges und damit deutlich höher als Athen, sind durchzogen von Wäldchen und haben ein angenehmes Klima.

In Melissia trank ich heute in einem der vielen Straßencafes meinen Espresso. Das Cafe bestand aus einem zur stark befahrenen Hauptstraße hin liegenden mit Glas geschützten Außenraum, in dem die meisten Plätze besetzt waren, und einem leeren, angenehm stillen Innenraum. Ich wählte einen Tisch in der Tiefe des Raumes, denn ich habe gerne eine Wand im Rücken und eine offene Sicht.  Eine Erinnerung aus der Zeit, als unsereins noch in Höhlen wohnte, vermutlich.

Die Dekoration war stark amerikanisch inspiriert, vermutlich hat die Betreiberin entsprechende Erfahrung. Griechen sind bekanntlich ein Auswanderervolk, die Hälfte der Griechen lebt jenseits der Landesgrenzen, davon viele in Übersee (USA, Kanada, Australien), und es gibt ein ständiges Hin und Her.

Mein Tischchen mit der Espressotasse und dem Glas Wasser.

J. M. Flaggs berühmtes Plakat aus dem Jahr 1917 „I Want YOU for US Army„, das im Ersten und Zweiten Weltkrieg für die US-Armee warb und sicher auch im Dritten seine Verwendung finden wird, hat längst Kult-Charakter. Das Plakat daneben „Nothing great ever came that easy“ hinterließ bei mir ein großes Fragezeichen. Was mag wohl mit „great“ gemeint sein, das niemals so leicht zu erreichen sei? MAGA? Und warum wurde das Wort Came – kam – graphisch hervorgehoben?

Von meinem Platz aus ließ ich den Blick wandern, bemerkte eine kleine wohl nie benutzte Bibliothek und einen vermutlich ebenfalls nie benutzten Kamin mit echten Holzscheiten, und sann nach über die Neon-befeuerte Aufforderung play und LET’S STAY IN BED. Dekor, eine hübsche Geste nur, weiter nichts. Man stelle sich vor, jemand würde die Aufforderung wörtlich nehmen und sich des bequemen orange-roten Sofas als Schlaf- und Spielstätte bemächtigen, die Bücher in Reichweite, und die Holzscheite im Kamin entzünden…

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Kunstmesse in Athen besuchen (2) das andere – das eigene

Wenn ich große Ausstellungen besuche, muss ich auswählen. Doch wie? Wo bleibe ich stehen und warum? Ein Motiv ist sicher die Neugier, die Bewunderung für das Neuartige, Raffinierte, Komische, Gekonnte. Darunter aber liegt noch eine andere Schicht, und das ist die beinahe unbewusste Abgleichung der Werke anderer Künstler mit dem, was mich selbst beim Malen und Zeichnen antreibt. Und das ändert sich bei mir im Laufe der Jahre, ja sogar von Jahr zu Jahr. Bis jetzt habe ich keinen für mich immer und überall geltenden Stil gefunden. Ich fühle mich immer mal in die eine, dann wieder in die entgegengesetzte Richtung gezogen. Ich darf das, denn ich will ja nicht meinen Lebensunterhalt mit der Malerei verdienen und brauche keinen sofort erkennbaren Stil als Markenzeichen.

Im folgenden stelle ich Eigenes und auf der Art Athen Gesehenes zueinander, jeweils unter einem vorherrschenden stilistischen Merkmal.

Akribie.  Ich bewundere sie, möchte manchmal „wie Dürer“ zeichnen und habe einige seiner Kupferstiche tatsächlich kopiert. Vielleicht erinnerst du dich?

Kopie nach Dürers Hieronymus im Gehäus, Detail (selbst)

Skurriles: Es zieht mich immer wieder in seinen Bann. Kopiert habe ich zB die grimassierenden Köpfe von Leonardo.

Leonardo da Vinci

grimassierende Köpfe, Kopie nach Leonardo da Vinci (selbst)

Diese beiden Tendenzen gehören oft zusammen und werden in manchen Bildern der Art Athen zur Meisterschaft gebracht. Manches zeigte ich schon gestern. Hier noch ein Beispiel:

gesehen auf der Art Athena

Informell. Frei gesetzte Farben und Formen, die sich locker über die Fläche verteilen, finde ich immer wieder faszinierend und habe mich auch selbst darin versucht, freilich nur auf kleinem Format und vorzugsweise mit Wasserfarben.

Aquarell-Miniatur, selbst

Nikos Kryonides, dessen Bilder mir gestern auffielen, macht sie zu seinem unverkennbaren Stil.

N. Kryonides, gesehen auf der Art Athena

Ich mag informelle Malerei sehr. Vor vielen Jahren sah ich in Berlin eine großartige Ausstellung dazu, „Würde und Mut“ war sie betitelt, und es stimmt ja, Mut braucht es, um sich im Informellen zu bewegen. Zu schnell kann man ins Bedeutungslose und Gleichgültige abgleiten. Das folgende Bild finde ich sehr gelungen:

gesehen auf der Art Athena 2024

informelle Collagen Auch diese Ausdrucksmöglichkeit zieht mich sehr an, und ich habe eine recht umfangreiche Sammlung solcher Blätter,zB dieses:

Also blieb ich gestern auch vor drei freilich viel strengeren Collagen stehen. Zwei aus einem „Tryptichon“.

 

„Informell“ und auch „konkret“ ist schön und gut. Aber soll ich deshalb die freie Zeichnung von Menschen und Dingen geringer schätzen? O nein! Ich liebe sie und habe sie immer wieder praktiziert, bis heute.

Jugendlicher. Kohlezeichnung (selbst)

Und so blieb ich auch mit Bewunderung vor einem Jünglingsportrait stehen, das der hier sehr bekannte (Jg 1910) Maler Jannis Tsarouchis zeichnete. Ich bin freilich mehr an dem Individuellen des Menschen und weniger, wie er, an dem archetypischen Ausdruck interessiert.

J. Tsarouchis, Jüngling, gesehen auf der Art Athena

Manches fand ich in den Ausstellungsräumen, das sich gar nicht mit Eigenem verband, das mich trotzdem stark ansprach. Ich zeige zum Abschluß einen Ausschnitt aus einer Arbeit aus Teebeuteln. Fand ich toll!

Doch obgleich ich diese Arbeit toll fand – sobald eine Idee überstrapaziert und in allen möglichen Gestalten durchdekliniert wird, wenn sie zum“Markenzeichen“ des Künstlers wird, wird mir schummrig zumute. Der Mann muss doch ne Macke haben, denke ich dann: auch im Traum wird er Teebeutel sehen und daraus Skulpturen der verschiedensten Art mit ungeheuerlicher Geduld und Finesse herstellen… Wird er sich je davon befreien können, dass sein Name als Künstler mit Teebeuteln verbunden wird?

Perfektion und Marktwert erreicht man wohl nur, wenn man bereit ist, sich eine spezielle Macke zuzulegen und alles, was in die Breite geht, zu vermeiden.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kunstmesse in Athen besuchen (1) Skurriles, Kulturkritisches, Altmeisterliches,

Seit gestern bin ich wieder mal in Athen. Dieses Jahr wollte ich die Art Athena – Messe der Galerien und Großereignis der hiesigen Kunstszene – nicht verpassen. Der Ausstellungsort war diesmal das neoklassische Vorzeigegebäude „Zappeion“ im Athener Zentrum.

Um hineinzukommen, musste ich erstmal anstehen. Denn sehr viel Volks hatte den löblichen Wunsch, sich anzusehen, was die bildenden Künstler so produzieren und was in den Galerien angeboten wird. Das Foto machte ich, als ich ging  – immer noch erneuerte sich die Schlange.

Drinnen war ein ziemliches Gewühle, aber man kam voran und konnte sogar, wenn man etwas Geduld hatte, ein Bild im Ganzen, ohne andere Betrachter und Fotografierer, ablichten.

Hunderte, aberhunderte Bilder! Für jeden Geschmack gab es etwas zu sehen. Die meisten Werke sind von jungen griechischen Künstlern, dazwischen hängen und stehen auch ein paar der sog. „Großen“, die es zu Ansehen und Professur geschafft haben. Einige Galerien haben sich auf ausländische Künstler kapriziert, und auch ein paar Galerien aus dem Ausland beteiligten sich.

Sich mit der Menschenmasse von Raum zu Raum treiben lassen, ist nicht die ideale Art, Kunst zu betrachten, Aber so ist es eben bei solchen Messen. Es geht ja auch nicht so sehr um die Betrachtung von Kunst, sondern um das Bekanntmachen, das Sich-Zeigen und vielleicht um die Anknüpfung von Verkaufsverhandlungen. Was heutzutage und auf dem kleinen griechischen Markt sowieso recht schwierig ist.

Auf Titel und Künstlernamen werde ich weitgehend verzichten, bei Nachfrage kann ich das eine und andere, sofern ich es notiert habe, nachliefern.

Für die Insektenfreunde unter euch habe ich einen Leckerbissen fotografiert: mechanische Fliegen.

An einer Art Kran bewegt sich ein Geldschein. Die Fliegen kümmern sich, solange ich dastehe und sie beobachte, nicht um den Köder. Ist es vielleicht der falsche?

Ich habe den Eindruck, dass sie bei einer bestimmten Konstellation anfangen würden, sich um den Geldschein zu streiten.

Eine Ameise als Herrscherin über unseren Globus fand ich auch dargestellt.

Überhaupt gab es etliche witzig-intelligente Anspielungen auf Zeitzustände und herrschende Gedankenformen. Besonderns eindrucksvoll fand ich „Retrometaverse“ betitelte Arbeiten in Öl und Kohle auf Leinwand, nicht nur wegen ihrer meisterlichen Technik, sondern wegen der ironischen Verbindung des hochgepeppten Illusionstheaters von Metaverse mit der Vorliebe für altertümliche Technologie (Retro)

Hier noch ein zweites Werk des Künstlers…

und fantastisch gemalte bzw gezeichnete klitzekleine Details

Altmeisterlich ist auch die Arbeit eines anderen Künstlers, der sich der Ikonografie des mittelalterlichen Holzschnitts und der Handschrift bedient und sie gekonnt verfremdet.

noch mehr Beispiele (zum Größer-Sehen anklicken).

Poetisch-skurril fand ich den gemalten Kommentar zur „Evolutionstheorie“:

Mir scheint, die Dame Vogel Strauß hat den rechten Überblick.

Eine neu erwachte Freude an alten Maltechniken (Öl auf Leinwand) fand ich auch bei anderen, etwa diesen großen Gemälden, die ein wenig an den diesjährig geehrten C.D.Friedrich erinnern.

 

Für heute soll es genügen. Morgen mehr.

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Impulswerkstatt: Bild 3: das Gelb des Maises (Verbindungsübung zu Bild 2)

Maisgelb strahlt tiefe Ruhe und Wärme aus,  ein wenig wie Honiggelb, nur deutlich matter.

Wie verschieden doch ist, was sich hinter dem Wort „Gelb“verbirgt! Früher fand ich es eine schwierige Farbe, weil es nach vorn drängt. Immer wieder habe ich mit verschiedenen Gelbs experimentiert und ausprobiert, wie die anderen Farben dagegen standhalten. Mein kleiner Sohn hatte da keine Probleme. Vier Jahre erst, wusste er bereits, wie man das Gelb zur Wirkung bringt und zugleich im Zaume hält.

Gelb drängt nicht nur nach vorn, sondern neigt auch dazu, aus der Reihe zu tanzen. Es ist halt sehr dynamisch und bewegungsfreudig. Nur das Weiß ist noch vorwitziger.

Gelb bringt dem fröstelnden Menschen Wärme, Entspannung. Mag auch das Wetter grau und kalt sein – ein wenig Gelb hinter den Fenstern der armen Häuser lässt das Herz freudiger schlagen.

Dasselbe Gelb freilich auch kann Gefahr und Zerstörung anzeigen.

So findet auch in dem Bild, dass du, Myriade, als zweites präsentierst, das Gelb seinen Platz. Spärlich nur tritt es auf, und es wärmt nicht, sondern die wenigen gelben Pinselstriche und Kleckse steigern die Trauer über das Verlorene.

Wie anders ist die Empfindung angesichts der gewaltigen leuchtend gelben Wolke, die über dem violetten Meer treibt!

Der Mais hat einiges von der Sonnenkraft, die ihn hat reifen lassen, in sich gespeichert, als Süße und Wärme teilt sich uns diese Kraft mit, wenn wir den Mais essen, frisch geröstet auf dem Holzkohlenfeuer.

Wenn diese Sonnenkraft aufgebraucht ist, bleibt die weißlich-bräunliche Hülle zurück. 

i

Niemals, auch an den trübsten Tagen, möge uns das sonnige Gelb völlig fehlen!

Möge es auch in den grauen Städten nicht nur als elektrischer Schein, sondern als lebendige Sonnenkraft immer präsent bleiben!

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt September-Oktober 2024, zum Bild 3 mit einer „Verbindungsübung“ zu Bild 2. Die eingefügten Arbeiten sind von mir, mit Ausnahme des Aquarells meines vierjährigen Sohnes und der beiden von Myriade als Impuls gesetzten Fotos.

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Hygeia (11) mit Maske und Pflanzlichem

Heute präsentiere ich euch die elfte und vorerst letzte Zeichnung mit Hygeia, seit isch sie von der Zeichenschule mit nach Hause genommen habe.  Denn morgen fahren wir nach Athen, und die Skulpturen werde ich nicht mitnehmen. Wie alle anderen ist auch dies eine Kohlezeichnung, wobei ich nun die Rückseite des Zeichenkartons genommen habe, die glatter als die sehr körnige Vorderseite ist. Die Hygeia habe ich ein wenig hinter den Bambus in der Vase gerückt.Hinter der Jünglingsmaske steht eine selbst geformte und bemalte Keramitvase, und in der Mitte thront die allseits beliebte Mme Kolokytha.

Zum Erinnern eine Übersicht über all die Hygeia-Jünglingsmaske-Zeichnungen im September, in der Reihenfolge ihrer Entstehung.

Und welche mag ich gerade jetzt am liebsten? Die mit dem kompliziertesten Bildaufbau: a) mit den strengen Rahmen und b) mit dem pflanzlichen Licht-Schattenspiel.

Vielleicht hast du auch eine Präferenz und möchtest sie mir mitteilen?

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Lebendiges zwischen Steinen

Auf dem Geröllstrand der Bucht unter „unserer“ Taverne wächst ein Palmenwäldchen heran. Wurden die ersten Pälmchen gepflanzt? Oder haben sie sich von einem höher liegenden Garten ausgesät? Ich weiß es nicht, denke aber, dass die dortigen Kakteenliebhaber auch für die Palmen sorgen.

Einige der Palmen sind inzwischen fast doppelt so groß wie ich…

andere winzig klein, aber schon komplett mit Stamm und Krone, groß genug, um Zwergen Schatten zu spenden.

Und noch andere sind gerade dabei ihre ersten Blätter über dem Geröll zu entfächern.

Die Bucht wird seit ein paar Jahren von einer aus mächtigen Felsbrocken aufgeschichteten Mole geschützt. Die Steine dafür wurden aus dem nahegelegenen Gebirge gebrochen. Jetzt bemerkte ich Bäumchen, die oben zwischen den Felsbrocken hervorgewachsen sind.

Leider konnte ich nicht viel näher heran, und der Zoom des Handys reichte nicht, um mir ein klares Bild zu verschaffen. Aber mir scheint, dass sich Eichenblätter darunter befinden. Eine Eiche aus dem Gebirge – hier am unfruchtbaren Strand – eine schöne Ergänzung zum Palmenwäldchen wäre es allemal.

Übrigens, das titellose Bild von gestern zeigt einen Salzwassertropfen in einem Felsenloch. Eine Träne des Meeres. Vereinzelung. Sagen wir Menschen nicht oft, wenn jemand stirbt, er kehre zurück ins große Meer? Diese Träne wird nun ihren Weg antreten: verdunsten, zur Wolke werden, abregnen und schließlich in einem der Ozeane sich mit dem Großen Ganzen wieder vereinen.

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ohne Titel

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ein Boot besuchen

Außer mir schwamm heute nur ein Bötchen auf dem Meer.

Ich besuchte es, und es gefiel mir, es in der ungewohnten Perspektive von unten gegen den Horizont zu betrachten. Ein gemütliches Boot, rüstig und solide. Das Holz, der grobe Anstrich und das etwas unbeholfene Rumeiern auf den Wellen, an der Flucht gehindert durch den Anker – all das gefiel mir sehr.

Natürlich hatte ich kein Handy dabei. Später watete ich ins Meer, so weit es eben ging, und versuchte in etwa den Eindruck wiederzugeben, den es mir beim Schwimmen machte.

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