Tägliches Zeichnen: mit Brille und Moleskine

Spät ist es – oder genauer: früh, und die Brillengläser sind verschieden groß geworden. Immerhin habe ich die „tägliche Zeichnung“ noch gemacht. Und habe dabei wieder allerlei gelernt. Denn bekanntlich lernt man am meisten aus den Fehlern, die man macht.

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Dienstagsdrabble: Schicksalsergebenheit

Wie jeden Dienstag – mit Ausnahme des vergangenen, an dem ich wirklich keine Zeit fand – möchte ich auch heute Heides Drabble-Einladung folgen. Die Wörter, die es mit einem 100-Wörter-Text zu bedienen gilt, sind: Fluss, zwingen, früh.

Schicksalsergebenheit 

 

Willst du, Lieber, ein Stück Brot von mir?

Danke, Frau, das ist sehr lieb von dir.

 

Denn von allen guten Dingen

Die wir beide könn erschwingen

Ist das Brot das allerbeste.

Haben’s Brot, ists wie beim Feste

 

Sitz am Fluss und hör ihn rauschen

Möcht mit niemandem mehr tauschen.

 

Manche wolln ihr Glück erzwingen

Meinen, dass es müsst gelingen

Sich des Alters zu erwehren

Den Fluss des Lebens umzukehren

 

Mühen sich von früh bis spät

Ob sich’s Schicksalsrad wohl dreht.

 

Ich sitz hier still und lausch der Welt.

Und dem Hund, der manchmal bellt.

Gib das Brot, und Gott vergelt!

 

 

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Tägliches Zeichnen: Schreibtisch mit Brillenetui

Nach zehntägiger Pause nehme ich das tägliche Zeichnen dort wieder auf, wo ich es verlassen hatte: an meinem Schreibtisch, dessen Allerlei ich zeichnere ordne.

Dieses mal bildete mein dickes weißliches Brillenetui von Swarovski – mit Schwan! aber das sah ich erst eben – ein ruhiges Zentrum im Durcheinander. Ich zeichnete, kolorierte und fotografierte es heute Nacht.

 

 

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Novemberleuchten mit Steinegarten (4): Abendmeer

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Gestern abend leuchteten mir Himmel und Meer in Gold und Purpur. Heute regnet es.

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Der November und (zum dritten Mal) der Bube der Münzen

Nun der November begonnen hat, wende ich mich der 11. Raunacht am 5. Januar zu (hier). Was für eine Karte habe ich damals eigentlich aus dem Stapel der Tarotkarten gezogen, um zu sehen, womit ich mich elf Monate später, im November, schwerpunktmäßig befassen wollte? Es war – zum dritten Mal für dieses Jahr! – der Bube der Münzen! Herrje! seufzte ich, was will dieser Bube nur von mir, dass er mich ständig auffordert, mich mit seinen Qualitäten zu befassen?

Dann aber entschloss ich mich, genau dies noch einmal, und diesmal gründlicher zu tun. Ich betrachtete das Bild eingehend: Der Jüngling steht auf einer weiten blühenden Ebene. Mit sanfter Gebärde hebt er seinen Schatz ans Licht und betrachtet ihn innig. Was ist der Schatz? Die Ressourcen, sagte ich. Oder auch die Talente, mit denen wir wuchern sollen(*). „Gaben“, sagt man auf deutsch. Jemand ist „begabt“. Es wurde einem etwas mitgegeben. Etwas, auf das man sich nichts einzubilden braucht, denn man hat es nicht durch Fleiß erworben,

Als ich dies nun wieder lese, fällt mir ein, dass eine meiner Ausstellungsbesucherinnen zu mir sagte. „ich weiß nicht, ob es das das richtige Wort ist, aber: Sie haben Talent“. Und ich nickte und dankte und nahm es hin, obgleich ich im Inneren mit Picasso kommentierte „Talent ist Fleiß“.

Ich lese nun weiter, was mir im Januar durch den Kopf ging: „Der Jüngling schaut ganz entspannt auf seine Talente, hält sie locker in der Hand wie einen Vogel, der gleich wegfliegen will. Oder der grad gelandet ist? Nach rechts, in die Zukunft gerichtet ist der Blick. Aus der Zukunft heranschwebend sein Glück? Wie auch immer: der zugefallene Schatz der Gaben will beachtet und gepflegt und genutzt werden.

Das ist eine Verpflichtung. Tut man es nicht, macht man sich schuldig als Jemand, der seine Anlagen nicht nutzte, seine Talente vergeudete. „Du sollst mit deinen Talenten wuchern! Tust du es nicht, bist du ein fauler Knecht und wirst in die Finsternis verbannt.“ So heißt es im biblischen Gleichnis (*). Das Thema ist also durchaus angstbesetzt. Ich glaube, das ist auf der neurografischen Zeichnung zur Junikarte ausgedrückt.“

(*) Das Gleichnis von den Talenten, mit denen man wuchern soll, wird im Neuen Testament gleich zweimal erzählt. Es ist eine Geschichte, die schwer zu verdauen ist. Bei Matthäus beginnt sie so:  Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. (Talent = griechische Maßeinheit, ca 26 kg Silber entsprechend).  Zwei der Diener verdoppeln  in der Abwesenheit ihres Herrn den anvertrauten Betrag, der Dritte aber fürchtet, etwas falsch zu machen, und vergräbt ihn aus Angst vor Strafe. „Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.“ – Sein Herr antwortete ihm: „Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis!“

Dann aber entschloss ich mich, das Thema im November anders aufzufassen, und schrieb: Im November aber will ich unbeschwerter damit umgehen. Gaben fließen uns täglich neu zu. Wir brauchen nur die Hände und die Sinne zu öffnen, um den Reichtum des Lebens zu fühlen und zu genießen. 

Und so machte ich damals eine neue neurografische Zeichnung der Karte, die für den November gelten sollte:

Nach der recht strengen Disziplin, der ich mich im Sommer unterwarf (zwei Ausstellungen auszurichten, ist ohne solche Disziplin nicht möglich), gehe ich dem November entspannt entgegen. Ich will freundlich empfangen, was er mir zu bringen hat, und das Beste draus machen.

Im übrigen gilt es, das durch die Ausstellungen Gewonnene nun auch mit leichter Hand an die weiterzugeben, denen es Erleichterung und Freude verschafft.  „Mit leichter Hand“ – darauf kommt es beim Verschenken ja an! Und auch das will geübt sein.

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Novemberleuchten mit Steinegarten (3): Nachklang

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Ein letzter Blick in meine Ausstellung, die nun abgeräumt ist. Gestern kehrte ich in die Mani zurück, bereichert mit vielen Begegnungen, Eindrücken und auch finanziellen Mitteln, um die Aktion „Kunst hilft“ weiterzuführen.

Vase und Rosen aus ihrem Garten brachte mir Freundin Ingrid S, die in Koroni lebt. Das Bild mit den Flaschen und Vasen entstand im vergangenen Jahr, als Hommage an den italienischen Maler Giorgio Morandi.

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Archivbild der Woche: Vogelzüge

Heide von der Puzzleblume hat vorgeschlagen, jeden Sonntag ins Archiv hinabzusteigen, um etwas hervorzuholen, das mir an einem Tag wie diesem wichtig war.

Ich habe schon lange kein fotografisches Archiv mehr, denn das ging kaputt, als mein Datenträger auf den Boden fiel. Aber ich habe den Blog. Und so blättere ich von Jahr zu Jahr durch den Blog und schaue nach, was ich am 2. November postete. Die Entscheidung, was ich am Ende herausfische und erneut poste, ist gar nicht so einfach. Vieles habe ich vergessen und finde ich es nun attraktiv.

Heute entschloss ich mich, den 2. November des Jahres 2019 hervorzuholen, an dem ich eine abc-etüde mit Worten, die Ulli Gau gespendet hatte (Vogelzüge, schwingen, ängstlich) schrieb, dazu auch ein Legebild in etlichen digital bearbeiteten Varianten als Collage veröffentlichte (hier). Warum gerade dies? Weil mir der Text heute sehr gut gefällt. denn sind es nicht jetzt gerade wieder die Vogelschwärme, die sich zum großen Flug bereiten? Und wir? Tun wir es ihnen nach!

Lockruf

Wenn wir Menschen wie die Vögel
uns zum großen Flug bereiten
Suchen wir den rechten Ton
In der Harmonie der Sphären
Der uns hebt in die Gemeinschaft
Aller gleichgestimmten Seelen.

Immer suchen wir hinnieden
unsre Formation zu finden
Um sodann in kühnem Streben
In die Höhe uns zu schwingen.

Bleib zurück nicht, sei nicht ängstlich
Wenn die großen Vogelzüge
An dem Himmel sich formieren
Sei nicht mutlos, denn der Aufwind

und die wohl geneigten Winde
tragen dich, wohin die Seele
sich schon immer heimlich sehnte
wie nach einer fernen Heimat.

Freu dich, steige, gleite, fliege,
bis die dunklen Nebel weichen
und du in dem Licht der Sphären
wiederfindest dich und mich.

 

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Novemberleuchten mit Steinegarten (2): Weinfarbenes Meer

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

οἶνοψ πόντος (oinops pontos) „weinfarben“ nannte Homer das Meer. Das Wort „blau“ kommt als Meeresfarbe nicht vor. Drum rätseln die Gelehrten bis heute, ob das Meer damals anders aussah oder die Menschen andere Farben sahen als wir heutigen.

Als ich aber gestern von Koroni hinüberschaute zu unserer Küste, zu der ich heute zurückkehre, bestätigte sich ein weiteres Mal, wie genial Homer die Farbbezeichnung wählte. Besonders gegen den Horizont hin wird das Meer violett. Und genau das ist dies „Meer, das aussieht wie Wein“ (οἶνοψ / oinops ist zusammengesetzt aus oinos/Wein und ops/Aussehen, vergl. Optik).

Manche übersetzen das Wort mit „purpurfarben“, aber in Purpur ist doch sehr viel mehr Rot drin als in dem Violett unseres Meeres. Sei’s drum! Für mich leuchtet es οἶνοψ.

mehr dazu hier: https://gerdakazakou.com/2022/03/17/sandwellen-lichtwellen-und-ein-weinfarbenes-meer-kleine-beobachtungen/

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„Kunst hilft“ in Koroni – Abschluss.

Zehn Tage war ich in Koroni, um meine Ausstellung „Kunst hilft 3“ zu bewachen, mich mit vielen Besuchern aus aller Herren Länder zu unterhalten und auch einige meiner Bilder in den Kreislauf zu geben und im Austausch dafür Spenden für Menschen und Tiere in Not zu erhalten.

Die Bilder No 2 und 3 gehen nach München, die No 5 nach Schweden, die kleine farbige Zeichnung auf No 8 nach Wien, die No. 9 nach Athen, die anderen bleiben, soviel ich weiß, hier in der Gegend. In der Übersicht fehlen drei Aquarelle und zwei Miniaturen, die ich leider nicht fotografiert habe.

Allen Helfern, Kunstliebhabern und Spendern, die sich an dieser dritten Ausstellung „Kunst hilft“ beteiligt haben, sei herzlich gedankt! Nun geht es ans Abbauen und Heimfahren in die Mani.

Mit einem etwas melancholischen Blick nehme ich Abschied von diesen Räumen, die mir ein so schönes Ambiente für meine Bilder und viele gute Begegnungen geschenkt haben.

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Novemberleuchten mit Steinegarten: (1) Wasserglas

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

.Das Wasserglas auf dem runden Tischchen des Ausstellungsraums vor mir leuchtet in elegantem Novembergrau. Ein kleines bisschen Goldgelb durfte mit ins Bild.

 

 

 

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