Am Lykabettos (Zeichnung und Foto – Überblendung)

Am Fuß des Lykabettos spazierten wir heute, viele Stufen gings hinauf. Aber das lässt sich gut aushalten, wenn sich die schönen Ausblicke aneinanderreihen und sich über allem ein blau-weißer Himmel spannt. Recht weit oben machten wir ein Päuschen mit Kaffee und frisch bereitetem Obstsaft. Der Blick nach unten reizte mich, und so machte ich eine schnelle Skizze sowie ein Foto, nur um beide zu Hause zu überblenden. Was erwarte ich mir davon? Das Fotomotiv wird durch die Zeichnung ein wenig der Wirklichkeit entrückt, beginnt zu träumen und ein Eigenleben zu führen in den unbekannten Bereichen, die sich zwischen dem Notwendigen und dem Willkürlichen dehnen. So jedenfalls scheint es mir.

Wenn du genau hinschaust, siehst du, wie das Obergeschoss mit der Terrasse sich vom Gebäude löst und als Ausflugsboot in den blauweißen Himmel treibt.

Die Originale:

 

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Projekt ABC bei Wortman: T wie Tiramisu (und Treppensteigen)

2021-01-16 PROJEKT ABC (Wortman) Logo

Noch einmal: Das neue/alte Projekt ABC

Eben spazierte ich ein wenig in Bloghausen herum und stieß auf Puzzleblumes Beitrag zu Wortmans Projekt ABC: T wie Tische. Sie hängt hinterher, sagt sie – und holt nach. Was liegt da näher, als dass ich mich ihr anschließe und auch nachhole, zumal ich eben von einem köstlichen T wie Tiramisu gegessen habe? Und das kam so:

Nach einem Bummel am Lykabettos gingen Freundin E und ich in die Außengastronomie des Byzantinischen Museums, denn wir lieben beide den schönen Blick, die Ruhe und die leckeren kleinen Speisen. Der Kellner brachte uns zuerst zwei Gläser Weißwein und entleerte das eine – keiner begriff wie es geschah – mit Schwung über die Freundin. Wir lachten und entschuldigten ihn, aßen, sprachen über den Gegensatz von logischen Abläufen und Zufällen und was womöglich alles unbeachtet dazwischen liegt (nun ja, auch darüber sprachen wir), genossen unser Essen und unsere langjährige trotz großer zeitlicher Lücken immer lebendige Freundschaft.

Zum Schluss kamen als Wiedergutmachung für den unbestellten Weinguss zwei große Stücke Nachtisch. Ich bekam ein Tiramisu, grad recht um es hier in Wortmans ABC vorzustellen

Auch Freundin E fotografiert den Nachtisch

Natürlich hätte ich mit demselben, wenn nicht sogar mit größerem Recht das Wort T wie Treppen wählen können, denn jeder, der Athen und den Lykabettos kennt, weiß, dass nicht nur Tiramisu, sondern auch das Treppensteigen zum Athen-Genuss gehört. Meine erfahrungsgestützte Empfehlung ist, beides sinnvoll zu kombinieren.

Freundin E beim Treppensteigen am Lykabettos
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Tischlein deck dich (Überblendung)

Ich experimentiere weiterhin mit dem Überblenden von Foto und Zeichnung. Diesmal ist es eine Szene, die für die Plaka typisch sein dürfte: ein runder Restaurant-Tisch vor einer gedeckten Terrasse, links ganz oben wird ein weiterer Balkon sichtbar – und im Zentrum der weite Blick bis hinüber zum Lykabettos.

Für dieses Bild habe ich ein Foto und eine Handzeichnung derselben Szene im Bearbeitungsprogramm übereinander gelegt und halb transparent gemacht, zudem die Striche der Zeichnung verstärkt.

Hier mag ich auch die Schwarz-Weiß-Fassung.

Die Originale:

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Blaues Haus in der Plaka – mit Zeichnung überblendetes Foto

Hab ich es mal wieder versucht: ein Motiv, das mich reizte, zu zeichnen und zu fotografieren und beide dann halbtransparent ineinander wirken zu lassen.

Die beiden Originale will ich dir nicht vorenthalten:

 

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Das Boot Elizabeth (Royusch, Fotochallenge)

In Olas Blog sah ich ein sehr schönes sw-Foto eines Bootes, und las, dass auf dem Blog von Royusch ein Foto-Challenge existiert, wo eben dies Thema aktuell sei. Als Liebhaberin jeder Art von Booten und Schiffen möchte ich dies zum Anlass nehmen, noch einmal ein Foto von Elizabeth zu zeigen. Das Boot dieses Namens beobachte ich seit dem Jahr 2010, und fotografierte alljährlich, wie es langsam zerfiel und die Mittagsblumen es überwucherten.

Dies war Elizabeth, über  die ich sonst nichts weiß, im Jahr 2017.

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Muster und Funktionen erkennen (kleine Beobachtungen)

Vor einem Gemüseladen parken und warten, dass der Ehemann seine Einkäufe drinnen beendet – was soll ich inzwischen tun? Das Muster auf der Markise betrachten. Es ist irgendwie seriell aufgebaut, aber wie?

Mein Auge wandert von Weintraube zu Weintraube, überspringt zwei Reihen, wo dasselbe Motiv wieder erscheint, aber eine Ordnung will sich nicht erschließen. Da bleibt nur: Aussteigen und das Ganze in Augenschein nehmen.

Ach so! Und wer kann mir den Algorithmus schreiben, der dies Muster hervorbrachte?

Um was für eine Markisenart er sich hier wohl handelt? Auch das ging mir durch den Kopf, aber die Antwort fand ich erst zu Hause bei Tante Wiki. Es gibt, so erfuhr ich, Roll-, Falt- und Fest-Markisen, Diese hier, mit dem verwirrenden Weintraubenaufdruck, gehört offenbar zur letzteren Art. und zwar zur Unterkategorie der „Fallmarkise, die ihrerseit „der Fallarmmarkise (ähnelt), nur mit dem Unterschied, dass das Tuch, geführt von Führungsseilen oder -stangen, senkrecht nach unten läuft. Das Gewicht des Ausfallprofils, das am Ende des Tuches sitzt, reicht aus, um das Tuch nach unten zu ziehen.“

Und damit auch das noch geklärt wird: „Die Fallarmmarkise ist eine einfache Roll-Markisen-Konstruktion ….Das Tuch befindet sich auf einer Tuchwelle und wird durch zwei oder mehr Arme, die am unteren Ende des Ausfallprofils befestigt sind, zum Ausfall gebracht. Durch Druckfedern in oder an den Armen wird die benötigte Zugkraft aufgebracht. Je nach Länge und Anbringungshöhe der Fallarme kann der Schwenkbereich zwischen 90 und 140 Grad liegen. Bei Schwenkbereichen über 140 bis 180 Grad werden die Ziehkräfte, die nötig sind, um die gestreckten Arme wieder zu beugen, extrem hoch. Die Bespannung (das Markisentuch) könnte dadurch Schaden nehmen, weil die Nähte bei so großen Neigungswinkeln sehr stark belastet würden. Die Markise kann elektrisch mittels eines in der Tuchwelle liegenden Rohrmotors oder manuell über Getriebe und Kurbel bedient werden.

Immer wieder erstaunt mich, wieviel Spezialwissen in allem und jedem steckt, was Menschen anfertigen, um sich und mir das Leben zu erleichtern. Meistens gehe ich ja achtlos dran vorbei, aber wenn ich gezwungen bin, vor einem Gemüseladen zu warten, kann ich ja auch mal hinschauen. oder?

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In der Plaka (Athenmosaik)

Wer Athen kennt, kennt auch die Plaka, denn dort schlägt das Herz der alten Stadt. Steile Treppen, kleine Plätze, enge Gassen, alte Gemäuer, Tavernen und andere gastronomische Etablissements, Kirchen, Andenken, Klamotten, bummelnde Menschen, viele bummelnde Menschen, Sprachvielfalt, und über allem, zwischen den Häusern, über den Dächern immer wieder ein Stück Akropolis.

Da war ich heute: in der Plaka. Hab meinen Widerwillen gegen das Maskentheater zu Hause gelassen und hab mich auf die Socken gemacht. Denn ich war eingeladen zu einer Kindstaufe. Von wem? Nun, von Julia, deren Einträge in ihrem schönen Blog „Athenmosaik“ selten geworden sind. Keine Zeit. Ihr Sprössling  ist wichtiger. Kann ich verstehen. Blauäugig ist der Kleine – und das bei zwei glutäugigen Eltern. Es gibt da aber eine Oma väterlicherweits, eine charmante Dame von 93, die hat blaue lustige Augen, daher wird er es wohl haben.

Die Feier fand in einer alten Kirche der Plaka statt: Panagia Hrissokastriotissa heißt sie, gebaut wurde sie im 12. Jahrhundert, auf den Fundamenten – wie könnte es anders sein – eines antiken Tempels, der Hestia, der Göttin des Herdfeuers gewidmet war. Den Täufling und seine glücklichen Eltern, Großeltern, Tanten, Onkel, Paten, Gratulanten möchte ich hier nicht abkonterfeien  Der Kater, der den noch leeren Kirchenraum und das goldene Taufbecken inspizierte, möge sie stellvertreten.

Dass all die Kirchen unterhalb der Akropolis auf antiken Fundamenten stehen und oft genug Spolien eingebaut wurden, versteht sich von selbst. Aber nicht immer wird man so deutlich mit der Nase drauf gestoßen wie in diesem Klosterhof, dem ich danach einen Besuch abstattete.

Schaut man nach oben, um auch die Kuppeln der Kirche zu betrachten, hat man prompt ein Stück Akropolis mit im Blick. Und das liebe ich so an Athen: dass die Geschichte so tief verwurzelt ist und auch im Alltagsleben niemals ganz in Vergessenheit gerät.

Sehr genossen habe ich diesen Stadtbummel unter leicht verhangenem Himmel, und so werde ich wohl doch ein paarmal ins Zentrum fahren, auch wenn ich die Museen nicht betreten darf. Was soll’s! Die ganze Stadt ist ein lebendiges Museum. Und dann gibt es ja auch die Kirchen mit ihren weit geöffneten Türen, die einem müden Stadtwanderer notfalls Asyl gewähren.

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Name gesucht

Heute sah ich diesen prächtigen Baum, der zweierlei Blüten- bzw Fruchtstände trägt. Wer weiß, wie er heißt?

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Hände, Füße (kleine Beobachtungen)

Vorhin sah ich neben Mülltonnen vier gerahmte Fotos, das Glas verschmutzt und zerbrochen. Die Thematik war ungewöhnlich, und ich dachte: wer war es wohl, der sie rahmte und die Wohnung damit schmückte? Es tat mir leid um sie.

Zu sehen gab es: eine gespreizte Hand, die sich gegen etwas Rundes streckt. Die Hand ist weich, wohl die eines Kindes?

Vier Füße, die sich mit den Sohlen anschauen. Zwei Füße gehören einem oder einer Erwachsenen, die anderen beiden wohl dem Kind.  Letztere sind aufgeregt gekrümmt, scheinen in Spannung zwischen Berühren und Vermeiden zu sein, während die großen Füße gelassen daliegen und auf die Berührung warten.

Zwei kindliche Hände, sie greifen in die Luft, bilden die Form einer Blüte. Vielleicht fangen sie Regen auf?

Und wieder die kindlichen Füße, jetzt gemütlich überkreuzt, vertrauensvoll, weich.

Wem auch immer diese Füße gehören oder gehört haben: Möge ihr Weg leicht (gewesen) sein.

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Zimmerreise: V wie Vermischtes

2021-10-15 Einladung f. Zimmerreisen 11-2021 mit V+Whttps://puzzleblume.wordpress.com/2021/10/15/einladung-zu-den-zimmerreisen-11-2021/2021-10-15-einladung-f-zimmerreisen-11-2021-mit-vw/#main

Heide von der Puzzleblume hat die neue Zimmerreisenrunde ausgerufen. Gefragt sind nun die Buchstaben V und W. Als erstes fiel mein Blick auf den Schreibtisch: „Vermischtes“ sah ich.

Wie sehr vermischt ist, was sich da herumtreibt, wurde mir dann noch klarer, als ich versuchte, es zu zeichnen. Ein Tohuwabohu von Formen, sich überscheidenden Linien, Farben, Größenverhältnissen.

Heide, verzeih, Ich weiß, du magst solche Unordnung nicht.  Ob sich wohl mehr Ordnung herstellen würde, wenn ich das Foto mit der Zeichnung überblendete? Es war einen Versuch wert. Mit ein bisschen Geschiebe und Gezerre ließen sich die beiden Darstellungen fast zur Deckung bringen.

Ich verfremdete die Zeichnung ein wenig und beschnitt sie. Ordentlicher ist das Bild dadurch ja nicht geworden, aber atmosphärischer, finde ich.

Zum Inhalt sollte ich vielleicht noch anmerken: „Vermischtes“ ist es auf eine besonders erfreuliche Weise. Unser Sohn ist zu Besuch, und da er sein Home-Office von meinem Schreibtisch aus betreibt, befindet sich dort ungewohntes Gerät: ein Ständer, auf dem sein Labtop thront, und eine Extra-Tastatur. Alles andere – von der afrikanischen Plastik bis zum albanischen Kruzifix mit geschnitzten Engelchen, von der Bücherwand bis zu Lampe, Kerze, Dose und Döschen, Stiften, Bötchen und Bildern sind so, wie sie halt sind: Vermischtes in einem demokratisch gewachsenen Haushalt.

 

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