Hände, Füße (kleine Beobachtungen)

Vorhin sah ich neben Mülltonnen vier gerahmte Fotos, das Glas verschmutzt und zerbrochen. Die Thematik war ungewöhnlich, und ich dachte: wer war es wohl, der sie rahmte und die Wohnung damit schmückte? Es tat mir leid um sie.

Zu sehen gab es: eine gespreizte Hand, die sich gegen etwas Rundes streckt. Die Hand ist weich, wohl die eines Kindes?

Vier Füße, die sich mit den Sohlen anschauen. Zwei Füße gehören einem oder einer Erwachsenen, die anderen beiden wohl dem Kind.  Letztere sind aufgeregt gekrümmt, scheinen in Spannung zwischen Berühren und Vermeiden zu sein, während die großen Füße gelassen daliegen und auf die Berührung warten.

Zwei kindliche Hände, sie greifen in die Luft, bilden die Form einer Blüte. Vielleicht fangen sie Regen auf?

Und wieder die kindlichen Füße, jetzt gemütlich überkreuzt, vertrauensvoll, weich.

Wem auch immer diese Füße gehören oder gehört haben: Möge ihr Weg leicht (gewesen) sein.

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Leben, Psyche abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

10 Antworten zu Hände, Füße (kleine Beobachtungen)

  1. Gisela Benseler schreibt:

    Möge Segen darauf sein. 👐👋

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  2. nandalya schreibt:

    Ungewöhnlich (und) schön.

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  3. Pega Mund schreibt:

    berührend, diese fotos!
    i hab häufig die hände der kinder, mit denen i arbeitete, fotografiert; zum abschied, als erinnerung … hände sind unglaublich vielsagend …

    oh – und da fällt mir ein, ich schulde dir andernorts noch eine antwort, gerda!

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  4. Verwandlerin schreibt:

    Auch mich rührt das sehr an …

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  5. Oh, wieso wird so etwas Berührendes weggeworfen?
    Nicht mehr wichtig? Aber wieso denn nur?

    Gefällt 2 Personen

  6. Zunächst drängt sich einem eine traurige Geschichte auf. Dann aber denkt man an die Vielfalt der Möglichkeiten: ist die ehemalige Bildinhaberin vielleicht einfach nur Hebamme oder sonst mit Kindern beruflich verbunden und wurden die zweidimensionalen lieben Kleinen zu viel? Oder war’s eine überlebte Erinnerung an die eigene Kindheit?
    Und vor allem: das Kind dahinter bedarf des Schutzes, der hier bereit aus allen Kommentaren qulllt. Was schön ist. Aber nicht die Bilder, sondern das Kind selbst, das es sie vielleicht selbst weggeworfen hat…
    Aber ja, schriebe ich eine Geschichte zum Bild, so würde sie rührselig und traurig sein.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke für deine Interpretation. Auch ich kann mir viele Geschichten dazu denken -von traurig bis banal. Wahrscheinlich ist wohl, dass hier entrümpelt wurde: der Vorbesitzer ist entweder nicht mehr interessiert oder verstorben. Aber alle anderen Möglichkeiten bestehen ebenso.

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