
Weihnachtssorgen im August




eine Mär im Konjunktiv
Es war dem Fritz sein Freund, der Fuchs
Dem ans Herz die Angel wuchs.
Er quälte Fritz, bis Fritz erlaubte
Dass er die Angel, wie er glaubte
Wenn er sie nur ins Wasser hängte
Sich dort sofort ein Fischlein drängte
Um sich den Happen
Fix zu schnappen
ihn auch auffräße
Und schwupps festsäße.
Dann bräuchten sie nicht weit zu laufen
Um teuer einen Fisch zu kaufen
Er läge frisch
Gleich auf dem Tisch
Mit Kopf und Schwanz
Noch heil und ganz.
Doch kams nicht so.
Der Fisch entfloh
Und schwimmt nun froh
Im irgendwo
In Meeresweite
Gut Nacht, ihr Leute.
Dies ist mein Beitrag zu Wortmans Dienstag-Drabble. Danke für die Einladung und die Wörter: Angel – laufen – Herz! Die Schnipsel des Legebildes stammen von Jürgen Küster aka Buchalov.
Gestern stand ich an der Käsetheke im Supermarkt, darauf wartend, dass die anspruchsvolle Kundin vor mir ans Ende ihrer Einkaufsliste gelangte. Dabei fiel mir die Verkäuferin hinter der Theke auf: eine kleine sanfte Frau, sehr ernst, doch über ihr müdes Gesicht huschte stets ein warmes Lächeln, wenn sie nach dem nächsten Wunsch fragte. Dieses Lächeln bezauberte mich, und ich dachte: was sind diese Frauen hinter der Theke doch für Heldinnen! Besonders in der Zeit „rund um Weihnachten„, wo andere über die Hetzerei klagen, müssen sie ihre familiären Vorbereitungen mit den Extrabelastungen im Beruf unter einen Hut bringen, und schaffen es dennoch, freundlich zu lächeln.
Ihr Lächeln konnte ich nicht erhaschen, als ich sie heimlich fotografierte. Ich hoffe, jeder versteht, dass ich es mit größtem Respekt tat, in der Absicht, sie zu ehren und die abgehetzten KundInnen zu ermahnen, etwas mehr Geduld zu haben.
Natürlich fiel mir auch meine Legebildgeschichte von Emma ein, die an der Käsetheke arbeitet. Ich liebe diese Geschichte, die ich im Rahmen von Juttas Geschichtengenerator schrieb. Es sind etliche Einträge, einen möchte ich hier verlinken: https://gerdakazakou.com/2016/04/06/geschichtengenerator-emma-ka-und-emma-lo-an-der-kaesetheke/ Viel Vergnügen beim Lesen!
Rund um Weihnachten wird der Strand unterhalb unseres Dorfes wenig besucht, zumal die meisten Lokale geschlossen sind. Doch die Steine lieben gerade diese Jahreszeit besonders und lassen sich von den Wellen auf die verlassenen Strände spülen, wo sie gern Wälle bilden und den Durchgang für vielleicht doch erscheinende Strandbesucher erschweren.
Gegenwärtig ist schönes ruhiges Wetter und die Steine sonnen sich. Auf einem herbstlichen Foto kann man sehen, wie sie begannen, die Terrasse der Pizzaria (wie oben) zu belagern.

28. Oktober 2020
Nach vollendetem Werk sieht es dann so aus:

24. Februar 2024
oder auch so:

Im Frühjahr wird die Herrschaft des Gerölls beendet: es wird beiseitegeschafft, damit Tische und Stühle wieder Platz haben.
Übrigens hält die Taverne „Der Felsen“ auch jetzt die Stellung: Sie verteidigt sich tapfer gegen anstürmende Wellen und abstürzende Steilwände. Ich ging gestern vorbei und sah, dass ein paar Tische gedeckt waren, auf Gäste wartend. Dahinter ist ein Durchgang zum nächsten Strand, der wegen Steinschlaggefahr gesperrt ist.
Wie es im Sommer aussieht, siehst du hier.
In der Taverne werden immer als erstes das Papier-Tischtuch, die gefüllte Wasserkaraffe, die Wassergläser, der Serviettenständer mit Salz- und Pfefferstreuer und der Brotkorb mit Brot und Bestecken gebracht. Ich liebe dieses Ritual sehr. Am schönsten ist es, wenn das Sonnenlicht durch die geputzten Wassergläser fällt und ich die Lichtreflexe auf dem Tischtuch beobachten kann.
Bis das Essen kommt, ist genug Zeit, um ein bisschen zu spielen und zu beobachten. Wie kommt wohl das komplizierte Lichtmuster zustande? Die Gläser sind ja ganz einfach quergestreift!
Ich gieße in das eine Glas Wasser und stelle es neben das andere. Das entstehende Lichtspiel erstaunt mich: Das Wasser bricht das Licht in weichen Wellenlinien und bringt das komplizierte Muster des Glases zum Verschwinden.
Auch fällt mir die starke Fokussierung des Lichts im Wasser auf. Ich stelle ein Weinglas dazu und finde hier sogar noch eine stärkere Fokussierung:
Die Colaflasche, die mein Mann bestellt hat, bündelt das Licht noch mal in anderer Weise.
Ich kann mich an solchen Lichtspielen nicht sattsehen. Fast wie Weihnachten! Dies ist mein heutiger Beitrag zu Amoraks Dezember-Challenge.
Heute morgen war ich, wie jeden Samstag, am Meeresstrand, um mit Freundinnen den paneurythmischen Tanz von Petar Donev zu tanzen. Ich war etwas zu früh da. Auf dem leeren Strand würde ich einen Steinkreis legen, eine Freundin würde Blüten und Zweiglein mitbringen, um den Steinkreis zu verschönern. Und dann würden wir zur Musik aus dem Kasettenrecorder den schönen alten Rundtanz tanzen, um uns mit der Erde, den Menschen und dem gesamten Kosmos in Liebe zu verbinden. Die Tradition des Tanzes reicht bis zu Orpheus und Apollon zurück. Es ist ein Sonnentanz.
Als der Tanz endete, hatten sich die Wolken verzogen, und der Himmel war strahlend blau. Schwimmen ging ich aber trotzdem nicht.
Dies ist mein heutiger Beitrag zu Amoraks Dezember-Challenge.
Gestern abend habe ich noch ein wenig mit den Schraffuren weitergespielt. Diesmal versuchte ich nicht, Objekte abzubilden, sondern ließ meiner Fantasie freien Raum. Anregungen nahm ich von Ecken und Winkeln, Rundungen und Geraden des Raums. Ein Teil des Bildes wurde durch eine menschliche Silhouette ausgefüllt. Außerdem nahm eine schlafende Katze im rechten Vordergrund Platz. 
Ich nahm dann die Aquarellstifte (wie Buntstifte, ohne Wasser) zum Kolorieren. Leider ist das „Fenster“ schief geworden, und auch sonst ist der Aufbau des Bildes nicht sehr überzeugend. Ich glaube, ich werde noch ein bisschen experimentieren. Die Technik wäre für Märchenbücher recht gut geeignet.
Heute, als ich träge herumlag, fiel mein Auge auf ein dickes Buch im Regal: „Art at the Turn of the Millenium“ heißt es und wurde bei Taschen verlegt. Darin sind 137 Künstler Europas und der USA mit Werken vertreten, die in den letzten zwei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts entstanden. Die Künstler waren damals noch recht jung, aber bereits auf dem internationalen Kunstmarkt präsent. Ziel des Buches war es herauszustellen, wohin sich die Kunst in der Folgezeit wahrscheinlich entwickeln würde.
Ich schaue mir gern Kunstbücher an, wenn mir nichts einfällt. Vielleicht inspiriert mich irgendwas darin. Aber ach! Hier war wirklich nichts, was mich inspirierte, zumal die Malerei so gut wie abwesend war. Stattdessen möglichst absurde, provokative und teilweise auch widerwärtige Installationen, Happenings und Fotografien, sehr wenige Bildhauer und Maler. Nun ja, ich bin vielleicht ungerecht, denn ich habe mir nicht sehr viel Zeit genommen. Inspiration Null.
Also nahm ich meinen Stift und meinen Block und zeichnete die Teetasse mitsamt einer durchsichtigen Tüte mit Studentenfutter und dem Buch. Eine Wirkung hatte dieser schnelle Kontakt mit der Kunstwelt da draußen immerhin: ich experimentierte mit der Schraffur.
„Rund um Weihnachten“ erwartet man sie ja nicht unbedingt. Und so sah ich zwar den Schmetterling, konnte ihn aber nicht ablichten. Eine der Bienen und eine schöne Hummel erwischte ich aber, als sie sich an den Rosen und Geranien delektierten.
Die Biene an der Rose
Ich hoffe, du kannst die Blütenbesucher erkennen und glaubst mir, dass die Fotos vom 11. Dezember dieses Jahres sind.
Rund um Weihnachten fällt der erste Schnee auf dem Taygetosgebirge. Dann leuchtet der Dreiecksgipfel der „Pyramide“ (Profitis Ilias, 2405 m) weiß zu uns herüber. Oder auch rosa wie gestern, um 5.18 Uhr am Nachmittag.
Nicht der dicke zerklüftete Gipfel links, sondern kaum sichtbar das feine Dreieck rechts davon ist der „Prophet Elias“*, der höchste Berg der Peloponnes und der dreizehnte Griechenlands.
Das rosa Licht breitete sich über den ganzen Himmel …
und das Meer aus.
In manchen Jahren ist der erste Schneefall früher und heftiger, und das ganze Gebirgsmassiv wird schon im November weiß eingehüllt.

25-11-2022, herangezoomt
Richtig schneien tut es aber erst im Januar und Februar. Der Schnee bleibt in den Höhen dann bis in den April und manchmal auch den Mai hinein liegen.
*Προφήτης Ηλίας (Prophet Elias) heißen hier die meisten höchsten Gipfel. Ich vermute, dass Elias mit dem Sonnengott Ήλιος (Helios) gleichgesetzt bzw verwechselt wurde. Das Wort ist in griechischer Schreibweise ja fast identisch (ΗΛΙΑΣ – ΗΛΙΟΣ), zumal früher nur Großbuchstaben verwendet und keine Akzente gesetzt wurden. Dem Propheten wurde Unsterblichkeit und eine spektakuläre Himmelfahrt in einem