Impulswerkstatt, Bild 3: gebrochene parallele Wellenlinien

Dein drittes Foto, liebe Myriade, bleibt rätselhaft, besticht aber durch die elegante Wirkung der parallelen wellenartigen Linien, die sich bündeln, aufblähen und überschlagen. Im Laufe meiner zeichnerischen Versuche habe auch ich mich immer wieder mit der Wirkung solcher Lineamente befasst.

Eine leichte Dünung:

Wenn da der Wind reinfährt oder ein Hindernis am Boden die Bewegung stört, brechen und verschlingen sich die Linien …

überschlagen sich wohl auch und bilden kleine hüpfende Schaumkronen.

Diesem Spiel der Wellen, das durch leichte Störung erzeugt wird, zuzuschauen, ist eine meiner Lieblingsbeschäftigungen.

Wie solche gestörten Wellen auch in Holz zu beobachten sind, habe ich schon gelegentlich gezeigt.

Ich könnte noch viele solcher Zeichnungen und Fotos hier einfügen, will es aber bei einer letzten Zeichnung belassen: Wellen bei Sonnenaufgang

 

Veröffentlicht unter Fotografie, Impulswerkstatt, kleine Beobachtungen, Leben, Meine Kunst, Natur, Vom Meere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 6 Kommentare

Alltägliches Zeichnen mit Juricka (9): Kerze und Glas

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Noch einmal habe ich eine kerze angezündet, um sie zusammen mit meinem leeren Weinglas zu zeichnen. Außer der Kerze hatte ich auch die Schreibtischlampe als Beleuchtung.

Im Vergleich:

Veröffentlicht unter Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Spazieren im Oktoberlicht

Endlich kann ich wieder, ohne gleich ins Schwitzen zu geraten, größere Spaziergänge machen! So ging ich gestern und heute nachmittag querfeldein zum Einkaufen ins Nachbardorf. Hin und zurück sind das ungefähr drei Kilometer. Der Feldweg ist steil und sehr ausgewaschen, man muss schon festes Schuhwerk anziehen und beim Gehen auf seine Füße achten.

Aber welche Freude! Die ersten Zyklamen zeigen ihre reizenden Schräubchen-Blüten.

Die hochstieligen Meereszwiebeln öffnen ihre Sternblüten abschnittweise entlang des konischen Blütenstandes.

Besonders reizend finde ich sie, wenn sie mir aus dem dunklen Grund der Olivenhaine hervorleuchten.

Apropos Olivenhaine! Ein Extra-Bild für Christiane und andere Liebhaber dieser wunderbaren Bäume!

Die Olivenbäume sind immergrün, sie wechseln ihre Blätter wie die Katzen ihr Fell: ein paar Blätter verwelken und fallen ab, andere wachsen nach.

Unten an der Landstraße fand ich reife Brombeeren und erntete ein paar.

Gleichzeitig mit den reifen tragen die wilden Sträucher schon vertrocknete und noch unreife Früchte und sogar Blüten. Auch sie kennen keine Jahreszeiten.

Schön wars!

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten | Verschlagwortet mit , , , , , , | 12 Kommentare

Dienstags-Drabble am Mittwoch. Der Herbst kommt nun mit Macht

 

Der Herbst kommt nun mit Macht

 

Der Herbst kommt nun mit Macht

Nimm dich in Acht!

 

Er kommt mit Heulen und mit Brausen

damit vertreibt er alle Flausen

 

bis schließlich an dem schwarzen Ast

nichts mehr dran hängt, und keine Last

 

den Ast beschwert.

Wer jetzt begehrt

 

dass man ihn bitte schön saniert

damit er bleibt, hat nichts kapiert. 

 

Der Herbst ist leider gar nicht nett

zu dem, der alles wünscht adrett

 

und säuberlich bewahrt zu sehn

Denn er weiß eins: du musst jetzt gehn!

 

Die Zeit ist rum, die dir geborgt,

du wirst erbarmungslos entsorgt,

 

Damit im Frühjahr Neues sprießt. 

Schon Heraklit erkannte: Alles fließt.

 

Dies ist mein zweites 100-Wort-Kata-Strophen-Drabble zu den Wörtern, die Heide von der Puzzleblume für die vergangene Drabble-Runde aussuchte. Ich musste die gestern zerschnippelte Collage unbedingt noch für ein zweites Legebild verwenden, und wo ein Schnipselbild, da sind auch Kata-Strophen.

Veröffentlicht unter Drabble, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Natur, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , | 2 Kommentare

Alltägliches Zeichnen mit Juricka (8): Kaktus und Schreibtisch mit Kerzenlicht

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Heute hat es nicht geregnet, und ich war auch draußen, habe sogar einen großen Spaziergang im Wind gemacht und natürlich auch fotografiert (letzte Kaktusknospen am Strand)

Gezeichnet aber habe ich zu Hause, zumal mir die Nase läuft. Wieder nahm ich mir das Sammelsurium auf dem Schreibtisch vor, diesmal angereichert durch eine brennende Kerze.

Ich hatte ja festgestellt, dass das gemisch von Tageslicht und Lampenlicht ganz anders auf mich wirkt als Lampenlicht pur, und überlegte, wie so ein Stillleben wohl bei Kerzenlicht ausschauen würde. Also stellte ich, als es dunkel war, eine brennende Kerze auf den Schreibtisch und löschte die Lampe. Doch leider: Ich sah weder das Zeichenblatt noch die Buntstifte, nicht mal meine eigene Hand konnte ich erkennen. Offenbar brauchten die Maler vor der Erfindung des elektrischen Stroms weit mehr als nur eine Kerze, um des Nachts ihre Bilder zu malen.

Notgedrungen schaltete ich das Licht wieder an, ließ die Kerze aber brennen und machte sie zum Thema meiner Zeichnung. Die Kerze hatte eine wohltuende Wirkung auf meine Nerven, ich zeichnete ruhig und zart mit blauem Kugelschreiber. Nur das Wasserglas mit all den Brechungen verwirrte mich. Morgen werde ich nur dieses Glas zeichnen…

Mir gefiel die blaue Zeichnung recht gut, doch zeichnete ich nun mit Buntstiften und dickem schwarzem Filzstift weiter, um sie der laufenden Serie anzupassen.

 

Ich vergleiche die beiden nächtlichen Zeichnungen (a) bei Lampenlicht, (b) bei Kerzen- plus Lampenlicht, und frage mich: macht die Kerze einen Unterschied?

Zum Vergleich auch noch die Zeichnung (c) bei Tages- plus Lampenlicht

Veröffentlicht unter Fotografie, kleine Beobachtungen, Kunst, Leben, Meine Kunst, Methode, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 10 Kommentare

Dienstags-Drabble: Meditation über Abfallendes (kata-strophisch)

Dienstag ist Drabble-Time! Heide von der Puzzleblume hat diesmal die drei Wörter Macht, sanieren, nett vorgegeben. Drum herum ist ein Text von genau 100 Wörtern zu bauen.

Der Text ist wie gewöhnlich kata-strophisch und nicht ganz ernst zu nehmen. Angeregt wurde er durch den Anblick von drei „Abfällen“ lebender Organismen. Laub – Haar – Gefieder, die ich auf dem Deckel des Buntstiftkastens zu einem Legebild arrangierte.

Assemblage mit Feder, Blatt und Haar

Herbstliche Meditation über Abfallendes

 

Die Blätter an dem Baum sind gelbe

Und im Gesicht vermehrn sich Falten

Ich bin schon nicht mehr ganz dieselbe

Und keine Macht kann das aufhalten

 

Ein Vogel ließ mal los ne Feder

Ich hob sie auf, ich fand sie nett

Ne Elsternfeder hat nicht jeder

Sie schmückt seither mein Fensterbrett.

 

Mein Haar ist grau und silberweiß

Ich stutzte es mit einer Scher

Das Dumme ist, dass ich schon weiß

Hier lässt sich nichts sanieren mehr.

 

Dem Vogel werden Federn sprießen

Dem Baum wird neues Laub entstehn

Die Blume wächst, die wir begießen

Doch ich werd samt dem Haar vergehn.

Collage mit früheren Selbstportraits

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Autobiografisches, Collage, Drabble, Fotografie, Katastrophe, Kunst, Leben, Legearbeiten, Materialien, Meine Kunst, Natur, Philosophie, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 11 Kommentare

Alltägliches Zeichnen mit „herbstzeitlos“ (Juricka): (7) Schreibtisch-Sammelsurium im Hochformat

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

In der Nacht habe ich noch einmal das Schreibtisch-Sammelsurium gezeichnet, diesmal im Hochformat.

Der Vergleich mit der gestrigen, bei Tages- und Lampenlicht angefertigten Zeichnung macht deutlich, wie stark sich die Lichtverhältnisse auf meine Verwendung des Schwarz und die Intensität der Farben auswirken. Am Tage ist alles harmonischer miteinander verbunden und leicht blaustichig, in der Nacht bei Lampenlicht stellt sich alles in starken Kontrasten dar.

Wie anders hätten Maler dieselbe Szene unter Kerzenlicht dargestellt!

Veröffentlicht unter Farben, kleine Beobachtungen, Kunst, Leben, Materialien, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 5 Kommentare

Alltägliches Zeichnen mit „herbstzeitlos“ (Juricka): (6) Tasse, Gläser und mehr

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. Ich möchte mich da mit einer Variante anschließen: Etwas vom Oktober, was mir am Tage Eindruck machte, will ich zeichnerisch festhalten. So bringe ich zwei meiner Rubriken in einer zusammen: Jurickas „herbstzeitlos“ und mein „alltägliches Zeichnen“.

Nun also doch noch eine „alltägliche Zeichnung“ unter dem Oktoberlicht. Es regnet heute schon den ganzen Tag, und da ist es am besten, sich noch einmal an einem Schreibtisch-Ensemble zu versuchen.

Wieder benutzte ich außer den Bunt- und Aquarellstiften den dicken schwarzen Filzstift, doch lockerer als zuvor. Darin macht sich der Einfluss des gestrigen und vorgestrigen Draußen-Zeichnens bemerkbar.

Die heutige Zeichnung ist im Vergleich mit den bisherigen Schreibtisch-Zeichnungen viel „luftiger“, vielleicht auch, weil ich sie bei gemischtem Tages- und Lampenlicht und nicht in der Nacht anfertigte.

Veröffentlicht unter Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , | 9 Kommentare

Herbstzeitlos (Juricka) – Fotografie: Oktoberwölkchen

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt….

Tja, mit dem regelmäßigen frühen Zeichnen wird es nichts, also werde ich mich je nachdem mit Foto oder Zeichnung beteiligen. Das war gestern mittag. Heute regnet es.

Veröffentlicht unter Fotografie, Leben, Natur, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , , | 5 Kommentare

abc-etüde: Der Marktschreier (kata-strophisch)

Die Wörter, die Ludwig Zeidler für Christianes abc-Etüden eingefallen sind, sind wunderbar schräg, also genau das, was eine Kata-strophen-Dichterin und Schnipselbildlegerin  wie ich braucht. Einen ersten Anlauf habe ich heute gemacht. Erst legte ich die Bilder aus einer frisch zerschnittenem Collage-Arbeit, dann schrieb ich die Kata-Strophen. Diezu verwendenden Wörter

Gastrogauner
psychedelisch
bersten.

 

Der Marktschreier

 

Tretet näher, kommt heran

Dass ich zeig euch, was ich kann!

Hier seht ihr, was sonst hinnieden

Nur sehr wenigen beschieden

 

Denn in diesem Suppentopf

Der gleicht einem Totenkopf

Filtre ich aus frischen Pflanzen

Psychedelische Substanzen

 

Wer von diesem Trank gekostet

Und mir damit zugeprostet

Fühlt sogleich, dass er genesen

Fühlt, wie sich ein starkes Wesen

 

In dem müden Corpus rührt.

Kommt nur näher, nicht geziert!

Komm du bleicher dünner Mann

Schau dir deine Zukunft an!

 

Willst du, dass dein Schwanz wird länger?

Möchtst singen wie ein Opernsänger?

Wünschst du neue Manneskraft?

Willst du den Busen frisch gestrafft??

 

Komm trink, sei du gleich von den Ersten

Du wirst von neuer Tatkraft bersten

Komm traue dich, sei kurz entschlossen

Denn wer von meinem Trank genossen

 

Hats nie bereut. Bereut hat nur

Wer nicht getrunken und auf stur

Geschaltet hat, der blieb halt dumm

Und klein, verächtlich, blöd und stumm.

 

Doch wer sich traut, der wird sofort

Mit automatischem Transport

Ins Himmelreich hinaufgehoben

Statt unten bist du dann stets oben.

 

***

 

Hört nicht auf ihn, so schreit das Kind,

seid ihr denn wirklich dumm und blind?

Seht ihr nicht, dass der Mann betrügt

Und euch aufs albernste belügt?

 

Ein Gastrogauner ist der Mann

Ich seh’s ihm an der Nase an!

Mit süßen Worten tut er werben

Um euch am Ende zu verderben!

 

***

 

Das Kind spricht weise, ei der Daus!

Mir scheint, das Kind, das kennt sich aus.

Wer leichte Lösungen verspricht

Ist selbst auf Herrschaft meist erpicht.

 

 

Veröffentlicht unter abc etüden, die schöne Welt des Scheins, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , | 12 Kommentare