Gestern abend war ich endlich mal wieder zum Modellzeichnen in Kalamata. Ein mir noch unbekannter Mann saß Modell. Große Zeichenpappe war nicht da, also zeichnete ich in einem kleinen Block.
Portrait im Profil, weicher Bleistift (B4)
Gestern abend war ich endlich mal wieder zum Modellzeichnen in Kalamata. Ein mir noch unbekannter Mann saß Modell. Große Zeichenpappe war nicht da, also zeichnete ich in einem kleinen Block.
Portrait im Profil, weicher Bleistift (B4)
Rund um Weihnachten fallen die Blätter des Aprikosenbaums auf den Klee, die Geranien und den Weg. Das gehört einfach dazu, seit ich den Baum vor 24 Jahren pflanzte.
Die Krone unseres Aprikosenbaums hat inzwischen die Form eines großen weit geöffneten Fächers angenommen und beschützt unser Haus im Sommer vor der intensiven Sonneneinstrahlung mit vielen grünen Blättern.
Im Herbst, wenn die Oktoberstürme reinfahren und der Novemberregen runterprasselt, lichtet sich das dichte Laub. Es wird nicht mehr gebraucht. Immer mehr Blätter segeln zu Boden. Nicht alle haben es geschafft, goldgelb zu werden.
Und weil das jedes Jahr „rund um Weihnachten“ geschieht, habe ich auch frühere Fotos herausgesucht:

16-12-2020

16-12-2020

10-1-2024

12-12-2016

12-12-2016
Am 10-1-2023 sah der Baum dann so aus:

Dieses Blatt zeichnete ich am 9-12-2024

und jenes, vorzeitig abgefallene am 1-10-2025
Wortmans Wortspende für die heutige Drabble-Runde lautet: Biene – gehen – Messer. Gefordert ist ein Text von genau 100 Wörtern. Die Überschrift zählt nicht mit.
Am Himmel leuchten hell die Sterne.
Am Horizont ganz in der Ferne
Erstrahlt das Licht vom Weihnachtsbaum.
Die Tiere dünkts, es wär ein Traum.
Sie ham sich auf den Weg gemacht
In dieser kalten Winternacht`
Sie wollen hin zum Lichte gehn
Und dieses Licht von Nahem sehn.
Die Schildkröt überholt den Hasen
Weil der fand schnell noch was zum Grasen
Die Biene summt, das Füchslein schleicht
Das Krokodil kommt auch vielleicht
Hat Zähne scharf wie Messer
Ist ein berühmter Fresser
Doch heute Nacht ist es ganz friedlich
Und findet selbst den Hasen niedlich
Man scherzt und lacht
Heut Nacht.
(Die Legebilder habe ich mit Schnipseln von Marie gemacht)
Ich ging in den hinteren Teil meines Gartens, um nach dem Christstern zu schauen und gegebenenfalls ein Foto für „Rund um Weihnachten“ zu machen. Er steht dort seit dem letzten Jahr. Zögerlich röten sich die grünen Blätter.
Da entdeckte ich an den Tomatenstauden eine ganze Menge grüner Tomaten. Ich band die Stauden, die, vom Starkregen niedergedrückt, teilweise auf dem Boden lagen, hoch.
Werden die Tomaten dem Christstern nacheifern und sich röten, oder soll ich sie als grüne Kugeln an den Weihnachtsbaum hängen?
Als ich mein letztes „Frauenportrait“ betrachtete, kam es mir so vor, als steckte darin ein Bild von mir selbst, als ich 24 war und mich für den AStA der Freien Universität (FU) bewarb. Dafür war ein offizielles Foto angefertigt worden, das, so dachte ich, womöglich in irgendwelchen Archiven der FU noch vorhanden war. Also schaute ich im internet nach. Das Foto fand ich zwar nicht, aber eine Dokumentation über eine Zeit, die meine Berliner Jahre umfasst (1963-67).
Diese Wiederbegegnung mit mir selbst in jener politisch so aufgeregten Zeit hatte eine sehr belebende Wirkung auf mich. Wie anders war diese Zeit – und wie gleich! Damals Vietnamkrieg, heute Ukrainekrieg, damals Kampf um Meinungsfreiheit, heute dito… Ich selbst stand am Anfang meines Lebens und stehe nun am Ende….
Aber schau selbst, falls es dich interessiert, wie damals die Protestbewegung der Studenten an der FU, die so viele Veränderungen im gesellschaftlichen Leben der BRD bewirkte, gesehen wurde. In zwei Szenen ganz gegen Ende (als Mitglied des neu gewählten AStA, mit Mütze und natürlich rauchend, und dann beim Telefonieren im AStA-Büro, 20.16) bin ich höchstpersönlich zu sehen.
Übrigens hatte ich ganz vergessen, dass die Seminarkritiken, die das AStA-Organ „FU-Spiegel“ veröffentlichte, einer der Hauptkonfliktpunkte war. Ich hatte die erste dieser Kritiken verfasst und war auch bereit gewesen, mit meinem Namen dafür einzustehen, aber der damalige Chefredakteur hielt das für unklug. Und tatsächlich wäre ich wohl relegiert worden (sprich: von der Uni geflogen), hätte mein Name unter dem Artikel gestanden. Der Inhalt von Seminaren war, anders als von Vorlesungen, Privateigentum des Lehrenden und durfte nicht öffentlich diskutiert werden. Der Streit zwischen AStA und FU-Leitung eskalierte dann wegen einer anderen Seminarkritik, und ich gestehe, dass ich die furiose Reaktion eines der betroffenen Professoren (Ernst Fraenkel, 1898–1975) heute sogar nachfühlen kann. Er, Jude und SPD-nah und nach einem langen wechselhaften Leben nun von linken Studenten in die rechte Ecke gestellt, fühlte sich an die Rollkomandos der SA erinnert (Interview in der BZ).
Es braucht wohl ein langes Leben, um die politischen Dinge von allen Seiten betrachten zu können…
Zehn Minuten nach 5 war es, als ich zwischen den Olivenbäumen die untergehende Sonne erblickte „Rund um Weihnachten“ bedeutet ja auch dies: Wir nähern uns rasant dem kürzesten Tag des Jahres, dem Wendepunkt, an dem nicht von ungefähr das Heilsgeschehen der Geburt des Kindes angenommen wurde.
Ein fünftes Portrait, diesmal in Mischmaschtechnik: Aquarellstifte und Bleistift. Merkwürdigerweise finde ich, dass ich mir hier ziemlich ähnlich sehe – so wie ich vor dreißig Jahren aussah. Offenbar habe ich den Satz meines Mannes („Du machst dich älter als du bist“) allzu ernst genommen.
Mit den Aquarellstiften komme ich noch nicht klar. Gestern schaute ich mir eine ganze Reihe von Videos mit „Anleitungen für Anfänger“ an, aber ich gebe zu, dass ich überhaupt keine Lust habe, mich mit so netten feinen Arbeiten zu befassen, wie ich sie da bewundern durfte.
Ich drehte heute unterhalb „unserer“ Taverne eine Runde am Meer, auf die ich euch gerne mitnehmen möchte.
Die geweißte Mauer unterhalb der Taverne ist mit wildem Wein überwuchert.
Im Geröllstrand hat sich ein kleines Palmenwäldchen entwickelt.
Es verblüfft mich immer wieder, wie diese Bäumchen dem Sturm und dem Salzwasser standhalten können.
Auf der grob aus Felsen gefügten Mole wachsen kleine Feigenbäume und schwächliche Eichen. Sie sind mit dem Gestein aus dem Flussbett des Sandova herübergesiedelt und haben sich hier verwurzelt.
Über den Bergen verdichten sich die Wolken, aber sie lösen sich bald wieder auf.
Ich nehme den Weg über einen schmalen Steig, den ich immer mit meinem Hund Tito ging. Das steinerne Treppchen ist zusammegebrochen und wurde durch eine stabile Eisenkonstruktion ersetzt.
Oberhalb liegt eine Kirche, die man über einen privaten Weg erreicht. Der Glockenturm steht extra.
Hinter der Kirche gibt es ein großes grün bewachsenes Rund – einen ehemaligen Dreschplatz. Niemand kommt hierher. Man hat einen schönen Blick auf die nächste Bucht und auf Kalamata…
und aufs Vorgebirge. Leider wird jenseits des Ortes tüchtig gebaut.
Ich sitze hier gern auf der Umfassungsmauer, vor mir den Abgrund und das Meer. Vielleicht nehme ich das nächste Mal den Zeichenblock mit. …
Die Weihnachtseule zeigte ich schon einmal, im Rahmen von Jurickas „Gingernillis„. Ich hole sie noch einmal hervor, damit Steinegartens Weihnachtseule sich nicht einsam fühlt.
