Tagebuch der Lustbarkeiten. Athener Weihnachtsdekor

Ich habe mich heute ins Athener Zentrum begeben. Bei der Gelegenheit sah ich eine große Ausstellung (davon werde ich noch erzählen), ein paar kleine Demonstrationen (neue Steuergesetze, die Taxifahrer streiken, die Anarchisten erinnern an den Tod eines 15Jährigen durch eine Polizeikugel im Jahr 2008), einen Mann, der eine griechische und eine palästinensische Fahne schwenkte, die er wohl verkaufen wollte … und die Weihnachtsdeko am Verfassungsplatz. Es gab einen Weihnachtsbaum… 

zwei Fesselballons …

einen Teddybären …

und viele Lichterketten um den dortigen Baumbestand. Bescheiden und dezent, verglichen mit früheren Zeiten, wo sich der Deko-Politiker Avramopoulos, damals Bürgermeister, später dann auch EU-Kommissar für Flüchtlingsfragen, mit immer höheren Christbäumen, die schließlich gar keine Bäume mehr waren, in die Athener Stadtgeschichte einschrieb.

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Lieber den Spatz in der Hand ….(Impulswerkstatt)

Ein Versatzstück deiner Impulswerkstatt, liebe Myriade, lautet: Lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach. In diesem Spruch ist eine Lebenshaltung abgebildet, die manchen Menschen behagt, anderen aber ein Gräuel ist. Denn wer die Taube erreichen will, dem wird der Spatz in der Hand wie eine Niederlage erscheinen.

Die einen geben sich zufrieden mit dem, was sie erreicht haben. Die anderen sind sehnsuchtsvolle Hungerleider nach dem Unerreichlichen  (Faust II, hier nachzulesen).

Ich habe ein paar Legebilder aus dem Archiv gekramt, die solche unterschiedlichen Lebenshaltungen illustrieren. Und angesichts des Schnees, der bei euch so reichlich fällt, habe ich solche mit schneeweißen Schnipseln gewählt. Sie stammen übrigens von Marie (http://mmandarin.wordpress.com/). Danke, Marie!

Zugvögel ziehen in freiem Flug von Norden nach Süden! Heijaa! Die Flügellosen schauen ihnen verständnislos nach. Sehnsuchtsvolle Hungerleider! Ist es bei uns zu Haus nicht am schönsten? Hier haben wir Eis und Schnee, und satt zu essen!

Dass auch der Norden als Magnet wirken kann, weiß der Italien-verliebte Goethe.

Glänzen sah ich das Meer und blinken die liebliche Welle,
Frisch mit günstigem Wind zogen die Segel dahin.
Keine Sehnsucht fühlte mein Herz; es wendete rückwärts,
Nach dem Schnee des Gebirgs, bald sich der schmachtende Blick.
Südwärts liegen der Schätze wie viel! Doch einer im Norden
Zieht, ein großer Magnet, unwiderstehlich zurück.

O ja, Glänzen sah ich das Meer und blinken die liebliche Welle, Frisch mit günstigem Wind zogen die Segel dahin. Keine Sehnsucht treibt den Menschen am Bug des Bootes um. Er ist mir dem Spatz in der Hand glücklich.  Ach, spricht er, die größte Freud ist doch die Zufriedenheit. (Wilhelm Busch, Lehrer Lampe in Max und Moritz)

Die Frau aber wird von ihrer Sehnsucht umgetrieben: Was soll ich an Bord? Ach, könnte ich zum Fisch werden und immer im Meere leben!  Ganz hoch oben hockt ein drittes Menschlein und sieht den Vögeln zu: Wer fliegen könnte wie ihr!  Sehnsuchtsvolle Hungerleider nach dem Unerreichlichen und Liebhaber der Tauben auf dem Dach sind sie.

Spielerisch der eine, arbeitsam und haushälterisch der andere. Grille und Ameise, nennt der Fabeldichter sie.  Der eine plädiert für die Taube, der andere für den Spatzen.

Steht die Welt kopf? oder bist du es, der kopfsteht? ….

Bin hochgestellt, beherrsch die Welt! so freut sich die Kleine. Ick lass mir nich aufm Kopf rumtanzen, grummelt der andere. Und wenn er sich auch auf den Kopf stellt: Was ändert das? Hier zögere ich: Ist die Kleine womöglich der Spatz, der davon träumt, eine Taube zu sein?

Der eine kommt hoch zu Ross daher, der andere schleppt sein Sach sich nach. Und spricht zu sich: Lieber eine Tüte mit Eiscreme in der Hand als einen Pferderücken unter dem Hintern. Ein typischer Spatzenliebhaber, denke ich. Der Reiter aber ein Don Quichote?

Apropos Don Quichote: Der kam mir gestern in den Sinn, als ich die Ritterspiele beendet hatte. Ist er nicht geradezu der Prototyp des Spatzenverächters und Taubenersehners? Mit dem damals noch kleinen Willi des Jahres 2021 unterhielt ich mich über diesen Ritter von der traurigen Gestalt, der so ganz anders war als die Kreuzritter auf deinem Foto, liebe Myriade.

Beide sind Nostalgiker, beide sehnen sich nach Zeiten, die unwiederbringlich vorbei sind. Aber während Don Quichote noch einmal ernsthaft die Rittertugenden zu leben versucht und sich damit in Gefahr bringt und lächerlich macht …

reichen den bequemen Kreuzrittern der Gegenwart Äußerlichkeiten wie Kostüme und Insignien. Sie sind zufriedene Spatzenliebhaber.

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt: Bild 3 und Satz 2

 

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: digitale Atelierausstellung, und drei Zeichnungen

Ich bin immer noch dabei, mein Atelier aus- und umzuräumen, wenngleich ich nun weit entfernt bin. Aber wozu gibt es das remote working?

Auf meine ersten Vorschläge hin bekam ich einige bedenkenswerte Kommentare. Ich suchte nach einer Lösung, die allem gerecht wird: nicht zu viel –  Grosses und Kleines gemischt – Kleines für die kauflustigen Besucher – Großes – Segelboote – Abstraktes….

Dieses Mal begann ich bei der Rückfront des Ateliers. Bevor ich mich erneut ans Hängen machte, räumte ich den Raum leer. Geht doch!

                                 vorher                                                                       hinterher

Dann hängte ich drei Bilder an die Rückfront. Dafür wählte ich drei aus der gleichen Serie, die starkfarbig und klar in den Konturen sind, damit sie auch aus der Entfernung erkennbar bleiben.

Dann nahm ich mir die rechte Seitenwand vor. Dort hängte ich in freier Anordnung Kleines und Großes, Neueres und Älteres, kurzum: für jeden Geschmack etwas. Es ist die Seite, wo jeder etwas finden soll, was ihm gefällt. Auf dem Tisch stehen zwei Bilder, und unter dem Tisch wartet eine ganze Batterie von Bildern darauf, später mal an den Wänden aufgehängt zu werden.

Links hängte ich zwei Bildchen an eine Holzplatte, die ein Regal verdeckt, malte auf den Boden meinen blauen Flokatiteppich und auf das schwarze Ledersofa ein rotes Kissen, stellte auch ein gelbes Glas auf das schwarze Tischchen.

Es fehlt nun noch die linke Seite. Hier habe ich ein Stück davon mitsamt der Rückfront „fotografiert“. Ich entschied mich, das sparsame Konzept der Rückseite fortzusetzen. Die Tischplatten geben mir darüberhinaus die Möglichkeit, allerlei kleinere Sachen zu deponieren. Der quer stehende Tisch könnte als Bar dienen.

Jetzt muss ich das Ganze nur noch in die Tat umsetzen, sobald ich wieder in der Mani bin.

Übrigens:

Das größere Bild, das auf dem Tisch rechts steht, habe ich noch nicht vorgestellt und will es jetzt nachholen: Es ist eine Federzeichnung von einem ganz besonderen Olivenbaum.

Dasselbe Motiv gibt es auch noch mal in Kohle.

Eine kleine Federzeichnung, die ich noch nicht zeigte, habe ich an eine Seitenwand gehängt. Dabei handelt es sich um ein Experiment: kann ich Gegenstände einzig durch waggrechte Linien und unter Vermeidung von Umrisslinien sichtbar machen? Ja, ich kann΄s.

 

 

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Advent, Advent!Nostalgische Kata-Strophen rebloggt

Es machte mir eben Freude, meine eigene Adventüde und all die lieben Kommentare bei Christiane zu lesen. Ich selbst bin ganz unadventlich gestimmt, hier in Athen. Das Haupt- und Festereignis zum 1. Advent, an dem ich oft und gern teilgenommen habe – der Weihnachtsbasar der Deutschen Schule Athen -, ist ohne mich vorbei gegangen, und so habe ich auch nicht die alten Bekannten und Kolleginnen getroffen, die man dort eben einmal im Jahr trifft, habe keinen Adventskranz gekauft, keine Bockwurst gegesssen und auch nichts von den netten handgearbeiteten Dingelchen erstanden, die fleißige Hände für diesem Basar herstellen und deren Erlös der Sozialarbeit der Kirchen zufließt.

Die Adventüde ist übrigens zum Teil autobiographisch, zum Teil erdacht – eben eine Mischung wie in den meisten literarischen Werken (sofern man meine Kata-Strophen dazu rechnen will).

Habt eine schöne Zeit, alle ihr da draußen! Gerda

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Impulswerkstatt: Ritterspiele

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Bild 3.

Es ist schon eine Weile her, dass ich von Ferne zusah, wie im abendlichen Licht des Stadtwaldes eine bunt gekleidete Truppe aufmarschierte (hier). Ich hielt sie für Leute, die sich zu ihrem Freizeitvergnügen dem Ritterspiel hingeben.

Bei genauerem Betrachten der Fotos wurde ich unschlüssig. Ist es nicht doch eher eine Probe für eine TV-Serie? Und sind es überhaupt Ritter? Oder ist der Herr mit dem großen Helm und dem roten Federbusch nicht doch eher ein römischer Legionär, der gleich den armen Jesus abholen und dem Pontius Pilatus vorführen wird?

Die Menschen bewegten sich gemächlich, fast feierlich im abendlichen Licht. Sie hatten es nicht eilig. Der Mann im blauen Umhang, vermutlich Jesus, und seine Verfolger standen friedlich beisammen, besprachen sich wohl gerade über die jeweiligen Positionen im Spiel um Macht und Heiligkeit.

Wenn die Protagonisten heutiger Dramen die Köpfe zusammenstecken, ist es nicht anders. Man kennt sich, man weiß, was man von einander zu halten hat. Hie der Spieler – dort der Gegenspieler. Hie der Gute, dort der Böse.

Deine Ritter, liebe Myriade, tragen stolz die Insignien ihrer guten Seite in den Kampf. Vermutlich gibt es eine böse Gegentruppe, die mit anderen Insignien aufmarschiert. Vielleicht sind es islamische Heerzeichen, und die Männer der Gegenseite tragen Turbane anstelle der Helme. In eurer Weltecke wird ja der Türkenbelagerung von Wien gern durch volkstümliche Ritterspiele gedacht.

So wie bei uns im Stadtwald der Herr Jesus und seine Häscher Darsteller in einem immer wieder belebten Drama sind.

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren. Digitale Hängung im Atelier

Ich bin nun ein paar Tage in Athen, fern vom Atelier. Außer den vielen Zeichenblöcken habe ich wohl das meiste fotografiert und gezeigt. Die drei Wände, die zum Hängen einer Ausstellung in Frage kommen, sind leer. Aber aufgeräumt ist noch nicht.

Heute habe ich versucht, mir vorzustellen, was ich wie an die Wände hängen könnte, um dann zu einer Atelier-Ausstellung einzuladen. Welche Bilder soll ich nehmen? Ältere? Neuere? Kleine? Große? Und wie viele? Meistens finde ich es ja besser, nur wenige Bilder zu hängen, doch geht es mir jetzt ja darum, möglichst viele Menschen zu motivieren, das eine und andere gegen eine Spende mitzunehmen. „Wer vieles bringt, wird manchem etwas bringen“, sagte der nicht sehr helle Wagner zum Faust – hat er recht?

Ich habe ein paar Versuche mit digitaler Hängung gemacht. Viele Bilder kommen mehrfach vor. Eure Kommentare interessieren mich sehr.

Beim Reinkommen die Wand rechterhand. Beispiele 1-8

Dieselbe Wand, aber perspektivisch mitsamt der Rückwand (Weitwinkel), Beispiele 9-11

Beim Reinkommen die Wand linkerhand, Beispiele 12-14

Dieselbe Wand perspektivisch mit Fensterfront Beispiele 15-16

Selbstverständlich gibt es noch tausend andere Möglichkeiten….

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Gasheizung in Gang setzen

Gestern fuhren wir von der Mani weg und landeten heil in Maroussi (Vorort von Athen). Die Wohnung war in bester Ordnung, aber kalt, und die Gasheizung wollte nicht anspringen. Die Anzeige am recht primitiven Endgerät, das sich auf dem Balkon befindet, informierte uns: das System hat kein Wasser. Also galt es, einen Schlauch in der Zuleitung zu verankern, einen Sicherungsverschluss zu öffnen und den Wasserhahn aufzudrehen. Letzteres war meine Funktion. Mein Mann wurde pudelnass, denn „verankern“ ist keinesfalls gleichbedeutend mit „wasserfest verschließen“. Nach vielen Anläufen und mit vereinten Kräften gelang es uns schließlich, das System ausreichend mit Wasser zu befüllen. Und die Heizung begann zu tun, was sie soll: uns zu wärmen.

So ist es gemütlich selbst an einem trüben Tag wie dem heutigen.

Blick von meinem Schreibtisch.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Ölkreide (38-47) und Klebebänder (95-98)

Die Zuordnung der Bilder ist nicht immer einfach. Und so zögere ich, ob ich diese Serie der Ölkreide oder den Klebestreifenbildern zuordnen soll. Ich möchte sie zusammen präsentieren, wenngleich das erste einer ganz anderen Zeit entstammt, nämlich dem Jahre 1984, während die anderen im August und September 2001 entstanden sind.

An dieser Serie möchte ich zeigen, wie die äußeren Weltereignisse sich in meinem Inneren niederschlagen, um dann in der künstlerischen Arbeit Bild zu werden. Wie das geschieht, entzieht sich meinem Bewusstsein, ich kann es nur registrieren.

Meine Interpretation ist nicht verbindlich. Die Bilder sind vollkommen unabhängig davon.

Das erste ist eine Kopie, die ich in Wien vor einem van-Gogh-Original anfertigte. 1984: Orwells finstere Prophezeiungen, die mich ein Leben lang begleiteten, sind nicht eingetreten. In Frieden ruht die fruchtbare Erde. 

Im Sommer 2001 entstehen leicht gestimmte abstrakte Spielereien: Luftiges, Duftiges …

Wiesen- und Wasserwelten (August 2001) …Unbestimmtes.

Ein Wesen im gemaserten Gestein, steile Zähne wie ein Gitter (August 2001)…

Der Frieden täuscht. Etwas braut sich zusammen, Beunruhigendes bereitet sich vor.

Etwas beginnt sich unter der Oberfläche der Erde zu verschieben, Blut- und Feuerspuren breiten sich aus, und ich „repariere“ die Zerklüftungen mit Klebestreifen und Wellpappe (20. August 2001).

Ich verklebe auch das grüne Land, die Berge vorsorglich.

Ahnungen habe ich, aber ich weiß nicht, was dieses neue Jahrtausend uns bringen wird (11.8.2001)

Dann kommt die Nacht vom 10. auf den 11-9-2001. Die ganze Nacht zeichne ich wie besessen, und immer entstehen „Dämonen“ unter meinen Händen. Ich will das nicht, überzeichne sie wieder und wieder, aber es hilft nichts (1, Ölkreide), und so lasse ich meinen Händen freien Lauf. Es entstehen: eine gestückelte Schlange (2, mit Klebestreifen), „Flugdämonen“ und schließlich „Landebahnen“, auf denen zwei Feuer glimmen. Etwas geschieht in dieser Nacht, das ich nicht einordnen kann. Ich notiere meine Eindrücke im Tagebuch und gehe schließlich um sechs Uhr morgens schlafen. Später weckt mich mein Mann, um mir zu sagen, dass Flugzeuge die „Zwillingstürme“ angegriffen und zerstört haben (11/9).

Das nächste ist der Angriff auf Afghanistan. Ich interpretiere ihn als Krieg des Kreuzes gegen den Halbmond. Das Kreuz wird zum angreifenden Flugzeug, der Mond krümmt sich zusammen, verbirgt sich (1, 2). In einem Sarkophag ruhen beide, darüber ein kaltes weißes Kreuz (Afganistan, Ölkreide, Wasserfarbe). So lese ich die Bilder. Man kann sie und die Weltgeschichte natürlich auch anders lesen.

Die Kriege, die mit dem 11/9 losgetreten wurden, setzten sich bis heute fort (Das große Spiel spitzt sich zu: Sag NEIN).

Damals begann ich, Klebestreifen in meiner künstlerischen Arbeit einzusetzen. Vorbote war 1999 der Jugoslawienkrieg – der erste Angriffskrieg der NATO ohne UNO-Mandat, und eine rot-grüne deutsche Regierung machte mit. Deutschland wurde, wie der damalige grüne Außenminister Fischer sagte, „wieder ein normales Land“.

Dieses ausgebrannte Dorf, ebenfalls 2001 entstanden, zeigte ich bereits in dieser Überschau (Erinnerung an einen Krieg).

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bilder 186-197

Wenn ich „Bilder“ ohne zusätzliche Kennzeichnung schreibe, meine ich Malereien mit Pigmenten und Kleister. Die Malerei mit Pigmenten in Pulverform, Kleister und Wasser ist in der Ausbildung der Athener Kunstakademie üblich, und ich bin dabei geblieben, denn sie sagt mir mehr zu als die Ölmalerei. Man atmet keine Lösungsmittel ein, man braucht nicht aufs Trocknen zu warten, man arbeitet angstfrei und billig. Dass die Oberflächen stumpfer sind als beim Öl, stört mich nicht – im Gegenteil, ich ziehe es vor. Im übrigen kann man, wenn man eine glänzendere Oberfläche haben will, mit aufgesprühtem Lack nachhelfen.

Die folgenden Bilder sind auf Pappen mittlerer oder kleiner Formate gemalt.

 

Eine Gruppe bilden die „Geigen“. Ich spielt früher Geige, und als ich nicht mehr spielte, wollte ich sie jedenfalls malen. Auch das ist nun schon lange her.

Als ich sie nun fotografierte, kam eine der aquarellierten „Miniaturen“ drauf zu liegen, und mir gefiel der Vergleich der Medien bei ähnlicher Farbigkeit.

Eine andere Gruppe sind „Landschaften“ auf kleinen Pappresten. Bedeutungslos, man kann sie auch ausrangieren. Aber warum nicht einen Blick werfen? So klein sie sind, haben sie doch den Anschein gewaltiger Naturlandschaften.

Dann gibt es noch die Stillleben: Blumenvase, Früchte …

Flaschen …

und ein Pferdchen mit seinem Freund und Wächter.

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Bleistift 127-141

Weiter geht es mit frühen Bleistiftzeichnungen von 1984.

Landschaften und Architektonisches

Die sieben ersten zeigen Szenen aus Samothrake, wo ich zwanzig Jahre lang meine Sommer verbrachte. Unsere erste Unterkunft war ein Einfachbau in einem Gebiet, das später als archäologisch ausgewiesen und gesperrt wurde. Mit großer Freude erinnere ich mich an diesen stillen Ort, an die Menschen, die die einfache Taverne und die Unterkunft betrieben, auch an die aufregenden Momente, als hohe Besucher mit Hubschrauber einschwebten, um sich den frischen Fisch servieren zu lassen, für den die Taverne berühmt war. 

Diesen Ort gibt es nicht mehr, und auch die „Pauluseiche“ suchte ich vergeblich, als ich letztes Jahr nach langer Zeit noch einmal dort war. Die Eiche stand oberhalb des Ausgrabungsgeländes (Paliopoli) an einem Fußpfad, der später einer Autostraße wich. Man sagt, der Apostel Paulus, der hier erstmals seinen Fuß auf europäisches Gebiet setzte, habe unter ihr gepredigt. Ob das stimmt, weiß ich nicht, was ich aber weiß, ist, das diese großartige Eiche viele kleine Eichenkinder um sich versammelt hatte. Wie gewaltig sie war, siehst du an dem klitzekleinen Backofen und Menschen zu ihren Füßen.

Berühmter ist die Insel durch die Tempelanlagen, die die Ptolemäer (ägyptische Herrscher, Nachfolger Alexander des Großen) hier errichteten. Das meiste ist zerfallen, aber diese vier Säulen wurden wieder aufgerichtet.

Im vorigen Jahr, als ich mich nach zwanzig Jahren Abwesenheit erneut nach Samothrake begab, fand ich viele Veränderungen vor, der Gesamteindruck aber war der altbekannte. Der Blick vom Zentraldorf Hora (links) und das Dorf selbst (rechts) waren kaum verändert.

Menschen am Strand – nun, diese Szene brauche ich nicht zu erläutern, sie ist international. Statt der in Deutschland üblichen Strandkörbe ist ein mitgebrachter Sonnenschirm aufgepflanzt.

Eine Märchen- und Traumlandschaft ist die folgende. Mond und Schneckenhaus sind in einen heimlichen Dialog eingetreten.

Real, aber nicht minder träumerisch ist diese deutsche Landschaft.

Portraits und Menschenbilder

Zweimal dieselbe Fünfzehnjährige – und wie man sieht, hat man zwei ganz verschiedene Persönlichkeiten vor Augen. Wie wird sie sich entwickeln?

Und wieder ganz anders dieser Fünfzehnjährige.

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