abc-etüde: Frage- und Antwortspiel (kata-strophisch)

Der letzte Tag des September – und Endstart für das laufende Etüden-abc, das Christiane für uns organisiert. Diesmal sind die Wörter Grenzerfahrung – mutig – abhaken zu bedienen.

 

Frage- und Antwortspiel (kata-strophisch)

Lenchen fragt mutig, denn wer fragt, der gewinnt

Fragt auch dem Papachen Löcher in den kugelrunden Bauch

Er fürchtet sich schon, wenn sie bescheiden beginnt

„Papachen, warum ist Fleischessen bei uns eigentlich Brauch?“

 

Abspeisen lässt sie sich nicht mit vorgestanzten Sentenzen

Der Art: das war immer schon so, und der Mann braucht halt Kräfte

Sie findet das uncool, und treibt den Papa an seine Grenzen

Wenn sie laut überlegt, ob das Mästen wohl steigre seine Säfte?

Grenzerfahrungen dieser Natur beschert das Lenchen auch andern

Zum Beispiel der Lehrerin, die ihnen die Tiere und Pflanzen erklärt

und wie sie entstanden –  man trifft ja so manches beim Wandern -.

Von wem sie selbst denn herstamme, das Lenchen zu wissen begehrt.

 

Ich könnte so fortfahrn und alles getreulich abhaken

Was Lenchen an Fragen so hat und an Antwort erhält

Was die Katze miaut und die Frösche ihr quaken

Was der Bär ihr gebrummt hat und der Hund ihr vorbellt.

 

Das Lenchen wird Lena und Schluss ists mit Fragen

Denn ist man erwachsen, dann weiß man Bescheid.

Nur manchmal an ganz besonderen Tagen

Da wär auch die Lena zum Fragen bereit.

 

Doch schickt sichs? Was darf sie? Ist Fragen erlaubt?

Still fragt sie das Blümchen: liebt er mich, der Hans?

Doch das Blümchen, verschnupft, seiner Blätter beraubt

Das murmelt nur leise: du bist eine Gans.

 

 

Fürs Blümchen wars eine Grenzerfahrung

was war es für Lena? das frag ich mich jetzt.

Gelingt ihr mit Hans die gewünschte Verpaarung?

oder hat sie mal wieder auf den Falschen gesetzt?

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Henry Moore’s Kunst betrachten

Heute fuhr ich wieder nach Athen rein, diesmal, um Werke von Henry Moore anzuschauen. Und es lohnte sich. Das villenartige Gebäude der Galerie Gagosian am Rande des Lykabettos ist im Inneren ein weißes schlichtes Gehäuse, das sich vortrefflich für den Ausstellung von Skulpturen eignet – bis zu einer mittleren Größe freilich nur. Eine riesige Skulptur hat man vor dem Eingang platziert. 

Skulpturen müssen genug Raum um sich haben, um zu wirken. Und dieser Raum sollte so gestaltet sein, dass das Auge nicht abgelenkt wird.

Die meisten Exponate waren verständlicherweise Kleinplastiken in Schaukästen, was ich weniger attraktiv finde.

In dieser Galerie empfinde ich die intime Atmosphäre als sehr angenehm. Man zahlt keinen Eintritt, aber Besucher gibt es trotz der hochrangigen Kunst kaum. Wunderbar still ist es, und man kann sich völlig frei bewegen.

Um Skulpturen richtig wahrzunehmen, ist es notwendig, dass man um sie herum gehen und sie aus verschiedenen Distanzen und Blickwinkeln betrachten kann. Diese wundervolle Sich-Zurücklehnende habe ich gleich fünf mal fotografiert.

Lebhaft musste ich an meine Freundin, die mexikanische Bildhauerin Helen Escobedo denken, die mir bei einem Besuch im Museum für Anthropologie in Mexiko-City den aztekischen Sich-Zurücklehnenden zeigte und mir erzählte, dass ihr Lehrer, Henry Moore, sich von diesem zu seiner Zurücklehnenden hat inspirieren lassen. (Leider kann ich das entsprechende Foto nicht finden).

Eine abstraktere Sich-Zurücklehnende war auch unter den Exponaten.

Eine ähnliche Skulptur habe ich mal als Pinselzeichnung kopiert.

Henry Moore

Die Zeichnungen Moores haben ihren eigenen Charme. Man fühlt darin seine Hand und seine Freude an weiblichen sich rundenden Formen, die er dann in seiner Plastik zurück ins Dreidimensionale übersetzt. 

Er zeichnete meistens mit weichem Bleistift und lockerer Hand.

Die Frauen, die Wolle aufrollen, hatten es mir besonders angetan. Hier benutzt er außer Bleistift auch Ölkreide und Wasserfarben.

Lange stand ich davor und ließ mich in die strudelnde Bewegung der Linien hineinziehen. Die Hände stehen still, die Wolle auch, aber die Bewegung des Aufrollens hat sich in die Poren der Frauengestalten eingenistet und spielt zwischen ihren Knien hin und her wie Wasser, das zwischen zwei Felsen sprudelt und ein Strömungsmuster bildet.

Auch die Zeichnung eines Gesichts, über das sich gelbe und weiße Bänder legen, die die Dreidimensionalität greifbar machen, interessierte mich.

 

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An einem Tag wie heute: Der Tod von August Macke im 1. Weltkrieg

Wer liebte ihn nicht: den Heiteren mit den klaren Farben? August Macke.

An einem Tag wie heute vor 110 Jahren ließ er sich in Frankreich erschießen. Freiwillig, heißt es, hatte er sich zum Soldatentum gemeldet, um im „Großen Krieg“ sogleich sein Leben zu lassen.

Wann immer von ihm die Rede ist, heißt es: „viel zu früh“ sei er gestorben. Zu seinem heutigen Todestag meint der WDR: „…der Künstler wird nur 27 Jahre alt. Am 26.09.1914, nur wenige Wochen nach Beginn des Ersten Weltkriegs, wird August Macke auf dem Schlachtfeld in Frankreich getötet.“ oder der SR: „Auf den Bildern von August Macke ist das Leben ein endloser Sommertag. Genauso heiter und lebendig ist auch das Leben des Malers selbst – nur ist es viel zu früh vorbei.“

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An ihn möchte ich heute denken. Und an diesen Widerspruch: was suchte der Heitere, Weitgereiste in jenem Krieg? Was suchen die Heutigen in ihren Kriegen?

 

Wie war es wirklich?  War Macke wirklich freiwillig an die Front gezogen? Hatte er den Ernst der Situation nicht begriffen? Glaubte er an das, was ihm über den Krieg gesagt wurde? Hasste er gar die Franzosen, tötete und verdiente den Tod?

Mich quälen solche Fragen. Seit in der Ukraine der Krieg tobt und auch in Deutschland wieder von „Kriegstüchtigkeit“ geredet wird, fühle ich, dass es notwendig ist, sich vor der Frage nicht zu drücken: Soll ein junger Mann (manche sagen auch, um der Gleichberechtigung willen: eine junge Frau) dem „Ruf“ folgen,  oder soll er alles dransetzen, um dem Krieg zu entfliehen, sofern er ihn nicht verhindern kann?

………………….

Ich suchte im Netz nach Informationen, wie es denn damals wirklich um August Macke bestellt war, der immerhin 27 Jahre alt und Vater von zwei Kindern war. Hat er sich freiwillig gestellt? Warum? Und wie erging es ihm damit an der Front?

Das Netz ist zum Glück voller Information. Und so kann ich euch, sofern es euch interessiert, auf eine Materialsammlung zu diesem Thema verweisen (hier), der ich die folgenden Ausführungen entnehme:



 

Durch die Medien (weniger durch die Fachliteratur[1]) und vor allem das Internet geistert die Behauptung, August Macke[2] habe sich 1914 freiwillig an die Front gemeldet. Es existiert offensichtlich kein Dokument, das ausdrücklich beinhaltet, daß sich August Macke im August 1914 freiwillig zum Militär gemeldet hat, aber einige Materiaien, die indirekt aussagen, daß er gezogen wurde.

Zunächst unmittelbare zeitgenössische Materialien

1914 08 01 (Sonntag) – August an seine Mutter Florentine in Kandern[3]

Ich muß morgen, Montag, eintreten, am Freitag rücken wir wahrscheinlich ab. […] Ja, ihr Lieben, jetzt erleben wir etwas. Aber wir wollen die Kerle schon vermöbeln. Lisbeth ist sehr mutig, was mir große Beruhigung ist.

1914 08 02 – Auszug aus der Schulchronik der katholischen Schule Bergheim (Rhein-Sieg-Kreis)[4]

August 1. Krieg! Nähere Ursache [ist] die Ermordung des österreichischen Kronprinzen zu Sarajewo. Österreich erklärt an Serbien, das nicht volle Genugtuung leisten will, den Krieg (28.7.) [usw.] Das Gefühl der Ungewißheit ist fast kaum zu ertragen, da ertönt Samstag Abend gegen 7 Uhr die Gemeindeschelle und der Flurhüter verkündigt den Mobilmachungsfall. Erster Mobilmachungstag der 2. August. Schon an demselben Abend stellte sich mein zweiter Sohn, der hier auf Urlaub weilte, dem Bezirkskommando zu Siegburg. […]

August 2. Heute morgen in aller Frühe verkündigt der Flurhüter die Einberufung des Landsturms […]

1914 08 07 – Ein Photo aus den Beständen des Bundesarchivs

Von diesem Tag ist das Photo[5] datiert, das im Besitz des Bundesarchivs ist: Es zeigt – wenn die Beschriftung zutrifft – Soldaten des 160. Infanterie-Regiments (=9. Rheinisches), die feldmarschmässig durch eine Strasse marschieren – theoretisch könnte auch August Macke einer der abgebildeten Soldaten sein.

Eine Eintragung von Max Ernst in seinen biographischen Notizen[6]:

August 1914

Und dann die große Schweinerei. Niemand aus dem Freundeskreis hat’s eilig, sein Leben zu opfern für Gott, König und Vaterland. […] Die Haltung Mackes bleibt den Freunden vom Jungen Rheinland unbegreiflich.

Dann unmittelbare zeitversetzte Materialien

Elisabeth Mackes Passagen aus den Erinnerungen.

Sie schreibt, sie habe

mit diesen Aufzeichnungen, die ich im Jahre 1915 begonnen habe, […] den Versuch [gemacht], meinen beiden Söhnen eine Bild ihres Vaters zu bewahren.[7]

Damit können ihre Aussagen über August Macke nahe an die historischen Ereignisse heranreichen; andererseits muß bedacht werden, daß Elisabeth ihren Kindern ein positives Bild ihres Vaters vermitteln will – Schönfärberei oder Auslassungen sind theoretisch nicht ausgeschlossen, können aber m. E. in ihrem Buch nicht nachgewiesen werden.

Die erste zentrales Passage

Schon am 1. August wurde er eingezogen als Unteroffizier, und wenige Tage später rückte er mit dem Regiment ins Feld.[8]

Hier irrt Elisabeth leicht im Datum: die Mobilmachung wurde am 01. August verkündet, der erste Mobilmachungstag war reichsweit Montag, der 02. August.

Die Mobilmachung wurde durch Plakate und Zeitungsartikel verbreitet, in den Orten wurde der Mobilmachungsbefehl, der an die Gemeinden telegraphisch[9]durchgegeben worden war, „ortsüblich“ bekannt gegeben, d.h. unter Umständen, dass der Gemeindediener mit der Schelle durch die Strassen lief und den Befehl durch Ausruf verkündete. Jeder Reservist hatte in seinem Militärpass die sogenannte „Kriegs-Beorderung“[10]: darin war ihm am Ende seines Militärdienstes eingetragen worden, wo genau und wann genau er sich im Kriegsfalle zu melden hatte. Eine individuelle Benachrichtigung – z.B. durch Post – entfiel. Am 07. August, dem letzten Mobilmachungstag im Deutschen Reich, waren 3.822.450 Männer erfasst und einsatzbereit.

Die ca. 1 Million Kriegsfreiwilligen, die sich in den ersten Tagen meldeten, wurden erst später, teilweise erst im Januar 1915 eingezogen, sie kamen in die nach Abschluß der planmässigen Mobilmachung neu errichteten Feldtruppen.

Die zweite zentrale Passage

An dem letzten Abend, als wir von ihr [=Elisabeths Mutter] zurückkamen und August die Haustür aufschloss, sagt er zu [seinem Jugendfreund] Lothar [Erdmann]: »Also, ich vermache dir die Lisbeth, die Kinder und alles.« Ich, darüber entsetzt, erwiderte, um diesem Ausspruch den Ernst zu nehmen: »Aber du weißt ja gar nicht, ob ihm das recht ist […]«[11]

Ferner mittelbare zeitgenössische Materialien

1914 08 Anfang – August an Bernhard Koehler[12]

Junge, Junge, jetzt wird aber reingehauen. Hoffen wir, daß wir den alten Kriegern gefallen, und daß wir uns noch einmal wiedersehen. Dein August

1914 08 12 – August an Lisbeth, Mutter und Großmutter, aus Niedermerzig (Luxemburg)

Ich befinde mich sehr wohl. Wir liegen in einem großen Bauernhof. (liegen in der Sonne, baden, fangen Fische.) Die französischen Civilisten sollen noch schlimmer sein wie die Soldaten und immer aus den Fenstern schiessen. […] Um mich sorgt euch nicht. Einstweilen gefällt es mir recht gut.

1914 08 13 – August an Lisbeth

(Auf der Wiese mit Hurra-Schreien die Kühe verjagen.) Ich habe noch nie ein derartig feines Leben geführt. Morgens baden im Bach. Auf der Wiese herumliegen. Wir wünschen alle, es ginge weiter.

1914 08 17 – August an Lisbeth aus Niedermerzig

Jetzt sind wir schon acht Tage hier und glaubten, bloß einen Tag auf dem Durchmarsch zu sein. […] Im allgemeinen ist die Stimmung jetzt eine richtige nasse Manöverstimmung. Vom Krieg merkt man nicht viel. […] Aber wenn ich an die Kinder denke, dann packt mich immer eine wilde Verzweiflung, daß ich die nicht wiedersehen sollte. Ich will Dir, liebes Lieselchen, das Herz nicht schwer machen, das weißt du. Es ist ja nur Egoismus, wenn ich den Schmerz darüber empfinde, daß mir der Anblick der Kinder entrissen werden könnte.

1914 08 23 – August an Lisbeth

Diese Nacht haben wir ein schauderhaftes Nachtgefecht in einem Dorf [=Porcheresse, Belgien] gehabt, haben zwei französische Infanterieregimenter da hinausgeschmissen, viele Tote und Verwundete. Es war schauerlich. Ich bin wohl und grüße euch herzlich. August

1914 08 24 – August an Lisbeth aus Charière-sur-Semois

(Walter neben mir.)

1914 08 26 – August an die Lieben

Wir sind kurz vor Mézières, einer französischen Festung. […] Die Franzosen sind in wilder Flucht. Sie ziehen durch die Dörfer vor uns her und schreien «Sauve qui peut.» Ich glaube, Lothar [Erdmann[13]] hat nicht mehr viel zu tun. Euer August

1914 09 04 – Walter Gerhardt an seine Schwester Elisabeth[14]

Bei einem kurzen Halt ohne Schatten überholten uns die 160er. Ich ging ein Stück mit August. Er war schwarz von Staub im Gesicht und war zum ersten mal traurig, nicht lachend, wie sonst immer. Er sah mich immerfort durchdringend an, dann gab er mir die Hand und ließ sie gar nicht mehr los. Ich sagte: „Was ist dir heute? Du bist so anders.“ Er griff in die Tasche und wollte mir einen Pack Briefe aufdrängen. „Was soll das? Es sind doch Briefe an Dich?“ „ Ich brauche sie doch nicht mehr.“ Dann ließ er mich aus, und drehte sich noch einmal um und winkte, ohne noch ein Wort zu sagen.

1914 09 09 – August an Lisbeth aus Perthes

Es ist alles so grauenhaft, daß ich Dir nichts darüber schreiben mag.

1914 09 11 – August an Lisbeth aus Luxemont

Es ist alles sehr grausig.

1914 09 11 – August an Bernhard Koehler aus Luxemont

Ich würde es als ein unerhörtes Glück betrachten, wenn ich aus diesem Krieg zurückkäme.

1914 09 21 – August an Hans Thuar[15]

(von 250 Mann nur noch 59 am Leben.)

1914 09 21 – August an Lisbeth aus Somme-Pié

(Mitleid mit den verwundeten Franzosen, jetzt wieder 150 Mann)

1914 09 14 – Elisabeth Macke an Maria Marc[16]

Wo bleibt denn da die Menschlichkeit, wonach seit Jahren überall so gestrebt wurde?

Wiederum Elisabeth über Augusts Tunis-Reise

Was ihn sehr beschäftigte und ihn immer wieder ernst stimmte, war [im April 1914] die Begegnung mit französischen Offizieren in Tunis (Klee berichtet darüber), die in ihren Gesprächen einen baldigen Krieg mit Deutschland für möglich hielten.[17]

Die Auslandsreisen Augusts und Elisabeths

Die beiden sind zwischen 1907 und 1914 wiederholt ins europäische Ausland gereist (Italien, Schweiz, Frankreich) der Kunst wegen; von Herbst 1913 bis Frühjahr 1914 hat die ganze Familie Macke im schweizerischen Hilterfingen am Thuner See gewohnt; und dann ist Augsut Macke im April 1914 mit Paul Klee und Louis Moilliet nach Tunesien gereist. Jedes Bild – sei es in Deutschland oder in der Fremde entstanden – zeigt warme und neugierige Empathie für die abgebildeten Menschen. Aus keiner Silbe in Elisabeths Erinnerungen sprechen Verachtung oder Abscheu gegen Ausländer oder Haß auf Franzosen.

 

 

 

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Impulswerkstadt Bild No 4: Der Himmel, der Turm, die gekreuzten Linien

 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt September-Oktober 2024,

Dein viertes Foto, liebe Myriade, wirkt auf mich beunruhigend.

Es ist wohl in erster Linie das Turmartige des Gebäudes mit der Wolken-Rauchfahne, das mich an das schreckliche Ereignis vom 11/9 erinnert, als ein intaktes hohes Bauwerk aus dem blauen Himmel heraus getroffen wurde und erst ein kleines, dann aber schnell sich ausbreitendes Feuer Gebäude und Menschen unter sich begrub…Es war ein Fanal. Seither hat sich die Weltgeschichte beschleunigt auf immer schlimmere kriegerische Zusammenstöße hin bewegt.

Es gibt noch eine andere, ebenfalls wenig schöne Assoziation, nämlich die Verschmutzung der Atmosphäre durch Kondensstreifen u.a. unnatürliche Eintragungen. Sie beschert uns bunte und manchmal  höchst dramatische Abendhimmel. Das ist zwar hübsch anzusehen und führt auf deinem Foto auch zu hübschen Spiegelungen an der hohen verglasten Wand, aber ich kann nicht behaupten, dass es mich freut. Es ist der schöne Schein, der die schlechte Wirklichkeit verhüllt.

Um den inhaltlichen Assoziationen zu entgehen, wende ich mich der formalen Seite des Fotos zu, Und da sticht mir – über den breiten schön-farbigen Flächen – das gekreuzte Lineare ins Auge: die harten, technischen Linien der Leitungen, die die weich verfließende natürliche Linie der Wolke durchkreuzen.

Ob ich wohl in meinem Archiv Bilder finde, die dieses Thema aufnehmen?

Nein, nicht genau dieses finde ich, wohl aber formal Ähnliches. Jedenfalls können die folgenden Beispiele meinen Gedanken illustrieren.

`oder eines der folgenden Bilder

 

Vielleicht werde ich den Gedanken für neue Arbeiten aufnehmen und weiterführen. Dankeschön für den Impuls, Myriade!

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Alte deutsche Freundinnen besuchen

Viele Jahre hatte ich sie nicht mehr gesehen, und war doch fast wie gestern. Wir kennen uns, seit ich 1979 von Frankfurt nach Athen umsiedelte. Zusammen gründeten wir das „Deutsche Kurshaus“ (Deutsch für Griechen) in Athen, arbeiteten zusammen, befreundeten uns. Seit sich mein Schwerpunkt in die Mani verlagerte, verlor ich sie aus den Augen (nicht aber aus dem Sinn). Um so mehr freute ich mich, als Sigrid mich in der Mani anrief, um mich zu fragen, ob ich zu ihrem Mittwochstreffen kommen wolle. Wunderbar, zumal ich ja sowieso vorhatte, nach Athen zu fahren.

Gestern abend saßen wir auf Sigrids mir so wohlbekanntem Balkon in der lauen Spätsommernacht und erzählten uns. Oder vielmehr: zuerst wurde ich befragt, denn die anderen drei sehen sich regelmäßig einmal pro Woche. Sigrid und Christl sind 88, Marei wurde gerade 80, und ich liege mit 82 dazwischen. Klingt wie ein Altenclub, aber die damit verbundenen Assoziationen wären vollkommen verkehrt. Denn wenngleich natürlich der Rücken der einen, das Gehör der anderen nicht mehr so will – an lebhaftem Geist und Willenskraft hat sich nicht viel geändert.

Ich wanderte kurz durch den stillen Wohnraum und beschaute mir die Bilder, die dort hängen, im schwachen Licht einer Stehlampe. Etliche der Bilder stammen von mir, und ich freute mich auch über dieses Wiedersehen. Drei konnte ich fotografieren, die anderen blieben im Dunkeln.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Erste Zyklamen

Ich schaute zweimal hin: waren das schon Zyklamen? Ja, der verdorrte Boden im Pinienwäldchen ist übersät von diesen feinen violetten Schräubchen, die es immer als erste schaffen, sich ans Tageslicht zu arbeiten, sobald es nach langen Sommern regnete.

Der Name kyklamina (Zyklamen) kommt natürlich von kyklos (Zyklus) = Kreis. Wohl nicht, weil sie gern im Kreis tanzen, sondern weil die Blüte sich in einen Kreis öffnet (was man hier nicht sieht).

Auf einem Foto vom März 2022 sieht man es besser.

Ein Lied – nach einem Gedicht von Jannis Ritsos, aus seiner Gedichtssammlung μικρές πατρίδες (kleine Heimaten) vertont von Mikis Theodorakis – ist ihnen gewidmet. Die 13jährige Areti Ketime singt es für Mikis in einer Veranstaltung vor 18 Jahren.  Ich fand diese berührende Begegnung heute.

― Κυκλάμινο, κυκλάμινο, στου βράχου τη σκισμάδα,
πού βρήκες χρώματα κι ανθείς, πού μίσκο και σαλεύεις;

― Μέσα στο βράχο σύναζα το γαίμα στάλα-στάλα,
μαντήλι ρόδινο έπλεξα κι ήλιο μαζεύω τώρα.

*zitiert nach ΙΣΤΟΣ

in der Google-Übersetzung

Alpenveilchen, Alpenveilchen, in der Felsspalte,
Wo hast du Farben und Blüten gefunden, wo hast du gemischt und getanzt?
 
- Im Inneren des Felsens sammelte ich das Blut Tropfen für Tropfen,
Ich habe einen rosa Schal gestrickt und sammle jetzt Sonne.
 
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Dienstags-Drabble: Einst und Jetzt (Kata-strophisches Schattentheater)

Lautsprecher – glücklich – rempeln sind die drei Wörter, die Heide von Blog Puzzleblume für das heutige Drabble vorgegeben hat. Ein Drabble ist ein Text von genau 100 Wörtern. Überschriften und Erklärungen zählen nicht mit.

 

Einst und jetzt

 

„Komm her, mein Schatz

 Nimm bei mir Platz

ganz nah auf meinem Kanapee

Gleich gibt’s ne Show

Ich sag nur: Wow

Die ist ganz neu aus Übersee.“

 

„Hat die ne Tröt?

die find ich blöd!

Die Lautsprecher sind wohl passee?

Was macht er da,

der kleene Ma

Will der was von Madame? O nee!

 

Die rempeln nur

Und keine Spur

Von unsrer alten Eleganz

Als wir noch jung

Und mit nem Sprung

Den Salto machten, lieber Franz!“

 

Wie glücklich war

Doch dieses Paar

Im feinen Puff von Alt-Shanghai

Denn ohne Schweiß

Nicht kalt, nicht heiß

Erlebt es wieder, was vorbei.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kaffeepäuschen mit US-Dekor

Wenn ich sage, ich sei jetzt in Athen, so ist das nicht ganz richtig. Denn Maroussi, wo wir wohnen, ist eine eigene Stadt mit ca 100 000 Einwohnern. Unsere Wohnung liegt an der Grenze zu Melissia, einer anderen selbständigen Gemeinde, die wie Maroussi zu den „Nördlichen Vororten“ Athens gezählt wird.

Früher waren das rein landwirtschaftliche Gebiete, durchströmt von den beiden großen Flüssen Kifissos und Ilissos. Die Namen zeugen noch von der Vergangenheit: Maroussi, eigentlich Amaroussion, ist abgeleitet von der Amarysia Artemis (Artemis der Jägerin), zu deren Ehre im antiken Athmonon (heute Maroussi) periphere Olympische Spiele abgehalten wurden. (Die anderen Orte waren Delphi, Korinth und Nemea). Melissia ist vom Wort „melisses“ für Bienen abgeleitet.

Heute sind beide vollentwickelte Vorstädte. Sie gelten als privilegiert, denn sie liegen an den Ausläufern des Pendeli-Gebirges und damit deutlich höher als Athen, sind durchzogen von Wäldchen und haben ein angenehmes Klima.

In Melissia trank ich heute in einem der vielen Straßencafes meinen Espresso. Das Cafe bestand aus einem zur stark befahrenen Hauptstraße hin liegenden mit Glas geschützten Außenraum, in dem die meisten Plätze besetzt waren, und einem leeren, angenehm stillen Innenraum. Ich wählte einen Tisch in der Tiefe des Raumes, denn ich habe gerne eine Wand im Rücken und eine offene Sicht.  Eine Erinnerung aus der Zeit, als unsereins noch in Höhlen wohnte, vermutlich.

Die Dekoration war stark amerikanisch inspiriert, vermutlich hat die Betreiberin entsprechende Erfahrung. Griechen sind bekanntlich ein Auswanderervolk, die Hälfte der Griechen lebt jenseits der Landesgrenzen, davon viele in Übersee (USA, Kanada, Australien), und es gibt ein ständiges Hin und Her.

Mein Tischchen mit der Espressotasse und dem Glas Wasser.

J. M. Flaggs berühmtes Plakat aus dem Jahr 1917 „I Want YOU for US Army„, das im Ersten und Zweiten Weltkrieg für die US-Armee warb und sicher auch im Dritten seine Verwendung finden wird, hat längst Kult-Charakter. Das Plakat daneben „Nothing great ever came that easy“ hinterließ bei mir ein großes Fragezeichen. Was mag wohl mit „great“ gemeint sein, das niemals so leicht zu erreichen sei? MAGA? Und warum wurde das Wort Camekam – graphisch hervorgehoben?

Von meinem Platz aus ließ ich den Blick wandern, bemerkte eine kleine wohl nie benutzte Bibliothek und einen vermutlich ebenfalls nie benutzten Kamin mit echten Holzscheiten, und sann nach über die Neon-befeuerte Aufforderung play und LET’S STAY IN BED. Dekor, eine hübsche Geste nur, weiter nichts. Man stelle sich vor, jemand würde die Aufforderung wörtlich nehmen und sich des bequemen orange-roten Sofas als Schlaf- und Spielstätte bemächtigen, die Bücher in Reichweite, und die Holzscheite im Kamin entzünden…

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Kunstmesse in Athen besuchen (2) das andere – das eigene

Wenn ich große Ausstellungen besuche, muss ich auswählen. Doch wie? Wo bleibe ich stehen und warum? Ein Motiv ist sicher die Neugier, die Bewunderung für das Neuartige, Raffinierte, Komische, Gekonnte. Darunter aber liegt noch eine andere Schicht, und das ist die beinahe unbewusste Abgleichung der Werke anderer Künstler mit dem, was mich selbst beim Malen und Zeichnen antreibt. Und das ändert sich bei mir im Laufe der Jahre, ja sogar von Jahr zu Jahr. Bis jetzt habe ich keinen für mich immer und überall geltenden Stil gefunden. Ich fühle mich immer mal in die eine, dann wieder in die entgegengesetzte Richtung gezogen. Ich darf das, denn ich will ja nicht meinen Lebensunterhalt mit der Malerei verdienen und brauche keinen sofort erkennbaren Stil als Markenzeichen.

Im folgenden stelle ich Eigenes und auf der Art Athen Gesehenes zueinander, jeweils unter einem vorherrschenden stilistischen Merkmal.

Akribie.  Ich bewundere sie, möchte manchmal „wie Dürer“ zeichnen und habe einige seiner Kupferstiche tatsächlich kopiert. Vielleicht erinnerst du dich?

Kopie nach Dürers Hieronymus im Gehäus, Detail (selbst)

Skurriles: Es zieht mich immer wieder in seinen Bann. Kopiert habe ich zB die grimassierenden Köpfe von Leonardo.

Leonardo da Vinci

grimassierende Köpfe, Kopie nach Leonardo da Vinci (selbst)

Diese beiden Tendenzen gehören oft zusammen und werden in manchen Bildern der Art Athen zur Meisterschaft gebracht. Manches zeigte ich schon gestern. Hier noch ein Beispiel:

gesehen auf der Art Athena

Informell. Frei gesetzte Farben und Formen, die sich locker über die Fläche verteilen, finde ich immer wieder faszinierend und habe mich auch selbst darin versucht, freilich nur auf kleinem Format und vorzugsweise mit Wasserfarben.

Aquarell-Miniatur, selbst

Nikos Kryonides, dessen Bilder mir gestern auffielen, macht sie zu seinem unverkennbaren Stil.

N. Kryonides, gesehen auf der Art Athena

Ich mag informelle Malerei sehr. Vor vielen Jahren sah ich in Berlin eine großartige Ausstellung dazu, „Würde und Mut“ war sie betitelt, und es stimmt ja, Mut braucht es, um sich im Informellen zu bewegen. Zu schnell kann man ins Bedeutungslose und Gleichgültige abgleiten. Das folgende Bild finde ich sehr gelungen:

gesehen auf der Art Athena 2024

informelle Collagen Auch diese Ausdrucksmöglichkeit zieht mich sehr an, und ich habe eine recht umfangreiche Sammlung solcher Blätter,zB dieses:

Also blieb ich gestern auch vor drei freilich viel strengeren Collagen stehen. Zwei aus einem „Tryptichon“.

 

„Informell“ und auch „konkret“ ist schön und gut. Aber soll ich deshalb die freie Zeichnung von Menschen und Dingen geringer schätzen? O nein! Ich liebe sie und habe sie immer wieder praktiziert, bis heute.

Jugendlicher. Kohlezeichnung (selbst)

Und so blieb ich auch mit Bewunderung vor einem Jünglingsportrait stehen, das der hier sehr bekannte (Jg 1910) Maler Jannis Tsarouchis zeichnete. Ich bin freilich mehr an dem Individuellen des Menschen und weniger, wie er, an dem archetypischen Ausdruck interessiert.

J. Tsarouchis, Jüngling, gesehen auf der Art Athena

Manches fand ich in den Ausstellungsräumen, das sich gar nicht mit Eigenem verband, das mich trotzdem stark ansprach. Ich zeige zum Abschluß einen Ausschnitt aus einer Arbeit aus Teebeuteln. Fand ich toll!

Doch obgleich ich diese Arbeit toll fand – sobald eine Idee überstrapaziert und in allen möglichen Gestalten durchdekliniert wird, wenn sie zum“Markenzeichen“ des Künstlers wird, wird mir schummrig zumute. Der Mann muss doch ne Macke haben, denke ich dann: auch im Traum wird er Teebeutel sehen und daraus Skulpturen der verschiedensten Art mit ungeheuerlicher Geduld und Finesse herstellen… Wird er sich je davon befreien können, dass sein Name als Künstler mit Teebeuteln verbunden wird?

Perfektion und Marktwert erreicht man wohl nur, wenn man bereit ist, sich eine spezielle Macke zuzulegen und alles, was in die Breite geht, zu vermeiden.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kunstmesse in Athen besuchen (1) Skurriles, Kulturkritisches, Altmeisterliches,

Seit gestern bin ich wieder mal in Athen. Dieses Jahr wollte ich die Art Athena – Messe der Galerien und Großereignis der hiesigen Kunstszene – nicht verpassen. Der Ausstellungsort war diesmal das neoklassische Vorzeigegebäude „Zappeion“ im Athener Zentrum.

Um hineinzukommen, musste ich erstmal anstehen. Denn sehr viel Volks hatte den löblichen Wunsch, sich anzusehen, was die bildenden Künstler so produzieren und was in den Galerien angeboten wird. Das Foto machte ich, als ich ging  – immer noch erneuerte sich die Schlange.

Drinnen war ein ziemliches Gewühle, aber man kam voran und konnte sogar, wenn man etwas Geduld hatte, ein Bild im Ganzen, ohne andere Betrachter und Fotografierer, ablichten.

Hunderte, aberhunderte Bilder! Für jeden Geschmack gab es etwas zu sehen. Die meisten Werke sind von jungen griechischen Künstlern, dazwischen hängen und stehen auch ein paar der sog. „Großen“, die es zu Ansehen und Professur geschafft haben. Einige Galerien haben sich auf ausländische Künstler kapriziert, und auch ein paar Galerien aus dem Ausland beteiligten sich.

Sich mit der Menschenmasse von Raum zu Raum treiben lassen, ist nicht die ideale Art, Kunst zu betrachten, Aber so ist es eben bei solchen Messen. Es geht ja auch nicht so sehr um die Betrachtung von Kunst, sondern um das Bekanntmachen, das Sich-Zeigen und vielleicht um die Anknüpfung von Verkaufsverhandlungen. Was heutzutage und auf dem kleinen griechischen Markt sowieso recht schwierig ist.

Auf Titel und Künstlernamen werde ich weitgehend verzichten, bei Nachfrage kann ich das eine und andere, sofern ich es notiert habe, nachliefern.

Für die Insektenfreunde unter euch habe ich einen Leckerbissen fotografiert: mechanische Fliegen.

An einer Art Kran bewegt sich ein Geldschein. Die Fliegen kümmern sich, solange ich dastehe und sie beobachte, nicht um den Köder. Ist es vielleicht der falsche?

Ich habe den Eindruck, dass sie bei einer bestimmten Konstellation anfangen würden, sich um den Geldschein zu streiten.

Eine Ameise als Herrscherin über unseren Globus fand ich auch dargestellt.

Überhaupt gab es etliche witzig-intelligente Anspielungen auf Zeitzustände und herrschende Gedankenformen. Besonderns eindrucksvoll fand ich „Retrometaverse“ betitelte Arbeiten in Öl und Kohle auf Leinwand, nicht nur wegen ihrer meisterlichen Technik, sondern wegen der ironischen Verbindung des hochgepeppten Illusionstheaters von Metaverse mit der Vorliebe für altertümliche Technologie (Retro)

Hier noch ein zweites Werk des Künstlers…

und fantastisch gemalte bzw gezeichnete klitzekleine Details

Altmeisterlich ist auch die Arbeit eines anderen Künstlers, der sich der Ikonografie des mittelalterlichen Holzschnitts und der Handschrift bedient und sie gekonnt verfremdet.

noch mehr Beispiele (zum Größer-Sehen anklicken).

Poetisch-skurril fand ich den gemalten Kommentar zur „Evolutionstheorie“:

Mir scheint, die Dame Vogel Strauß hat den rechten Überblick.

Eine neu erwachte Freude an alten Maltechniken (Öl auf Leinwand) fand ich auch bei anderen, etwa diesen großen Gemälden, die ein wenig an den diesjährig geehrten C.D.Friedrich erinnern.

 

Für heute soll es genügen. Morgen mehr.

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