Tagebuch der Lustbarkeiten: im Cafe zeichnen

Das Cafe am Segelhafen ist ein guter Ort, um sich zu verabreden. Es gibt reichlich Platz, alles ist hübsch mit Blumen und Grünpflanzen geschmückt, ein Springbrunnen befeuchtet die Atmosphäre, und man hat einen schönen Blick auf die Marina. Die zeichnete ich bei meinem letzten Besuch dort.

Heute schaute ich in die entgegengesetzte Richtung, mit Blick auf den Springbrunnen, während ich auf die Freundin wartete. Für die Zeichnung benutzte ich eine Doppelseite meines Skizzenbuchs und einen Kugelschreiber.

Nach unserem Treffen blieb ich noch ein Weilchen allein dort sitzen, um die Farben anzudeuten. Denn es war der Kontrast zwischen den roten Sonnenschirmen und dem Grün des Gartens, der mich zum Zeichnen gereizt hatte.

Leider wurde der elegante Springbrunnen schief, klobig und zu dunkel. Das Motiv reizt mich nun aber, und ich werde es mir erneut vornehmen.

Willst du wissen, wie es „in Wirklichkeit“ dort aussieht? Hier der fotografierte Blick von meinem Platz aus. Durch das Grün hindurch siehst du ein wenig vom Meer.

Das Wasser im Becken – leicht bewegtes Lichtspiel.

Veröffentlicht unter Architektur, Fotografie, Kunst, Leben, Meine Kunst, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 10 Kommentare

Zeigt her eure Tassen 25: Eulentasse mit Obstschale

Diese lineare Zeichnung möchte ich im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeigen. Die Keramikschale ist ein echtes handgefertigtes Kunstwerk, das ich mal in einem Anfall von Verliebtheit kaufte. Dahinter die metallenen Lehnen des Schaukelstuhls. Die übrigen Objekte sind Mobiliar, Stifte, Buch und Handy.

Ich mag solche linearen Zeichnungen, sie wirken leicht, denn die Objekte haben kein  Eigengewicht, sind nicht durch Licht und Schatten gesondert, sind Teil eines lockeren Gewebes der Welt.

Mit Farbverstärkung des Fotos, das ich von der Zeichnung machte, wirkt sie wie ein Zweifarbendruck.:


d

Veröffentlicht unter Architektur, Kunst, Leben, Meine Kunst, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 3 Kommentare

o.T.

Veröffentlicht unter Fotografie, Natur, ohne Titel | Verschlagwortet mit , , | 18 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: einem eigenen Bild wiederbegegnen

Wenn ich in einer fremden Wohnung ein früher gemaltes Bild entdecke, freue ich mich, als sei es ein Kind von mir, dem es in der neuen Umgebung gut geht. Wenn es dann auch noch, wie hier, seelenverwandte Freunde gewonnen hat – was gibt es Besseres?

Dies Foto machte ich in Koroni in der Wohnung der Freundin, wo wir zu Ostern übernachten durften, während sie selbst auf Reisen war.

Veröffentlicht unter Fotografie, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 7 Kommentare

Zeigt her eure Tassen 24: Kaffeetrinkerinnen nach Skitsofrenis

Heute lade ich euch für die von Juzicka-Jess (Amorak) angeregte Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ein, mit mir ein einfaches Straßencafe in Kalamata  zu besuchen. Ich werde wie gewöhnlich einen doppelten Espresso (mit 2 E außerordentlich preisgünstig) bestellen und mich auf dem Barhocker oder der Kunstleder-bezogenen Sitzbank niederlassen. Du nimmst vielleicht einen Tee, einen frisch gepressten Orangensaft oder einen Frappέ – also einen kalten aufgeschäumten Instandkaffee in hohem Glas. Und dann betrachten wir zusammen die Bilder von Skitsofrenis an den Wänden. Von diesem lokalen Spraykünstler habe ich dir schon manchmal erzählt (im Blog unter den Stichwörtern Skitzofrenis oder Skitsofrenis oder auch Costas Louzis zu finden).

Die Kaffeetrinkerinnen an den Wänden repräsentieren unterschiedliche Charaktere und benutzen daher auch verschiedene Tassen: die „Intellektuelle“ blickt ein wenig streng durch eine große Hornbrille über ein dampfendes Tässchen hinweg, das dieselben Farben wie ihre Bluse trägt: blau-weiß mit einem dezenten Herzchen.

Die „Sinnliche“ mit der prächtigen blondierten Mähne und der ärmellosen Bluse hat ihr Mündchen tief in einen großen Becher getaucht, der mit einem roten Herzen geziert ist. Sie träumt vielleicht, dass gleich ihr Prinz hereinspaziert und sie hinausführt in die Bläue eines sonnigen Tages.

Ich hoffe, dir hat diese kleine Kaffeepause so gut getan wie mir. Tschüß! Einen schönen Tag noch!

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Kunst, Leben, Träumen | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Aus fremdem Fenster blicken

Heute waren wir bei einer Bekannten zum Kaffeetrinken eingeladen. Ihre Wohnung am Rand der Altstadt von Kalamata betraten wir zum ersten Mal.

Der Blick aus dem Fenster ist überraschend. Der Ausschnitt im Fensterrahmen wirkt wie eine Ansichtskarte mit den beiden Hauptattraktionen der Stadt:  Kathedrale und Burgberg mit Burgruine.

Der Grund für diesen weiten Blick ist ebenfalls überraschend: Im Vordergrund befindet sich eine über und über mit Feigen und Efeu überwucherte Ruine. Das war mal ein Gymnasium, der Ehemann der Bekannten hatte es noch als Schüler besucht, doch bei dem großen Erdbeben von 1986 brach es zusammen. Danach wurde es als denkmalgeschützt deklariert. Und da der Gemeinde das Geld fehlt, die Ruine im alten Stil wieder aufzubauen, blieb sie eben eine Ruine und wurde von den Pflanzen erobert.

Die Gebäude im Hintergrund gehören der Kirche. Man erkennt das an den Rundbögen. Auch die hohen Bäume rechts säumen ein kirchliches Grundstück. Und so schaut man von dieser Wohnung auf einen ausgebreiteten grünen Teppich mit rosa-weißer Stickerei-Umrandung.

Veröffentlicht unter Architektur, Ökonomie, Fotografie, Geschichte, Natur | Verschlagwortet mit , , , , , , | 4 Kommentare

Vögel nach Fotos: der Fitis

Heute sah ich in Jürgens Blog „Linsenfutter“ bezaubernde Fotos des wenig bekannten Fitis. Wie er schreibt, konnte er ihn an der Lippeaue beobachten.

Und bekam Lust, meine Serie der Singvögel um eine Zeichnung zu bereichern. Ob ich ihn getroffen habe? Jürgen beschreibt ihn als „zarten und schlank wirkenden Singvogel“.  Nun, ich tat mein bestes.

Jetzt ist es kein Quartett mehr, sondern ein Quintett. Star, Fitis, Zaunkönig, Blaumeise und Rotkehlchen. Hört ihr sie zwitschern und singen?

Sehr gern würde ich dem Spatz einen Platz in dieser Serie geben. Aber kann man ihn als Singvogel bezeichnen? Tschilp tschilp! Wohl kaum. Höchstens als Proletarier zwischen den edlen Sängern.

Spatz

 

Veröffentlicht unter Meine Kunst, Natur, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 19 Kommentare

Zeigt her eure Tassen: Espresso!

Eine Espresso-Maschine mit kleinen Tassen, die ich in einem Schaufenster in Kalamata sah und bewunderte, möchte ich heute im Rahmen der von Juzicka-Jess (Amorak) initiierten Blogparade zeigen.

Wie sie funktioniert bzw einst funktionierte? Ich weiß es nicht. Aber ich bewunderte das golden glänzende Messing, die beidseitigen Halterungen für die Tassen, die sich mit dem dunkelbraunen, fast schwarzen Espresso füllen würden, und rätselte über den Aufsatz für weitere Tassen im Kopf des Geräts. Wurden die Tassen dort vielleicht schon vorgewärmt, damit es espresso espresso voranging und die Kunden nicht ungeduldig wurden?

Auf den Tassen lese ich „Hausbrandt“. Dieser Kaffe kam 1892 in Triest zur Welt. Die Stadt gehörte damals noch zu Österreich-Ungarn. „Im Jahr 1892 wird das Unternehmen Caffè Hausbrand von Hermann Ernest Hausbrandt gegründet. Der Kapitän der Handelsmarine hat eine Idee, die den Geist der Zeit trifft: er will Privatleuten einen einfachen Zugang zu Röstkaffee verschaffen. Kaffee konnte man zum Ausgang des 19. Jahrhunderts bereits für den eigenen Haushalt kaufen – allerdings befand er sich dann noch im Rohzustand. Selber rösten war angesagt – etwas anderes blieb den Familien nicht über. Hausbrandt ist der erste Hersteller, der den Kaffee frisch geröstet und im Metallbehältnis versiegelt auf den Markt bringt – eine Erfindung, die eine neue Ära einleiten sollte“. Dies, und dass sich der Firmenhauptsitz jetzt in Nervesa della Battaglia im Nordosten Italiens befindet, lese ich auf der Website der Firma.

Die Kaffeemaschine ist eine  „Victoria Arduin0“, und den Namen gibts auch immer noch. „Pier Teresio Arduino (1876 – 1923) konstruierte seine erste Espresso Maschine 1905, basierend auf den physikalischen Prinzipien des Wärmeaustauschs zwischen zwei Flüssigkeiten“, lese ich auf der Website des inzwischen deutschen Herstellers „Henschke Kaffeemaschinen“, der offenbar Patente und Namen der ursprünglich italienischen Firma übernommen hat.

 

 

Veröffentlicht unter Ökonomie, Fotografie, Geschichte, Leben, Technik | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 9 Kommentare

Von Ameisen und Menschen II (abc-etüde, gereimt)

Am Ostermontag stand ich noch etwas verschlafen vor dem Bücherregal der Freundin, in deren Wohnung wir übernachten durften. Da fiel mir ein dicker Buchrücken auf, denn darauf stand das Wort „Ameisen“.

Ich zog das Buch heraus, legte es vor mir auf den Schreibtisch.

Blätterte ein wenig. Staunenswerte Zeichnungen gab es da, und Fotos gab es auch. Ich begann zu lesen und staunte immer mehr. „Die Entdeckung einer faszinierenden Welt“ versprach der Untertitel. Und das war wirklich nicht übertrieben. (unbezahlte Werbung)

Ich hatte keine Zeit, das ganze Buch zu studieren. Aber der Impuls war gesetzt, einen zweiten Beitrag für Christianes abc-etüden zu schreiben. Die Wörter dafür hat der „Schreibenblog“ spendiert. Sie lauten

Ameise – unmenschlich – quellen.

eigenes Foto

 

Von Ameisen und Menschen II.

Weißt du, wer die Herrscher auf Erden sind?

Der Mensch, so meinst du wohl, mein Kind.

 

Doch gibt’s daneben nen anderen Herrn

Den haben die Menschen nicht allzu gern

Das sind die klitzkleinen Ameisen

Du siehst sie erst, wenn sie an eben den Stellen

Auf denen du sitzt, plötzlich wimmelnd vorquellen

Und sich stürzen auf deine Leibspeisen.

 

Wie schaffen sie’s bloß, dass sie überall leben

Und niemals eroberte Räume aufgeben?

Sind wir nicht die Riesen und Zwerge sind sie?

Fast scheint’s mir unmenschlich, wie sie da marschieren

Und tapfer auch Mauern und Gräben passieren

Und immer vorangehn, ermatten sie nie?

 

Mag sein, sie ermatten, mag sein, dass sie sterben

Doch immer wird ihre Art sich vererben

Im Großen und Ganzen, zu dem sie gehören

Da wimmeln die Schwestern und bauen die Nester

Und hüten und schützen die Kleinen, mein Bester,

und wenn wir Menschen die Nester zerstören

 

Dann ziehen sie um, beginnen von vorn

Sie schaffen und bauen und schleppen das Korn

Und schleppen die Fliege und melken die Laus.

Die Königin nur, die muss überleben

Denn ohne würd’s keinen Nachwuchs mehr geben

Leer stünde der Hügel, und das Leben wär aus.

 

Die Ameisen erfanden ein soziales System

Das ist für die Vielen vielleicht unbequem

Dem Ganzen jedoch bringts Gewinn.

Heißt das nun, wir sollten den Ameisen gleichen

Mit vielen Arbeitern und wenigen Reichen,

Wo nur der Staat zählt und nie das „ich bin“?

 

Gemeinschaftlich handeln, das sollten wir auch

und uns nicht nur füllen den eigenen Bauch.

Doch Ameisen wolln wir nicht werden.

Ameisen sind ein andres Geschlecht

Ihr Kollektivismus ist artgerecht

und ist für sie nützlich auf Erden.

 

Der Mensch sei sozial, er sei gleich und doch frei.

Dafür wurd gekämpft und wir bleiben dabei

Wir wolln keine Ameisen werden.

296 Wörter

eigene Zeichnung

 

Veröffentlicht unter abc etüden, Erziehung, Fotografie, Leben, Meine Kunst, Natur, Politik, Tiere, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , | 6 Kommentare

Dienstags-Drabble: Alte Muster durchbrechen (in Reimen)

Das Dienstags-Drabble, für das Heide (Puzzleblume) die Wörter aussucht, fordert einen 100-Wörter-Text, in dem die Wörter Muster- ermöglichen – ausgeklügelt vorkommen.

Dem „alten“ Auf-um-Aug-Gesetz hatte das frühe Christentum abgeschworen – was ist draus geworden? Und was ist geworden aus Franz Joseph Strauß‘ Satz, dass jedem Deutschen die Hand verdorren möge, der jemals wieder ein Gewehr in die Hand nehme? Schnee von längst vergangenen Jahren.

„Jeder Schuss ein Russ, jeder Stoß ein Franzos!“ sollte die deutschen Lanzer im 1. Weltkrieg befeuern. Inzwischen sind Frankreich und Deutschland „befreundet“ und stehen „vereint“ gegen „den Russen“. Und so wurde zwar der zweite Teil des Spruchs ad acta gelegt, aber der erste neu belebt. Möchten Napoleon und Hitler wieder gen Moskau marschieren lassen? Oder wer sonst? Wem dient dieses neue Kriegsgeschrei? Wer profitiert davon?

Auf einem Plakat neben mir an der Wand steht „Contro le Guerre“ – gegen den Krieg. Wir kauften es vor Jahren in Venedig und hängten es hier auf – unübersehbar für jeden Besucher.

Alte Muster durchbrechen

„Und ist die Technik auch schon prächtig ausgeklügelt

Die Falte, die mal war, wird nie mehr ausgebügelt

Und eine Tat, die mal geschehn, wirkt immer fort

Und wenn es Mord war, dann gebiert sie stets von Neuem Mord.“

*

Gibt es denn nichts, um dieses Muster endlich zu durchbrechen?

Muss immer wieder Aug mit Aug und Tod mit Tod sich rächen?  

*

Es fiel, als ich ein Kind war, einst das große Wort:

„Wer nochmal ein Gewehr ergreift, des’ Hand verdorrt“.

*

Ermöglicht wurde Frieden zwischen Feinden, weißt du noch?

Was zwingt Nationen wieder unters Kriegesjoch?

*

„Jeder Schuss ein Russ!“

Damit sei Schluss!

dem Frieden eine Chance!

 

 

 

Veröffentlicht unter Drabble, Katastrophe, Krieg, Kunst, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 8 Kommentare