Herzensgrüße zum Vierten Advent

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Alphabet des freien Denkens – der fünfte Buchstabe: Eleutheria – Elysium

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Nun also ein dritter Anlauf, um zu verstehen, was ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ (Freiheit) bedeutet oder einmal bedeutet hat – oder in Zukunft wieder bedeuten wird. Schauen wir zuerst einmal das Wort an: ΕΛ – ΕΥ – Θ.

EΛ = kommen.   ΕΥ = gut, wohltuend, gesegnet. Θ = göttlich. Wer einmal in Griechenland war, kennt den Ruf Ela! (Komm!). EY (eu) kennst du auch, nämlich als Vorsilbe in Euphorie, Eukalyptus, Euthanasia, Eucharistie etc.. Es bedeutet Gutes, Angenehmes, Schönes, Heilsames. Θ als Zeichen für „Gott, göttlich“ habe ich bei A wie Anthropos bereits eingeführt.

Das Kommen oder richtiger: die Erwartung eines heilsamen göttlichen Geschehens – das ist die etymologische Bedeutung von Eleutheria (Freiheit).

Uunübersehbar ist die Verwandtschaft des Wortes Ελευθερία mit dem Wort Ελεύσης (Eleusis) und den eleusischen Mysterien. Der Wortstamm ελευσώ oder ελευθώ (Erleichterung, Befreiung von Schmerz und Not und Tod) steckt aber auch in den Elysischen Feldern, dem Elysium (Paradies). Dorthin, zu den goldenen Inseln mit rosenduftenden Gärten ewigen Frühlings, werden die Helden entrückt, die es nicht verdient haben, im  Schattenreich des Hades zu verkümmern.

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Doch wo, wo ist dies Elysium? Wo sind die goldenen Inseln, auf denen nie Not herrscht?

Jenseits der bekannten Welt, jenseits des Horizonts, im Jenseits liegt das Paradies. Dort musst du es suchen, sagen die einen.

Das Elysium ist hier oder nirgends! Du wirst es nicht finden, außer du erschaffst es dir! sagen die anderen.

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Die Pariser tauften ihre zentrale Prachtstraße Champs-Élysées – Elysische Felder. Das war im Jahre 1789, als das Volk von Paris die Bastille erstürmte – ein Ereignis, das den Ruf nach „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“ in die Weltgeschichte einführte. Welch eine freudiges Gefühl der Befreiung, der Begeisterung breitete sich wie ein Lauffeuer durch Europa aus!

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Eugene Delacroix, Die Freiheit führt das Volk, 1830

Freude, schöner Götterfunken, Tochter aus Elysium“ hatte vier Jahre zuvor der deutsche Freiheitsdichter Schiller gejubelt. Etliche freiheitsbewegte deutsche Komponisten versuchten sich an der Vertonung, darunter als bekannteste Friedrich Zelter (1792) und Franz Schubert (1815). Aber erst, als Ludwig van Beethoven das berauschende, berauschte Gedicht Schillers zur Schlusshymne seiner Neunten Sinfonie machte, fand es seine kongeniale Interpretation. Das war 1824. Der Terror der Robespierre-Herrschaft, die Napoleonischen Kriege und die Restauration hatten die schöne Blüte der Freiheitshoffnung in den Schlamm getreten, als Beethoven sein großes DENNOCH gegen Verzweiflung und Resignation setzte und das Lied an die Freude zur Hymne der Menschheit machte.

Der weitere Werdegang: Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde das „Lied an die Freude“ für kurze Zeit Ersatz-Nationalhymne der Westdeutschen, bis das Deutschlandlied  ausreichend entnazifiziert war https://www.youtube.com/watch?v=pmNfQQ6paYg. Jedenfalls die dritte Strophe (Einigkeit und Recht und Freiheit) schien 1952 wieder singbar.

Als doppel-deutsche Hymne kam sie danach noch zweimal zu Ehren: die BRD- und die DDR-Mannschaft benutzten sie bei den Olympiaden 1956 und 1964. 1972 wurde sie zur Hymne des Europarats und 1985 zur Hymne der europäischen Union erkoren. https://www.youtube.com/watch?v=Bylj_hZPv-8

Zu Weihnachten 1989 wurde sie mit einem leicht veränderten Text im nun „befreiten“ Ost-Berlin gegeben: Freiheit, schöner Götterfunken“. (Quelle: Wikipedia)

Freiheit, schöner Götterfunken…

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Großer Sprung! Und da sind wir wieder im Hier und Jetzt bei der ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ. Heute feiern wir ihren Namenstag. Ja, Eleftheria ist auch ein weiblicher Vorname, und ich habe eine liebe Freundin, die so heißt. Sie ist Agronomin (ihr seht sie auf dem ersten Foto unten) und die Seele des Gartenbau-Projektes für mental eingeschränkte Jugendliche, von dem ich euch unter dem Buchstaben D erzählte und das mir sehr am Herzen liegt. https://gerdakazakou.com/2016/12/12/alphabet-des-freien-denkens-%ce%b4-wie-%ce%b4%ce%bf%cf%85%ce%bb%ce%b5%ce%b9%ce%b1/.  Zusammen mit vielen Menschen feierten wir heute die offizielle Eröffnung. Die Mönche des kleinen Klosters (von ihnen berichtete ich mehrfach) schickten einen schönen Kranz (ihr seht ihn oben am Stamm der Olive hängend). Die jungen AzuBis, ihre Eltern, Vereinsvorsitzende, die Initiatorinnen Waltraud und Eva, Unterstützer und Freunde – Deutsche, Griechen, Frauen, Männer – ja sogar der Bürgermeister von Kalamata versammelten sich beim großen Olivenbaum  und schrieben gute Wünsche auf Karten, die sie an seine mächtigen Zweige hängten, aßen auch vom leckeren Büffet, das von fleißigen Helfern und von Spenden der Bläuels bestückt wurde. Freude und Genuss!

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Wegen dieses freudigen Ereignisses bin ich, anstatt schnurstracks nach Eleusis zu gehen, heute bei den glückseligen Feldern unseres Gartenbauprojekts hängengeblieben. Ich werde einen vierten Anlauf brauchen, um mich dem inneren Kern des Begriffs ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ (Freiheit) zu nähern. Morgen, hoffentlich, gehts über die ΙΕΡΑ ΟΔΟΣ, die Heilige Straße, ab nach Eleusis! Hoffentlich.

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Alphabet des freien Denkens: E wie Ελευθερία (Freiheit), deutsche Variante

Im ersten Anlauf schrieb ich vom pathetischen Freiheitsgedanken der Griechen: Nieder mit der Fremdherrschaft! Es lebe die Freiheit! Nun wende ich mich in einem Intermezzo, einem kleinen Zwischenspiel,  meinem deutschen Erbe zu. Da regiert das philosophische Denken, das da unterscheidet zwischen

Freiheit von            und                 Freiheit zu

Freiheit von Tyrannei, Fremdherrschaft, Bevormundung, Sklaverei. Freiheit von Zwangsvorstellungen, seelischen Abhängigkeiten, Ideologien. – – — – – Freiheit, unter mehreren Möglichkeiten zu wählen (dies ist in der Konsumgesellschaft die beliebteste Definition).  Freiheit zu reden und zu schreiben, mich zu informieren, meinen Beruf zu wählen, meinen Partner zu wählen, das Land und die Stadt zu wählen, in dem, in der ich leben möchte, meine Regierung zu wählen, meinen Arzt zu wählen, vielleicht auch die Schule, in die ich mein Kind schicken möchte, vielleicht auch die Art, wie ich sterben möchte. Kurzum: Freiheit zu denken, zu fühlen, zu wollen, zu handeln, wie ICH es für MICH als richtig definiert habe.
Mir scheint, all diese Freiheitsvorstellungen (und noch einige, die ich vergessen habe) gehören zu denen, die in der westlichen Welt allgemein anerkannt sind – langsam haben sie sich durchgesetzt seit der französischen Revolution und sind in alle Köpfe eingedrungen. Wir können uns schnell drauf einigen: Ja, das ist „die Freiheit, die ich meine“.

Moment mal! „Freiheit die ich meine“ – dieses inbrünstige Lied – meint vor allem die Idee des Nationalstaates, die im 19. Jahrhundert aufkam und alle Herzen ergriff – in Griechenland nicht anders als in Deutschland. Es bedeutete Freiheit von der Fürstenwillkür, Kleinstaaterei und Fremdherrschaft, aber zugleich den Zusammenschluss einer Nation gegen die anderen Nationen. In seinem Gefolge fanden Kriege größten Ausmaßes statt.

Freiheit, die ich meine, die mein Herz erfüllt von Max von Schenkendorf (1783–1817) https://www.youtube.com/watch?v=r-a54YlDlw4

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(aus meinem Beitrag https://gerdakazakou.com/2015/07/11/auf-zum-letzten-duell/)

Ja, wenn nicht diese, welche Freiheit dann? Etwa diese? „Die Gedanken sind frei!“ https://www.youtube.com/watch?v=YVc0wBLri1A&list=RDYVc0wBLri1A

Die Gedanken sind frei! jubeln die Männer, die Frauen, die Kinderchöre! Jubeln Freddy Quinn und Pete Seeger, jubelt jung, jubelt alt…Was gibt es da zu jubeln? frage ich mich betroffen. Das ist ja nun die aller-allerletzte Bastion der Freiheit, die da verteidigt wird. Du denkst, was du willst – ha! Ergo bist du frei, auch wenn sie dich in den tiefsten Kerker werfen? Ja, denn das Denken kann man dir nicht verbieten, selbst wenn man dir die Zunge abschneidet. Toll, große Sache!

Es gab freilich Zeiten, wo sogar dies Denken nicht mehr möglich war, weil falsches Denken mit Zwangs-Psychiatrie und Lobotomie, mit Folter und Scheiterhaufen behandelt wurde. Sagte ich: wurde?

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Freies Denken also. Wunderbar. Das müssen wir verteidigen. Und dann Schluss? Keine Konsequenzen ziehen? Einfach nur denken – und der Wind weht deine Gedanken davon, husch, husch? Das Universum wird’s schon richten, wenn du fleißig denkst?

Was ist denn „freies Denken“? Dass ich denke, was ich will? Wirklich? Verschiebt sich da die Frage nicht einfach auf die nach dem freien Willen? Und wenn mein Wille gar nicht frei ist, sondern ich beherrscht werde von allerlei Wünschen, Abhängigkeiten, Süchten, Ängsten, Begierden, Nöten, Schmerzen – was ist dann mit meinem freien Denken?

Wenn wenn wenn. Genug des deutschen Grübelns für heute. Ich ergebe mich dem griechischen Wein, der mein Denken gleich mitsamt meinem freien Willen auslöschen wird. Prost, Dionysos Bakchos, auf unsere Gesundheit!

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Alphabet des freien Denkens: E wie ΕΛΕΥΘΕΡΙΑ

Ελευθερία (Eleftherίa = Freiheit) ist das nächste Wort im griechischen Alphabet des freien Denkens. Es ist ein so schwergewichtiges, so zentrales Wort für das Griechentum und für die Menschheit insgesamt, dass ich es heute Abend nur antippen kann.

Ich habe euch heute schon ein anderes E-Wort geliefert: Ελιά, die Olive, der Ölbaum. Aber so schön der Baum ist, so gewaltig und nützlich, so wunderbar es ist, wie dieser Baum, gepflanzt auf armem Boden inmitten von Steinen, mühsam heranwachsend, aus diesem Boden, aus dieser Luft seine Früchte bildet, die ganz bitter-ungenießbar sind, wie sie aber, gepresst nach Methoden, die zuerst die Göttin Athene die Menschen lehrte, das köstliche duftende Öl freigeben, das den Menschen nährt, ….athene(gefunden bei http://www.artefakt-austria.eu), mit dem er sich vor dem Kampfe salbt, mit dem die Könige gesalbt wurden und auch der Christus, denn nichts anderes bedeutet dieses Wort – der Gesalbte – … so ist dieses Wort doch nicht von demselben Gewicht wie das Wort Ελευθερία (Freiheit). An diesem Wort oder an dem, was sich dahinter an Hoffnungen verbirgt, entscheidet sich das Menschentum. Bist du nicht frei, verfehlst du das, was den Menschen vor allen anderen Lebewesen auszeichnet.

Im Griechischen spricht man das Wort Ελευθερία mit einem Pathos aus, das es im Deutschen nicht hat. „Freiheit oder Tod!“ war der Schlachtruf der Aufständischen von 1821, die sich verschworen, a54176dd03525caa567ab9cd53249178 (Maniaten schwören den Revolutionseid),  das „türkische Joch“ abzuwerfen und die Freiheit Griechenlands herzustellen (griechischer Nationalfeiertag bis heute).

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„Lieber eine Stunde Freiheit als vierzig Jahre Sklaverei“, hatte schon Rigas Ferraios geschrieben (* 1757 – † 24. Juni 1798) und „Der denkt richtig, der frei denkt“ –feraios-%ce%b1%ce%bd%cf%84%ce%af%ce%b3%cf%81%ce%b1%cf%86%ce%bf – er bezahlte dieses Denken mit einem qualvollen Tod (von den Österreichern wurde er festgenommen und nach schwerer Festungshaft den Türken übergeben, die ihn ermordeten).200px-nbs_rof (Gedenktafel am Hinrichtungsturm in Belgrad). Die Jugendorganisation der Linken trägt bis heute seinen Namen. „Freiheit, ach Freiheit!“ ruft der junge Solonos, und sein Ruf wurde zur Nationalhymne der Griechen. https://gerdakazakou.com/2016/01/11/griechische-dichtung-am-sonntag-dionysios-solonos/. Wenn ich Kinder im Unterricht  fragte, welches das höchste Gut sei, so antworten sie mir: Freiheit! und ihr Held war Kolokotronis, der dafür im 19. Jahrhundert focht.

Doch weit mehr als Freiheit von Fremdherrschaft und Unterdrückung,  von unerträglichen Steuern und Frondienst, von Willkür und Hochmut der Herrschenden ist die Freiheit der Griechen. Das kann man an dem Wort ελεύθερος (frei) ablesen, das sich herleitet aus ἐλεύσομαι, altgriechisch „ich werde kommen“ und Έλευση „Ankunft“ – und was uns als Eleusis (eleusische Mysterien) überliefert ist. Ins Lateinische übersetzt heißt Eleusis nichts anderes als „Advent“

Darüber und über andere Fazetten des Wortes will ich morgen  zu schreiben versuchen.

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Der Olivenbaum – Mutter aller Kalamon-Ölbäume

Myriade fragt mich nach dem gewaltigen Olivenbaum, unter dem sich die Gärtnerlehrlinge versammeln. Ich zeigte ihn gestern und war  ein bisschen enttäuscht, dass sich niemand wunderte über ihn. Danke Myriade, dass du seine Größe bemerktest und nach seinem Alter fragtest!

Wie alt er genau ist, weiß man nicht. Aber er soll der größte Olivenbaum sein, den es auf dieser schönen Erde gibt. Der allergrößte! Wenn es heute die Oliven „Kalamon“ gibt, so wegen dieses Baumes: Er ist die Mutter aller. Und ist stark und gesund, dicht belaubt und trägt immer noch herrliche Frucht.

Seine Ausmaße:

Er ist 14 m hoch, der Stamm hat einen Durchmesser von 3 Metern und einen Umfang von 9 Metern. Der belaubte Teil hat einen Umfang von 15 Metern. Der Baum ist 1979 offiziell zu einem Naturdenkmal erklärt worden, und die Einfassung wurde im Jahr 2000 gebaut, um ihn zu schützen.  img_9268 Draufklicken, um zu lesen.

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Alphabet des freien Denkens: Δ wie ΔΟΥΛΕΙΑ

He, Gerda, spinnst du? Wieso erläuterst du den schönen vierten Buchstabe Δ (Delta) nicht mit dem schönen Wort ΔΗΜΟΚΡΑΤΙΑ = Demokratie, sondern mit dem hässlichen Wort ΔΟΥΛΕΙΑ, das je nach Betonung Sklaverei oder Arbeit bedeutet? (dulίa oder duliά, mit stimmhaftem th wie englisch the). Du weißt natürlich, dass die Demokratie der Alten nur funktionierte, weil es die Sklaverei gab. Heute gibt es an ihrer Stelle die Arbeiter, die man εργάτες nennt (ergo=Werk, ergates=Werktätige) – und nicht δούλοι, Sklaven – , aber ändert das viel an der Sache?

Weil also an der Wurzel von Freiheit und Demokratie die Frage nach der Arbeit liegt – und wer sie macht, warum und unter welchen Bedingungen -, darum habe ich das Wort Δουλειά als Vertreter des vierten Buchstabens gewählt.

Was ist Arbeit? Wer ist Arbeiter? Haben die Griechen recht, wenn sie dem Begriff Arbeit ambivalent gegenüberstehen und ihn mit Sklaverei assoziieren, während es einem Deutschen einst einfiel zu schreiben „Arbeit macht frei?“ (Auschwitz). Ich durchstöberte mein Archiv auf der Suche nach Arbeitern: Ist der Zöllner einer, der den Träumer-von-einem-freien-Leben an der Grenze zurückweist, oder der Richter, der ihn ins Gefängnis steckt?

Nein, das sind „Berufstätige“, „Staatsdiener“, was weiß ich, jedenfalls  keine Arbeiter, wenngleich sie „ihre Arbeit tun“.

Ist der Mann, der den Hahn schlachtet, sind die Folterknechte an der Presse, die Waffen schwingenden Typen Arbeiter? Naja, der eine ist ein Bauer oder Schlachter, die anderen sind untere Chargen eines aggressiven Geschehens – Arbeiter sind sie eigentlich nicht, wenngleich auch sie ihre Arbeit tun. Und wie ist es mit den Leichtmatrosen, die über den Booten fliegend sich den Ball zu werfen? img_3113-blau Ich weiß nicht. Nein. Sie haben nichts von Sklaven, im Gegenteil, sie wirken lustig und frei.

Aha! Das ist der Schlüssel! Wer nicht lustig und frei ist, der ist ein Arbeiter. Der Arbeiter trägt die Ketten der Lohnsklaverei, ist zur entfremdeten Arbeit verdammt, wenn er nicht verhungern will….  Also sind diese beiden jungen Männer keine Arbeiter? Oder vielleicht nur der eine, der schiebt, während der andere sich schieben lässt, keiner ist? ….

O doch! Beide sind Arbeiter. Sie arbeiten ja durchaus! Gerade haben sie Beete angelegt, wo vorher ein ödes Stück Land war, haben Samen gesetzt, aus denen nun Saaten sprießen: Chalotten, Saubohnen, Spinat…

und wenn sie Lust haben, machen sie halt ein Päuschen, sehr gern unter dem riesigen Olivenbaum, und lassen sich fotografieren…

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Um frei zu denken und um frei zu arbeiten, brauchst du nicht besonders gescheit zu sein. Diese hier sind sogenannte „geistig Behinderte“ (o welch grausames Wort!)  img_9270 mit Ausbilderin und zwei Helfern. Es ist das Projekt „Lysos Garten“, das den jungen Menschen die Grundkenntnisse der Gärtnerei beibringt, damit sie später ein eigenes Einkommen sichern können. Die Gemeinde von Kalamata hat versprochen, ihnen Aufträge für die öffentlichen Gärten zu geben, und einen Stand auf dem Bauernmarkt bekommen sie auch. Momentan werden 14 ausgebildet, aber es gibt eine wachsende Zahl von Interessenten.

 

Arbeit muss nicht DOULEIA sein! Sie kann ein integraler Bestandteil des Lebens sein,  kooperativ, fröhlich, produktiv, nützlich. O ja, auch ich kann mutig träumen, liebe Ulli! Liebe Tikerscherk! Dieser Traum wächst nun in die Wirklichkeit hinein, so wie die Saaten aus dem Boden sprießen.

Vielleicht erinnerst du dich, wie ich begeistert über Gli Amici schrieb, die ich „zufällig“ in Rom kennenlernte? https://gerdakazakou.com/2016/09/26/rom-gli-amici-in-trastevere/ Und wie ich hoffte, dass hier, in Kalamata, ein ähnliches Projekt entstehen könnte? Es ist entstanden. Hier seht ihr eine der beiden Initiatorinnen, Waltraud Sperlich, (links) und die für die Projektleitung und Ausbildung zuständige Agronomin, Eleftheria Xagoraki, (rechts) in unserem Garten beim Spagettiessen und Fachsimpeln – dazwischen der Spagetti-Koch, mein lieber Mann. Auch das muss schließlich sein: Es ist Arbeit. Aber darf es deshalb keinen Spaß machen? Das war gestern, am 3. Advent, und mein Herz ist froh.

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Montags ist Fototermin: Dezemberlicht

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Bevor das zauberhafte Dezemberlicht vor meinem Fenster ganz verlischt – Wolken ziehen auf, der Himmel wird grau – will ich hinaus! und ich sitze immer noch am Computer, o Graus.

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Griechische Kunst am Sonntag: noch einmal Zongolopoulos

Bis vor wenigen Tagen kannte ich von dem griechischen Bildhauer Giorgos Zongolopoulos eigentlich nur seine großartigen Installatioonen mit Schirmen, von denen ich euch zu Beginn dieses Jahres berichtete. (https://gerdakazakou.com/2016/01/03/griechische-kunst-zum-sonntag-die-schirme-von-giorgos-zongolopoulos/de)

Doch nun erlebte ich eine Überraschung. In den Ausstellungsräumen der griechisch-amerikanischen Union werden Werke gezeigt, die am selben Ort vor 45 Jahren schon einmal zu besichtigen waren. Der Künstler, 1901 geboren und im Alter von 99 Jahren gestorben, hat in seinem langen Leben nie aufgehört sich zu wandeln und zu erneuern.

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„Der Künstler“, sagt er, „muss ständig im Kessel sein, der kocht, wenn er sich wandeln will.  Der Künstler muss ins Zentrum gehen, dorthin, wo das Feuer brennt. Immer gibt es ein Zentrum das kocht. Da musst du hingehen und dem Feuer entgegentreten. Du kannst ihm nicht den Rücken zuwenden. Der Künstler ist nicht in dieses Leben gekommen, um Erfolg zu haben. er ist gekommen um zu brennen, um zu lernen, um als Vertreter des Feuers zu sprechen. Der Künstler ist eine Blatt Papier, das ins Feuer fällt, er brennt, aber seine Weißheit (sic!) lebt ewig.“

Ich musste, als ich dies las, an Heraklit denken, an Feuer und Geist als Quelle allen Seins. Aber das ist ein anderes Kapitel.

Was ich in der Ausstellung sah, ging teilweise auf sehr frühe Phasen des Schaffens von Zongolopoulos zurück, zeigt seine Anfänge, wie zB dieses Pferd.

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Aber die meisten Werke stammen aus den 70er und 80er Jahren, als er die kinetische Kunst für Griechenland entdeckte. Leider ist es fast unmöglich, solche Kunstwerke fotografisch festzuhalten. Ich zeige sie euch trotzdem. Die großformatigen Gemälde stammen aus derselben Zeit. Bitte draufklicken!

 

Gleichzeitig wurden etliche Werke zeitgenössischer griechischer Künstler gezeigt, die sich von Zoggolopoulos haben inspirieren lassen. Hier ein paar Beispiele. Viel Spaß beim Gucken!

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Stella Meletopoulou, Macrocosmos II

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Stelios Panagitopoulos, 2014 (Detail) aus Teilen des historischen Schiffes Neraida gebaut

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Makis Georgilakis, Fuß. 2000

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Nina Betta, gemischte Technik auf Papier, 2014

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Eleni Zevgeridou, Simon, 2015, Erdstein

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Stella Meletopoulou, Macrokosmos (Detail), 2015

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Giorgos Lappas

Die ursprüngliche Ausstellung wurde erweitert durch zeitgenössische griechische Künstler, die  sich von Zongolopoulos inspirieren ließen.

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Iannis Adamakos, 2014, Öl auf Leinwand

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Giorgos Houliaras, Figuren aus Stahl, 1999 bis 2003

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Houliaras, Detail einer Figur

 

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Alphabet des freien Denkens: Γ wie γέλιο

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Alfred Eistenstaedt, Kinder im Puppentheater, 1963

Ach, lachen können wie die Kinder!

Γ (Gamma) ist der dritte Buchstabe im griechischen Alphabet. Und Γέλιο – auszusprechen etwa wie yellio (denk an englisch yellow) ist das Lachen. Der Mensch lacht, drum ist er ein Mensch. Und wenn er „von Herzen“ lacht, geschieht etwas mit ihm, löst sich eine innere Spannung, Tränen rollen, laufen über sein verzerrtes Gesicht, als hätte er Schmerzen, er windet sich, hält sich den Bauch, stößt den Atem in kurzen wiehernden, kreischenden, heulenden Lauten aus dem offenen Mund, atmet heftig ein, um erneut eine Lachsalve loszulassen, bis sein Zwerchfell ächzt, seine Beine nachgeben, seine Blase sich entleert, aber aufhören kann er nicht, er lacht und lacht, winselt um Gnade – hör auf, hör auf mit deinen Witzen, du bringst mich noch um. gelio Und wenn er dann endlich aufhören kann, wischt er sich die Tränen aus den Augen, atmet erleichtert auf und … ist gesund und glücklich. Och, war das gut!

Lachen Tiere auch? Der griechische Philosoph Aristoteles meint: nein. Das Lachen unterscheide den Menschen vom Tier. Ich meine, er hat recht, und darum habe ich das Wort Yellio zum Vertreter des dritten Buchstabens des „Alphabets des freien Denkens“ erkoren.

Oder lachen auch die Hühner, die Hunde, die Eulen und Kamele, von dem der Buchstabe Gamma seinen Namen hat:  gîmel = Κamelhals in einer untergegangenen Sprache, der phönizischen? full_klnzoo362 Das vielwissende Wikipedia meint, das Lachen werde „in einer Gehirnregion ausgelöst und gesteuert, die deutlich älter ist als das Sprachzentrum“. Lachen können die Menschen tatsächlich früher als sprechen …. lachen aber so manchem wird es auch früher wieder ausgetrieben.

Manchmal ist es die gesellschaftliche Rolle, die einen Lacher verquält aussehen lässt. Darf man oder darf man nicht lachen?  foto-poly-gelio-ellinas-zografizei-chitleriko-moustaki-sti-merkel-sto-karnavali-tis-kolonias-160

Und da sind wir nun im Kern der Sache: Lachen hat was Anarchisches. Lachen befreit. Ja! Es zertrümmert Hierarchien, untergräbt Würdenträger, stellt Kaiser bloß („Er hat ja gar nichts an“, rief das Kind und lachte herzlich über den Kaiser ohne Kleider). Lachen ist das Mittel des kleinen Mannes, des Unterdrückten, des Mühseligen zu sagen:  Ich lache über euch, also bin ich.

Umberto Eco hat ein hochinteressantes Buch geschrieben, das du natürlich kennst: Der Name der Rose. Und worum geht es da? Ums Lachen. Um die aristotelische Theorie der Komödie. Die durfte um Gottes willen nicht unters Volk gebracht werden. Lieber den gesammelten Wissensbestand abfackeln. Wenn das Volk lacht, wird es gefährlich. Lachen ist nicht gottgefällig. Weint, ihr Menschen, soviel ihr wollt! Aber Lachen untergräbt die Autorität. „Wir werden dir das Lachen schon noch austreiben“ ist eine wüste Drohung des Mächtigen gegenüber dem Ohnmächtigen. „Wer lacht, macht sich verdächtig, dass er aus Gründen lacht“ (Rühmkorf). Die Scholastiker des Mittelaltern lösten das schwierige Lachproblem schließlich, indem sie gutes und schlechtes Lachen unterschieden. Hier siehst du die erlösten und die verdammten Fürsten – die guten und die bösen Lacher also – am Bamberger Fürstenportal.

Das Anarchische des Lachens haben sich Dichter wie Franz Villon (geboren 1423 – gestorben unbekannt) zur Waffe gemacht.  „An einem Stricke baumelnd, der ein Klafter lang, Weiß bald mein Hals, welch ein Gewicht mein Hintern hat“ dichtete er angesichts seiner drohenden Hinrichtung. Das ist wahrer Galgenhumor. Und so meine ich, das griechische Gamma auch besser zu verstehen: das ist kein Kamelhals, das ist ein Galgen. Und der kleine Buchstabe ist die Schlinge des Galgenstricks.  1280px-gamma_uc_lc-svg Immer schon liebten es die Griechen zu lachen, unter allen Umständen und erst recht, wenn es ihnen an den Kragen ging. „Humor ist, wenn man trotzdem lacht“. Und so lachen sie auch heute, wo ihnen das Wasser mal wieder bis zum Hals steht. Sie machen sich lustig über ihre Quälgeister und über sich selbst.  Es klingt vielleicht nicht mehr so kräftig  wie damals, als die Götter ins olympische Gelächter ausbrachen. Das war, als die Liebesgöttin Aphrodite und der Kriegsgott Ares im Netz des betrogenen Gatten Hephaistos zappelten. Alle Götter standen um das ehebrecherische Paar herum und lachten und lachten, dass der weite Himmel davon widerhallte.

Lachende Menschen darzustellen ist ziemlich schwierig und nur wenige Maler haben sich damit abgegeben. Denn der aufgerissene Mund, die bleckenden Zähne erschrecken, anstatt heiter zu stimmen. (Frans Hals ist da eine Ausnahme)800px-frans_hals_umfeld_malle_babbe_und_der_trinker

Und so habe ich auch keine Lachenden gemalt. Aber ein eigenes Bild möchte ich hier doch gern einfügen. Er ist eine Szene auf dem fliegenden Teppich. Ich hoffe, du hörst das übermütige Lachen der Damen und das HoHo und HaHa der Herren, die ihnen himmlischen Trank servieren. Und – wer weiß – vielleicht stimmen auch die Vögel ins Gelächter der Welt ein. .

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Alphabet des freien Denkens: B wie Βίος

Βήτα (Vita, deutsch Beta) ist der zweite Buchstabe des griechischen Alphabets. In der ursprünglichen vor-semitischen Fassung bedeutet es Haus und wird als Haus mit Eingang dargestellt. Ich gestehe, dass mir das sehr gefällt.  Proto-semitischer Plan eines Hauses

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Alpha war mir der ΑΝΘΡΩΠΟΣ, der Mensch. Mit Beta (Βήτα, gesprochen: Vita) verbinde ich Βίος (gesprochen: Vios). Bios heißt Leben. Aber nicht das Leben als solches, das uns gegeben ist, sondern das, was wir aus ihm machen, entsprechend unserem Charakter und den Umständen unseres Lebens. Wir bauen uns ein „Haus“, eine Vita, eine Biographie. Hat mein Haus eine offene Tür für Menschen und neue Gedanken? Sind die Fenster verriegelt?  Hat es einen großen Vorplatz, einen Garten, oder ist es auf den Innenbereich beschränkt? Lebe ich nach einem vorgegebenen Muster, oder baue ich mein Haus, meine Vita nach eigenen Vorstellungen? Die Phönizier zeichneten es so:64px-phoenicianb-01-svgDie Griechen machten es rund und fügten einen zweiten Raum hinzu fruehgriechisches_beta-svg , und als sie begannen, von links nach rechts zu schreiben, drehten sie auch zum B um, so wie wir es heute kennen.

Aus dem einfachen Haus ist ein Doppelhaus geworden. Die Polis (Stadt, Gemeinwesen) wurde geboren. Ab nun bemisst sich der Wert deines Bios an dem Beitrag, den du für das Gemeinwesen leistest. Um dem Druck der Gemeinschaft nicht zu erliegen,  beginnen zugleich die Einzelnen, sich fester in das eigene Gehäuse ein- und gegen die Mitbürger abzuschließen. (Hier siehst du als No. 2 das B  fruehgriechisches_beta-svg, und auf dem ersten Bogen steht: kleisto = geschlossen).

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Bίος  ist dein Lebenslauf, deine Biographie. Leben (Ζωή, sprich Zoϊ) haben auch die Tiere, die Pflanzen, aber ein Bios haben nur die Menschen. Nur wir haben die Freiheit, unser Leben entsprechend unseren Vorstellungen und Neigungen zu gestalten oder auch zu vergiften und zu zerstören.

Das am meisten gelesene Werk dazu schrieb ein Grieche, Plutarch (45-125 n.Chr.): Booi paralliloi – Parallelleben. Plutarch lebte in einer Zeit, als Rom die bekannte Welt beherrschte, aber das Griechische noch die Hauptsprache dieser Welt war. Plutarch stellte jeweils einen  berühmten Griechen einem Römer gegenüber. Dabei ging es ihm weniger um ihre historischen Taten als um Charakter und Moral: warum tue ich etwas, wie begründe ich mein Tun? Um mit Ulli zu reden: wie positioniere ich mich und warum? Worin unterscheiden sich die beiden Imperatoren und Feldherrn Alexander und Cäsar? Was ist das Bestimmende für die Redner Demosthenes und Cicero? Nicht als Geschichtsschreiber verstand er sich, sondern als Biograph, denn „es sind durchaus nicht immer die großen Heldentaten, in denen sich die Tüchtigkeit oder die Verworfenheit offenbart. Oft sagt ein unbedeutender Vorfall, ein Ausspruch oder ein Scherz mehr über den Charakter eines Menschen aus als die blutigsten Schlachten, die größten Heeresaufgebote und die Belagerungen von Städten.“ (Vorrede zu Alexander und Caesar).

Uralt ist die Frage, wie frei wir im Gestalten unseres Lebens sind oder wie sehr wir Sklave der Verhältnisse bleiben. Aber niemand bestreitet, glaube ich, dass es einen Unterschied zu den Tieren gibt, die einem unverbrüchlichen Gesetz gehorchen, wenn sie ihr Nest bauen. Der Mensch baut sich sein Gehäuse in vielfältigster Weise. Der eine ist es zufrieden, wenn er ein Dach über dem Kopf hat, Seite an Seite mit anderen Menschen, der andere braucht einen Palast oder ein ganzes Imperium, um der Größe seiner Selbstvorstellung gerecht zu werden. Hier seht ihr ein paar Lebens-Selbstentwürfe: schmalbrüstige Fischerhäuser und angefangene, dann aufgegebene Großbauten, Städte leicht bewegt wie vom Wind und verfallende Paläste …. alles Hüllen von Menschen, die drin gewohnt haben oder wohnen wollten, um ihr Leben, ihr  Βίος zu gestalten.   bauwerk  luftiges-b-copy  esoteriko-naou-1a  dsc01008-copy  bild-b-schwarz 

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Auch Menschen siehst du, die nicht mehr als ihren Schatten hinter sich herschleifen

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und so manches Leben, das als großartige Skizze begann, aber nie zur Ausführung gelangte.

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