112 Stufen, 76: Klärung (Ingeborg Bachmann)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Klärung ist etwas anderes als Erklärung, ich weiß. Erklärung kann Klarheit sogar verhindern, da sie immer Gründe kennt, um Gründe nie verlegen ist. Erklärungen klären nicht, sondern trüben die Klarheit des Seins, die den stillen Blick bis zum Grund der Dinge erlaubt. Und dieser Grund ist die Liebe.

Erklär mir nichts. 

Das Gedicht von Ingeborg Bachman (1926-1973)  lässt diesen Grund für alles und jedes fern aller Erklärungen und „neuer Sprachen“ in herrlichen lebendigen Bildern aufleuchten: im radschlagenden Pfau, im Gurren der Taube, im Überfluss des wilden Honigs und goldenen Blütenstaubs, im errötenden Fisch, in der Silbersandmusik des Skorpions, im Käfer, der die Liebste von Weitem riecht… Wasser und Welle, Trauben und Schnecken leben in der Liebe, und selbst der Stein, hinabsinkend zu diesem Seins-Grund der Liebe erweicht den anderen Stein. Nur Ich, nur Du sind ausgenommen, weil wir das Denken haben?  „Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?“ In einem letzten Bild ruft Bachmann den Salamander an, den nichts mehr berührt. Die Feuer können ihm nichts mehr anhaben, denn er ist durch alle Feuer gegangen. So ist der, der durch das Feuer des Denkens die Natur in sich und um sich überwunden hat. Aber die Liebe?

Ingeborg Bachmann

Erklär mir, Liebe

Dein Hut lüftet sich leis, grüßt, schwebt im Wind,
dein unbedeckter Kopf hat’s Wolken angetan,
dein Herz hat anderswo zu tun,
dein Mund verleibt sich neue Sprachen ein,
das Zittergras im Land nimmt überhand,
Sternblumen bläst der Sommer an und aus,
von Flocken blind erhebst du dein Gesicht,
du lachst und weinst und gehst an dir zugrund,
was soll dir noch geschehen –

Erklär mir, Liebe!

Der Pfau, in feierlichem Staunen, schlägt sein Rad,
die Taube schlägt den Federkragen hoch,
vom Gurren überfüllt, dehnt sich die Luft,
der Entrich schreit, vom wilden Honig nimmt
das ganze Land, auch im gesetzten Park
hat jedes Beet ein goldner Staub umsäumt.

Der Fisch errötet, überholt den Schwarm
und stürzt durch Grotten ins Korallenbett.
Zur Silbersandmusik tanzt scheu der Skorpion.
Der Käfer riecht die Herrlichste von weit;
hätt ich nur seinen Sinn, ich fühlte auch,
daß Flügel unter ihrem Panzer schimmern,
und nähm den Weg zum fernen Erdbeerstrauch!

Erklär mir, Liebe!

Wasser weiß zu reden,
die Welle nimmt die Welle an der Hand,
im Weinberg schwillt die Traube, springt und fällt.
So arglos tritt die Schnecke aus dem Haus!

Ein Stein weiß einen andern zu erweichen!

Erklär mir, Liebe, was ich nicht erklären kann:
sollt ich die kurze schauerliche Zeit
nur mit Gedanken Umgang haben und allein
nichts Liebes kennen und nichts Liebes tun?
Muß einer denken? Wird er nicht vermißt?

Du sagst: es zählt ein andrer Geist auf ihn …
Erklär mir nichts. Ich seh den Salamander
durch jedes Feuer gehen.
Kein Schauer jagt ihn, und es schmerzt ihn nichts.

© Piper Verlag GmbH, München 1978
Aus: Anrufung des Großen Bären 1956.

Hera schmückt den Pfau mit den Augen des Argos (Szene aus der Legebild-Geschichte um Io)

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Planeten-Konstellation (und ein bisschen Polit-Astrologie)

Am gestrigen Morgen schaute ich kurz vor Sonnenaufgang in Richtung der Berge – und mein Herz schlug freudig. Denn dieses wunderbare Bild hatte ich nicht erwartet: Jupiter und Venus stiegen hellstrahlend eng verbunden in den nicht sehr dunklen Himmel hinauf (der Mond stand noch hoch am Himmel). Merkur blieb, da zu sonnennah, unsichtbar. Ich griff mir mein Handy und machte ein Foto. Eigentlich brauchte ich es nicht, denn dieses Bild werde ich so leicht nicht wieder vergessen. Es hat sich als hoffnungsvolles Symbol in mein Herz eingebrannt.

Lach nicht! Mag sein, dass die irdischen Angelegenheiten den Himmlischen ganz gleichgültig sind, aber uns Menschlein ist es doch ein großer Trost, wenn wir die Himmlischen in so schöner Harmonie erblicken. Dann werden sich vielleicht auch unsere irdischen Dinge harmonisch ordnen und sich dort, wo Krieg war, Frieden einstellen?

Übrigens habe ich bei der Gelegenheit mal nachgeschaut, unter welchen Sternbildern die beiden Protagonisten, die sich heute in Alaska treffen, geboren wurden, und mich kundig gemacht, was die Sternzeichen bedeuten: Der eine ist Zwilling, von Merkur (dem Gott des Handels) regiert, unternehmungslustig und stets für Überraschungen gut, der andere ist Waage, ein ausgleichend-diplomatischer Typ, von Venus regiert. Beide sind „Luftzeichen“, beide (auf sehr verschiedene Weise) kommunikativ, und sie kommen nach Auskunft der Astrologen gut miteinander aus.

Übrigens ist auch der dritte (nicht eingeladene) Protagonist unter einem Luftzeichen, dem Wassermann, geboren, der von Uranos (Himmel) regiert wird. Wassermänner seien sehr freiheitsliebend, spontan und ziemlich unberechenbar, werde ich belehrt.

Jupiter gilt allgemein als Himmelsherrscher und Glücksplanet, und wer ihn am Himmel erblickt, kann sich nicht des Eindrucks erwehren, dass er das auch ist. Möge er einen glücklichen Ausgang fördern!

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112 Stufen, 78: überwinden (Rainer Maria Rilke)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Wen dieser Engel überwand,
welcher so oft auf Kampf verzichtet,
der geht gerecht und aufgerichtet
und groß aus jener harten Hand,
die sich, wie formend, an ihn schmiegte.
Die Siege laden ihn nicht ein.
Sein Wachstum ist: der Tiefbesiegte
von immer Größerem zu sein.

Das Wort „überwinden“ schlug in mir – wie ein Klöppel die Glocke – diesen Vers in Rilkes großem Gedicht „Der Schauende“ an. Nicht bekämpfen und besiegen, sondern sich überwinden lassen von seinem Engel, der daherstürmt, alles Abgetragene und Tote davonfegt und den, der sich ihm ganz hingibt, in die Hand nimmt und formt und wachsen lässt.

Rainer Maria Rilke

Der Schauende

Ich sehe den Bäumen die Stürme an,
die aus laugewordenen Tagen
an meine ängstlichen Fenster schlagen,
und höre die Fernen Dinge sagen,
die ich nicht ohne Freund ertragen,
nicht ohne Schwester lieben kann.

Da geht der Sturm, ein Umgestalter,
geht durch den Wald und durch die Zeit,
und alles ist wie ohne Alter:
die Landschaft, wie ein Vers im Psalter,
ist Ernst und Wucht und Ewigkeit.

Wie ist das klein, womit wir ringen,
was mit uns ringt, wie ist das groß;
ließen wir, ähnlicher den Dingen,
uns so vom großen Sturm bezwingen, –
wir würden weit und namenlos.

Was wir besiegen, ist das Kleine,
und der Erfolg selbst macht uns klein.
Das Ewige und Ungemeine
will nicht von uns gebogen sein.

Das ist der Engel, der den Ringern
des Alten Testaments erschien:
wenn seiner Widersacher Sehnen
im Kampfe sich metallen dehnen,
fühlt er sie unter seinen Fingern
wie Saiten tiefer Melodien.

Wen dieser Engel überwand,
welcher so oft auf Kampf verzichtet,
der geht gerecht und aufgerichtet
und groß aus jener harten Hand,
die sich, wie formend, an ihn schmiegte.
Die Siege laden ihn nicht ein.
Sein Wachstum ist: der Tiefbesiegte
von immer Größerem zu sein.

Aus: Das Buch der Bilder, 1902 zuerst und 1906 in erweiterter Form erscheinen. 

Beide Legebilder mit Schnipseln, die mir Hannah Buchholz (https://hannahbuchholz.wordpress.com) schenkte

 

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Kommentar-Ergänzung zu „Paulus – an die Galater“

Leserin Elsbeth schickte mir ihren Kommentar als Mail, weil es mit dem Kommentieren nicht klappt. Ich kopiere ihn hier rein, denn die Eloge meiner Treppensteigerei hat mir Freude gemacht und die inhaltlichen Erweiterungen zeigen mir ein weiteres Mal, wie sich durchs Bloggen das Denken und Wissen erweitert. Vielleicht seid ihr ja auch an dem weithin unbekannten Kapitel Judenchristen/Heidenchristen des ersten Jahrhunderts interessiert.

Vielleicht weiß auch jemand von Euch Rat in der technischen Frage, wie sich jemand, der selbst keinen Blog hat, zum Kommentieren anmelden kann?


 

Liebe Gerda,

es tut mir Leid, dass ich das nicht auf die Reihe kriege, einen ganz normalen Kommentar in Dein Blog einzugeben. !!
                       ?? Es war ja bisher NIE ein Problem ??

Ich folgte also wiederum brav allen Anweisungen, setze mein Passwort zurück. Das wird dann nicht akzeptiert. Obwohl ich das vorgeschlagene nahm??
Ich solle mein Windwos- passwort eingeben ?? hä–was??Dann plötzlich: meine emailAdresse sei falsch

…and so on…

Da mich Deine Beiträge aber IMMER sehr anregen, möchte dem auch manchmal direkt Ausdruck  geben.
An dem köstlichen Vielerlei Deiner Beiträge Holsteinischen Treppe gefällt mir die breite Palette europäischer Kultur.
Und dann jeweils Deine persönlichen künstlerischen Gestaltungen dazu. Toll!!
Das Wiedersehen mit Bekanntem und Vertrautem—von Homer ..bis Borchert, von Nietzsche bis Mascha Kaleko… 
und immer wieder auch ein Aha…“neuer Blick auf altes Erbe „. Das tut gut und ist wichtig !

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Hier mein Kommentar zu heute :

Danke für den zweiten Ausflug zu Paulus, diesmal zu den Galatern !
Ja, Hilfe zur Selbsthilfe spricht Paulus an !
Keine sich selber aufgebende Helferhaltung—(Helfersyndrom)…sehe ich auch so. !

Die historisch-politische Sachlage hat es allerdings noch in sich !
Liest man weiter, so wird deutlich, wie heftig Paulus jeden Oportunismus, jedes Paktieren mit der römischen Besatzung ablehnt.
Der römische Kaiserkult, der Religions-PFLICHT in allen besetzen Reichsgebieten des Römischen Reiches war —
( d.h.den Cäsar/Kaiser eben als Divinus kultisch zu verehren) .. er galt für alle.
Einzige verbriefte Ausnahme: Die Juden.
Da nun sahen Judenchristen die Möglichkeit, ihre hellinistischen Heidenchristen zu überreden,
sich deshalb beschneiden zu lassen.
DAS sei dann doch die Möglichkeit, dem verhassten und blasphemischen Kaiserkult zu entgehen.
Dies nun sah Paulus als eine Falle an.
Er spricht heftig wie einer der alten Propheten, jetzt für den νόμον τοῦ Χριστοῦ, das „Gesetz Christi“ ,
das das Gesetz des Mose erfüllt und erweitert.
Ich sehe hier einen Aufruf zum Ungehorsam, zur inneren Gradheit
—gegen das Gesetz der Besatzer
 —und gegen oportunistische Vorteile.
Und..so verstehe ich das… sich in diesem Dilemma innerlich beizustehen, klar zu sein.
Vielleicht im gegenseitigen „Augenöffnen“–und miteinander Durchtragen.

Dennoch–hat dieser Brief gleichfalls eine überzeitliche Aussage
 für ein gesellschaftliches Miteinader, einer Brüderlichkeit.

Tja, der Paulus……er war schon eine eminent „moderne“ Gestalt in der Alten Welt. !!

Grüße aus einem schwülheißen Berlin !!
   mit sommergrippigem Kopf und Gliedern..“ det janzte Programm..
(aber , es gibt wahrlich Schlimmeres…)

Sehr herzlich,

Elsbeth

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112 Stufen, 74: Beistehen (Paulus, an die Galater*)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

„Beistehen“ ist ein lebenspraktisches Wort und gehört zum alltäglichen Gebrauch vermutlich aller Kulturen. Sicher gibt es auch etliche Bücher, die sich damit befassen, aber mir fällt nun grad nichts ein. Es ist freilich auch ein christliches Gebot. Paulus ermahnte die Gemeinde der Galater*:

„Ἀλλήλων τὰ βάρη βαστάζετε, καὶ οὕτως ἀναπληρώσετε τὸν νόμον τοῦ Χριστοῦ.“

Und das bedeutet wörtlich:

„Einer trage die Lasten des anderen, und so werdet ihr das Gesetz Christi erfüllen.“

Wenn man den Kontext hinzunimmt, verschiebt sich die Bedeutung ein wenig, denn bei „Lasten“ geht es um „Verfehlungen“ der Christen, die aus Furcht feige Kompromisse machen. Wenn also jemand schwach wird und sich furchtsam an Verhältnisse anpasst, denen er innerlich widerspricht, so soll einer den anderen unterstützen, und besonders die geistlichen Führer sollen mit Geduld und Sanftmut den Wankenden unter die Arme greifen.**

Was mit dem Satz keinesfalls gemeint ist, ist, dass einer dem anderen die Lasten abnehmen und sich selbst damit beschweren soll. Es geht vielmehr darum, den Strauchelnden nicht zu verurteilen, sondern ihn zu stärken, damit er die Kraft findet, sich trotz Anfeindungen zu seinen Überzeugungen zu bekennen.

Als allgemeine Devise lässt sich der Satz als „Hilfe zur Selbsthilfe“ auslegen. Helfer laufen oft Gefahr, aus dem Helfen für sich selbst Kraft zu ziehen, die dem Geholfenen dann fehlt. Langfristig kann das verheerend sein – für beide Seiten. Es ist ein schmaler Grat zwischen echtem Beistand, der dem anderen hilft, wieder auf die Beine zu kommen, und einer Hilfe, die den Hilflosen schwach und entmündigt hält.

Die Krücke schultern: gelungene Hilfe zur Selbsthilfe, Legebild


 

*Anmerkung: Galatien war eine Region im zentralen Hochland Kleinasiens, die von den Nachfahren keltischer Söldner (Galater=Gallier) besiedelt wurde. Die Söldner,  20 000 an der Zahl, gehörten zu den Horden, die zu Beginn des 3. vorchristlichen Jahrhunderts Griechenland heimsuchten und Delphi plünderten. 278 v. Chr. warb sie König Nikomedes I von Bithynien an, damit sie seinen Bruder in Schach hielten, was sie erfolgreich taten. Nach ihrer Entlassung aus dem Dienst machten sie sich ans Plündern, verwüsteten die Tempel von Didyma und Milet und wüteten in Phrygien. Der Alexander-Nachfolger König Antiochos I besiegte sie mithilfe von Kriegselefanten. Er wies ihnen Siedlungsräume im zentralen Hochland zu und erhob, um sie zu befrieden, sogar eine Keltensteuer. Doch bis in die römische Kaiserzeit kam es immer wieder zu kriegerischen Auseinandersetzungen, die schließlich Rom für sich entscheiden konnte, 40 000 Sklaven wegschleppte und um 25 v.Chr. die Provinz Galatia bildete, mit der Hauptstadt Ankyra (heute: Ankara).

Römische Provinz Galatia, Quelle: Wikipedia

**Anmerkung: Paulus schrieb den Brief zwischen 55 und 57 n. Chr. nicht an eine bestimmte Gemeinde, sondern als Rundbrief  „an die Galater“, die hellenisierte (griechisch-sprachige) Heidenchristen, also keine Juden waren und sich nicht an die Tora-Gesetze hielten.

Die Juden-Christen mit Sitz in Jerusalem fanden die Heidenmission durch Paulus äußerst problematisch. Sie versuchten durch eigene Missionare die neuen Christen dazu zu bewegen, sich beschneiden zu lassen und die Toragebote einzuhalten. Paulus widersetzte sich dieser seiner Überzeugung nach falschen Auslegung des Christentums und ermutigte die Neuchristen, sich der Judaisierung zu widersetzen. Das also ist der Kontext des Satzes:

Einer trage des anderen Last.

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112 Stufen, 73: Ausdauer (Albert Einstein)

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Aller Anfang ist schwer? O nein: Anfangen ist leicht, durchhalten ist schwer! Das wissen alle, die sich begeistert in ein Projekt gestürzt haben und, sobald sich die ersten Schwierigkeiten zeigten, das Handtuch warfen und meinten: „Wozu das Ganze? Hat ja doch keinen Sinn“. So ist es auch mit dieser Treppe: Ich bin fünf Abschnitte und 72 Stufen hinaufgestiegen, bin etwas aus der Puste, schaue hinauf zum nächsten Treppenabschnitt und lese: gefordert ist Ausdauer!

Ist das der richtige Dampfer? Legebild mit Schnittresten von Jürgen Küster

Es fehlt nicht an klugen Sprüchen chinesisch-konfuzianischer, buddhistischer oder römischer Provenienz, die der Ausdauer den Königstitel unter allen Tugenden zusprechen. Kaum ein „großer Mann“, kaum eine „große Frau“ lässt sich finden, die sich nicht durch Ausdauer beim Verfolgen ihrer Ziele auszeichneten. Ein blindes Huhn findet zwar auch manchmal ein Korn – doch eben nur eins und nur manchmal. Die, die die große Ernte einbringen, sind einen langen mühsamen Weg gegangen.

Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne (Hermann Hesse), ja. Jeder Anfang fühlt sich jung und frisch und vielversprechend an. Das Schwierige ist, Ausdauer zu erlernen und durchzuhalten – sich also nicht durch Nachlässigkeit, Hindernisse und Fehlschläge vom gesteckten Ziel abbringen zu lassen, solange keine ernsthafte Neubewertung des Ziels dazu zwingt. Ausdauer erfordert große Selbstüberwindung. Es ist eine Erwachsenen-Disziplin.

Manche schrecken davor zurück, einen ersten Schritt zu wagen, weil sie voraussehen, dass es mit dem ersten Schritt nicht getan ist, sondern andere folgen müssen. Und das bedeutet Mühe und Schweiß und Verzicht auf so viele andere Ziele, die ebenfalls anstrebenswert wären. Warum gerade dies und kein anderes? fragen sie sich und bleiben, wo sie sind. Wenn man wie durch Zauberhand von Null nach hundert getragen werden könnte – ja dann! dann würde man den großen Sprung schon wagen.  Aber Nur Schritt für Schritt — das ist kein Leben! Stäts Bein vor Bein macht müd und schwer!“ (Nietzsche, Die fröhliche Wissenschaft).

Ein Anfang ist eben nur ein Anfang. Der Januar ist nur der erste von zwölf Monaten des Jahres, und Wer A sagt, muss auch B sagen. Und nicht nur B muss er sagen, sondern auch C, D, und weiter bis …, ja bis zu welchem Buchstaben, bevor er sich gestatten darf zu sagen: Ich glaube, ich bin auf dem falschen Dampfer?

Das ist die Crux: wann ist der richtige Zeitpunkt, ein Ziel, das man eifrig angestrebt hat, zu revidieren oder ganz aufzugeben? Man weiß es nicht.  Tut man es zu früh, ist man wankelmütig, tut man es zu spät, ist man starrköpfig.

Albert Einstein (1879-1955) hat auch für dieses Problem die Weltformel gefunden:

„Zwei Dinge sind zu unserer Arbeit nötig: unermüdliche Ausdauer und die Bereitschaft, in das man viel Zeit und Arbeit gesteckt hat, wieder wegzuwerfen.“

Um dann von Neuem zu starten … dem gleichen Ziel zuzuwandern, immer wieder, weder starrköpfig noch wankelmütig, sondern hartnäckig, diszipliniert und zielbewusst.

Die Lahme lernte wieder Gehen. Legebild mit Jürgen Küsters Schnittresten.

 

 

 

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112 Stufen: Fünf Treppenabschnitte im Rückblick

Reiner hat ein „Mitmachding“ initiiert. Es geht darum, jeden Tag einen Text zu einem Wort zu posten, das sich auf der Holsteiner Treppe in Wuppertal, verteilt auf 9 Absätze befindet. Es reizt mich, da mitzumachen, allerdings eher nicht mit eigenen Textproduktionen, sondern mit literarischen Assoziationen und Gedichten anderer. Ich bin gespannt, welche Texte, Gedichte, Geschichten jedes dieser Wörter in meiner Erinnerung aufleuchten lässt. All diese Erinnerungen an Gelesenes und im Gedächtnis Aufgehobenes sollen mir einen nachklingenden Teppich weben, den ich über die Stufen lege, um noch einmal hinaufzusteigen.

Wieder lasse ich ein schwieriges Stück der Holsteiner Treppe hinter mir. Und blicke zurück in die Tiefe, bis hinunter zur ersten Stufe, von wo ich am 3. Juni aufbrach. Die erste Stufe trug das verheißungsvolle Wort „Glück“. Und nun, am Ende des 5. Aufstiegs, steht „verlassen“. Vom Glück verlassen? Das Glück verlassen? Goethes Gedicht der ersten Stufe heißt prophetisch „Willkommen und Abschied“.

Ist das den ganzen mühsamen Aufstieg wert? Ich finde, ja. Denn das Leben besteht nicht nur aus Glücksmomenten. Und es ist gut, sich zu vergewissern, was man durchgemacht und hinter sich gelassen hat und warum. Ich schaue also zurück und blicke dann wieder vorwärts, gespannt, was mir zum nächsten Treppenabschnitt einfallen wird, der mit der erforderlichen „Ausdauer“ beginnt und bei der zu erreichenden „Würde“ endet.

(Ich habe hinter die Autoren ein Stichwort oder einen Titel geschrieben, um die Orientierung zu erleichtern)

Der fünfte Treppenabschnitt im Rückblick:

71 verlassen (Eichendorff, „Das zerbrochene  Ringlein“) – 70 Enttäuschung (Luise Büchner, „Höchstes Leid“) – 69 Verzweiflung (Kierkegaard, „Krankheit zum Tode“, Nietzsche) – 68 Weinen (Goethe, „Wer nie sein Brot mit Tränen aß“) – 67 Hass (Ricarda Huch, „Mein Herz, mein Löwe“, Heinrich Heine, „Diesseits und jenseits des Rheins“) – 66 Kurzschluss (Heinz Ehrhardt, „Kurz vor Schluss“, Bertold Brecht „Matrosentango“ aus „Happy End“) – 65 Zweifel (Aristoteles, Buridans Esel, Enzensberger, „Entschlusslosigkeit“) – 64 Panik (Carl-Christian Elze, „PanikParadies“, Pandemie) – 63 Liebeskummer (Nietzsche, „theokritischer Ziegenhirt“) – 62 Kränkung (Dieter Bonhoeffer, „Wer bin ich?“) – 61 Eifersucht (Tolstoi „Kreutzersonate“, Shakespeare „Othello“)

Der vierte Treppenabschnitt im Rückblick:

60 lieben (Paulus, Petros Gaitanos, Korinther, „Hohelied der Liebe“) – 59 zusammenkommen (Shakespeare, Fontane, Hugo „Zufall oder Fügung?“) – 58 verführen (Don Juan, Bertold Brecht) – 57 schmachten (Matthias Claudius, „Regenlied“) – 56 verlieben (Eichendorff) – 55 Zuneigung (Ringelnatz, „Ich hab dich so lieb“) – 54 tanzen (Kinderlied, „Wanze“) – 53 Handkuss (Rotter, Erwin, „Ich küsse Ihre Hand, Madame“) – 52 Verehrer (Homer „Penelope“, Stefan George „Jean Paul“) – 51 überschwenglich (Grimms Märchen vom süßen Brei, Rilke, Wedekind) – 50 kribbeln (Fontane, „Natur“) – 49 Leidenschaft (Ebner-Eschenbach, „Uhren“ , Stefan Zweig, Lasker-Schüler) – 48 Anziehung (Droste-Hülshoff Mann-Frau, „Magnet“) – 47 Aufblühen (Anais Nin, weibliche Emanzipation) – 46 erlauben (Verschnaufpause)

Der dritte Treppenabschnitt im Rückblick

45 Achtung (selbst, „nun trommeln sie wieder“) – 44 Besonnenheit (Ludwig Uhland, „Volksvertreter“) – 43 Lügen (Carlo Collodi, „Pinocchio“) – 42 Warnung (Heinrich Heine, „Zensur“) – 41 wirr (Christian Morgenstern, „Hausschnecke“) – 40 Trauma („Philoktet“, Valeria Petkova) – 39 betrübt (J.W. von Goethe, Ludwig van Bethoven, Verliebtsein) – 38 Beherrschung (Paul Fleming, „Selbstbeherrschung“) – 37 Beleidigt sein (Niccolò Macchiavelli, „Ratschlag an Herrscher“) – 36 Vorwurf (Wilhelm Busch „ohne Schuld“) – 35 Neid (Friedrich Schiller, „Polykrates“) – 34 Wut (Homer, Poseidon, Odysseus) – 33 Beschimpfen (Arthur Schopenhauer, „Kunst des Beschimpfens“) – 32 Drohung (J. W. von Goethe, „Erlkönig“) – 31 bösartig (George W. Bush jr, „Achse des Bösen“)

Der zweite Treppenabschnitt im Rückblick

30 Aggressiv (F.T.Marinetti, „Futuristisches Manifest“) – 29 Auslöser/Anlass (Helmut Heißenbüttel, Rede zum Büchner-Preis) – 28 friedlich (Bertold Brecht, „Friedenslied“)) – 27 beruhigen (Natur, erleben) – 26 Freude (Friedrich Schiller, „An die Freude“) – 25 Verbot (Anatole France, Gleichheit vorm Gesetz) – 24 wappnen (Martin Luther, „Ein feste Burg“) – 23 zur-Wehr-Setzen (Georg Herwegh, Vormärz „Wiegenlied“) – 22 Zorn (Roman Herzog „Aguirre“, Georg Trakl „Grodeck“) – 21 Begeisterung (Hegel, Definition) – 20 Bruder (Karl König, „Bruder Tier“) – 19 Nähe (Christian Morgenstern, „Näherin“) – 18 Ehrlichkeit (Ringelnatz „Mächtig ist die Ehrlichkeit“) – 17 Lachen (Günter Grass „Hier wird nicht mehr gelacht“) – 16 Sprechen (Schiller, „Die Bürgschaft“) –

Der erste Treppenabschnitt im Rückblick

15 Vergeben (Ricarda Huch „Mein Herz, mein Löwe“, Leo Tolstoi „Auferstehung“, Matthäus-Evangelium) – 14 Gewissen (Franz Joseph Degenhardt, „Befragung eines Kriegsdienstverweigerers“) – 13 beschützen (Hermann Hesse, „Stufen“, Hölderlin „Hyperions Schicksalslied“) – 12 Jauchzen (Johann Sebastian Bach, „Weihnachtsoratorium“) – 11 Ehre (Johann Wolfgang von Goethe, Valentin im „Faust“) – 10 Familie (David Cooper, „Tod der Familie“) – 9 Erschrecken (Lukas-Evangelium „Verkündigung“) – 8 Angst (Mascha Kaléko, „Jage deine Ängste fort“) – 7 Unschuld (Friedrich Nietzsche „Im Süden“) – 6 Heimat (Theodor Fontane „Graf Douglas“) – 5 Liebkosen (Aischilos „Gefesselter Prometheus“, Selbst „Schwanenwege“ // Leo Tolstoi „Anna Karenina“) – 4 Wärmen (Wolfgang Borchert, „Die Küchenuhr“) – 3 Mutter (Kurt Tucholsky „Mutters Hände“) – 2 Streicheln (John Steinbeck „Of Mice and Men“) – 1 Glück (Johann Wolfgang von Goethe „Willkommen und Abschied“).

 

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Dienstags-Drabble: Namensqualen kata-strophisch

Das Drabble ist ein Text von genau hundert Wörtern. Die diesmal von Heide vorgegebenen Wörter waren Küchengerät – fahren – hartnäckig. Beim Wort Küchengerät fiel mir gleich ein, dass die in den 50er Jahren Gerda hießen, was ich ziemlich blöd fand. Dennoch ist die folgende Geschichte erdichtet und keinesfalls autobiografisch. Denn niemand hat mich deswegen aufgezogen.

Als Küchengeräte GERDA hießen.

 

Ich glaub, ich war so an die zehn

Als dieser Spuk begann

Wollt nicht mehr in die Schule gehn

War schlimm, o Manno Mann!

 

Die eine grinst, fragt mich bescheiden

Ob sich der Mixer wirklich lohnt?

Die andre will mich fast beneiden

Weil ich von einem Quirl bewohnt.

 

Hartnäckig in den fünfzger Jahren

Solang die Gerda-Werbung lief…

Es war um aus der Haut zu fahren

Wenn einer mich beim Namen rief

 

Und alles das, weil ein Halunke

Den Namen schick fand zum Gebrauch

Für Küchen, Löffel, Bratentunke

Er dacht nicht dran: so heiß ich auch!

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Archivbild der Woche (10.8.2018, nachgetragen) 

Jeden Sonntag ins Archiv hinabsteigen und ein Bild hervorholen – das ist Heides (Puzzleblume) Vorschlag. Ich habs an diesem Sonntag nicht geschafft, meinen Fund zu posten. Hier ist er: Am 19. August 2018 lag ich auf dem Sofa herum und fotografierte, was mir ins Auge fiel, ohne zu fokussieren. Und so entstand ein Mosaik von Raumeindrücken, die sich zum Eindruck eines faulen Sommernachmittags ergänzen.

Heute war wieder ein zehnter August, und wieder lag ich zur Siestazeit auf einem Sofa und guckte in die Gegend, nahm auch wieder das Handy und nahm auf, was mir in den Blick fiel. Der Raum ist derselbe, aber Blickwinkel, Beleuchtung und damit der Gesamteindruck sind ganz anders. Die erste Gruppe wirkt sehr atmosphärisch, wie verzaubert, die heutige sachlich. Habe ich mich so verändert? Oder liegt es am Raum?

 

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Etüdensommerpausenintermezzo (leicht-fertig, kata-strophisch)

Aus den folgenden zwölf Wörtern habe ich sieben für meine leicht-fertige Reimerei benutzt und damit die eine Regel, die Christiane aufgestellt hat, erfüllt.

Abenteuer – Badelatschen – Festival – Imbibition – Luft – Motor – Sandengel – Schnorchelkonzert – Sommergrippe – Starkregen – Zahnstocher – Zusammenhalt

Die andere Regel: Die Etüde soll von Liebe handeln! Und das tut sie.

 

Etüdensommerpausenintermezzo

Schritt der kleine Gernegroß,

Kam der Sommer, einfach los,

mit der Nase in der Luft

folgt er jedem süßen Duft.

 

Ja, er folgt dem Duft, dem süßen,

Badelatschen an den Füßen

Schiebermütze auf dem Kopf

Und das Kraushaar in nem Zopf

 

In dem Rucksack einen Kocher

Und im Munde ’nen Zahnstocher

Für den Fall, dass er ihn braucht

Statt dem Pfeifchen, das er schmaucht.

 

Lässt sich treiben von den Winden

Abenteuer will er finden!

Schon weht es ihn hinab ins Tal

Und mitten in ein Festival

 

Das find‘ er lustig! und der Kleine

Hüpft erfreut auf einem Beine

In ein Zelt, allwo man singt

Und vom süßen Weine trinkt.

 

Wo so heller Singsang schallt

Schafft das gleich Zusammenhalt

Unser Kleiner folgt dem Duft

Einer Schönen, und er rufft:

He, du Schöne, lass dich riechen

Will mich ganz in dich verkriechen

Du duftest wie der Sommerwind

Komm her, ich liebe dich, mein Kind!

 

Die Schöne schaut ihn huldvoll an

Und denkt bei sich: das ist ein Mann

Der ist so anders als die andern

Mit dem würd ich ins Leben wandern.

 

Dem würd ich folgen, selbst wenn draußen

Gewitter und Starkregen braußen

Der krause Zopf, der macht mich an,

ich geh mit ihm, das ist mein Mann!

 

Gesagt, getan. Nun leben sie

Gemeinsam schon, ich weiß nicht wie,

Es geht mich ja auch nichts mehr an

Was sie da tun als Frau und Mann.

 

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