Tagebuch der Lustbarkeiten. Senkrechtes

Das Licht ist gegen Abend weicher, der Himmel von leichtem Gewölk bezogen. Die wilden Zypressenwäldchen betonen die Senkrechte.

Eine einsame Zypresse hoch oben im goldenen Abendschein, herangezoomt.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Kubisches

Wieder so ein fabelhafter sonnig-kalter Tag im Februar. Vieles sah und bewunderte ich bei meinem Strandbummel. Unter anderem diesen Blau-Weiß-Kontrast mit Kakteen.

Kubisches am Strand. Mit Kakteen.

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Welttheater, 4. Akt, 11. Szene. Tristan-Überlebenskünstler und Isolde-Hedonie (Halluzination)

Was zuletzt geschah: Jenny findet Clara und schimpft mit ihr. Sie habe sich durch Kairos‘ Tricks zum Diebstahl verführen lassen. Clara ist, wie wir uns erinnern, das „innere Kind“ von Jenny, der verwahrlosten Jugendlichen.

Bevor wir weiteres über Tschinn und sein Bauprojekt erfahren, wenden wir uns zurück zu Wilhelm, der nach seinem Sturz von Danai, Abud und Hawi im Lager gepflegt wird (hier).

Danai (zu Abud):

Geh, hol mir von dem trocknen Kraut

das draußen wächst an einer Wand

des Schuppens, den er hingebaut,

Bring Wurzeln und den Samenstand

Abud geht hinaus und kommt mit einer Pflanze zurück.

Ich mache draus die Arzenei

die man auch Hexensalbe nennt.

Verrufen zwar als Hexerei

doch nicht für den, der sich auskennt.

 

Die wird von Schmerzen ihn befrein

und süße Träume ihm bereiten.

Sie wird auch gut tun seinem Bein,

und er wird durch die Lüfte reiten.

 

Und wenn er aufwacht, wird die Welt

ihm anders scheinen als zuvor.

‚Was hab ich mich denn so gequält?

Was war ich fürn verdammter Tor?‘

 

So wird er sprechen, denn sein Sinn

der stets auf Sicherheit bedacht

wird suchen höheren Gewinn

und nur noch, was ihn glücklich macht.

 

Und nun hinaus!

Dies ist jetzt Arbeit nur für Frauen

da sollt ihr Kerle nicht zuschauen!

 

Hawi und Abud gehen ab. Danai bereitet die Arznei und reibt Wilhelm damit ein.

Danai:

So komm herab. du Bringerin der Träume

nimm Wilhelm mit und führ ihn fort in Räume

wo er von Neuem wird geboren

und wieder findet, was er glaubt verloren.

Luise, das Traumwesen, erscheint.

Zeig ihm die Frau, die er einmal im Traume

geschaut, doch hat er sie verachtet

als er sie schon umfing am Meeressaume

Sein höhrer Sinn war noch umnachtet.

Isolde (Hedonie) schwebt herein, übergroß.

Wilhelm

O Pein! O Lust!

in meiner Brust

tobt Schmerz

Mein Herz!

Du kommst zurück?

Ach komm und drück

den warmen Leib

an mich, du Weib!

Dass ich in dich

und du in mich

versinkst

ertrinkst …

Danai (zu Luise)

Zeig ihm, wer ihn zur Welt gebar

damit er fühlen kann das, was ihn trug

wie sicher er in ihrem Leibe war

als Herze noch an Herze schlug.

Wilhelm:

O weh, ich werde winzig klein

der Mutterleib, er saugt mich ein!

Doch nein!

ich fliege, schwebe über ihr

Sie gibt die volle Freiheit mir

und ist doch, wenn ich falle, da

mich aufzufangen, ja!

 

Ich fliege, schwebe, sicher, frei

Ich fürchte nichts, was es auch sei!

Ich brauche nichts zu sammeln, horten

bin ja versorgt an allen Orten.

Isoldes Brust ernährt uns alle

Gibt Milch für mich, den Feinden Galle.

Danai (zu Luise)

Zeig ihm die Lust, sich zu vereinen

mit der Geliebten, die ihn liebt.

so wird er lernen, möcht ich meinen

zu nehmen, während er doch gibt.

Luise:  Der Traum geht fort, in höchsten Wonnen

ergießt der Mann sich in das Weib

Ihm ist, als gingen tausend Sonnen

ihm auf in dem erfrornen Leib.

 

Er muss eindringen, er muss stöhnen

und schreien wie ein brünstig Tier

er will versinken in der Schönen

und trinken sie in wilder Gier.

 

Sie nimmt ihn auf, sie biegt den Hals

sie hebt die Brust und zittert, bebt

sie schreit und jubelt ebenfalls

und fühlt im Innern, dass sie lebt!

 

So ists, wenn beide sich erkennen

und einer sich im andern fand

Es kann kein Schicksal jemals trennen

die, welche Aphrodite band

 

So ist der Tristan der Isolde

und sie dem Tristan anvertraut:

Der Tapfere und seine Holde.

Dagegen hilft kein Zauberkraut.

Abud und Hawi kommen herein.

Wilhelm (langsam zu sich kommend)

Wo bin ich? Und wo ist Isolde?

Hab ich sie denn erneut verloren?

Ist sie nicht mehr bei mir, die Holde

wozu ward ich denn dann geboren?

Was schaut ihr auf den Unglücksmann

der einsam mit kaputten Knochen

die er sich, er weiß selbst nicht wann

aus irgend einem Grund gebrochen?

 

Im Traume konnt ich fliegen, lieben

und fühlen, wie mein Herze schlägt.

Wo ist das Lustgefühl geblieben,

das leise sich im Leib noch regt?

 

O, heiß begehr ich, sie zu finden

die schöne liebe süße Braut

ich will mich ganz mit der verbinden,

die mir im Traume angetraut.

(zu Danai, Abud und Hawi)

Ihr müsst mir helfen, ich muss fort

zu einer Bucht; an jenem Ort

hab ich sie schon einmal getroffen.

Dort find ich sie, so will ich hoffen.

(Vorhang)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Welttheater, 4. Akt, 3. Szene: Wilhelm wird ins Lager transportiert. Die Gruppe trennt sich

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Tagebuch der Lustbarkeiten (2): Natur-Technisches an der Mergelwand (kleine Beobachtungen)

Am späten Nachmittag war ich mal wieder bei „meiner“ Mergelwand. Natürlich schaute ich auch nach den Behausungen der Mauerbienen, fand aber nur eine verschlossene, die anderen waren offen und leer.

Diesmal fielen mir besonders die „Nähte“ ins Auge, mit denen die lehmig-tonigen Wände wie zusammengenäht sind.

Ich würde die Fotos ja gern in höherer Auflösung zeigen, doch habe ich kaum noch freie Pixel. Ich hoffe, die „Nähtechnik“ lässt sich auch so gut erkennen.

 

Auch die Wurzel-Lehm-Behänge –  auf Fäden aufgezogenen Lehmperlen – machten mir Eindruck.

Und was sagst du zu diesen fabelhaften Reliefs, erzeugt mit einer Technik, in der Erdiges, Metallisches, Wurzeln und Regen kooperieren?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Feigenkaktus- und Schneebergblick mit Kirchlein

Heute war ein klarer kalter Tag. Ich hatte im Norden von Kalamata zu tun, von wo aus man einen Blick auf die andere Seite des Taygetos-Gebirges werfen kann. Was ich tat.

Zugegeben, man braucht scharfe Augen, um das Schneegebirge auf dem Foto zu entdecken. Drum noch mal, diesmal gezoomt.

Auf dem ersten Foto wird der Rasen von einem eckigen Schatten abgedunkelt. Den warf ein Kirchlein, das, von Baumschatten verziert, mein Auge nicht minder erfreute.

 

 

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Welttheater. 4. Akt, 11. Szene: Jennys Moral

Was zuletzt geschah:

Das Biest Kairos (Gott der günstigen Gelegenheit) hat Clara überredet, seinen Schwanz zu packen, um zum „Taschengeld“ zu gelangen. Als Mittel der Verführung benutzte er Claras Stolz auf ihren Mut. Nun spielt sie versunken mit den fünf „Talern“, draußen dunkelt es bereits.

Am Fenster erscheint Jenny.

Jenny

Was machst du da, wir suchen dich!

Lässt du uns einfach so im Stich?

Die Domna weint, die Trud stellt Fragen

der Tschinn ist frech. Zu allen Plagen

 haust du noch ab und machst uns Kummer!

Du bist mir eine schöne Nummer!

Clara:

Schau was ich hab! Die Taler hier

Sind die nicht hübsch? Ich schenk sie dir.

Jenny

Die sind gestohlen, nehm ich an

Du bist ein Kindskopf, Mannomann!

Weißt du nicht, wer der Kairos ist?

Der ist ein raffiniertes Biest!

 

Er lobt dir die Gelegenheit,

verlockt dich zu Verwegenheit

Ich weiß das, hab es selbst erfahren

als ich noch ziemlich jung an Jahren.

 

Kairos ist schlau und ausgebufft

hat mich verführt, der üble Schuft.

Merk dir, Gelegenheit macht Diebe,

doch klaust du, setzt es später Hiebe.

Clara (weinend)

Ich habe gar nix gestohlen.

Wirst du mich jetzt versohlen?

Jenny

Schon gut, komm mit, und lass die Finger

von fremden Sachen. Diese Dinger

die bringen dich sehr schnell ins Kittchen

und nachhermal wirst du zum Flittchen.

 

Ich weiß das leider nur zu sehr,

Herauszukommen ist dann schwer.

Los, komm, die andern warten schon.

und sag nur ja nichts, keinen Ton!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Saubohnen

Ich habe eine neue Aufgabe: Mir wurde ein Töpfchen mit Erde und eine Saubohne anvertraut, auf dass ich sie hege und pflege. Jeder Besucher bei Christinas zweiter Runde – eine Veranstaltung im Rahmen unserer Selbsthilfegruppe -, in der sie uns die Prinzipien der „zyklischen Ökonomie“ mit anschaulichen Beispielen erläuterte, bekam eine Saubohne samt Becher mit frischer Erde geschenkt. Ich brauche eigentlich nichts anderes zu tun, als die Erde feucht zu halten. Ob ich das wohl schaffe?

Saubohnen, dicke Bohnen, Favabohnen oder wie immer du sie nennen willst, eignen sich für viele Gerichte. Sie sind eiweißreich und schmecken köstlich.  Vor allem aber liegen sie sehr angenehm in der Hand. Christina, die seit vielen Jahren mit großer Liebe und Sorgfalt alte Samen sammelt und katalogisiert, zeigte uns diverse Sorten. Ich fühlte die seidige trockene Haut der Bohnen, ließ sie klackern und fotografierte einige.

Die erste ist eine hiesige Bohnenart. Leider weiß ich nicht mehr, woher die zweite kommt. Die dritte kommt aus Ägypten, die vierte aus Ithaka und die fünfte aus Lasithi auf Kreta. Außer diesen gab es bestimmt noch fünf andere in Christinas Sortiment. Erstaunlich verschieden sind die Sorten, auch jede Bohne ist eine Idividualität. Ich werde meiner (erste Sorte) gut zureden, damit ich keimt und wächst. Falls es mir gelingt, werde ich davon berichten.

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Welttheater. 4. Akt, 10. Szene: Verführung

Was zuletzt geschah: Diaphania gab den Blick frei auf Clara und Kairos im Gespräch.  Clara mag Taschengeld. Kairos erklärt, sie zum Taschengeld zu bringen.

Kairos:

Na komm schon, lass dich doch verleiten!

Ein Taschengeld hast du beizeiten!

Clara:

Ich weiß nicht, ob das rechtens ist,

ich weiß ja nicht mal, wer du bist!

Kairos:

Komm, sei nicht feig, du brauchst doch nur

am Schwanz mich packen, sei nicht stur!

Clara:

Na gut, ich will nicht feige sein.

Ich bin doch mutig, wenn auch klein.

Gib her den Schwanz, ich halt ihn fest

Dass du mich nur nicht fallen lässt!

Kairos:

Ja, so ist’s richtig, jetzt gehts los

Bist sicher wie in Abrams Schoß!

Clara:

Die Dose, die mir Dora gab

ich unterwegs verloren hab!

Kairos

Mach dir nichts draus, ich schaff dir mehr

so viel du willst, das ist nicht schwer!

 

Da sind wir schon, schau, dort am Boden

siehst du sie nicht, die fünf Kleinoden?

die sind viel besser als das Ding

an dem dein kleines Herze hing.

 

Clara

O die sind hübsch, sind die jetzt mein?

Ich kann sie haben ganz allein?

Kairos

Na klar, das ist dein Taschengeld

damit kaufst du die ganze Welt!

Clara: 

Was soll ich mit dem Gold denn kaufen?

Kairos:

Du kannst dich damit toll besaufen

und Autos, Villen, schöne Weiber

auch Buntstift, Hefte, Kugelschreiber

und Schuhe mit ganz hohen Hacken

Strumpfhosen auch und Lederjacken

 

auch ein Kaninchen, einen Hund

sogar die Villa Kunterbunt

Das alles kannst du sicher kriegen

für jene Taler, die da liegen.

 

So greif nur zu, sie sind ja dein,

kein andrer hat sie, du allein.

Clara

Hübsch sind sie ja, sie funkeln so

dass einem wird das Herze froh

sie haben einen feinen Klang

hörst du es auch? Ting tang, ting tang!

 

Ich mag sie streicheln mit den Fingern

und sogar lutschen an den Dingern,

sie schmecken salzig irgendwie

ich glaube ich behalte sie

 

und spiele damit, lass sie kreisen

so wie die Sterne um uns reisen.

Clara ist in ihr Spiel versunken. Kairos geht ab. Draußen dunkelt es.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Welttheater, 4. Akt, 9. Szene: Clara und Kairos

Was zuletzt geschah: Diaphania bittet die „Parteien“, ihre Version vorzustellen. Tschinn beruft sich auf das Recht des Fittesten, das sich durch den Erfolg beweise, Domna auf das von Nemesis gestiftete Recht „Geben-und-Nehmen-im Ausgleich“, das allem Leben zugrunde liege. –  Danach öffnet Diaphania den Vorhang mit Blick auf Clara und Kairos.

Clara:

Wie heißt du, Tier? ich bin die Clara.

 

Kairos:

So wie das Nashorn, das berühmt war?

Das kennst du nicht? Du bist noch klein.

Drum lass das Nashorn Nashorn sein.

https://de.wikipedia.org/wiki/Clara_(Nashorn)

Ich bin schon immer der Kairos.

Der Herr dort drüben ist mein Boss.

Clara:

Dann bist du wohl ein Nashorn-Ross?

Kann man auch auf dir reiten?

Das würd mir Spaß bereiten.

Kairos

Wer mich zu reiten hat versucht

hat hinterher nicht schlecht geflucht.

Musst wissen, ich hab meine Macken.

Kannst höchstens mich am Schwanze packen.

Clara

Warum ist deine Nase lang?

Als ich sie sah, wurde mir bang.

Kairos

Ich halte sie gern in den Wind

damit ich weiß, woher er weht,

so dass, wer grad mein Herr, geschwind

dort, wo es sich verlohnt, hingeht.

 

Auch fang ich Düfte naseweis

und weiß danach, ob es nach Schweiß

und Mühsal riecht, vielleicht gar nach Verzicht.

Ein solches Ziel vermeide ich, das lieb ich nicht.

Clara

Die meine Nase ist nicht lang

und weiß doch auch, was mir gefällt?

Ich bin zum Beispiel nicht gern krank

und habe gern ein Taschengeld.

Kairos

Ein Taschengeld? Wo kriegst das her?

Um das zu wissen, brauchst du mich.

Du kannst’s versuchen, bitte sehr

Zum Taschengelde bring ich dich.

Clara

Das ist sehr nett von dir, Kairos

Kairos

Dann halt dich fest, und ich saus los!

Na komm schon, lass dich doch verleiten!

Ein Taschengeld hast du beizeiten!

(wird fortgesetzt)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: „Gringo“. Zum Welttag der griechischen Sprache

Heute, am 9. Februar, ist der „Internationale Tag des Griechischen als Weltsprache“, im Gedenken an Todestag von Dionysios Solomos (9.2.1857), Dichter der Freiheitshymne, die zur griechischen Nationalhymne wurde (mehr dazu hier). Aus diesem Anlass veröffentlichte der griechische Blogger Sarant einen köstlichen Artikel, überschrieben mit „Gringo, der Grieche“. Staunend las ich, was es, auf den Spuren des Wortes Gringo weltweit wandelnd, alles zu entdecken gibt.

Eine Kurzfassung des Artikels: Das Wort Gringo kennen wir aus den Western, in der Regel für den Ami in Mexiko und auch weiter südlich bis Chile. In Argentinien nannte man so auch die sehr zahlreichen Italiener.

Das Wort engringarse bedeutet „in Sitten und Gebräuchen veramerikanisieren“, und ein „Gringo des süßen Wassers“ ist jemand, der aus Argentinien in die USA auswanderte und verändert zurückkommt.

Am engsten ist gringo mit Mexiko verbunden. „Adios, und wenn du hörst, dass man mich an eine steinerne Mauer gestellt hat und mich mit Kugeln durchlöchert hat – wisse, das ist gar kein so schlechter Tod, weit besser als durch Altersschwäche, Krankheit oder Treppensturz zu enden. Gringo in Mexiko zu sein, ist Euthanasie,“ so schrieb der US-Journalist und Schriftsteller Ambrose Bierce (1842-1914), als er sich 1913 den mexikanischen Freiheitskämpfern anschloss – und von der Bildfläche verschwand. Carlos Fuentes machte daraus einen Roman, der mit Jane Fonda und Gregory Peck verfilmt wurde.

Woher das Wort Gringo kommt? Da gibt es viele Theorien. Die einen meinen, es habe seinen Ursprung im irischen Lied Green grow the rashes ή Green grow the lilacs, das die US-Amerikaner im Krieg gegen Mexiko (1845-47) sangen. Andere meinen, die green coats (grüne Uniformmäntel) der Amis im Kampf gegen den Aufstand von Pancho Villa (1919) seien Namensgeber.

Tatsächlich aber ist das Wort bereits 1785 in einem kastilianischen Lexikon von Esteban de Terrero y Pando belegt. Gringo nenne man „Ausländer, die kein reines kastilianisches Spanisch sprechen, insbesondere die Iren“. Das Wort gringo kommt offenbar von hablar en griego (Griechisch sprechen), was soviel heißt wie „unverständlich“. Shakespeare mit seinem „It was Greek to me“ bezeugt es seit 1560. Dabei handelt es sich um eine Übersetzung aus dem Lateinischen: Graecum est; non potest legi (das ist Griechisch, nicht lesbar), bei Santa Teresa de Jesús, ca 1562–1565. Heute sagt man in Spanien stattdessen  hablar en chino (chinesisch sprechen).

Doch in Lateinamerika blieb das Wort erhalten und ging vom Spanischen ins Englische über. Die Griechen selbst benutzen das Wort Gringo selten, stattdessen sagen sie Γιάνκηδες (Yankees) oder für die Griechisch-Amerikaner Μπρούκληδες (Brookleener).

Dies zum Welttag der griechischen Sprache. Hartnäckig hält sich auch das Gerücht, dass eigentlich Griechisch die Sprache der Vereinigten Staaten von Amerika sein sollte. Es habe in einer Abstimmung nur knapp gegen das Englische verloren. ….

Wer mehr und Ernsthafteres zur Entwicklung und Bedeutung der griechischen Sprache auch und gerade in Deutschland erfahren möchte, dem empfehle ich einen Vortrag vom 14.2.2019 des griechischen Botschafters Theodoros Daskarolis, anlässlich des „Internationalen Tages der griechischen Sprache“.

 

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