Dienstags-Drabble: Alte Muster durchbrechen (in Reimen)

Das Dienstags-Drabble, für das Heide (Puzzleblume) die Wörter aussucht, fordert einen 100-Wörter-Text, in dem die Wörter Muster- ermöglichen – ausgeklügelt vorkommen.

Dem „alten“ Auf-um-Aug-Gesetz hatte das frühe Christentum abgeschworen – was ist draus geworden? Und was ist geworden aus Franz Joseph Strauß‘ Satz, dass jedem Deutschen die Hand verdorren möge, der jemals wieder ein Gewehr in die Hand nehme? Schnee von längst vergangenen Jahren.

„Jeder Schuss ein Russ, jeder Stoß ein Franzos!“ sollte die deutschen Lanzer im 1. Weltkrieg befeuern. Inzwischen sind Frankreich und Deutschland „befreundet“ und stehen „vereint“ gegen „den Russen“. Und so wurde zwar der zweite Teil des Spruchs ad acta gelegt, aber der erste neu belebt. Möchten Napoleon und Hitler wieder gen Moskau marschieren lassen? Oder wer sonst? Wem dient dieses neue Kriegsgeschrei? Wer profitiert davon?

Auf einem Plakat neben mir an der Wand steht „Contro le Guerre“ – gegen den Krieg. Wir kauften es vor Jahren in Venedig und hängten es hier auf – unübersehbar für jeden Besucher.

Alte Muster durchbrechen

„Und ist die Technik auch schon prächtig ausgeklügelt

Die Falte, die mal war, wird nie mehr ausgebügelt

Und eine Tat, die mal geschehn, wirkt immer fort

Und wenn es Mord war, dann gebiert sie stets von Neuem Mord.“

*

Gibt es denn nichts, um dieses Muster endlich zu durchbrechen?

Muss immer wieder Aug mit Aug und Tod mit Tod sich rächen?  

*

Es fiel, als ich ein Kind war, einst das große Wort:

„Wer nochmal ein Gewehr ergreift, des’ Hand verdorrt“.

*

Ermöglicht wurde Frieden zwischen Feinden, weißt du noch?

Was zwingt Nationen wieder unters Kriegesjoch?

*

„Jeder Schuss ein Russ!“

Damit sei Schluss!

dem Frieden eine Chance!

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 22: Becher und Bewegung im Vergleich

Für den heutigen Beitrag zu Juzicka-Jess (Amorak)s Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ habe ich zwei Zeichnungen ausgewählt, um sie zu vergleichen.

Auf der ersten Zeichnung ist ein einfarbig roter Becher wiedergegeben. Kompositorisch herrscht das Prinzip der Reihung, das die Bücher im Hintergrund vorgeben. Die Gegenstände werfen dunkle Schatten in zwei Richtungen, vor und zurück.

Auf der zweiten Zeichnung ist es ein Eulenbecher. Becher und Früchte spiegeln sich hell in einem runden Unterteller. Der Teller möchte Becher und Obst in die Kreisbewegung hineinziehen. Die Früchte scheinen willig, der Becher zögert, er kreist in sich selbst.

 

 

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Impulswerkstatt, Mosaikstein „Mole“ 4: Große Illumination in Koroni

Gestern verbrachte ich einen besonders schönen Tag in der mittelalterlichen Stadt Koroni auf der uns gegenüberliegenden Seite der Messenischen Bucht. Wir waren dort zum Osteressen eingeladen (dazu ein anderer Eintrag). Am Abend stiegen wir die steilen Treppen zum Hafen hinunter,

Unten erwartete uns eine Überraschung. Auf dem Kai drängten sich die Menschen. Als es dunkel wurde, begann das Spektakel mit rot illuminierten Fischerbooten. Im Hintergrund die Hafenmole von Koroni.

Eine magische Atmosphäre. Wir schlugen uns bis zur langen ins Meer hinaus gebauten Mole durch und ergatterten einen Platz auf einer steinernen Sitzbank. Und so hatten wir einen Logenplatz, um dem Feuerwerk zuzuschauen, das nun von den Fischerbooten aus gezündet wurde.

Fasziniert schaute ich dann zu, wie die Heißluftballons, die mir schon zuvor aufgefallen waren, gezündet wurden. Um solch ein Ding zu zünden, kooperierten Papa und Mama einträchtig, dann wurden die Kinder gerufen, alle fassten an und ließen dann auf Kommando los. Das waren schöne Szenen! Die Ballons stiegen einer nach dem anderen hoch und bildeten eine Kette, so als ob sie auf einer himmlischen Landstraße dahinzögen. Gelegentlich gelang es einem, einen anderen zu überholen.

Im Hafenbecken eine letzte Spiegelung des Ballons, der sich nun in den Weiten des Himmels verliert.

Dies ist ein weiterer Beitrag zum Mosaikstück „Mole“, das Myriade für die laufende Runde der Impulswerkstatt ausgesucht hat.

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Zeigt her eure Tassen 21: Ostermontag-Tasse in Koroni

Heute morgen erwachte ich in der Wohnung einer Freeundin in Koroni, die ihrerseits in Arkadien unterwegs war. In einem Glasschrank fand ich eine Menge Tassen.

Ich wählte eine aus und trug sie hinaus auf die kleine sonnige Terrasse, um sie auf dem hübsch dekorierten runden Gartentisch abzustellen und für den heutigen Beitrag zu Juzicka-Jess (Amorak)s Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zu fotografieren

.

Eine runde Sache!

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Zeigt her eure Tassen 20: Wohnraum mit Eulentasse

Auch am Ostersonntag soll die tägliche Tasse nicht fehlen, zu der uns Juzicka-Jess (Amorak) mit ihrer Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ aufgefordert hat.

Die Eulentasse ist ja eigentlich nichts Besonderes  – aber sie weiß sich in Szene zu setzen: immer ganz vorn, in Reichweite der Zeichnerin.

Da ich morgen und übermorgen unterwegs sein werde, poste ich dies schon mal heute Abend.

Und nun feiert mal schön!

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Archivbild der Woche: 19.4.2020 war auch Ostern

Als ich eben im Archiv stöberte, um für das von Heide (Puzzleblume angeregte Projekt „Archivbild der Woche“)  etwas Interessantes zu finden, stellte ich fest, dass wir an einem Tag wie diesem vor fünf Jahren in Athen Ostern feierten. Das damalige „Osterfest mit beschränkter Haftung“ fand unter strengstem Covid-Regime statt. Die Stadt war mucksmäuschenstill, denn es galt ein allgemeines Verkehrsverbot, damit niemand in Versuchung geriet, seine Verwandten zu besuchen.

„Frohe Auferstehung uns allen!“ betitelte ich meine Oster-Postkarte.

 

An jenem 19. April machte ich außerdem eine Reihe von Legebildern mit Texten, die unter dem Titel „Knigge zu Covid-Zeiten“ standen.

Hier nun die Texte und Bilder vom 19.4.2020. Es darf gelacht werden.

Um den Regierungen in diesen schweren Zeiten zu helfen, beginne ich nun eine neue Rubrik: Knigge zu Corvid-Zeiten.

Übung No. 1: Die Situation korrekt einschätzen

Welchen Fehler macht der Mann mit Pudelmütze, der ein chinesisches Kleinkind im Rucksack trägt?

Wie ist das Verhalten des Hundebesitzers zu bewerten?

Was für ein Schriftstück hält der junge Mann rechts im Bild wohl hinter seinem Rücken versteckt? Unter welchen Voraussetzungen darf er die Herausgabe verweigern?

Übung No 2: Finde das korrekte  und das fehlerhafte Verhalten

a) Was macht der junge Mann links richtig? Welche Folgen hat sein richtiges Verhalten für ihn selbst und die anderen Beteiligten?

b) Was macht der junge Mann rechts falsch? Welche Folgen hat sein falsches Verhalten für ihn selbst und die anderen Beteiligten?

c) Stell dir eine Skala von 1 bis 100 vor, wobei 0 = ganz schlecht, 100 = ausgezeichnet bedeutet: Wie bewertest du das Verhalten der jungen Dame?

 

Übung No 3. Eine Mutiple-choice -Aufgabe.

Du siehst zwei Personen in lebhafter Unterhaltung, die sich nicht an die Corvid-gebotenen Anstands- (Abstands-) Regeln halten. Wie ist die korrekte Reaktion auf eine solche Regelverletzung?

a) weitergehen

b) stehenbleiben, irritiert den Kopf schütteln und ts ts ts sagen

c) deutlich vernehmbar rufen: Wenn alle das tun würden! Haben Sie denn gar keinen Anstand….Sie wissen doch, dass Sie Abstand ….

d) deinen Freunden in den social media missbilligend von dem Vorfall berichten

e) die Polizei benachrichtigen, damit sie für Ordnung sorgt und ein Bußgeld verpasst. Manche Leute brauchen das zu ihrem eigenen Schutz.

Übung No.4. Schreiben Sie einen Besinnungsaufsatz zu folgendem Thema:

„Darf man in Corvid-Zeiten unangenehme Fragen stellen?“

Hier ein paar Einhilfen:

Die Sphinx stellt allen nach Theben Reisenden eine Rätselfrage. Wer die Frage nicht beantworten kann – und das sind alle – wird von der Sphinx gefressen.

Die Moral von der Geschicht: Wer sich unerlaubt in der Welt herumtreibt, wird mit Fragen konfrontiert, die er nicht beantworten kann, und wird gefressen.

Da kommt Ödipus vorbei. Die Sphinx stellt ihre Frage, Ödipus aber …. kennt er die Antwort? Und was geschieht weiter mit ihm?

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Zeigt her eure Tassen 19: roter Becher und weiße Kugelvase

Auch am Ostersamstag soll die tägliche Tasse nicht fehlen, zu der uns Juzicka-Jess (Amorak) mit ihrer Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ aufgefordert hat.

Diese hier ist in Wirklichkeit knallrot, doch sie hat ein wenig ihrer Farbe an die Umgebung abgegeben.

Frohe Ostern allseits!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: am Karfreitag malen

Was kann dabei herauskommen, wenn man am Karfreitag malt? Ich wollte mich gern mit der christlichen Erzählung verbinden, aber es fiel mir schwer, Kontakt herzustellen. Zu vieles geschieht, was dem Christlichen Hohn spricht. Dennoch habe ich es versucht.

Ich bemalte eine Pappe grob mit Kleisterfarben und klebte Formen hinein (Klebestreifen und Gipsband). Rechts steht der „Verkünder“, drei Kreuze gibt es auch, etwas anders als üblich verteilt, der Rest sei eurer Fantasie überlassen.

Ich habe das fotografierte Bild dann farblich hin und hergeschoben, wodurch sich das „Klima“ der Szene jedesmal verändert.

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Impulswerkstatt Bild 3 : Pflaster und andere Reparaturmaßnahmen

Dieses 3. Bild deiner Impulswerkstatt, liebe Myriade, tat mir weh, als ich es sah. Eine geflickte Wand, der Flicken wie ein aufgehängtes Fell. Gerberei, Schinderei, Schindluder und Schlimmeres fiel mir dazu ein. Apoll und Marsyas….An solchen Martyrien will ich mich heute – Karfreitag – lieber nicht versuchen.

Was also?

Ich nehme wie so oft bei meinen eigenen Bildern Zuflucht. Gibt es da Anknüpfungen, Parallelen? Etwa diese verwundete Leinwand?

Oder dieser Bild-Ausschnitt?

„Zeigt her eure Wunden!“ nannte ich ein anderes Bild. Auch das könnte passen.

Doch lieber will ich mich nicht der Wunde, sondern dem Pflaster zuwenden. An Heilung will ich gar nicht denken.

Pflaster also. Ja, davon wimmelt es in meiner Malerei. Ich benutze dafür vor allem Klebestreifen. Damit halte ich fragile Gebilde zusammen, schaffe provisorische Stabilität bei sich auflösenden Strukturen.

Auch gerissene Papiere kommen zum Einsatz.

Oder auch Wellpappe.

Es geht natürlich auch ohne solche unterstreichenden Mittel, um Bilder zu schaffen, die das Gefühl einer notdürftig zusammengeflickten Welt wiedergeben. Gegen dieses Grundgefühl male ich immer wieder an.

Offenbar habe ich kein tiefes Vertrauen in die Wirksamkeit solcher Reparaturmaßnahmen. Und doch sind sie manchmal das einzige, was uns zur Verfügung steht.

 

 

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Zeigt her eure Tassen 18: „Farbe bitte!“

Heute am Karfreitag muss ein bisschen Extra-Farbe her, um dem klagenden Klang der Glocken, der vom Dorf herauftönt, entgegenzuwirken. Und so poste ich für die von Juzicka-Jess (Amorak) ins Leben gerufene Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ eine Skizze aus dem Jahre 2023.

Da nämlich fand die fürs Jahr 2023 zuständige Dora meine farblosen Kugelschreiber-Skizzen total langweilig. Kurzerhand funktionierte sie ihre Latüchte zur Spraydose um und besprühte den Becher mit Gelb – ihrer Lieblingsfarbe.

Seither leuchtet der Becher goldgelb, wie ihr hier sehen könnt.

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