Nun sind sie aufgegangen, die beiden Lilien, deren Knospen ich hier vorstellte.

Wieviele Blüten! Kaum sind sie aufgegangen, zeigen sie schon erste Zeichen von Ermüdung. Außerdem wechselt das Licht sehr schnell. Ich komme gar mit dem Zeichnen hinterher, drum grad nur ein Foto.
Die runden Formen am Boden sind verfaulende bzw verschimmelte Granatäpfel, vermutlich vom Vorjahr. Die Lilien erheben sich darüber mit ihrem blattlosen langen hohlen Stängel.
Im Juni 2020 machte ich ein Foto von einer erblühten Lilie und deren Zeichnung. Darüber wundere ich mich gerade, denn ich dachte nicht, dass sie auch im Juni blüht. Und sie sieht auch ganz anders aus: das Rosa konzentriert sich hier um den Kelch herum, während die Oktoberblüte das Rosa an den Rändern der Blütenblätter ausstrahlt.

Auf der Zeichnung sieht man, dass sie im Juni grüne bodenständige Blätter hatte und der gelbe Klee ihr Blühen begleitete:

Die Blüten vom 16. Oktober 2019 sehen wieder anders aus: sie sind durchgehend rosarot gefärbt.

Wie sind denn nun die Farben der Lilie? Zum Glück habe ich die Entwicklung der Blüten vom 7.-17. Oktober 2019 dokumentiert. Da sieht man, dass zuerst Weiß und Rosa gleichberechtigt nebeneinander erscheinen, dann aber das Rosa immer mehr dominiert und schließlich allein übrigbleibt. Im Verblühen aber verblasst es wieder.


17. Oktober 2019
Damals habe ich die Blüten immer wieder gezeichnet und beim Abfotografieren der Zeichnung mit den Sonnentalern und Schatten herumgespielt.
Ebenfalls an einem 16. Oktober, aber ein Jahr zuvor, entstand meine erste Lilienzeichnung im Skizzenbuch (digital bearbeitet):

Am 8. Oktober 2022 war der Jahresgenius Dora bei mir. Ich notierte: „Auch in diesem Jahr ist das Aufblühen der Lilie pünktlich zur Stelle. Die Zwiebel hat sich inzwischen mehrfach geteilt. Spross die Lilie anfangs mit einem Stängel aus dem Boden, so sind es mittlerweile….
Drei! kräht Dora mir ins Ohr.
Richtig, bestätige ich. Es sind drei Stängel, und an jedem Stängel sitzen zahllose Knospen, die sich nun nacheinander öffnen. Wundersame Vermehrung!

Zwecks Bildung und Erziehung erzähle ich meiner kleinen Freundin ein wenig Biblisches und Frommes zur Lilie und zu Salomonis Kleidern, zu Schönheit, Reichtum und Armut, zu Sorge und Vertrauen, zu Herrschaft und Vergänglichkeit. Meine kleine Heidin legt ihr Köpfchen schief und wundert sich. Aber es gefällt ihr.
Klar! kräht sie, wozu sich sorgen? Schließlich bin ich ja da und werde es schon richten!
Besonders gefällt ihr die Liedzeile: Narcissus und die Tulipan, die ziehen sich viel schöner an als Salomonis Seide, als Salomo-ho-ni-is Seide. Die trällert sie nun schon seit einer Stunde vor sich hin. Das kann ja heiter werden!







































