Novemberleuchten mit Steinegarten (4): Abendmeer

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Gestern abend leuchteten mir Himmel und Meer in Gold und Purpur. Heute regnet es.

Veröffentlicht unter Farben, Fotografie, Natur, Vom Meere, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , | 7 Kommentare

Der November und (zum dritten Mal) der Bube der Münzen

Nun der November begonnen hat, wende ich mich der 11. Raunacht am 5. Januar zu (hier). Was für eine Karte habe ich damals eigentlich aus dem Stapel der Tarotkarten gezogen, um zu sehen, womit ich mich elf Monate später, im November, schwerpunktmäßig befassen wollte? Es war – zum dritten Mal für dieses Jahr! – der Bube der Münzen! Herrje! seufzte ich, was will dieser Bube nur von mir, dass er mich ständig auffordert, mich mit seinen Qualitäten zu befassen?

Dann aber entschloss ich mich, genau dies noch einmal, und diesmal gründlicher zu tun. Ich betrachtete das Bild eingehend: Der Jüngling steht auf einer weiten blühenden Ebene. Mit sanfter Gebärde hebt er seinen Schatz ans Licht und betrachtet ihn innig. Was ist der Schatz? Die Ressourcen, sagte ich. Oder auch die Talente, mit denen wir wuchern sollen(*). „Gaben“, sagt man auf deutsch. Jemand ist „begabt“. Es wurde einem etwas mitgegeben. Etwas, auf das man sich nichts einzubilden braucht, denn man hat es nicht durch Fleiß erworben,

Als ich dies nun wieder lese, fällt mir ein, dass eine meiner Ausstellungsbesucherinnen zu mir sagte. „ich weiß nicht, ob es das das richtige Wort ist, aber: Sie haben Talent“. Und ich nickte und dankte und nahm es hin, obgleich ich im Inneren mit Picasso kommentierte „Talent ist Fleiß“.

Ich lese nun weiter, was mir im Januar durch den Kopf ging: „Der Jüngling schaut ganz entspannt auf seine Talente, hält sie locker in der Hand wie einen Vogel, der gleich wegfliegen will. Oder der grad gelandet ist? Nach rechts, in die Zukunft gerichtet ist der Blick. Aus der Zukunft heranschwebend sein Glück? Wie auch immer: der zugefallene Schatz der Gaben will beachtet und gepflegt und genutzt werden.

Das ist eine Verpflichtung. Tut man es nicht, macht man sich schuldig als Jemand, der seine Anlagen nicht nutzte, seine Talente vergeudete. „Du sollst mit deinen Talenten wuchern! Tust du es nicht, bist du ein fauler Knecht und wirst in die Finsternis verbannt.“ So heißt es im biblischen Gleichnis (*). Das Thema ist also durchaus angstbesetzt. Ich glaube, das ist auf der neurografischen Zeichnung zur Junikarte ausgedrückt.“

(*) Das Gleichnis von den Talenten, mit denen man wuchern soll, wird im Neuen Testament gleich zweimal erzählt. Es ist eine Geschichte, die schwer zu verdauen ist. Bei Matthäus beginnt sie so:  Es ist wie mit einem Mann, der auf Reisen ging. Er rief seine Diener und vertraute ihnen sein Vermögen an. Dem einen gab er fünf Talente Silbergeld, einem anderen zwei, wieder einem anderen eines, jedem nach seinen Fähigkeiten. (Talent = griechische Maßeinheit, ca 26 kg Silber entsprechend).  Zwei der Diener verdoppeln  in der Abwesenheit ihres Herrn den anvertrauten Betrag, der Dritte aber fürchtet, etwas falsch zu machen, und vergräbt ihn aus Angst vor Strafe. „Herr, ich wusste, dass du ein strenger Mann bist; du erntest, wo du nicht gesät hast, und sammelst, wo du nicht ausgestreut hast; weil ich Angst hatte, habe ich dein Geld in der Erde versteckt. Hier hast du es wieder.“ – Sein Herr antwortete ihm: „Du bist ein schlechter und fauler Diener! Du hast doch gewusst, dass ich ernte, wo ich nicht gesät habe, und sammle, wo ich nicht ausgestreut habe. Hättest du mein Geld wenigstens auf die Bank gebracht, dann hätte ich es bei meiner Rückkehr mit Zinsen zurückerhalten. Darum nehmt ihm das Talent weg und gebt es dem, der die zehn Talente hat! Denn wer hat, dem wird gegeben, und er wird im Überfluss haben; wer aber nicht hat, dem wird auch noch weggenommen, was er hat. Werft den nichtsnutzigen Diener hinaus in die äußerste Finsternis!“

Dann aber entschloss ich mich, das Thema im November anders aufzufassen, und schrieb: Im November aber will ich unbeschwerter damit umgehen. Gaben fließen uns täglich neu zu. Wir brauchen nur die Hände und die Sinne zu öffnen, um den Reichtum des Lebens zu fühlen und zu genießen. 

Und so machte ich damals eine neue neurografische Zeichnung der Karte, die für den November gelten sollte:

Nach der recht strengen Disziplin, der ich mich im Sommer unterwarf (zwei Ausstellungen auszurichten, ist ohne solche Disziplin nicht möglich), gehe ich dem November entspannt entgegen. Ich will freundlich empfangen, was er mir zu bringen hat, und das Beste draus machen.

Im übrigen gilt es, das durch die Ausstellungen Gewonnene nun auch mit leichter Hand an die weiterzugeben, denen es Erleichterung und Freude verschafft.  „Mit leichter Hand“ – darauf kommt es beim Verschenken ja an! Und auch das will geübt sein.

Veröffentlicht unter ausstellungen, Behindertenprojekt, Erziehung, Leben, neurografisches Zeichnen, Projekt Alternativen, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 10 Kommentare

Novemberleuchten mit Steinegarten (3): Nachklang

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

Ein letzter Blick in meine Ausstellung, die nun abgeräumt ist. Gestern kehrte ich in die Mani zurück, bereichert mit vielen Begegnungen, Eindrücken und auch finanziellen Mitteln, um die Aktion „Kunst hilft“ weiterzuführen.

Vase und Rosen aus ihrem Garten brachte mir Freundin Ingrid S, die in Koroni lebt. Das Bild mit den Flaschen und Vasen entstand im vergangenen Jahr, als Hommage an den italienischen Maler Giorgio Morandi.

Veröffentlicht unter ausstellungen, Farben, Fotografie, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 4 Kommentare

Archivbild der Woche: Vogelzüge

Heide von der Puzzleblume hat vorgeschlagen, jeden Sonntag ins Archiv hinabzusteigen, um etwas hervorzuholen, das mir an einem Tag wie diesem wichtig war.

Ich habe schon lange kein fotografisches Archiv mehr, denn das ging kaputt, als mein Datenträger auf den Boden fiel. Aber ich habe den Blog. Und so blättere ich von Jahr zu Jahr durch den Blog und schaue nach, was ich am 2. November postete. Die Entscheidung, was ich am Ende herausfische und erneut poste, ist gar nicht so einfach. Vieles habe ich vergessen und finde ich es nun attraktiv.

Heute entschloss ich mich, den 2. November des Jahres 2019 hervorzuholen, an dem ich eine abc-etüde mit Worten, die Ulli Gau gespendet hatte (Vogelzüge, schwingen, ängstlich) schrieb, dazu auch ein Legebild in etlichen digital bearbeiteten Varianten als Collage veröffentlichte (hier). Warum gerade dies? Weil mir der Text heute sehr gut gefällt. denn sind es nicht jetzt gerade wieder die Vogelschwärme, die sich zum großen Flug bereiten? Und wir? Tun wir es ihnen nach!

Lockruf

Wenn wir Menschen wie die Vögel
uns zum großen Flug bereiten
Suchen wir den rechten Ton
In der Harmonie der Sphären
Der uns hebt in die Gemeinschaft
Aller gleichgestimmten Seelen.

Immer suchen wir hinnieden
unsre Formation zu finden
Um sodann in kühnem Streben
In die Höhe uns zu schwingen.

Bleib zurück nicht, sei nicht ängstlich
Wenn die großen Vogelzüge
An dem Himmel sich formieren
Sei nicht mutlos, denn der Aufwind

und die wohl geneigten Winde
tragen dich, wohin die Seele
sich schon immer heimlich sehnte
wie nach einer fernen Heimat.

Freu dich, steige, gleite, fliege,
bis die dunklen Nebel weichen
und du in dem Licht der Sphären
wiederfindest dich und mich.

 

Veröffentlicht unter Bebildertes Wort zum Sonntag, Dichtung, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Natur, Psyche, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , , , | 8 Kommentare

Novemberleuchten mit Steinegarten (2): Weinfarbenes Meer

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

οἶνοψ πόντος (oinops pontos) „weinfarben“ nannte Homer das Meer. Das Wort „blau“ kommt als Meeresfarbe nicht vor. Drum rätseln die Gelehrten bis heute, ob das Meer damals anders aussah oder die Menschen andere Farben sahen als wir heutigen.

Als ich aber gestern von Koroni hinüberschaute zu unserer Küste, zu der ich heute zurückkehre, bestätigte sich ein weiteres Mal, wie genial Homer die Farbbezeichnung wählte. Besonders gegen den Horizont hin wird das Meer violett. Und genau das ist dies „Meer, das aussieht wie Wein“ (οἶνοψ / oinops ist zusammengesetzt aus oinos/Wein und ops/Aussehen, vergl. Optik).

Manche übersetzen das Wort mit „purpurfarben“, aber in Purpur ist doch sehr viel mehr Rot drin als in dem Violett unseres Meeres. Sei’s drum! Für mich leuchtet es οἶνοψ.

mehr dazu hier: https://gerdakazakou.com/2022/03/17/sandwellen-lichtwellen-und-ein-weinfarbenes-meer-kleine-beobachtungen/

Veröffentlicht unter Allgemein, Dichtung, die schöne Welt des Scheins, Farben, Fotografie, Natur, Vom Meere, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 3 Kommentare

„Kunst hilft“ in Koroni – Abschluss.

Zehn Tage war ich in Koroni, um meine Ausstellung „Kunst hilft 3“ zu bewachen, mich mit vielen Besuchern aus aller Herren Länder zu unterhalten und auch einige meiner Bilder in den Kreislauf zu geben und im Austausch dafür Spenden für Menschen und Tiere in Not zu erhalten.

Die Bilder No 2 und 3 gehen nach München, die No 5 nach Schweden, die kleine farbige Zeichnung auf No 8 nach Wien, die No. 9 nach Athen, die anderen bleiben, soviel ich weiß, hier in der Gegend. In der Übersicht fehlen drei Aquarelle und zwei Miniaturen, die ich leider nicht fotografiert habe.

Allen Helfern, Kunstliebhabern und Spendern, die sich an dieser dritten Ausstellung „Kunst hilft“ beteiligt haben, sei herzlich gedankt! Nun geht es ans Abbauen und Heimfahren in die Mani.

Mit einem etwas melancholischen Blick nehme ich Abschied von diesen Räumen, die mir ein so schönes Ambiente für meine Bilder und viele gute Begegnungen geschenkt haben.

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, events, Fotografie, Kunst, Leben, Malerei, Meine Kunst, Projekt Alternativen, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 13 Kommentare

Novemberleuchten mit Steinegarten: (1) Wasserglas

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

.Das Wasserglas auf dem runden Tischchen des Ausstellungsraums vor mir leuchtet in elegantem Novembergrau. Ein kleines bisschen Goldgelb durfte mit ins Bild.

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Alltag, ausstellungen, Farben, Fotografie | Verschlagwortet mit , , , , , | 6 Kommentare

Der Oktober, der „Eremit auf dem Kopf stehend“ und was daraus wurde.

November, der Neunte, kam heute Nacht mit Dauerregen. Ich sitze noch im Hotel und warte drauf, dass es aufklart. Vielleicht reicht die Zeit, um auf den vergangenen Monat Oktober zurückzublicken und mich auf die diesen Monat begleitende Tarotkarte zu besinnen. Die Karte, die ich am 4. Januar in der 10. Raunacht zog, war der „Eremit auf dem Kopf stehend“ (hier). Meine Gedanken dazu habe ich noch einmal zu Beginn des Monats Oktober zusammengefasst (hier). Dabei überlegte ich, welche Monatsaufgabe sich mir wohl stellen würde mit dem „auf dem Kopf stehenden“ Eremiten. In normaler Stellung bedeutet er ungefähr: Rückzug und Suche nach der inneren Wahrheit.

Ich schrieb dazu: „So mancher denkt: ich müsste diese Fragen (Wer bin ich, weshalb bin ich in der Welt…) mal bündeln, mich zurückziehen, von der Bühne verschwinden, nur mit mir selbst sein und alle äußeren Impulse abschalten. Dann fände ich endlich die Antworten. – Ja, auch ich denke oft an Rückzug. Und tu es doch nicht. Denn ich misstraue dem Konzept der Eremitentums. Drum freue ich mich, den Eremiten auf dem Kopf stehend gezogen zu haben. Für mich ist das Heilmittel „Eremit“ eine „Kopfgeburt“: die bequeme Vorstellung, dass es die Umwelteinflüsse seien, die mich hindern, zu mir selbst zu kommen.“

Und fuhr in meinen Betrachtungen fort: Natürlich brauche ich Pausen, Rückzug, Meditation. Die aber sollen sich in den Tageslauf eingliedern und nicht an seine Stelle treten. In den normalen Tätigkeiten und Menschenbegegnungen liegt der Stoff, an dem ich reife. Wer sich isoliert, bleibt in sich versponnen und verworren. Und was die Laterne angeht: Nein, sie kann durchaus nicht leisten, was die liebe Sonne uns tagtäglich spendet: strahlend helles Licht!

Und so nehme ich gerne die Herausforderung des auf dem Kopf stehenden Eremiten für den Oktober an: Nimm deine Fragen an dich selbst ernst, ja! Aber hole dir die Antworten aus der Mitwelt, von den Menschen und der Natur. Schau, wie die Früchte im Oktober reifen! Sie ziehen alle Kräfte der Sonne nach Innen, um sie zu verwandeln und als Saft und Farbe, als Nahrung und Kern für neues Wachstum zurückzugeben an die Welt.

Das schrieb und zeichnete ich im Januar, holte es Anfang Oktober wieder hervor und kam zu meiner Monats-Devise:

Geh in Beziehung zu den Menschen, um von ihnen zu lernen, zu reifen und ihnen das Deine zu geben. Schau in dich selbst und prüfe dein Weshalb und Wozu.

Und waswurde nun daraus?

Nach einem gemächlichen Oktoberbeginn mit all den schönen Dingen,die man beim abflauenden Sommer und reifenden Herbst tun kann – schwimmen, spazierengehen, nach dem Garten schauen, wie es mit den Früchten steht, Freunde wiederfinden, die im Sommer verschollen waren, Zeichnen am gemeinsamen Klostertisch, Arbeitsgruppen desBehiondertenvereins besuchen und vieles mehr… – sammelte ich mein Sach und machte mich auf nach Koroni, um dort eine Ausstellung auszurichten. Die sollte das Geld bringen, das für mache Hilfen unabdingbar ist, und eine weitere Probe auf meine Idee einer zyklischen Beziehung von Menschen-Dingen-Geld und Freude sein.

Und so sitze ich seit neun Tagen – ein auf dem Kopf stehender Eremit in meiner Klause – und warte darauf, dass die Welt zu mir kommt. Der Eremit flieht die Welt und ich warte auf sie, warte darauf, dass jemand durch die Tür tritt, sich umschaut, vielleicht sich auch auf ein Gespräch einlässt, vielleicht sich auch zu einem Kauf entschließen kann.

Und tatsächlich kamen Menschen hereinspaziert, Bekannte und Unbekannte, Junge und Alte, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ganz Alte, Frauen und Männer, Familien, Touristen, ansässige Ausländer, Griechen von voandersher und Einheimische…. und wir sprachen miteinander, der erhoffte Kreislauf der  Freude kam leise und doch deutlich vernehmbar in Gang. Sogar zu einem ZOOM-Interview mit dem örtlichen Fernsehen kam es.

Vor allem habe ich gefühlt, wie gut ich verstanden und unterstützt wurde. Mein Dank gilt all diesen Menschen, die mir geholfen haben, dies Abenteuer gut zu bestehen, und das sind nicht wenige. Mein dank gilt auch denen, die Bilder erworben und damit den Zweck des Unternehmens unterstützt haben. Morgen werde ich die gekauften Bilder ihren neuen Besitzern übergeben und die restlichen Bilder der Ausstellung einpacken und heimfahren.

Und schauen, was der November mir bringen möchte.

 

 

Veröffentlicht unter ausstellungen, Autobiografisches, Behindertenprojekt, Kunst, Leben, Projekt Alternativen, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 11 Kommentare

„Kunst hilft“ in Koroni: Neue Freunde gewinnen (Matina)

Die manchmal recht öden Stunden in der Ausstellung, wenn sich nichts bewegt, werden vollkommen kompensiert durch Helfer und Besucher, mit denen sich nicht nur Gespräche, sondern sogar neue Freundschaften anbahnen können.

Eine solche neue Freundschaft ist Matina, die ich nicht kannte, bevor sie mir mit Sachkenntnis und im Schweiße ihres Angesichts half, die Ausstellung aufzubauen. Gestern mittag lud sie uns zu einem einfachen Spagetti-Essen in ihr Häuschen ein, das sie am Rande von Koroni bewohnt.

An diesem Gartentisch haben wir unser Mittagessen verspeist und uns die Köpfe heiß geredet.

Dass sie weit in der Welt herumgekommen ist, merkt man beim Betreten ihres Häuschens. Jedes freie Fleckchen der Wände und der ebenen Flächen ist mit kleinen Kunstwerken bestückt – viele von Freunden, etliche von Matina selbst. Ihre Leidenschaft sind Wurzeln, aus denen sie urige Figuren und Szenerien baut, bunt bemalt und mit Lämpchen zum Leuchten bringt. Die Beleuchtung klappte gestern freilich nicht.

Ein paar ihrer Werke gefällig?

Die kleine Tänzerin auf dem Vulkan. Alle Teile sind natürliche Fundstücke: Samen, Blätter, Wurzeln….

…aus anderer Perspektive

Ein grüner Wurzel-Kaktus-Drachen wohnt auf dem Schrank

Eine Installation mit Knoblauchkette auf dem Fensterbrett. Die vier Farbtafeln sind frei gegeneinander beweglich und können also ihre Position wechseln.

Diese ehemalige Türfüllung ist doppelseitig gestaltet und hängt frei. Die Rückseite zieren berühmte Schauspielerinnen der zwanziger und dreißiger Jahre – Erbe ihrer Eltern, die in Eisenach lebten.

Die Bilder anderer Künstler an Matinas Wänden zeige ich (vielleicht) ein anderes Mal.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein, ausstellungen, Farben, Fotografie, Kunst, Leben, Materialien, Natur, Skulptur | Verschlagwortet mit , , , , , , , , , , | 3 Kommentare

herbstzeitlos mit Juricka: Koroni-Panorama (und kleine Beobachtung)

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. …..

Die letzte Oktoberwoche verbrachte ich vor allem in der Ausstellung, mit kleinen Ausruhpausen und kurzen Spaziergängen an der Hafenzeile von Koroni. Verabschieden möchte ich mich von Jurickas schöner Blog-Aktion „herbstzeitlos“ mit einem Einzelfoto und drei Panoramafotos, aufgenommen vom Balkon des Hotelchens, in dem ich seit nun acht Tagen aufwache.

die venezianische Burgruine von Koroni

kleines Panorama

großes Panorama

Panorama ist, wie so viele Wörter des Deutschen, aus dem Griechischen entliehen. Pan = Alles, rundum, orama = Vision. Natürlich ist es eine Illusion zu meinen, man könne mit einem Rundblick eine Vision des Ganzen haben. Dennoch probierte ich es aus und ließ die Kamera den ganzen Kreis von 360 Grad abtasten. Und was war das Ergebnis? Die Kamera erkannte offenbar das Ausgangsbild wieder und löschte alles Dazwischenliegende aus. Der Kreis wurde quasi zusammengeklappt zu einem Radius.

Ob es mir so gehen wird, wenn ich am Sonntag die Ausstellung abräume und in die Mani zurückfahre? Die Momente des Auf- und Abbauens werden sich ja äußerlich recht ähnlich sein. Doch dazwischen liegen zehn Tage mit eine Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen, Begegnungen und Abenteuer.  Die werden doch nicht einfach verschwinden? Sicher nicht. Ich denke, es wird sein wie bei einem Fächer, der sich schließt: da sieht man dann auch nur das Holz und nicht die Bilder dazwischen. Aber man kann ihn jederzeit öffnen und das ganze Panorama liegt wieder vor dem Blick.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Architektur, Autobiografisches, die schöne Welt des Scheins, events, Fotografie, Kunst, Leben, Philosophie, Psyche | Verschlagwortet mit , , , , , , , , | 5 Kommentare