Tagebuch der Lustbarkeiten: Unterwegs sein (Mani-Athen-Mani)

Nach Athen bin ich an einem Tag hin- und am folgenden zurückgefahren, um meine Besucherinnen zum Athener Flugplatz zu bringen. Das Unterwegssein mit seinen vielfältigen Eindrücken und seinem Tempo tost mir noch im Blut. Bilder steigen auf grad so, wie ich sie bei dieser rasanten Tour eingeschluckt habe. Vom Sternbild her ein Rindvieh, habe ich nun das Bedürfnis, ein wenig wiederzukäuen und zu verdauen.

Von dort, wo wir auf der Hinreise – noch zu Dritt – Halt machten, habe ich schon berichtet: von den Ausgrabungen und dem Museum von Alt-Korinth (hier) und dem Brückchen über den Kanal (hier).

 

 

 

 

 

 

 

Nach dem Isthmus in Richtung Athen beginnt ein Stück industrielle Wüste, die mich daran erinnert, welche Umweltkosten durch mein Unterwegssein entstehen: die riesige und immer noch wachsende Anlage „Motor Oil“ zum Anlanden von Öl und Gas, Raffinerie und hochragende Schlote, Abgase und Gestank.

Wenig später das Geburtsdorf meiner Schwiegermutter – wir halten vor dem Haus, das wir  viele Ferien lang bewohnten, ausbauten und später verkauften, um das Haus in der Mani zu bauen. Der Garten ist jetzt kleiner, die hohe Wand links im Bild gab es zu unserer Zeit nicht. Auch hatten wir dort, wo jetzt eine Garage ist, einen Fahrrad- und Geräteschuppen. Ich war lange nicht hier und freue mich, dass sich ein Schwätzchen mit den Neubewohnern (eine nette vierköpfige Familie) und einer altbekannten Nachbarin ergibt.

Von hier sind es noch etwa 70 km nach Athen, Autobahn, schwerer Feierabendverkehr.

Am nächsten Morgen bringe ich meine lieben Besucherinnen zum Flughafen und fahre, nun allein, dieselbe Strecke zurück, warte wieder am versenkten Brückchen, trinke einen Kaffee. Auch hier sind die Menschen unterwegs: mit Booten, mit Autos, eine fröhliche fernöstliche Reisegruppe ist mit Bussen unterwegs. Die Menschen machen hier, geradeso wie ich, einen flüchtigen Halt, knipsen, nehmen Erfrischungen zu sich.

Am Heck eines kleinen Segelboots entdecke ich eine deutsche Fahne. Die sind schon länger unterwegs….

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Und weiter geht es über die ausgezeichnete Autobahn in Richtung Kalamata. Bei der Abzweigung Richtung Olympia verlasse ich kurzentschlossen die Autobahn. Ich möchte die Berge, die Wälder Arkadiens sehen, möchte reine Luft und Stille tanken. Bei Vitina – einem Lungenheilort – verlasse ich die Hauptstraße und folge einer etwas löchrigen Asphaltstraße in die Berge. Im Winter ist hier viel los: Skigebiet.

Jetzt aber bin ich allein mit den riesigen feierlichen Tannen, die ihre hellgrünen Triebe wie Lichter aufgesetzt haben. Meine Augen trinken das Grün, und wenn ich anhalte, verliert sich das Dröhnen in den Ohren und ich höre eine fast absolute Stille, durchzogen nur vom Gesang der Vögel. Zwei Schildkröten klaube ich vom Alphalt und trage sie ins Grüne, denn hier gibt es zwar keinen Verkehr – aber sicher ist sicher.

Die wenigen schönen Dörfer liegen in absoluter Ruhe da. Kein Mensch ist zu sehen. Auch ich steige nicht aus, fotografiere vom Auto aus, denn ich habe noch eine weite Strecke vor mir.

Später öffnet sich der Blick, der Wald wird lichter, ich überquere einen wasserführenden Bach, werfe einen Blick auf ein großes Kloster am Berghang, durchfahre das Dorf, in dem der Revolutionsheld Kolokotronis zuhause war (ein paar alte Männer sitzen auf dem Hauptplatz) und entschließe mich, nun den kürzesten Weg Richtung Heimat zu nehmen: eine abschüssige unbefahrene Strecke durch dichtes Waldgebiet, dann die weite von Bergen umstandene Ebene von Megalopolis, weiter auf einer Schnellstraße …

und schließlich erneut Autobahn … Bald schon steht das Auto auf seinem Stellplatz. Die Katzen haben sich, wie ich aus dem Autofenster blickend feststelle, gerade um ihr Futter versammelt. Ich bin angekommen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Mirja Neffs Insekten-Blüten-Fotos.

Eben waren sie noch da, meine lieben Besucherinnen, nun sind sie zurück in Deutschland. Viele schöne Erinnerungen bleiben mir. Und Bilder. Von Mirjas Insektenfotos, die sie bei den Wasserfällen von Polylimnio machte, habe ich nur einen Bruchteil gezeigt.

Am liebsten mag ich die Fotos, die die Tiere in ihrem natürlichen Umfeld zeigen und ihnen nicht allzu nah auf den Leib rücken.

Wenn der Zusammenklang von Blüte und Insekt auf dem Foto fühlbar wird, ist es für mich perfekt.

Hier wird die Winzigkeit der emsigen Blütenbesucherin recht fühlbar.

Da möchte man dann doch ein wenig näher herangehen, auch auf die Gefahr hin, dass das Tierchen nun mehr Gewicht auf die Waage zu bringen scheint, als ihm zukommt.

Die Entscheidung, wieviel vom Umfeld mit einbezogen wird, ist nicht immer leicht zu treffen, denn selten lassen sich beide Bedürfnisse – Detailgenauigkeit und Lebensatmosphäre – im gleichen Maße erfüllen. 

Und so frage ich mal in die Runde: Welche Insektenfotografie sagt dir mehr zu: diese, die unserer natürlichen Wahrnehmung in etwa entspricht,

oder jene, die durch starke Vergrößerung erstaunliche Details zutage fördert?

Oder beide, je nachdem?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Alt-Korinth (mit täglichem Zeichnen)

Das Museum bei den antiken Ausgrabungen von Korinth, das wir (meine deutschen Besucherinnen und ich) auf der Rückfahrt nach Athen besuchten, folgt dem alten musealen Konzept. Die diversen Artefakte, in Schaukästen, durchnumeriert und mit Fundort und vermuteter Entstehungszeit beschildert, führen ein eher fragwürdiges Dasein. Die Besucher traben zwar gehorsam durch die Gänge, lesen und beschauen dies und das, aber eine irgendwie geartete höhere oder tiefere Erkenntnis über die Entwicklung von Lebensformen und Kunst im Laufe der Jahrhunderte oder sogar Jahrtausende zu gewinnen, wird ihnen nicht gerade leicht gemacht.

Dennoch lohnt es sich, die Räume mit aufmerksamem Blick zu durchstreifen, denn in dem Sammelsurium befindet sich eine Vielzahl durchaus bemerkenswerter Kunstwerke.  Sicher, du findest die meisten Motive in Athener oder auch deutschen Museen in größerer Zahl und unter besseren Ausstellungsbedingungen, aber ist nicht auch diese Kleinplastik einer mit dem Sessel verschmolzenen Frauengestalt einen zweiten Blick wert? Dem/der im 7. vorchristlichen Jahrhundert lebenden KünstlerIn oder seinen/ihren KundInnen hat das Motiv anscheinend gefallen, denn es wurden gleich zwei derselben Sorte gefunden, die sich nun in einer Vitrine gegenüber sitzen.

Dieser gestreifte Widder, der vielleicht einem Kind als Spielzeug diente, stammt aus derselben Epoche.

Ein Saal ist dem Heilgott Asklepios, Sohn des Apoll gewidmet. In Marmor nachgebildete Gliedmaßen, Penisse und Brüste legen bis heute Zeugnis ab von der Dankbarkeit der geheilten Patienten. Den Heilgott aus römischer Zeit (Äskulap) siehst man hier,  zusammen mit Marmor-Devotionalien und im Schaukasten  gespiegelten neuzeitlichen Besucherinnen.

Länger blieb ich vor dieser Skulptur einer Aphrodite stehen, deren Gesicht und Gestalt vielleicht gerade durch die Zerstörung einen besonderen Charme ausstrahlt. Mein Versuch, sie in einer Zeichnung festzuhalten, scheiterte kläglich.

An Sphingen gehe ich nie vorbei, ohne mir über ihr enigmatisches Lächeln den Kopf zu zerbrechen. Eine Mona Lisa des Altertums, ca 7. Jh v.Chr.

Es ist ein zeitübergreifendes Lächeln, einst göttlich, nun menschlich geworden. Mir kommt das Lied der Seeräuber-Jenny aus Brechts 3-Groschen-Oper in den Sinn:

Aber eines Abends wird ein Geschrei sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Geschrei?
Und man wird mich lächeln sehn bei meinen Gläsern
Und man sagt: Was lächelt die dabei? ….

Aber eines Abends wird ein Getös sein am Hafen
Und man fragt: Was ist das für ein Getös?
Und man wird mich stehen sehen hinterm Fenster
Und man sagt: Was lächelt die so bös?

Zu den Berühmtheiten und Must-sees der Museumssammlung gehört ein großes Dionysos-Bodenmosaik, das einst eine römische Villa und jetzt eine Wand des Museums schmückt/e.

Das eigentliche High-Light der Sammlung sind freilich die beiden erst 2010 in einem benachbarten Dorf aufgefundenen Kouroi. Man nahm sie Raubgräbern ab, die sie verscherbeln wollten. Sie stammen wohl aus dem 7. oder 6. vorchristlichen Jahrhundert. Der ägyptische Einfluss ist unverkennbar, doch unverkennbar ist auch der Unterschied zu den Vorbildern: Zum ersten Mal steht der Mensch aufrecht und frei im Raum, ohne die Fußfessel und Rückenstütze, ohne die der ägyptische Mensch nicht auskam. Frei und selbstbewusst schreitet der Adept zum Tempel der Götter. Leider durfte man sie nicht fotografieren, doch machte ich ein schnelles Übersichtsfoto und bemühte mich, die imposante Rückenlinie mit der muskulösen Schulterpartie, der schlanken Taille und dem schwellenden Hintern zeichnerisch festzuhalten.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Zweimal über den Isthmus von Korinth

Gestern auf der Hinfahrt nach Athen, heute auf der Rückfahrt überquerte ich den Kanal von Korinth über eine kleine versenkbare Brücke bei Isthmos. Gestern wollte ich sie meiner kleinen Besucherin zeigen, heute saß ich allein im Terrassencafe und wartete darauf, dass die versenkte Brücke wieder auftauchte. Einige Segelboote, eine große Motoryacht und ein touristischer Katamaran kreuzten durch das türkisblaue Wasser.

An dieser Stelle sind die Ufer des Festlands und der Peloponnes flach, der Kanaldurchstich mit seinen steilen Wänden beginnt ein wenig weiter westlich (Foto vom Oktober 2016). Im Hintergrund sieht man eine der drei großen Brücken, die über den Kanal führen.

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Das Brückchen ist in einem schlechten Zustand, von den beiden Fahrspuren ist nur noch eine vorhanden, und die Fußgänger müssen sich mit den Autos die schmale Spur teilen. Die Wartezeiten sind beträchtlich. Heute blieb die Brücke 40 Minuten versenkt, bis sie mit Gerumpel und Gequietsche vom Grund auftauchte. Einige silbrige Fische wanden sich verzweifelt, um durch die Ritzen zwischen den Bohlen zu schlüpfen und den Rückweg ins Wasser zu schaffen, bevor die Autos sie zerquetschten.

Im Jahr 2016 sah die Brücke noch so aus:

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Schade, denn dieser Ort ist ein touristisches Highlight, eines der vielen, mit denen dieses Land wenig anzufangen weiß. Dabei fehlt es nicht an Personal. Die staatliche Kanalgesellschaft verfügt über eine stattliche Anzahl von Beamten, die in einem fahnengeschmückten Gebäude am Ausgang des Kanals ihrer Arbeit nachgehen.

Nun, wie auch immer: die natürlichen Schönheiten halten bei aller Verwahrlosung durch den Menschen stand.

Mit dem Kanal verbinden mich zahlreiche persönliche Erinnerungen. Die erste Begegnung fand im Frühjahr 1967 statt, als ich im Rahmen einer Reise des AStA der FU Berlin von Italien nach Israel schipperte. Wir standen an Deck, blickten die hochragenden Wände des Kanals hinauf und winkten, kleine Gestalten oben winkten zurück und warfen … Weintrauben aufs Deck.  Immer wenn ich daran denke, kommt es mir vor, als handele es sich um ein Märchen. War es wirklich so, oder täuscht mich die Erinnerung?

Ein paar Informationen zum Kanal (nach Wikipedia u.a.)

Der 6,3 km lange Kanal, der den Golf von Korinth mit dem Saronischen Golf verbindet und den 600 km langen Seeweg von Patras nach Piräus um bis zu 325 km verkürzt, wurde in den Jahren 1881-1893 gebaut. Das war eine von zwei ungarischen Ingenieuren beaufsichtigte Meisterleistung, denn das Felsgestein des Isthmus musste in einer Tiefe von 84 m weggesprengt werden, um eine schiffbare Wassertiefe von 8 m zu erreichen.

Der Kanal hat, wie Griechenland überhaupt, sehr unter der deutschen Besatzung gelitten. 1944 sprengte die deutsche Wehrmacht, bevor die abzog, Teile der Steilwand und sämtliche Brücken, versenkte massenhaft Eisenbahnwaggons und Loks im Kanalbett und platzierte Minen, um den Wiederaufbau zu erschweren. Ein Ingenieur-Corps der US-Armee brauchte drei Jahre (1946-November 1948), um hunderttausende Tonnen Schutt und Geröll zu entfernen und ihn wieder zu eröffnen.

Auch jetzt sind wieder umfangreiche Sanierungsarbeiten nötig, die zu halbjährigen Sperrungen des Kanals führen. Das ist heute insofern von geringer wirtschaftlicher Bedeutung, als eh nur noch kleinere Schiffe (erlaubte Breite 17 m) passieren dürfen. Auch ist die Umfahrung der Peloponnes bei heutigen Schiffen nicht mehr so gefahrvoll wie in früheren Zeiten.

Die Idee, einen Kanal durch die Landverbindung zwischen dem Festland und der Pelops-Insel (Peloponnes) zu bauen, ist natürlich nicht erst im 19. Jahrhundert, sondern zweieinhalbtausend Jahre vorher, unter dem Tyrannen von Korinth Periander (7. vorchr. Jahrhundert) entstanden. Realisiert wurde dann im 6. und 5. Jahrhundert v. Chr. der Diolkos, ein 8 km langer Weg mit Spurrillen, um Schiffe vom Korinther zum Saronischen Golf hinüberzuschleppen und so die gefährliche Umschiffung der Peloponnes zu vermeiden. – Später ließen römische Kaiser von Caesar bis Nero  die Möglichkeit eines Kanaldurchstiches untersuchen, Nero begann sogar mit konkreten Arbeiten, indem er etwa 6000 jüdische Sklaven zum Isthmus beorderte, die, von zwei Seiten sich vorarbeitend, in der Mitte den Durchbruch zustandebringen sollten.

Auch die Venezianer, die die Peloponnes (Morea genannt) besetzt hatten, trugen sich mit dem Gedanken des Kanalbaus. Nun, daraus wurde schließlich auch nichts. Erst durch die Erfindung des Dynamits (Alfred Nobel) gelang das Werk, das zu großen Teilen vom griechischen Bankier und Stifter Andreas Syngros finanziert wurde. (Diesem Andreas Syngros verdanken wir übrigens auch den Stadtwald „Syngrou“, in dem ich so gern spazieren gehe, wenn ich in Maroussi bin).

Amüsant zu lesen ist ein zeitgenössischer Bericht über den Kanalbau, zu finden hier. Da findet man auch Einzelheiten über die damalige Bedeutung des Kanals, die geologischen Probleme, die ausländischen Arbeiter und die Finanzierung.

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: A’s Katzen-Gemälde und -Fotos

Meine liebe kleine Besucherin ist nicht nur sehr unternehmend, sondern auch malfreudig. Und so kann ich euch ein Werk zeigen (Akryll auf Leinwand), auf dem sie die vielgeliebten und oft fotografierten kleinen Kätzchen nun auch malerisch verewigte. Ich bewunderte ihre Ausdauer: stundenlang malte sie, Leinwand und Farben auf der Umfassung des Olivenbaums ausgebreitet, und hörte auch nicht auf, als es dunkel wurde und sie Kunstlicht brauchte. Erst als auch der Rand bemalt war, hörte sie zufrieden auf.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen.

Es ist ihre erste Leinwand überhaupt, und weil sie so toll malte, schenkte ich ihr gleich noch eine zweite. Die Fotos sind auch von ihr, mit Mamas großer Kamera aufgenommen, was sie auch gerade erst lernte.

Hier sieht man die blauen Augen der Kleinen, von denen A besonders beeindruckt ist, wie man auf ihrem Gemälde sieht.

 

 

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Widderkopf in Kohle (Tägliches Zeichnen)

Heute nacht versuchte ich mich nach langer Zeit mal wieder am Widderkopf. Dazu nahm ich einen großen Zeichenbogen und Kohle. Das Ergebnis war ganz eindrucksvoll, aber ich nahm mir vor, es am nächsten Tag auszuwischen und weiter zu zeichnen, um eine größere Präzision zu erreichen.

Heute am Nachmittag machte ich dann weiter – mit veränderten Lichtverhältnissen, denn draußen war es noch taghell. Drei Phasen habe ich fotografiert. Die Zeichnung ist jetzt natürlich verstümmelt, und korrekt ist sie trotzdem noch nicht, aber das macht nichts. Ich mache ein andermal weiter. Denn der Widderkopf ist ein gutes Studienobjekt.

Da es mir diesmal um genaue Wiedergabe ging, habe ich die Zeichnungen durch Überblendung mit einem Foto nachträglich kontrolliert.

Der Widderkopf hat mich schon so manches Mal herausgefordert, zum Beispiel als Bleistiftstudie …

oder als Teil einer größeren Komposition in Kohle.

 

 

 

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Gemeinsames Zeichnen und Bilderlegen

Während sich Tante (ich) und Nichte (M) mit dem Zeichnen des Olivenbaums vorm Atelier abplagten, legte A aus Schnipseln Bilder. A ist übrigens „fast neun“, wie sie mich leicht indigniert korrigierte, und nicht, wie ich verstanden hatte, „fast acht“. 

A’s Legebilder zeigen eine nächtliche Szene mit Vögeln, Sternen und Sichelmond (schwarzer Grund), gefolgt von einer morgendlichen Szene mit Sonnenaufgang (grauer Grund) und einer mittäglichen mit windbewegten Bäumen und allerlei Insekten (weißer Grund).

Die Olivenbaum-Zeichnerinnen gingen sehr verschieden vor: M folgte den Einzelheiten mit naturbeobachtender Akribie und Zartheit, ich betonte die starken Gegensätze von Hell-Dunkel, diesmal mit weichem Bleistift.

Da mir dann auch der Sinn nach Präzision stand, nahm ich den gewohnten Kugelschreiber und ein merkwürdiges Stück Holz. um auch dieses zu zeichnen.

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Tägliches Zeichnen: Boote im Hafen von Kitries.

Für zwei kleine Zeichnungen im Skizzenbuch reichte es gestern im Fischereihafen von Kitries. Wie immer faszinierten mich die Boote und ihre Spiegelungen.

Durch Überblenden mit einem Foto verstärkt sich der Eindruck von Schaukeln und Spiegelung, und zwar besonders, wenn Foto und Zeichnung stark voneinander abweichen

Hier habe ich den fotografierten „Poseidon“ an die Zeichnung angepasst und ein bisschen mit Filtern bearbeitet.

Das Ganze nochmal in Schwarz-Weiß. Sieht aus wie eine gekonnte Pinsel-Feder-Zeichnung, finde ich.

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Schneewittchen und die Zwergen-Animation

Seit ich meine kleine Besucherin durch eine Schneewittchen-Apfel-Inszenierung am Mittagstisch auf den Geschmack gebracht habe, zeichnet sie eine „moderne“ Ausgabe des Märchens.

Gestern am Hafen von Kitries, als sich ihre Mama mit der Beobachtung von Fischen, Seeigeln und Krebsen befasste, während ich, die Großtante, den Fischerbooten und ihren Spiegelungen im Hafenbecken zeichnerisch nachging, gab sie, bäuchlings auf der Mole liegend, den modischen Charakteristika der sieben Zwerge den letzten Schliff.

Plötzlich bemerkte ich, wie sie sich bewegten und auf dem Zeichenblatt Aufstellung bezogen.

Die Künstlerin hatte es wohl auch bemerkt, denn sie rief: „Mama, guck mal“. Aber die Mama musste grad Fische undsoweiter portraitieren.

Die Zwerge turnten hinter ihr auf der Mole rum, aber sie schenkte ihnen keine Beachtung.

Was mich betrifft, so faszinierte mich das Spektakel so sehr, dass ich vergaß, auf die Boote aufzupassen. Die Zwerge ergriffen, schwupps, die Gelegenheit, Besitz von ihnen zu ergreifen.

Das kann ja heiter werden….

Du fragst vielleicht, wo Schneewittchen und die schöne böse Stiefmutter sind? Die stehen auf einem anderen Blatt.

Hier die bekannte Szene „Spieglein Spieglein an der Wand“

und hier Schneewittchen (weiß wie Schnee, rot wie Blut und schwarz wie Ebenholz) im Kapuzenpulli, neben ihr der Prinz, erkennbar an der Krone auf der modischen Mütze.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Mirja fotografiert Insekten

Ein paar der Fotos, die meine Nichte Mirja Neff gestern bei den Wasserfällen von Polylimnio von Insekten machte.

Auch Bienen wissen die Siesta zu schätzen

Hinauf, hinauf und dann den großen Abflug wagen!

Die Hosenbiene hat ihren Namen von ihren … Hosen.

Das Wandern ist des Käfers Lust.

oder auch das Klettern

Akrobatische Leistungen

Schmetterlinge – fliegende Blüten

Eine prächtige Grille

ein wanderndes Räupchen

Libellen-Habitat

und strömendes Wasser

 

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