Ein kleiner Delphin schmückt das Komboloi, das mir mein Sohn 1999 für mein erstes Auto schenkte, um mich auf meinen Fahrten zu beschützen. Die Zeichnung machte ich 2019 für die Reihe „Kleine Dinge ans Licht heben“. Sie soll den heutigen Beitrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) bestücken.

Das Komboloi lässt man Perle um Perle durch die Finger gleiten wie einen Rosenkranz. nach jeder Perle kreist die Kette um die oberen Finger des Spielers, während seine unteren Finger die nächste Perle ergreifen. Es ist ein typisches Männerspiel, Frauen habe ich es noch nie spielen sehen.
Der Name wird von κομβος/komvos, gr für Knoten abgeleitet. Denn zwischen den Perlen liegt jeweils ein Knoten, der als Glückssymbol gilt. Seinen Ursprung hat es in Asien, bekannt als „mala“. Die Araber übernahmen es und machten es zur Gebetskette, mit deren Hilfe sie die 99 Namen Gottes anrufen. Der hl. Domenicus, eigentlich Domingo de Guzmán aus Burgos/Spanien lernte es auf diesem Weg kennen und führte es zu Beginn des 12. Jahrhunderts ins Christentum ein, wo es zum Rosenkranz wurde.*
Nicht zu verwechseln ist das Komboloi (klickerndes Spielzeug) mit der Komboskini, der (lautlosen) Gebetsschnur mit Knoten, aber ohne Perlen. Orthodoxe Mönche und andere Gläubige benutzen sie für das „unendliche Gebet“, das eine Meditation über den Namen Jesus Christus ist.
Für die wundergläubigen Katholiken hat der Rosenkranz freilich himmlischen Ursprung und blutige Folgen: „Der Rosenkranz entstand im Jahr 1208, als der heilige Dominikus sich schwertat, gegen die Irrtümer der Albigenser zu predigen. Die Albigenser waren eine häretische Sekte, die viele Wahrheiten des Christentums verleugnete, insbesondere jene, die sich mit den heiligen Geheimnissen des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi befassen. In seinem Eifer tat der heilige Dominikus sein Bestes, um ihre Fehler zu bekämpfen und sie durch die Verkündigung der Wahrheiten des Christentums wieder in die Gemeinschaft zurückzubringen. Nach viel Arbeit und wenig Frucht zog sich der heilige Dominikus jedoch in einen Wald in Südfrankreich zurück und betete um göttliche Intervention. Es brauchte mehr. Dann geschah es! Der Tradition zufolge erschien ihm die Mutter Gottes und schenkte ihm den Rosenkranz. Der heilige Dominikus, der als Begründer des heiligen Rosenkranzes auserwählt worden war, hörte die folgenden Worte, die die seligste Jungfrau Maria zu ihm sprach…“ (https://rosenkranzgebet.info/ueber-den-rosenkranz/ursprung/)
Vergl. auch „Albigenserkreuzzug„, eines der schwärzesten Kapitel des Papsstums und seiner Inquisition, deren fanatischer Verfechter Domenicus und die Dominikaner waren, was zur erbarmungslosen Ausrottung der „Ketzer“ führte.