Gingernillis 11: indonesischer Denker

Im Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zeige ich heute eine kleine hockende Messingfigur aus Indonesien (ich war nie dort, habe sie wohl mal in einem Geschäft gekauft).

Wie klein sie ist, kannst du durch Vergleich mit dem Meerschneckenhaus und dem Pinienzapfen ermessen.

Natürlich habe ich sie auch gezeichnet, mit weichem Bleistift auf einer großen Zeichenpappe.

 

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Archivbild der Woche: „Denn man sieht nur die im Licht sind….“ (Bert Brecht)

Es macht Spaß und ist anregend, jeden Sonntag ins Archiv hinabsteigen und zu schauen, was einen in früheren Jahren bewegt hat. Danke für die Anregung, Heide! (hier)

An einem Tag wie diesem, am 11. Mai 2020, fotografierte ich einen Papa und sein Töchterlein beim Ballspielen in der leeren Dexameni (Wasserreservoir) in Maroussi (a). Das Foto wurde zum Anlass, ein paar allgemeine Gedanken zum Geschehen auf der Vorder- und der Hinterbühne zu formulieren (hier). Ich illustrierte die Gedanken, indem ich (b) den dunklen Hintergrund aufhellte und (c) den Vordergrund abdunkelte.

(a) Der gewöhnliche Blick auf ein Geschehen: man beachtet die Vorderbühne, die Hinterbühne liegt im Dunkeln.

b) Die Hinterbühne wird erhellt. Ein ganz anderes Geschehen wird sichtbar.

c) und die Vorderbühne liegt nun im Dunkeln. Das geschehen auf der Hinterbühne rückt ins Zentrum der Aufmerksamkeit.

Man kann das natürlich als Allergorie auf das politische Geschehen lesen…

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Gingernillis 10: Meerschneckenhäuser

Zu den Gingernillis aka geliebter Krimskrams, den ich hier einen Monat lang im Rahmen des Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zeigen will,  möchte ich auch die kleinen Kunstwerke der Natur zählen, die sich in Schalen, Dosen, auf dem Kaminsims oder dem Couchtisch herumtreiben und die ich immer gern mal wieder in die Hand nehme und bestaune. Dies ist nun ein Meerschneckenhaus.

Woher ich es habe? mir scheint, ich habe es vor vielen Jahren auf der griechischen Insel Karpathos gekauft. Die Insel ist berühmt für ihre Schwammtaucher, aber ob sie auch dieses Meerschneckenhaus vor ihrer Küste gefunden haben, weiß ich nicht.

Woher ich es habe? mir scheint, ich habe es vor vielen Jahren auf der griechischen Insel Karpathos gekauft. Die Insel ist berühmt für ihre Schwammtaucher, aber ob sie auch dieses Meerschneckenhaus vor ihrer Küste gefunden haben, weiß ich nicht.

Es kann aber auch sein, dass ich dieses Meerschneckenhaus, das noch besser in der Hand liegt, dort kaufte.

 

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Impulswerkstatt, im Schatten der Felsen (4)

Ein weiterer Beitrag zu Myriades Myriades Impulswerkstatt und ihrer Felsenparade.

„Meine“ Bucht wird durch eine Reihe von Felsen begrenzt. Auf einem steht ein Haus, das seit langem unbewohnbar geworden ist.

Das Meer davor ist die schönste Ecke der Bucht. An heißen Tagen ist es ein besonderes Vergnügen, im Schatten dieser Felsen zu schwimmen. Man kann allerlei Fischlein beobachten … aber das ist eine andere Geschichte.

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Gingernillis 9 : blauhaarige Puppe

Gehören Puppen zu der Spezies Gingernilli? Ich denke schon, dann nämlich, wenn sie einst im Haushalt landeten und dort nun ein stilles Eigenleben führen.

Die Puppe, die ich am 9. Tag der Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) zeigen möchte, hat sich eines Nachts bei mir eingefunden – oder genauer: ich habe sie in einer schmutzigen nächtlichen Straße zwischen zwei Autos am Boden liegen sehen und, da ich sie nicht einem düsteren Schicksal überlassen wollte, mit nach Hause genommen. Seither hat sie mir so manches Mal Modell gesessen. Hier habe ich sie mitsamt ihrer Konterfeis anlässlich einer Aktion für behinderte Jugendliche ausgestellt.

In Aufstellungen, aber auch in Zeichnungen ersetzt sie gelegentlich die Rolle eines Babys.

 

 

Inzwischen ist sie arbeitslos geworden und träumt mit einem verletzten Arm, aus dem die Füllung quillst, still vor sich hin.

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Impulswerkstatt, Felsen 3: Symplegaden

Mein dritter Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt und zur Felsenparade.

Die Symplegaden – die Zusammenstoßenden – waren frei schwimmende Felsen, die im Mythos der Argonauten eine Rolle spielten. Es war schwierig, durch diese Felsen hindurch zu segeln, zumal in den homerischen Zeiten und erst recht davor das Segeln auf Treibsegel beschränkt war: das Kreuzen gegen den Wind kannte man noch nicht. Und nun stell dir vor, du sollst durch zwei Felsen hindurchsteuern, die sich bewegen! Genau das aber musste man bewerkstelligen, wenn man den Bosporos, also die „Kuhfurt“ vor dem heutigen Istanbul durchqueren wollte.

Die Argonauten wollten nach Kolchis – heute in Georgien gelegen -, um das „goldene Vlies zurückzuholen“, und dafür mussten sie den Bosporos und das Schwarze Meer durchqueren. Was also taten sie? Jason, der Bootsführer, ließ eine Taube fliegen, um die Zeit zu testen, während der die Symplegaden auseinandertrieben und bevor sie wieder zusammenstießen.  Die Taube schaffte es hindurch, die Argo folgte ihr rudernd. Seither sind diese berühmten Felsen unbeweglich geworden. Wir brauchen daher keine Tauben mehr, um sicher durch den Bosporos zu schippern.

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Impulswerkstatt: Felsen 2 und Oliven

Ein zweiter Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt und zur Felsenparade. Hier wachsen die Felsen nicht nur aus dem Meeresgrund, sondern auch aus dem Erdboden. Die Erde haben die Bauern dem Boden mühsam abgerungen und seit undenklichen Zeiten mit Olivenbäumen bepflanzt. So ist es auch heute. Gewässert und gedüngt werden diese Bäume nie, wohl aber beschnitten und abgeerntet. Sie produzieren das beste Öl.

Ich erinnere mich noch daran, wie ich das erste Mal diese Landschaft sah, und wie sie mich erschütterte. Denn ich fühlte wie nie zuvor die Mühsal der Menschen, und wie tapfer sie kämpften, um mit einfachsten Mitteln ihre Ernährung sicherzustellen. Und ich fühlte tiefe Liebe zu diesem Land und seinen Menschen in mir wach werden.

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Gingernillis 8: Pfeifenköpfchen

Für den Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) möchte ich heute Pfeifenköpfchen vorstellen, das, wie der Name sagt, eine Pfeife ist. Ich habe sie 2018 auf einem Schulbasar erstanden. Hier sieht man es strahlend mit Dora, dem Jahresgenius von 2022. Im Hintergrund erscheint das Foto einer Installation der mexikanischen Künstlerin Helen Escobedo, die sie vor Jahren in der Hamburger Moorweide einrichtete: „Flüchtlinge“, in Stroh gehüllte Kreuze, die langsam verfielen und eines Tags von mitfühlenden Zeitgenossen in einem festlichen Akt mit bunten Tüchern neu eingekleidet wurden. Helen sah es und erzählte es mir, glücklich.

Pfeifenköpfchen hat im Jahr 2018, als es bei uns einzog, eine Reihe Abenteuer erlebt, die ich illustriert habe. Zum Beispiel dies mit Eule und Zwergenkind:

Oder jenes in der Venezianischen Nacht, die es, von der Schlange unbeeindruckt, mit seinem breiten Lächeln erhellt.

Auch Reiseabenteuer hat der kleine Wicht bestanden, wie man hier besichtigen kann.

 

 

 

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Impulswerkstatt „Felsen 1“ unter Wasser mit Sonnenkringeln

Du hat, liebe Myriade, angekündigt, im Rahmen der Impulswerkstatt eine Felsenparade aufmarschieren zu lassen, und hast mich ermuntert, auch meine Felsen zu zeigen. Hier also meine Felsen No 1, weitgehend vom Meer überspült. Kaum ahnt man sie. Wenn man dort schwimmt, tut man gut daran, sie im Auge zu behalten.

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Gingernillis 7: Delphin-Komboloi

Ein kleiner Delphin schmückt das Komboloi, das mir mein Sohn 1999 für mein erstes Auto schenkte, um mich auf meinen Fahrten zu beschützen. Die Zeichnung machte ich 2019 für die Reihe „Kleine Dinge ans Licht heben“. Sie soll den heutigen Beitrag zum Krimskrams-Challange von Juzicka-Jess (Amorak) bestücken.

Das Komboloi lässt man Perle um Perle durch die Finger gleiten wie einen Rosenkranz. nach jeder Perle kreist die Kette um die oberen Finger des Spielers, während seine unteren Finger die nächste Perle ergreifen. Es ist ein typisches Männerspiel, Frauen habe ich es noch nie spielen sehen.

Der Name wird von κομβος/komvos, gr für Knoten abgeleitet. Denn zwischen den Perlen liegt jeweils ein Knoten, der als Glückssymbol gilt. Seinen Ursprung hat es in Asien, bekannt als „mala“. Die Araber übernahmen es und machten es zur Gebetskette, mit deren Hilfe sie die 99 Namen Gottes anrufen. Der hl. Domenicus, eigentlich Domingo de Guzmán aus Burgos/Spanien lernte es auf diesem Weg kennen und führte es zu Beginn des 12. Jahrhunderts ins Christentum ein, wo es zum Rosenkranz wurde.*

Nicht zu verwechseln ist das Komboloi (klickerndes Spielzeug) mit der Komboskini, der (lautlosen) Gebetsschnur mit Knoten, aber ohne Perlen. Orthodoxe Mönche und andere Gläubige benutzen sie für das „unendliche Gebet“, das eine Meditation über den Namen Jesus Christus ist.


Für die wundergläubigen Katholiken hat der Rosenkranz freilich himmlischen Ursprung und blutige Folgen: „Der Rosenkranz entstand im Jahr 1208, als der heilige Dominikus sich schwertat, gegen die Irrtümer der Albigenser zu predigen. Die Albigenser waren eine häretische Sekte, die viele Wahrheiten des Christentums verleugnete, insbesondere jene, die sich mit den heiligen Geheimnissen des Lebens, des Todes und der Auferstehung Jesu Christi befassen. In seinem Eifer tat der heilige Dominikus sein Bestes, um ihre Fehler zu bekämpfen und sie durch die Verkündigung der Wahrheiten des Christentums wieder in die Gemeinschaft zurückzubringen. Nach viel Arbeit und wenig Frucht zog sich der heilige Dominikus jedoch in einen Wald in Südfrankreich zurück und betete um göttliche Intervention. Es brauchte mehr. Dann geschah es! Der Tradition zufolge erschien ihm die Mutter Gottes und schenkte ihm den Rosenkranz. Der heilige Dominikus, der als Begründer des heiligen Rosenkranzes auserwählt worden war, hörte die folgenden Worte, die die seligste Jungfrau Maria zu ihm sprach…“ (https://rosenkranzgebet.info/ueber-den-rosenkranz/ursprung/)

Vergl. auch „Albigenserkreuzzug„, eines der schwärzesten Kapitel des Papsstums und seiner Inquisition, deren fanatischer Verfechter Domenicus und die Dominikaner waren, was zur erbarmungslosen Ausrottung der „Ketzer“ führte.

 

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