Zum Abschluss dieser Serie von Menschen, die in der Hitze des Tages Zuflucht im Schlaf suchen, eine Studie in Öl, die, wenngleich im Atelier gemalt, perfekt die Wirkung von Hitze auf den menschlichen Organismus wiedergibt.

Ich lernte damals die Ölmalerei bei dem inzwischen sehr bekannten griechischen Maler Giorgos Rorris, der für Lernwillige Workshops anbot und mit großem persönlichem Einsatz leitete. Bei der folgenden Aktstudie nahm er selbst ein wenig den Pinsel in die Hand. Und das sieht man auch. Wie schrieb ich, als ich ihn einmal hier vorstellte?
Noch besser ist es freilich, wenn man den Künstler aus eigenem Erleben kennt, Zu Giorgos Rorris zum Beispiel ging ich selbst eine Weile, denn er betrieb eine kleine Malschule für Leute wie mich, bis er ein anerkannter und sehr nachgefragter Maler wurde. Von ihm erinnere ich, außer dass er ein freundlicher, zugewandter Mensch ist, vor allem seine Aufforderung, eine Frucht so zu malen, dass der Betrachter ihren Duft wahrnimmt. Ein später Nachfahr von Apelles – ohne dessen Liebreiz freilich, aber von derselben Besessenheit, die Oberfläche der Dinge sinnlich nachvollziehbar abzubilden.
Bei diesem Akt kannst du sicher leicht erkennen, wo Rorris sein Hand ins Spiel gebracht hat und wo ich allein tätig war.
Ja, richtig! der plastische Hintern der jungen Frau dringt dir dreidimensional aus der Bildoberfläche entgegen, und der Schatten lässt keine Delle des Oberschenkels aus. Da hat der Pinsel von Giorgos Rorris mitgemischt. So male ich nicht, so will ich auch nicht malen, und also verließ ich die ansonsten sehr angenehme und hilfreiche Schule nach einigen weiteren Übungen, die Dinge und Menschen in ihrer vollen Plastizität darzustellen.
Es schadet niemals, seine Fähigkeiten und Kenntnisse zu erweitern, aber man muss schon auch aufpassen, dass man sich nicht auf fremde Wege begibt und darin festhängt. Mit diesem Problem haben viele junge, in der Akademie ausgebildete Künstler zu tun. Sie finden sich selbst nicht, solange sie ihre Lehrer bewundern und nachzuahmen versuchen.
Ich selbst habe vieles ausprobiert. Meine Lebenszeit reichte nicht aus, um all die Informationen zu verarbeiten und zu einem mir ganz eigenen Stil auszubilden. Es blieb dabei, hier und da anzutippen und zu lernen, immer weiter zu lernen.




































