Magischer Stein (tägliches Zeichnen)

Ich fand einen merkwürdig schönen Stein und nahm ihn mit nach Haus. Und plötzlich hatte ich richtig Lust zum Zeichnen, holte mir eine leere etwas angeschmutzte Leinwand und ein Stück Kohle und begann, den Stein in meiner Hand zu zeichnen. Einmal, zweimal.

Die zweite Zeichnung mit dem abgeknickten Daumen gefiel mir nicht. Also wischte ich sie aus und machte eine neue drüber. Da wurde meine Hand zu einer Pflanzenform, aus der der magische Stein hervorwächst.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Ausflug machen

Anstatt wie eine tote Taube zu Hause rumzuhängen, machte ich heute einen Ausflug im klimatisierten Auto. Anlass war eine Sitzung bei einem Physiotherapeuten, der mir die malade Wirbelsäule in Schuss bringt. Eigentlich wohnt er in Athen, aber zu meinem Glück macht er grad in einem Mani-Dorf Urlaub und zwar praktischerweise bei einer befreundeten Therapeutin. Heute war die letzte von drei Behandlungen. Das Ergebnis ist sehr befriedigend

Anschließend gings zwei Dörfer weiter, wo die Mutter von O (eine meiner jungen Aufstellungs-Besucherinnen) ein Kafenion aufgemacht hat, das auch kleine warme Speisen anbietet. O arbeitet in der Küche (sie ist gelernte Delikatessenbäckerin) und ihre Schwester sowie eine Cousine machen die Bedienung. Ich war neugierig zu sehen, wie sich das junge Frauenfamilienunternehmen macht.

Das alte Gemäuer, mit neuem Dach und renoviert, mit freundlichem beschattetem Garten, befindet sich am Eingang eines winzigen Fischerdorfes (Ag. Dimitrios). Bevor wir uns setzen, machen wir einen Sprung ins Hafenbecken, das zum Meer hin offen und pieksauber ist. Ja, „wir“, denn mein Mann hat mich diesmal begleitet. Vom Bad erfrischt lassen wir uns im Schattenbereich des Hofs nieder und genießen ein Fantasie-Omelett, dazu ein Glas Weißwein und ein freundliches Gespräch mit Mutter und Tochter, die sich die Zeit nehmen, sich zu uns zu setzen.

Zurück geht es über eine landschaftlich grandiose Strecke mit weiten Ausblicken auf das Meer, blaue Buchten, bewaldete Hänge und gewaltige kahle Bergkulissen. Eine Stunde dauert die Fahrt. Ein Sonntag im Sommer 2023. Was gäbe es Besseres?

Zu Hause warten die Katzen. Kaum öffne ich die Haustür, sind sie da, besetzen den Eingang, warten geduldig, dass ich ihnen nochmal Fressen hinstreue oder, lieber noch, eine Dose öffne. Auch ihnen ist heiß, aber sie wissen sich zu helfen.

Mama Fritzi, Lin und Lan, Tante Frieda

Ja, es ist heiß. Jetzt gegen 9 Uhr sind es noch 33 Grad, aber der Ventilator fächelt Kühle, und so ist es gut auszuhalten.

 

 

 

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Zwei Tavernenszenen (tägliches Zeichnen)

Mein Tätigkeitstrieb ist angesichts der hohen Sommertemperaturen ziemlich zum Erliegen gekommen. Die beiden Skizzen aus der Taverne entstanden gestern.

Eine haarprächtige Frau mit dem Rücken zu mir (links). Am Tisch dahinter (mit bemütztem Kind) wird eine Bestellung aufgenommen.

Ein älterer Herr in Freizeitlook begrüßt zwei sitzende Damen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Meer, was sonst

Die größte aller Lustbarkeiten ist im Sommer zweifellos, früh morgens ins Meer zu springen. Du hast die Bucht noch ganz für dich allein. Die Sonne beleuchtet schon das Meer und malt Lichtkringel, während der Strand mit seinen runden Steinen noch im Schatten liegt.

Über dir ziehen leise dröhnend Löschhubschrauber Richtung Süden, aber was gehts dich an! Anderen brennt das Haus. Du bist in Sicherheit, drehst ruhig deine Runden und fühlst dich beschenkt.

Ist es nicht genau diese Haltung, die uns das Leben ermöglicht? Ich entsinne mich, wie wir 1999 die Adria auf dem Deck der Fähre nach Italien überquerten, während die NATO-Bomber über uns hinwegflogen, um ihre Bombenfracht über Belgrad, Nis und NoviSad, Pancevo, Pristina und Podgorica abzuwerfen. Ich weinte. Neunundziebzig Tage lang – solange gingen die Bombardierungen – weinte ich und protestierte und schrie mir (bildlich gesprochen) die Kehle aus dem Hals. Das passiert mir nie wieder. Mögen sich andere um die Brandstifter dieser Welt kümmern. Ich tauche unter im durchsichtig-glänzenden Meer und lobe den friedlichen Tag. Möge er friedlich bleiben, und sei es auch nur in dieser kleinen Weltecke.

 

 

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Ja, es brennt wieder

Ich bin es so müde. Kaum sind die Umstände geeignet, beginnen die Brände. Warum? Brennen die Wälder von allein?

Nein. Sie brennen, weil sie angesteckt werden. Manchmal von dickköpfigen Bauern oder Hirten, die nicht einsehen wollen, dass es gefährlich ist. wie in alten Zeiten altes Zeugs im Freien zu verbrennen.  Meistens aber bewusst von bezahlten oder auf eigene Rechnung handelnden Brandstiftern.

Die Brände brechen meist dort aus, wo Besiedlungsdruck herrscht. Da gibt es noch Gegenden, die man sich unter den Nagel reißen kann, wenn man es geschickt anstellt. Abbrennen und dann sieht man weiter. Natürlich steht das unter Strafe, natürlich ist das Bauen in verbrannten Wäldern stengstens untersagt. Na und? Man wird ja sehen. Erst mal ist der Wald weg. Dann kann man vielleicht Olivenbäumchen pflanzen und nach 10 oder 20 Jahren behaupten, dass dies hier immer schon landwirtschaftliche Fläche war.

Der Clinch zwischen Brandstiftern, die zugleich Bodenspekulanten sind, und dem Rest der Gesellschaft ist bisher immer zugunsten ersterer ausgegangen. Kaum einmal lässt sich eine Täterschaft nachweisen.

Es gibt natürlich auch die Theorie, dass Psychopathen, die gern mit dem Feuer spielen, die Verursacher sind. Oder die Ausländer, die Türken, die Anarchisten. Die Griechenland destabilisieren wollen. Die die Regierung vorführen wollen. Umgekehrt wird auch der Staat selbst bezichtigt, dass er die Wälder abbrennt, um dort Straßen zu bauen, Windparks anzulegen, Hotels zu genehmigen…. der Gerüchte sind viele. Und natürlich wird der Staat immer bezichtigt, nicht genug für den Brandschutz getan zu haben.

Neuerdings wird vermehrt der „Klimawandel“ zur Erklärung herangezogen. Es ist heiß, ja. So ist das hier immer gewesen; im Sommer ist es heiß, und das Land ist trocken. Das trockene Gras, der trockene Pinienwald brennt wie Zunder, wenn man es drauf anlegt, aber auch, wenn man nachlässig ist. Im Sommer gibt es zudem die Meltemia – das sind starke Winde, an sich ein wahres Glück, denn ohne diesen Wind kann man die Hitze schwer ertragen. Aber natürlich facht er die Flammen an, und wenn er bläst, ist das Löschen schwierig.

Das einzig Sichere ist, dass es im Sommer brennen wird, und dass dann immer gejammert wird, dass  Häuser oder sonstige Einmrichtungen verbrennen. Sicher, auch ich habe Angst, dass es mein Haus erwischt. Aber ist das ein Grund, nicht vor allem zu klagen und zu zittern und zu weinen über den Wald, der verbrennt? Der Wald, diese wunderbaren Bäume, die so viele Jahre brauchten, um zu wachsen, und in wenigen Minuten sind sie Rauch und Asche.

Ich versuche, dem Feuer, das ich sehr fürchte, so wenig Beachtung wir möglich zu schenken. Morgens informiere ich mich kurz, wo es brennt, abends wieder. Und zwischendurch betrachte ich den Himmel und suche ihn nach Rauchwolken ab, Keine? Ein weiterer Tag ist gerettet.

Der Kampf gegen die Brände: Ich betrachte ihn aus der sicheren Entfernung, in den TV-Nachrichten. Möge es so bleiben!

Die großartigen Hubschrauberpiloten, die ihre Löschbomben auf die Brandherde werfen. Sie kommen aus zwei Richtungen, so ist das Ergebnis am besten.

 

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Bierglas (tägliches Zeichnen)

Diese heißen Tage mag ich gern mit einem Glas Bier aus dem Kühlschrank abschließen. So auch gestern. Unter Missachtung der Insekten, die vom Licht angezogen unweigerlich meine Konzentration zermürben, zeichnete ich das leere Bierglas und einen leeren Teller, der durchs Glas aussah, als sei er in zwei Stücke gebrochen. Die Senkrechte links im Bild gehört zu einer famosen Neuanschaffung, einer Tischlampe, die man mit einem Finger-Touch an- und ausmachen kann. Betrieben wird sie von einer Batterie.




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Tagebuch der Lustbarkeiten: Das Treppchen zum Meer

Das Meer hat in den Wintermonaten tüchtig an der Steilwand genagt. die „meine“ Bucht begrenzt.  Dabei auch ein Stück der Zugangs abgebrochen – für junge Menschen mit Sprungsicherheit kein Problem, wohl aber für mich. Ein paar provisorisch aufgehäufte Steinstufen gaben nicht genug Halt, um sicher hinunter zu gelangen.

Heute in der Früh war plötzlich ein stabiles selbstgezimmertes Holztreppchen dort, wo ich, wenn ich keine helfende Hand zur Verfügung hatte, auf allen Vieren runterkrabbelte – frei nach der Devise: lieber krabbeln als stürzen.

Keine große Sache? Für mich schon. Dem unbekannten Erbauer sei gedankt! 

Erfreut und leichten Fußes stieg ich hinunter zur Bucht, die ich zu dieser frühen Stunde für mich allein hatte.

Der Wind machte dem Meer hüpfende Wellen.

 

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Siesta (Lin und Lan)

Katzen mögen Wärme, aber die Mittagshitze schläfert auch ihre Lebensgeister ein. Lin und Lan, Fritzis Kinder, lieben den Schatten und den kühlenden Marmor des Treppenabsatzes, um ihre Siesta abzuhalten.

Es geht auch so.

Entspannung pur.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nächtliche Besucherinnen

Ich höre ihr Schrillen und Singen bei Tag und bei Nacht. Angelockt vom Leselämpchen auf der Turmterrasse besuchte mich gestern eine Grille fürs Fotoshooting. 

und noch mal, bitte.

Nicht ganz so fotogen, aber nicht minder trittfest eine Wanze.

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Legebild des Tages: Rund ums Meer (aus dem Archiv)

Es ist heiß – nicht so heiß freilich, wie die Meteorologen in den Wetternachrichten behaupten, aber dennoch heiß genug (gestern bis zu 36 Grad), um sich am besten im schattigen Garten oder „rund ums Meer“ aufzuhalten.

Die Schnipsel, die Myriade mir vor drei Sommern zukommen ließ, verströmen schon von sich aus Sonnenschein, eine leichte Meeresbrise und angenehme Kühlung.

Zusammen mit anderen Schnipseln inspirieren sie einen Bootsmann, den es gelüstet, sich dem Wind und den Wellen anzuvertrauen, auch wenn sein Boot (Jürgen Küsters Schnittreste) womöglich nicht wetterfest ist.

Meer und Strand laden zu Ballspielen, nicht wahr? So jedenfalls sehen es diese aus Ulli Gaus Schnipseln entsprungenen Figuren.

 

Stürmischer geht es bei dieser Legearbeit zu, deren farblose Figürchen von Ulli Gau stammen.

Bei dem idyllischen Fischerboot mit pfeiferauchendem Fischer und seinem angelnden Hund standen Jürgen Küsters Schnittreste Pate.

Der Strand wird zur Bühne, das Meer zur Kulisse. Der Blumen-Narr wandert dahin. Ob der Schattenmann ihn wohl bemerkt?

Dieses blaue Kind (Schnipsel Ulli Gau) in seinem selbstgezimmerten Ausguck über dem Meer hat ihn sicher entdeckt.

Vielleicht hat das blaue Kind auch die zwei Frauen und Kinder auf dem fragilen Boot entdeckt, das in der nächtlichen See dahintreibt? Vögel besuchen es. Sie bringen Manna vom Himmel.

Leichtfertiger geht es auf diesem Legebild zu, das die Beziehungen der Menschen am Strand abbildet. In der heißen Luft tummeln sich Sommer-Fantasien, werden zu Träumen von Segeln, Liebe und Lust.

Für Klein-Doras Träume baute ich ein Schiffchen aus Schnipseln und Glasscherben, das über Sand-, Licht- und Meereswogen in den Abend segelt.

„Und das segelt so hin, und das kommt auch mal an….“ (BB), gebaut aus Glasscherben.

Wenn der Abend kommt, kommt auch der Mond und beleuchtet, was sich noch auf dem Wasser herumtreibt.

Nachtsegler

Und so gehen die Tage des Sommers dahin ….

 

 

 

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