Ich bin es so müde. Kaum sind die Umstände geeignet, beginnen die Brände. Warum? Brennen die Wälder von allein?
Nein. Sie brennen, weil sie angesteckt werden. Manchmal von dickköpfigen Bauern oder Hirten, die nicht einsehen wollen, dass es gefährlich ist. wie in alten Zeiten altes Zeugs im Freien zu verbrennen. Meistens aber bewusst von bezahlten oder auf eigene Rechnung handelnden Brandstiftern.
Die Brände brechen meist dort aus, wo Besiedlungsdruck herrscht. Da gibt es noch Gegenden, die man sich unter den Nagel reißen kann, wenn man es geschickt anstellt. Abbrennen und dann sieht man weiter. Natürlich steht das unter Strafe, natürlich ist das Bauen in verbrannten Wäldern stengstens untersagt. Na und? Man wird ja sehen. Erst mal ist der Wald weg. Dann kann man vielleicht Olivenbäumchen pflanzen und nach 10 oder 20 Jahren behaupten, dass dies hier immer schon landwirtschaftliche Fläche war.
Der Clinch zwischen Brandstiftern, die zugleich Bodenspekulanten sind, und dem Rest der Gesellschaft ist bisher immer zugunsten ersterer ausgegangen. Kaum einmal lässt sich eine Täterschaft nachweisen.
Es gibt natürlich auch die Theorie, dass Psychopathen, die gern mit dem Feuer spielen, die Verursacher sind. Oder die Ausländer, die Türken, die Anarchisten. Die Griechenland destabilisieren wollen. Die die Regierung vorführen wollen. Umgekehrt wird auch der Staat selbst bezichtigt, dass er die Wälder abbrennt, um dort Straßen zu bauen, Windparks anzulegen, Hotels zu genehmigen…. der Gerüchte sind viele. Und natürlich wird der Staat immer bezichtigt, nicht genug für den Brandschutz getan zu haben.
Neuerdings wird vermehrt der „Klimawandel“ zur Erklärung herangezogen. Es ist heiß, ja. So ist das hier immer gewesen; im Sommer ist es heiß, und das Land ist trocken. Das trockene Gras, der trockene Pinienwald brennt wie Zunder, wenn man es drauf anlegt, aber auch, wenn man nachlässig ist. Im Sommer gibt es zudem die Meltemia – das sind starke Winde, an sich ein wahres Glück, denn ohne diesen Wind kann man die Hitze schwer ertragen. Aber natürlich facht er die Flammen an, und wenn er bläst, ist das Löschen schwierig.
Das einzig Sichere ist, dass es im Sommer brennen wird, und dass dann immer gejammert wird, dass Häuser oder sonstige Einmrichtungen verbrennen. Sicher, auch ich habe Angst, dass es mein Haus erwischt. Aber ist das ein Grund, nicht vor allem zu klagen und zu zittern und zu weinen über den Wald, der verbrennt? Der Wald, diese wunderbaren Bäume, die so viele Jahre brauchten, um zu wachsen, und in wenigen Minuten sind sie Rauch und Asche.

Ich versuche, dem Feuer, das ich sehr fürchte, so wenig Beachtung wir möglich zu schenken. Morgens informiere ich mich kurz, wo es brennt, abends wieder. Und zwischendurch betrachte ich den Himmel und suche ihn nach Rauchwolken ab, Keine? Ein weiterer Tag ist gerettet.
Der Kampf gegen die Brände: Ich betrachte ihn aus der sicheren Entfernung, in den TV-Nachrichten. Möge es so bleiben!

Die großartigen Hubschrauberpiloten, die ihre Löschbomben auf die Brandherde werfen. Sie kommen aus zwei Richtungen, so ist das Ergebnis am besten.
