Welttheater, 5. Akt: Wilhelm und das Traumwesen, Domna

Was zuletzt geschah (Zwischenbilanz)

Nach Wiedereröffnung des Welttheaters am 10. Dezember haben sich zuerst die blinde Dichterin Domna und das Kind Clara eingefunden. Clara bat Dora um Hilfe. Die rief die Wichtel unter Führung von Wichtelboss Hobo herbei. Die Wichtel zimmerten ein schiffartiges Gerüst und strichen die Segel leuchtend gelb. Dann rief Hobo auf Claras Geheiß hin „die anderen“ der Truppe, die das laufende Jahr vertreten.

Als erste erschien Jenny-the-Kid. Es folgten Tschinn-der-Macher mit seinem Vieh Kairos, Hera und die Spirits. Dann traten auch die heimatlose Danai und die immer fragende Trud auf.

Wer wird als nächstes Hobos Ruf hören und auf der Bühne erscheinen?

Es ist der „Überlebenskünstler“ Wilhelm. Über ihm schwebt das Traumwesen. 

Hobo

Oho, das ist ja eine Menge

von Leuten, grässliches Gedränge

Ein Neuer ist an Bord erschienen

begleitet von ner Nackt-Blondinen.

Was der wohl will? Kennt ihr den auch?

Er stell sich vor, wie es der Brauch.

Wilhelm

Man nannte mich Wilhelm, und immer noch such ich die Holde

nach der ich mich sehne, die zauberhafte Isolde

Traumwesen**

Ich bin die Isolde, hedonisch und frei

schweb über dem Wilhelm, wo immer er sei.

Jenny

Den Wilhelm den kenn ich, der ist auch mein Freund

mit dem bin ich lange zusammen gestreunt

Ich pass auf ihn auf, und er hilft auch mir

Wir stehn für einander, wie mir so auch dir.

 

Die andre dadrüber, die mag ich nicht sehn,

die sollte verschwinden, woanders hin gehn.

Traumwesen

Ich bin stets da, wenn du mich rufst,

muss da sein, denn du selbst erschufst

mich träumend nachts als deine Illusion

und wie ich wurde, so entschwind ich schon.

 

Die Zeit ist rum, verflossen ist die Nacht

die mich im Mondeslicht zu dir gebracht.

 

(Traumwesen verblasst)

Wilhelm

O weh, sie geht, so haltet sie doch fest!

Mein Herz zerbricht mir, wenn sie mich verlässt!

Jenny

Lass sie doch fahren, Wilhelm, was soll dir das Weib?

Ich bin dir treu, dein Kumpel. Wenn du mir sagst: Bleib!

bin ich bei dir und du bist nicht allein

mit mir als Freund kannst du stets sicher sein.

Wilhelm

Ach liebe Jenny, das verstehst du nicht.

Wenn die Isolde geht, mein Herz zerbricht.

Domna

Du Mann, der einst nur an das Überleben dachte

und sich ein Lager für den Notfall machte

Du stürztest ab, und als du aufgewacht

hast du nur noch an eins gedacht:

 

wie man des Lebens Lust ergreife

und wie der Liebe süße Frucht wohl reife.

Doch statt der Liebe, der so laut erflehten

Wurdest du nur zum Träumer und Poeten.

 

Statt nach der Liebe nur zu lechzen

wie nach dem Trank, der deinen Durst dir stillt

und unter Liebesschmerzen schwer zu ächzen

schiene es besser mir, du wärest mal gewillt

 

dich andern Menschen liebevoll zu nahen

ihnen zu nutze sein und ihnen wohl zu wollen

sie wie sie sind zu lieben, zu bejahen

und ihnen wegen Fehlern nicht zu grollen.

Jenny

Er hört nicht zu, der Mann, er ist schon abgedriftet.

Das nackte Weib ist schuld, denn das hat ihn vergiftet!

Wilhelm (murmelnd)

„Weißt du, ich will mich schleichen
Leise aus lautem Kreis,
Wenn ich erst die bleichen
Sterne über den Eichen
Blühen weiß.

Wege will ich erkiesen,
Die selten wer betritt
In blassen Abendwiesen –
Und keinen Traum, als diesen:
Du gehst mit.“*

(Wilhelm verblasst)


*Quelle: Rilke, Die Gedichte. Nach der von Ernst Zinn besorgten Edition der sämtlichen Werke, Insel Verlag 1957. Advent, 1897

**Das „Traumwesen“ und Isolde (Hedonie) sind eigentlich zwei unterschiedliche Gestalten. Das Traumwesen bedient sich Isoldes Sprache. Für Wilhelm sind beide in Eins zusammengeflossen: Er hält das Traumwesen für seine geliebte Isolde.

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Akropolis im Dezemberlicht (mit täglichem Zeichnen)

Ich blieb heute noch in Athen, brachte einer erkrankten Freundin einen Kanister mit diesjährigem Olivenöl (es möge nützen!) und spazierte ein wenig auf der Fußgängerzeile der einstmals verkehrsreichen „Apostel-Paulus“-Avenue herum.  Stände mit billigem Schmuck und anderem Handwerklichen gehören seither zum Ambiente. Viele der Anbieter leben davon. Und ihre schweren Katzen und freundlichen Hunde ebenfalls.

Die 4-Uhr-Sonne beleuchtete die Akropolis und die Pinienwälder an ihrem Hang.

Akropolis herangezoomt

Ich setzte mich auf eine Terrasse mit Akropolisblick, bestellte einen Espresso und einen frisch gepressten Orangensaft und machte zwei schnelle Skizzen vom Akropolishügel. Da der Computer, an dem ich gerade schreibe, kein Fotoshop hat, kann ich die Fotos der Skizzen nicht verbessern. (Zeichnungen mit rotviolettem Kuli)

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Welttheater, 5. Akt: Danai, Trud und Wichtel Lotte aka Lothar

Was zuletzt geschah: Zwergenboss Hobo und Göttin Hera kabbeln sich weiterhin. Offenbar gibt es da eine alte Rivalität. Tschinn-der-Macher erscheint mitsamt seinem Tier Kairos, da er eine gute Gelegenheit wittert. Hera macht sie ihm madig. Zuletzt treten die heimatlose Danai und die immer fragende Trud auf.

Trud:

Hier ist ein kleiner Mann, oder ist es eine Frau?

Es trägt einen Rock, doch ich seh nicht genau,

ob es ein Weibchen ist, nen Busen hat es nicht,

ob es wohl einer neu entstandnen Art entspricht?

Danai

Ach Trud, du fragst und fragst, doch in den heutgen Zeiten

lässt sich aus äußren Zeichen nicht exakt ableiten

ob jemand ist ein Mann,

es kommt zuerst drauf an,

ob jemand, der als Knab zur Welt gekommen

die Mannestugenden als Mann noch frommen.

Trud

So kann ein Mann verändern sein natürliches Geschlecht?

Danai

Genau. Er kanns, wenn ihm das angeborene nicht recht.

Trud:

Und dieser hier, der wäre solch ein Mann?

Danai

Das weiß ich nicht, es kommt drauf an.

Trud

Worauf kommt es denn an? Wie kann ich sicher sein?

Danai

Du musst ihn fragen, Trud, denn er weiß es allein.

Trud

Mein werter Herr, verzeiht, verehrte Dame

darf ich erfahren, wie ist wohl Ihr Name?

Wichtel

Sehr wohl. Mein Name ist Charlotte.

doch nennen mich die andern nur noch Lotte.

Ich selbst nenn Lothar mich im ganz Geheimen.

Doch sag:  was tut auf Lothar sich wohl reimen?

Trud

Auf Lothar reimt sich wohl Altar?

Vielleicht auch noch „was einmal war“?

Wichtel

Was einmal war …

da lebte ein Lothar

ein König war er der Franken

um den sich Geschichten ranken.

Ab heute bin ich Lothar und ein  Held.

Die Selbstbestimmung ist das beste auf der Welt.

                                                             

                Danai, Wichtel Lotte aka Lothar, Trud                                Wichtelboss Hobo

Hobo

Was redest du da, blödes Weib?

Hast wohl nen neuen Zeitvertreib?

Back lieber Brot für diese hier

und sei den Zwergen eine Zier.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: ein bisschen Athen (mit Ausstellungsbesuch)

Gestern begleitete ich unsere Sohn von Kalamata zum Flughafen von Athen. Am Abend dann machte ich einen Besuch bei der Vernissage einer Ausstellung von ArtWay, an der ich mit drei Bildern beteiligt bin. Das habe ich auch früher schon getan. Gerade als ich mich entschloss, meine Bilder zu sichten und womöglich an den Mann oder die Frau zu bringen, rief mich Aphrodite an – Witwe des Malers und Gründers von Artway Giorgos Sardis. Ob ich mich an der Ausstellung zum Jahresausklang beteiligen möchte. 

„Eigentlich“ wollte ich das nicht, denn Gruppenausstellungen machen nur Sinn, wenn Künstler sich thematisch und stilistisch ergänzen. Bei Artway und vergleichbaren Veranstaltern ist das nicht der Fall. Aber nun: Warum nicht doch noch einmal mitmachen? Ich stellte drei Bilder zur Verfügung und ging gestern zur Eröffnung, um zu schauen, wie sie gehängt wurden. 

Als ich ankam, begrüßte mich Aphrodite herzlich und stellte mich und meine Bilder kurz vor.

Ich war erleichtert zu sehen, dass die unmittelbar benachbarten Bilder sich nicht mit meinen beißen (meine sind die unteren: Granatäpfel und zwei mal Hafen).

Du möchtest vielleicht sehen, was sonst so im Raum hing? Ich fotografierte einiges.

Lange blieb ich nicht, denn zur Unterhaltung der Gäste sang eine aufgeputzte Schöne mit Inbrunst Weihnachtslieder und tänzelte aufmunternd durch den Raum.

Die zahlreich versammelten KünstlerInnen und ihre Freunde und Begleiter hatten aber wohl ihren Spaß (ich habe sie nicht gefragt).

Draußen trieb sich viel Volk herum auf der Suche nach Vergnügungen. Ich sah eine kleine Menschenansammlung vor einem erleuchteten Eingang: ein Theater. Die Gegend (Kerameiko, antiker Friedhof) ist ziemlich heruntergekommen –  also das Milieu, in dem sich geldarme künstlerische Initiativen ansiedeln. Die „Heilige Straße“, auf der einst die Adepten vom Friedhof nach Eleusis wanderten, ist nun eine breite Schneise für Autos. Nahebei gibt es eine moderne Metrostation, davor eine weitläufige Grünanlage mit viel flanierendem Volk, Ständen mit Schmuckverkäufern und Souflaki-Bratereien. Und ein wenig weiter lockt ein geschmückter Eingang ins „Gazi“ – früher eine Fabrikanlage zur Erzeugung von Stadtgas, die große Gaskuppel steht noch, heuteein Vergnügungs- und Ausstellungsgelände der Stadt Athen.

Insgesamt war es zwar kein erhebender, aber ein durchaus vergnüglicher und informativer Abend.

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Welttheater, 5. Akt: Tschinn und Kairos, Hobo und Hera.

Was zuletzt geschah: Das Kind Clara bittet die Wichtel,  „die anderen“ – also die Freunde aus den früheren Szenen – zurückzubringen. Der Wichtelboss Hobo ruft:

Die andern? wen denn? auf die Schnelle?

Ich ruf sie dir. „Kommt her zur Stelle!

Hört ihr den Ruf, so kommet prompt!“

Nun lasst uns sehen, wer da kommt.

Als erste erscheint Jenny-the-Kid, die an Wichtel nicht glaubt und sie daher auch nicht sieht. Sie ist hungrig. Auf Domnas Bitte hin erklären sich die Wichtel bereit, Brot zu besorgen.

Doch bevor es dazu kommt, erscheinen weitere Weggenossen auf der Bühne: Von links oben tritt Hera heran, rechts unten tritt Tschinn mit Kairos auf und dazwischen flitzen die Spirits herum. Doras Wünschebox schwebt derweil über Domnas Kopf.

Hobo

Schon wieder die Hexe? Was will sie denn nun?

Hat sie denn nirgendwo anders zu tun?

Und bringt auch die Spirits, die immer nur prahlen

und in kindischem Geiste die Wände bemalen!

Hera

Was regst du dich auf, du alter Griesgram

Kümmer dich um deinen eigenen Kram.

Ich gehe und komme, wie es mir gefällt,

denn mein ist der Himmel und mein ist das Feld!

Hobo

He du, bleibe fern mir, du herrisches Weib

und rücke mir nicht zu sehr auf den Leib.

Hast du mir geschickt dies riesige Tier

und was erwartet es etwa von mir?

Kairos (zu Tschinn)

Red du, Meister Tschinn, mit dem Winzling da vorn

du siehst ja, er kocht vor verhaltenem Zorn.

Mir scheint, er ist wichtig und wünscht sich Verehrung.

Wenn der explodiert, gibts ne böse Bescherung.

Tschinn der Macher:

Als Tschinn-der-Macher bin ich bekannt

mich kennt ein jeder hier im Land.

Kairos so rufe ich dies Tier

das immer rückwärts schaut zu mir.

 

Darf fragen ich, wer Sie denn sind?

Sie sind nicht größer als ein Kind

Doch könnt es sein, dass Sie mir heute

noch mal beschern ne fette Beute.

Hobo

Gegrüßt der Herr, gegrüßt auch dein Schakal.

Ich bin der Wichtelboss, den Dora herbefahl.

Hobo genannt, und wer mich noch nicht kennt

kennt Zwergenkraft nicht und ihr Element.

Tschinn

Und was ist bitte Eure Kraft?

Ist sie es, die mir Vorteil schafft?

Hobo

Was wünschst du denn, dass ich dir schaffe?

Willst du ne Rüstung und ne Waffe?

Tschinn

Ein Haufen Gold wär mir sehr recht.

Kein Glitzer, bitte, sondern echt.

Hera

Haha, ich lache, denn das Gold der Zwerge,

das sie verborgen haben in dem Berge

ist wenn es in der Menschen Hände fällt

nur mehr ein Haufen Schnipselgeld.

Tschinn

Ach so? Na dann!

Kairos, voran!

Hier ist nicht viel zu holen

die wolln uns nur verkohlen!

Jenny

Der Typ hat mir gefehlt gerade.

Clara

Verschwänden die, fänd ich’s nicht schade.

Hera

Ist nur ein windiger Opportunist

der an Gewinn denkt, wo er ist.

Er nennt sich Macher, doch was macht er schon?

Er will, bevor er etwas tut, schon seinen Lohn.

Hobo

Du fischst in allzu sumpfigem Gewässer!

Die Deinen, Hera, sind ja auch nicht besser.

Jetzt hole ich das Brot, das ich der hier versprochen…

Doch wer sind die nun, die hier angekrochen?

(Auftreten Danai und Trud)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Lieber Besuch

Froh und glücklich bin ich an diesen Weihnachtstagen, denn unser Sohn ist zu uns zu Besuch gekommen. Und als ob das noch nicht genug gewesen wäre, kamen auch mein deutscher Neffe und seine Partnerin, die ganz woanders auf der Peloponnes einen Kletter-Urlaub machen, auf einen Sprung vorbei. Zusammen hatten wir viel Spaß, interessante Gespräche und spazierten herum, denn das Wetter ist milde und schön. Und mein Mann bekochte uns alle.

Das Olivenfoto ist von der Besucherin.

 

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Welttheater: Fünfter Akt (Jenny und die Wichtel)

Was zuletzt geschah: Hobo und seine Wichtel haben ein neues Szenenbild gebaut. Clara ist zufrieden. Die Wichtel möchten nun abziehen.

Hobo

Ist recht, schon gut, ist gern geschehen

So können wir jetzt also gehen?

Clara

Ich will euch nicht zu etwas zwingen.

doch sollt ihr erst die andern bringen!

Dann könnt ihr gehn, das ist versprochen

Noch nie hab ich mein Wort gebrochen.

Hobo

Die andern? wen denn? auf die Schnelle?

Ich ruf sie dir. „Kommt her zur Stelle!

Hört ihr den Ruf, so kommet prompt!“

Nun lasst uns sehen, wer da kommt.

 

Als erste erscheint

Jenny-the-Kid

Mir war, als ob ich schlief,

da hört ich wen, der rief:

Kommt her, wenn ihr mich hört!

Der Ruf hat mich gestört.

 

Wo bin ich denn, was ist hier los?

Was soll ich hier? Was mach ich bloß?

Zu trinken hab ich nichts und auch

zu essen nichts für meinen Bauch.

 

Die Freunde hab ich auch verloren.

Doch kann ich trauen meinen Ohren

So ist hier wer, der helfen will.

Mal sehen, psst, ich bin mal still…

 

Lore

Ist die von euch?

Lotte

wenn nicht, dann scheuch

ich sie gleich weg

Lore

Mach dich vom Fleck!

Clara:

Jenny, du bist’s? welch ein Glück!

Kommst du jetzt zu uns zurück?

Jenny

Bist du die Clara und allein?

Clara

Nee, nee, wir sind schon noch zu zwein

Die Domna ist ja auch noch hier.

Komm mit, dann sind wir schon gleich vier.

Jenny

Ha ha, das Rechnen fällt dir schwer!

doch weil mein Magen schrecklich leer

so brauch ich Essen glatt für zwei.

Hast du vielleicht ne Wurst dabei?

Clara

Du denkst nur immer an das Essen.

Bist wie du immer warst, verfressen.

Doch frag die Wichtel, ob sie dir

aushelfen mit nem Brot und Bier.

Jenny

Die Wichtel? Gibt es hier denn Zwerge?

ich dacht, die wohnen hinterm Berge.

Wenn es sie gibt! Denn noch bis heute

sah ich noch nie dergleichen Leute.

Clara:

Dann schau dich um, denn dir zur Seite

stehn überall die kleinen Leute.

Jenny

Ich sehe nichts, als leere Luft.

Doch ist mir so, als ob wer pufft.

Clara

Das ist die Wichteldame Lotte,

ist eine ganz besonders Flotte!

Sei nett, sonst wird sie ärgerlich,

und ist sie wütend, fürchte dich.

Jenny

Du spinnst, hier ist nix, nur den Wind!

Wo ich wohl was zu essen find?

Clara

Ich spinne nicht, und du bist blind!

die Wichtel sieht doch jedes Kind!

Und Domna sieht sie auch, denn die

weiß alles über Poesie!

Jenny

Sie dichtet, klar, doch kann sie Brötchen backen?

Herrjeh, jetzt tut mich irgendetwas zwacken!

Clara

Das ist die Lore, Lottes Schwester

ihr Griff ist noch um etwas fester!

Sei nett zu ihr, sonst gehts dir schlecht.

die hat sich schon sehr bös gerächt.

Jenny

Ich bin gern nett, doch sag, zu wem?

Dies Kneifen ist nicht angenehm!

Clara

Verbeuge dich und sage deinen Namen

und wie wir beiden einst zusammenkamen.

Jenny:

Jenny-the-Kid bin ich geheißen.

Wollt ihr mich etwa runterschmeißen?

Ich seh euch nicht, doch fühl ich irgendwas.

Und kneift nicht, denn das ist kein Spaß.

Wenn es euch gibt, dann bringt mir bitte Brot

denn ohne Essen bin ich morgen tot.

Domna

Ihr guten Wichtel, Helfer seid ihr für die Armen

wollt euch der lieben Jenny wohl erbarmen. 

Sie ist noch jung und hat schon viel gesehen

und vieles Böse ist ihr schon geschehen.

Sie sieht euch nicht, es ist nicht ihre Schuld.

Ich bitt euch, wütet nicht und habt mit ihr Geduld.

Lotte

Na gut, ich lass sie los.

Lore

Sie ist schon ziemlich groß

Lotte

Sie ist schon fast erwachsen

Lore

Drum macht sie solche Faxen.

Lotte

Ich bring ihr Brot

Lore

hierher aufs Boot

Lotte

Das Brot wird ihr gut schmecken

Lore

wird sich die Finger lecken.

Lotte

und wird uns Wichtel sehen

Lore

So möge es geschehen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Welttheater, Akt 5 (Wichtel-Baumeister)

Was zuletzt geschah: Die Wichtel haben Hera und ihre Helferspirits vertrieben. Die grüne Tannenbaum- und blaue Himmelsfarbe, die die Spirits auftrugen, kratzen sie trotz Claras Protest wieder ab. Domna mahnt das Kind, nicht mit den Wichteln zu zanken.

Was sie uns schaffen, wolln wir akzeptieren

und uns nicht selbst in Streitigkeit verlieren.

Und wenn auch sonst sich alle Geister schieden:

Die Weihnachtszeit ist Zeit für Geistesfrieden.

 

Wichtelboss Hobo:

Auf auf, ihr Meister und Gesellen

jetzt sollt ihr ein paar Bäume fällen!

Denn Bäume bilden das Gerüst

das ist vonnöten, wie ihr wisst.

 

Macht es recht stark und macht es fest

damit es trägt und hält den Rest,

auch wenn die Winterstürme brausen

und an der Takelage zausen.

Lotte:

Starke Balken

Lore

dicke Taue

Lin

Dreiecksformen

Lan

Ich verbaue

Bodo

Ich vertäue eure Stücke

auf dass nirgends bleibt ne Lücke.

Und bevor ihr schelten müsst

 ist schon fertig das Gerüst.

 

 

Hobo

Nun holt Farben mir und Kleister

ihr Wichtelfrauen, Wichtelmeister!

Und malt das Ganze freundlich an

so dass sichs sehen lassen kann.

 

Habt ihr auch alles gut durchfeuchtet?

Dann nehmt jetzt Gelb, das sonnig leuchtet.

Ganz recht, so wirds ein gutes Werk

das ehret jeden Wichtelzwerg.

Domna

Wo bist du, Clara, liebes Kind?

Clara

Hier oben steh ich in dem Wind!

Ich sehe weit, was hinten ist

und seh auch nahe, wo du bist.

Ist besser als auf jedem Berg!

Domna

So magst du jetzt das Wichtelwerk?

Clara

O ja, es könnt nicht besser sein!

Habt Dank, ihr lieben Wichtellein!

 

Hobo

Ist recht, schon gut, ist gern geschehen

So können wir jetzt also gehen?

 

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Welttheater: Akt 5 (Konkurrenz der Geister)

Was zuletzt geschah:

Dora war erschienen, um dem Kind Clara und der blinden Dichterin Domna zu helfen, ihre Freunde wiederzufinden. Sie rief die Wichtel zu Hilfe, da sie selbst sich nicht erneut inkarnieren darf. Die Wichtel ließen sich widerstrebend verdichten –  die Macht der Dichter, versteht sich ( „Wichtelaufmarsch“). Das geschah am 13. Dezember.

 

Inzwischen sind zehn Tage vergangen. Clara spricht den Wichtelboss Bobo an:

Clara:

Was habt ihr nun vor? Wie geht es nun weiter?

Hobo, der Wichtelboss

Wir brauchen noch Farben und auch eine Leiter

Ich schick Lin und Lan, dass sie es besorgen

und mit der Arbeit beginnen wir morgen.

Clara

Das dauert und dauert, die Tage vergehn!

Werd’n wir unsere Freunde denn gar nicht mehr sehn?

Hobo

Wer eilet, der stolpert, wer schnell macht, der stürzt.

Die Eile hat manches Leben verkürzt.

Ich lebe schon lange und du bist ein Kind.

die andre die dichtet, und sie ist auch blind.

Sag mir nicht, wie ist meine Arbeit zu tun.

Ich weiß wie es geht, doch jetzt will ich ruhn.

Clara

Und kommt schon die Weihnacht, gleich ist sie schon da!

Ich glaub ich ruf lieber den Ho und den Wa!

 

Hera erscheint mit den Spirits Ho, Ro, Lu und Wa.

Hera

Kommt her, ihr Kleinen, färbt die Bäume

 und blau die weiten Himmelsräume…

Ho: 

Hoho, ei do! den Pinsel her!

Ro:

Mein Farbentopf ist schon fast leer!

Lu: 

Das Windchen weht lau

Der Himmel ist blau

Wa:

Die Welle treibt fort,

von hier gehts nach dort!

Lu-Wa

Das Leben ist Wechsel, es steht niemals still

Mal sehen auch Blinde, nach Mai kommt April!

 

Clara:

Wie hübsch das ist! Ein Märchenwald!

Jetzt kommen unsre Freunde bald!

Hobo

Mir scheint, du Dummchen, du sprichst sehr verwirrt!

Im Wald hat sich schon manches Kind verirrt

Und Ihr, Frau Hera, ruft zurück die Geister

was man hier braucht, das sind die Wichtelmeister!

 

Wir sind es, deren Hilfe sie erbaten

und Eures Rates können wir entraten

kommt uns nicht quer, wir wissen uns zu wehren

wenn fremde Geister unsre Wege queren.

 

Hera

Ein eifersüchtig Völkchen seid ihr, das ist wahr.

Macht, was ihr wollt, ihr kommt alleine klar.

Lu, Wa und Ro und du auch, roter Ho

wir gehen fort und helfen anderswo!

Hobo:

Adieu, Frau Hera, fort mit euch, ihr Geister

Zu Winterszeiten sind wir Wichtel Meister.

 

Lotte

Ganz recht, nicht Tannengrün ist’s, was wir brauchen

Lore

wer mag schon gern durch nasse Wälder krauchen?

Lin und Lan

Wir kratzens wieder ab, das Tannengrün!

Bodo

wolln doch mal sehn, was drunter dann erschien.

Lin und Lan

Hell und dunkel, hart und weich

Lotte

flüchtig, nichtig

Lore

gründlich, richtig

Bodo

Weg die Farbe, hier wird’s bleich.

 

Clara

Ach nein,

lasst’s sein!

Das Grün ist schön!

Ich mag es sehn!

 

Domna

So gibt es Streit auch in den Geisterwelten?

Der eine will da mehr als andre gelten?

Das freut mich nicht, doch kann ich es verstehen,

Denn Streit gibt’s überall, sogar in Ehen.

Es hilft wohl nichts, da tätig einzugreifen.

Wir müssen warten, wie die Dinge reifen.

 

Komm, Clara, Kind, lass uns zur Seite treten

und einfach schaun: die Wichtel sind Ästheten.

Was sie uns schaffen, wolln wir akzeptieren

und uns nicht selbst in Streitigkeit verlieren.

Und wenn auch sonst sich alle Geister schieden:

Die Weihnachtszeit ist Zeit für Geistesfrieden.

 

 

 

 

 
   
   
   
   
   
   
   
   

 

 

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: gemeinsames Spazierengehen

Sohnesbesuch bedeutet für mich unter anderem: große gemeinsame Spaziergänge in unserer schönen Maniwelt. Gestern waren es laut Pedometer immerhin 11,4 km, heute bisher erst die Hälfte. Gestern war es kühl und bedeckt, heute strahlender Sonnenschein und 21 Grad im Schatten.

Wenn der Weg steil ansteigt, brauche ich gelegentlich ein Päuschen. Dann drehe ich mich um, lassen den Blick über das Land hinunter zum Meer gleiten, rufe ah! und oh! und mache ein Foto wie dieses hier (heute gegen 12 Uhr)

Dann drehe ich mich wieder um, freue mich an dem frischen Grün unter den Oliven, rufe ah! und oh! und mache noch ein Foto.

So schaffe ich jede Steigung, und wir gelangen weit über unser Nachbardorf hinaus. Der Rückweg ist noch einfacher, da können wir dann auch in ein philosophisches Gespräch eintreten, ohne dass ich aus der Puste komme…

So mag ich die Vorweihnachtszeit am liebsten.

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