Tagebuch der Lustbarkeiten: Vorweihnachtliches auch in Kalamata

Gestern am späten Nachmittag traf ich mich mit einer deutschen Freundin, die das Adventsingen in einer der vielen Kirche besuchen wollte. Wir hockten im Cafe zusammen, tauschen Neuigkeiten aus und bummelten zur festlichen Kirche. Ich selbst blieb dann nicht….

sondern ging noch hinüber zur festlich dekorierten Fußgängerzeile, wo eine griechische Freundin Schmucksachen und Klimbim in einem Büdchen verkauft. Da konnte ich dann auch schon mal das neue Jahr von hinten und von vorn fotografieren.

Auch den offiziellen Weihnachtsbaum und den Weihnachtsmann lichtete ich ab. Letzterer schenkte mir ein Bonbon, obgleich er sicher bemerkt hat, dass ich kein Kind mehr bin.

Heute vormittag war ich schon wieder dort. Das kommende Jahr warf seine Schatten voraus…

und der Weihnachtsbaum, nun unbeleuchtet, zeigte sich behängt mit Versprechen.

Blau war der Himmel, von dem die Sonne wärmend herabstrahlte, und die Menschen machten einen heiteren Eindruck auf mich. Zuvor war ich bei meiner Zahnärztin gewesen, zur Routinekontrolle nur, und ebenfalls heiter, denn die Zähne sind, soweit noch vorhanden, in Ordnung. Ihr Vorzimmer hatte die tüchtige junge Ärztin, die total schick und geschickt, sehr effektiv, unglaublich fleißig, mit zig Diplomen fortgebildet und zudem Mutter von zwei Knaben ist und die ich aus all diesen Gründen bewundere und schätze …, ebenfalls hübsch geschmückt. Wie die Leute es schaffen, so tüchtig zu sein, ist mir ein Rätsel.

Ich schaute dann noch in Läden nach Rahmen, Ständern und Mappen für die geplante Atelier-Ausstellung, wurde auch fündig. Nun muss ich nur noch entscheiden, was und wie…

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Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 196-210 (Portraits und Bewegungsstudien)

Ich habe nicht alle Zeichnungen dieser Rolle fotografiert, weil es mir zu mühsam war. Dennoch sind es noch eine ganze Menge, nämlich 45, zu viel für einen Eintrag. Ich beginne mal mit den Portraits im engeren Sinne. Es sind nur vier. Sie zeigen aber die ganze Breite der verwendeten Zeichenstile. 

Das erste ist beschreibend mit ausgeführten Details (Brille) und Hintergrund.

Das zweite ist ebenfalls beschreibend, doch ohne detailierte Ausführung.

Das dritte ist im Geiste des „konstruierenden“ Stils gehalten, den ich gestern beschrieb, als ich über Alkyste sprach.

Das vierte könnte man „gestisch“ nennen. Es handelt sich um dasselbe Modell wie No 1, und Ähnlichkeit ist durchaus vorhanden, doch anstelle der Beschreibung ist die „Geste“  der Linien getreten.

Die zweite Grunppe, die ich heute zeigen möchte, sind reine Körperstudien. Obgleich  nicht der Anspruch besteht, den gezeichneten Menschen in seiner Individualität zu zeigen, sind manche Modelle leicht wiederzuerkennen. Denn selbstverständlich tragen nicht nur Gesichter, sondern auch die Körperformen und Haltungen individuellen Charakter.

Hier habe ich drei Zeichnungen nach demselben Modell zusammengefasst.

Auch dieses könnte noch dazu gehören.

Dieses zeigt hingegen einen anderen Charakter, was durch den „konstruierenden“ Zeichenstil noch betont wird.

Nicht immer ist die Zuordnung von Modell und Zeichnung möglich, da individuelle Auffälligkeiten fehlen, aber auch hier erkennt man, dass es sich nicht um das Modell der Dreiergruppe handelt.

Wie sehr uns auch in den anonymen Körperstudien der besondere Mensch entgegentritt, wird noch deutlicher, wenn man mit Zeichnungen von Skulpturen vergleicht, etwa dieser vom kykladischen Museum, wo ich dieselbe Figur sechs mal aus unterschiedlichem Blickwinkel zeichnete.

Bei einer kykladischen Skulptur sucht man nicht das Individuelle, sondern das Typische darzustellen.

während beim Menschen doch immer auch das Individuelle interessiert, selbst wenn es sich um einfache Bewegungsstudien handelt.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Katzenfrieden und Meeresblick

Das Wetter ist wechselhaft – mal sonnig und heiter, dann wieder gewittrig, Hagel, Regengüsse. Wir erwischten einen freundlichen Moment, um in unserer Stammtaverne noch einmal draußen zu speisen.

Das sind die beiden Ausblicke Rictung Meer. Das Rauschen ist bis zu uns hinauf zu hlren.

Bisweilen verfinsterte sich der Himmel, aber immer drang wieder die Sonne durch.

Die noch junge, sonstz sehr verspielte Tavernenkatze fand meine Umhängetasche geeignet, um sich ein Schläfchen zu gönnen. Es hat sich wohl herumgesprochen, dass ich nun keinen Hund mehr habe, sondern Katzen füttere.

Die anderen Katzen blieben auf Distanz. Eine turnte hoch oben auf der Balkonbrüstung herum – die kleine Schwarzweiße verfolgte ihre Bewegungen aufmerksam.

Apropos Katzenfrieden: zwei der Kleinen, die ich vermisste, sind tot. Die Frau, die unsere Katzen in unserer Abwesenheit versorgte, fand sie im Garte. So erzäahlte sie mir gestern. Sie zeigten, anders als die, die ich im Heizungskeller fand, keinerlei Zeichen von Gewaltanwendung. Ich rätsele, was ihnen geschehen ist.

Diese waren es. Ruhet sanft, meine Kleinen.

(Im Oktober, mit Lin)

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Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 181-195

Gestern machte ich mich an die letzten drei Rollen aus dem Regalfach, das nun leer ist.

Sehr neugierig war ich, was wohl darin steckte. Aber schließlich war nur eine für meine Werkschau interessant. Die dickste Rolle enthielt unbemalte große farbige Pappen – keine Ahnung, warum ich sie mal gekauft hatte. Die habe ich nun mit schweren Gegenständen an den Fußboden geheftet und mit einem Brett bedeckt, damit sie sich begradigen. War eine schweißtreibende Arbeit, denn die Pappen wollten ihre gewohnte Rollenform nicht aufgeben. Erstaunlich, welche Kraft in ihnen steckte. Sie rollten auch die Bücherständer mit ein, die ich auf ihre Kanten stellte. Es mussten schwere Rahmen und Stühle her. um sie zu bändigen.

Die gelbe Rolle bestand aus Plakaten anderer Künstler. Auch die brauche ich gerade nicht.

Die weißgraue Rolle aber lohnte sich: noch mehr Studienblätter aus den Jahren, als ich noch viel mit Modellen arbeiten konnte. Die Zeichnungen sind kleiner als die vorigen. Das Papier ist wieder von der billigen Art – grau und/oder angegilbt -, und die lange Lagerung als Rolle machte auch diese Blätter widerspenstig, als ich sie zum Fotografieren auf dem Fußboden ausbreiten wollte. Ich benutzte wieder provisorische Gewichte, um sie festzuhalten – zuerst Kerzen- und Buchständer, dann Holzleisten –  aber gerade und glatt wurden sie nicht.  Die Fotos sind daher nicht besonders. Aber die Zeichnungen sind trotzdem sehenswert, finde ich.

Zwei habe ich heute schon gezeigt – anlässlich meines Beitrags zu Myriades Impulswerkstatt.

Sie sind sehr verschieden im Stil, aber ich mag sie beide, drücken sie doch den Charakter der abgebildeten Frauen sehr gut aus.

Es gefiel mir, nicht viele, sondern nur zwei Menschenbilder auf einmal zu präsentieren.  Und so will ich auch hier Einzelportraits vorstellen. Jede ist ja eine Persönlichkeit, die ernst genommen werden will. Jede hat einen Namen, eine Geschichte.

Diese hier ist Maria, die mit mir zusammen im Atelier malte und mir hier Modell saß. Eine Farbmalerin.  Ihre große Liebe galt Matisse, ihm strebte sie nach.

Diese war Jana, Kunststudentin und für mich Lehrerin und Modell zugleich. Jana, noch sehr jung, malte spontan, heftig, oft wild-expressiv, ermutigte uns zum Selbstausdruck. (Sie starb mit 32 an Leukämie.)

Diese ist Alkyste, Assistentin an der Kunsthochschule, die uns Modell saß und in ihre Zeichentechnik einführte, die der von Jana ganz entgegengesetzt war: Alles wurde durch winzige, exakte Linien ermittelt und fügte sich allmählich zu dem „Objekt“ auf dem Papier oder der Leinwand.

Diesen „konstruierenden“ Zeichenstil zu beherrschen, war damals Voraussetzung, um an der Kunsthochschule angenommen zu werden. Er verlangt viel Disziplin, die Ergebnisse sind oft ästhetisch sehr ansprechend, aber es geht der persönliche Ausdruck weitgehend verloren.

Am besten eignet er sich für die Wiedergabe von Gegenständen, insbesondere Skulpturen, an denen das Zeichnen wieder und wieder geübt wurde. Den Kopf der Hygeia korrekt wiederzugeben, galt als Goldstandard.

An der folgenden Studie von Hand und Bein sieht man, dass ich mit dieser Zeichenmethode schon ganz gut zurechtkam.

Ich fand diese Art zu zeichnen zwar hoch interessant, aber sie entsprach meinem Temperament nicht. Und so entwickelte ich sie in eine kubistisch anmutende Richtung weiter (Aphrodite und Hygeia – Liebe und Gesundheit)…

oder aber ich überließ mich frei meinem Strich. Der wollte den Impulsen folgen, die vom Modell auf meine Seele und meine Hand wirkten. Nicht konstruieren wollte ich, sondern fühlen.

Hier nun noch sechs Zeichnungen aus dieser Rolle: Die erste nenne ich eine „konstruierte“ Zeichnung, die zweite ist zwar ähnlich angelegt, löst sich aber davon, die restlichen sind „freie“ Zeichnungen, in denen der seelische Ausdruck leitend ist. Welche Zeichnungen „besser“ oder „schlechter“ sind, ist damit überhaupt nicht angesprochen. Beide Richtungen haben ihre Vorzüge.

Morgen geht΄s weiter.

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Impulswerkstatt Bild 1: Freundinnen.

Die Wände vor der Renovierung

Als man meiner Freundin Herma eine große Scheune für fast Null Miete anbot, witterte sie ihre Chance. „Das wird fantastisch!“, verkündete sie mir voller Energie. Energiegeladen ist sie ja, im Gegensatz zu mir, eigentlich immer, aber jetzt platzte sie beinahe vor Tatendrang. „Ich renoviere den Schuppen von Grund auf und mache einen Treffpunkt für Kunst und Kultur draus! Galerie, Werkstatt, Bücherei, ein kleines Cafe, sowas fehlt doch hier in der Gegend, du wirst sehen, es wird toll!“ – „Du bist verrückt“, hielt ich ihr entgegen. „Wie willst du das schaffen? Malen kannst du ja vielleicht, aber vom Restaurieren alter Gebäude hast du doch keinen Schimmer. Und vom Rest auch nicht.“ – Doch versuch mal, Herma zu stoppen, wenn sie sich etwas in den Kopf gesetzt hat. So zart sie äußerlich wirkt – ihr Wille ist unbeugsam.

Als erstes haute sie den Weg zum Eingang frei. Das war schon mal eine Heidenarbeit, denn der ganze Vorplatz war zugewuchert. Als sie es geschafft hatte, schaute ich mir das Ding mal gründlicher an. Die halb vermoderte Tür hing schief in den Angeln. Vorsichtig überstieg ich das Gerümpel und tastete mich in den düsteren Innenraum hinein. Mit dem Handy beleuchtete ich die Wände.  Igitt! Schimmel hatte sich tief eingefressen, Flechten hatten ihn überzogen, ich entdeckte auch Reste von Graffiti und Schleifspuren.“Wer hier wohl schon gehaust hat,“ murmelte ich angewidert. „Ich versteh dich nicht. Wie kannst du nur hier arbeiten wollen. Willst du deine Gesundheit ruinieren?“ 

Aber sie hörte nicht auf mich. Mit Feuereifer begann sie, sich die fehlende Sachkenntnis anzueignen. Im Netz findet man ja alles.  „Wie renoviert man feuchte Kellerwände“, „Wandfarben für alle Zwecke“ und so weiter. Das Kapitel Dichtungsmittel ist anscheinend besonders umfangreich, eine ganze Wissenschaft. ….

Nein, ich werde dir nicht alle Schritte beschreiben, die meine Freundin unternahm – vorwärts, zurück, mal heulend vor Zorn, wenn etwas schief ging, dann wieder stolz wie Oskar, wenn etwas zu ihrer Zufriedenheit gelang – und immer musste ich Zeuge sein! Wurde hinzitiert, um eine Zementmischung oder eine Wandfarbe zu begutachten, als ob ich nun die große Expertin wäre!

Übrigens hört sie auf meine Ratschläge sowieso nicht. Wenn ich ihr rate, sich nicht zu übernehmen und auch mal ein Päuschen einzulegen, streckt sie den Rücken, verzieht das Gesicht und faucht mich an, dass sie auf solche Ratschläge gut verzichten könne.

Herma

Wahrscheinlich hätte sie meine Hilfe angenommen, aber ich hütete mich, sie ihr anzubieten. Nee, also, bei aller Liebe, diese Art von Schufterei ist nichts für mich. Ratschläge – gern. Aber ansonsten soll jeder die Suppe selbst auslöffeln, die er sich einbrockt. Findest du nicht auch?

ich (Rosalie)

Die Geschichte zieht sich jetzt schon drei Monate hin. Gestern hat sie mir dann tatsächlich den Eröffnungstermin angekündigt. In zwei Wochen soll es so weit sein. Da bin ich echt gespannt. Hast du Lust mitzukommen?


 

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Bild 1. Die Geschichte ist fiktiv. Die Kohlezeichnungen gehören zur neuen Serie, die ich noch nicht zeigte.

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Bilder bewerten und ausrangieren: Kopieren = lernen (Ölkreiden, 38)

Kopieren heißt lernen! Früher gehörte das Kopieren von Werken großer Meister zum täglichen Brot der Kunstlehrlinge.  Mir ist von Giacometti bekannt, dass er alle Werke des Louvre nicht einmal, sondern mehrmals nachgezeichnet hat. Wieviele Kunstadepten sich heute noch dieser Mühe unterziehen, weiß ich nicht. …

Gestern steckten in der großen Rolle zwei Blätter, die in diese Kategorie der „Kopien“ fallen. Das eine ist ein Studienblatt mit Kohle, bei dem verschiedene Werke alter Meister als Vorlage dienten. Welche? Bei der letzten Figur dachte ich an Rembrandts „Susanne und die Alten“, doch als ich nachschaute, sah ich, nein. Vielleicht Rubens? Hm, auch nicht. Es sind bekannte Bilder, aber ich komme nicht drauf. Wer kann sie bestimmen?

Ein anderes Blatt ist ein „weiblicher Rückenakt“, und da weiß ich auch, wer dahinter steckt: Picasso, der einen solchen in seiner „blauen Phase“ malte. Ich zeichnete ihn zweimal ab, wie ich jetzt feststellte. Beide sind mit Ölkreide gezeichnet.

Die erste Kopie kommt dem Original näher (du kannst es unter „Picasso, weiblicher Rückenakt“ ergoogeln, die Farbwiedergabe ist bei den zum Kauf angebotenen Drucken oft jammervoll schlecht). Die zweite Variante weist dafür eine feinere Modellierung auf.

Beim Kopieren kommt es nicht auf die exakte Wiedergabe an, sondern darauf, besser zu verstehen und zu lernen. Oft reicht es, nur Teile eines Werks zu kopieren. Im Grunde ist es ein ähnlicher Vorgang wie beim Zeichnen nach der Natur. Der Unterschied besteht darin, dass zwischen Natur und Werk ein anderer Geist getreten ist, und den gilt es beim Abzeichnen zu verstehen. Wenn das nicht gelingt, so reicht es auch, etwas für die eigene Kunst zu gewinnen.

Ich bin jetzt mal ins Archiv gegangen und habe nachgeschaut, welche Kopien ich sonst noch finden konnte, und habe die Fundsachen hier zusammengestellt. Sicher gibt es noch einige mehr. Die ersten sind Skulpturen bzw Reliefs uns nicht bekannter Künstler der griechischen Antike. Es folgen Piero della Francesca,  Leonardo da Vinci, Hans Baldung Grien, Albrecht Dürer,  Domenico Theotokopoulos aka El Greco, Peter Paul Rubens, Albrecht Altdorfer, Gustave Dore, Vincent van Gogh, Henry de Toulouse-Lautrec, Henry Moore, George Rouault, Lionel Feininger.

Der Einfluss der Meister ist natürlich weit größer, als durch diese Kopien angedeutet. Wir stehen halt in einer abendländischen Tradition des Sehens und bildnerischen Gestaltens, die uns zutiefst geprägt hat. Selbst wenn wir sie als zeitgenössische Maler oft bewusst verletzen, behalten die Regeln ihre Kraft.

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Kohlezeichnungen 176-180 (Stillleben)

Als ich die große Rolle entrollte, wurden als erstes fünf kubistisch anmutende Zeichnungen eines Stilllebens sichtbar. Sie sind mit 50×70 cm etwas kleiner als die gestern gezeigten Figurenzeichnungen. Ich war ziemlich verblüfft, denn ich erinnerte mich nicht, dass es außer den kleinen Zeichnungen in diesem Stil, die ich schon zeigte (zB hier), noch weitere gibt. (Zur Kunstrichtung des Kubismus vergl auch hier).

Ich habe die fünf Zeichnungen fotografiert, in schmalem weißem Rahmen an eine grau gestrichene Wand gehängt und mit Spots beleuchtet (digital).

Die Entwicklung des Themas:

Ein „klassisches“ Stillleben in Hochformat (No 2) …

und ein schon etwas in Richtung kubischer Formen interpretierendes Querformat (No 1) bilden die erste Gruppe.

Die dritte Zeichnung (No 5) nimmt das ursprüngliche Hochformat wieder auf und integriert Raumelemente und Stillleben. Vorder- und Hintergrund sind nun ineinander verschachtelt, die übliche Unterscheidung zwischen Objekt und Raum ist aufgehoben.

Es folgt die Zertrümmerung dieser neu geschaffenen Einheit von Objekt-Raum (No 4)

Raumtrümmer und Objektscherben treiben durchs Bild. Ein neuer Vordergrund entsteht mit einem Väschen, in dem drei trockene Zweiglein stehen (No 3).

Ich freue mich sehr über diese fünf Zeichnungen, die ich wohl auch real als Einheit an eine hellgrau gestrichene Wand hängen werde.

Vielleicht hänge ich dann noch kleinere „kubistische“ Kohlezeichnungen dazu.

Doch werde ich sie nicht bei der Spenden-Verkaufsausstellung zeigen. Denn ich finde, sie gehören in eine nur ihnen gewidmete Sonderausstellung, die durch weitere Arbeiten in ähnlichem Stil ergänzt werden könnten.

Wie wärs mit dieser Zeichnung?

 

IMG_6324

Oder mit diesem Aquarell?

Oder mit dieser Pigment-Malerei auf Pappe?

Sicher findet sich noch das eine und andere. Aber wäre das eine gute Ausstellung? Oder zu eng, zu eingeschränkt, zu dirigierend?

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren. Kohlezeichnungen: 157-175

Die dicke seit Jahren nicht mehr angerührte Rolle enthielt eine große Zahl von Kohlezeichnungen, vor allem Menschenstudien und Stillleben.

Portraits und Menschenstudien, Skulpturen

Die meisten Blätter aus grauem Recycling-Papier sind sehr groß (70×100), und so befinden sich oft mehrere Zeichnungen auf einem Blatt. Mich selbst hat dieses Wiederauffinden der Studienblättern sehr gefreut. Das billige Papier hat sich zwar etwas verfärbt, aber die Zeichnungen sind intakt. Hier zunächst die Übersicht (Einzelbilder anklicken, Galerie öffnet sich)

 

Vieler der Blätter sind mit mehr als einem Motiv bezeichnet. Zum Beispiel diese Doppelzeichnung, wo jede für sich eine eigenständige Zeichnung ist.

Oder diese zwei Portraits, die sehr unterschiedliche Ausdrucksmittel verwenden.

fünf Zeichnungen auf einem Blatt

zwei davon

Dasselbe Motiv zweimal gezeichnet (links) – Bewegung durch Überzeichnung (rechts).

Der Vergleich der beiden Figuren lohnt sich.

oder dieses

oder auch dieses

Eine Figurengruppe acht mal verschieden im Raum platziert.

Gesichter aus Figurenbildern herausgeschnitten.

Mensch und Skulptur in Beziehung zueinander gesetzt

oder auch so

Menschenkopf – Skulptur

Doppelportrait mit Schwarz-Weiß-Kontrast –  das linke ist eine Zeichnung in der Zeichnung.

Doppelte Bewegungsstudie

Übereinander gezeichnete Bewegungsstudien

und schließlich noch ein Doppelportrait Vater-Sohn

 

 

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Bilder bewerten und ausrangieren: Regale, Papierrollen, Plakate, Ölkreide 38-40

Ich erzählte gestern von meinem Malheur, als ein Bücherregal sein Gleichgewicht verlor und seinen Inhalt zwischen Regal und Staffelei entleerte. Später räumte ich die Bücher ordentlich zurück ein und sortierte Überflüssiges aus.

           zusammengebrochen                  leergeräumt                                  neu einsortiert.                     

Dann machte ich mich an ein Fach des Metallregals heran, in dem ich dicke und dünnere Papierrollen gelagert hatte.  Die holte ich heraus, neugierig, was sie enthalten. Denn seit ich das Atelier vor 20 Jahren bezog, hatte ich diese Rollen nicht mehr angerührt.

Die dünneren enthielten Landkarten und Plakate von eigenen und fremden Ausstellungen. Das erste hier abgebildete ist vom „Kurshausatelier 1986-1996“, das wir im Dachgeschoss unseres Fremdspracheninstituts eingerichtet hatten, das zweite von einer Ausstellung in Berlin-Charlottenburg. Um die stark gewellten Plakate zu fixieren, beschwerte ich sie mit Kerzen- und Bücherständern. Die benutzte ich dann auch für die folgenden Blätter.

Dann entrollte ich zwei Rollen mit Zeichnungen. Zum Vorschein kamen vier farbige Blätter und sehr viele Kohlezeichnungen, fast alle im Format 70×100 und auf billigem grauem Papier, das teilweise vergilbt und an den Rändern „abgenagt“ ist. Die Zeichnungen sind aber gut erhalten. Ich freute mich sehr, sie wiederzusehen.

Die vier farbigen Blätter – drei Stillleben in Ölkreide, 70×100 cm groß,  und  ein Mensch-Skulptur-Bild mixed media, zeige ich schon mal hier.

Die Kohlezeichnungen folgen in einem Extra-Post.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Wolkentanz und Flötentöne

Ich hatte noch die Flötenmusik im Ohr, die Random uns heute vorstellte

als ich aus dem Haus trat und die ansteigende Straße hinaufging. Am Himmel tanzten leichte weiße schwanengleiche Sturmwolken nach der Melodie der Zauberflöte.

Den ganzen hohen Himmelsraum füllten sie mit ihrem singenden Flügelschlag.

Danke, Random.

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