Transparenz (20): ein Fenster – zwei Tageszeiten/zwei Fenster – eine Tageszeit (kleine Beobachtungen)

Es ist halb neun Uhr abends. Der Westhimmel ist golden vom Abendrot, die Lichtblende des Fensters ebenfalls.  Schattenhaft treten aus dem Gold das Gewebe der Lichtblende und das Gestänge des Eulengitters hervor. Dahinter ist nichts erkennbar.


Dasselbe Fenster. Es ist halb zwölf mittags. Die Lichtblende ist nun transparent für das blaue Gestänge der Weinlaube, und das Violett und Goldgrün der Bougainvillea dahinter.

Ich sehe diesen Wechsel sehr oft, denn wenn ich  an meinem Computer sitze und meinen Blick nachdenklich schweifen lasse, fällt er auf dieses Fenster. Ich sehe es, ich registriere es, aber ich kann mir das Phänomen nicht erklären. Wieso verändert sich die Transparenz so stark? Es ist ja in beiden Fällen hell da draußen.

Während ich dies schreibe, blicke ich, Aufklärung heischend, in die entgegengesetzte Richtung. Da gibt es ein fast identisches Fenster mit gleicher Jalousie. Es schaut nach Osten. Jetzt ist Mittag und die Sonne steht hoch im Süden.


Das Eulengitter hinter der Jalousie zeichnet sich scharf ab. Aber die Mauer und die Bäume  dahinter sind unsichtbar geworden. Hm.

 

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Kleine Beobachtungen: Katzen mit Farbsinn

Die Tage schmelzen dahin zwischen Schwimmen – Lesen – Essen – Schlafen … und noch dem und jenem. Zu Letzterem gehören die Katzen und Kater,  die ein ständiges Schauspiel liefern. Wenn sie nicht fressen oder sich – auch gegenseitig – sauber lecken oder streiten, ruhen sie in malerischen Posen und machen uns vor, wie man sich an heißen Tagen am klügsten verhält.

Die Türhüter Lin und Lan kennt ihr ja schon zur Genüge. Sie lieben den Schattenstreifen und die kühlende Marmorschwelle vor der Haustür, die einst von Tito zerkratzt wurde (es war seine Art anzuklopfen).  Witzig finde ich, dass der Marmorboden und die Farbe der Kater fast identisch sind. Dazu ein bisschen Braun der Tür…

Dieser Kleine – ein noch namenloses Katerchen – hat heute die plastizierte Schutzdecke auf unserem Bett als Lager entdeckt. Auch er scheint einen besonderen Sinn für passende Farbkombinationen zu haben. Gold und Grün ergänzen sich vortrefflich.

Oder etwa nicht?

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Transparenz (19): Unser täglich Wasser…

Unser täglich Wasser gib uns heute. In griechischen Lokalen wird immer und als erstes kühles Wasser auf den Tisch gestellt. Unentgeltlich natürlich. Natürlich? Ich empfinde es immer als großes Geschenk, zumal es in anderen Ländern längst nicht mehr usus ist.

 

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In der Zeichenschule (18): Arrangement mit Papprollen und Göttin Hygeia

Gestern war ich wieder in der Zeichenschule. Die Arrangements sind bunt geworden, um den Aspiranten der Kunsthochschule Gelegenheit zu geben, sich in Farbe zu üben.

Ich blieb bei Schwarzweiß und Kohle. Mein Blick wurde von den Papprollen angezogen. Warum mich nicht mal an denen versuchen? Nach einer Stunde hatte ich die Szenerie skizziert.

Ich brauchte dann noch zwei weitere Stunden, um die Zeichnung fertigzustellen. Den Platz vor mir hatte inzwischen ein anderer Teilnehmer, der an einem Querformat arbeitete, eingenommen (s. Foto), aber ich beließ es bei der ursprünglichen Anordnung. Hier kannst du auch die Große der Zeichenpappen einschätzen, auf denen gemalt und gezeichnet wird.

Die Zeichnung solo. An Genauigkeit lässt sie nichts zu wünschen übrig.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Morgenschwimmen in Akrogiali

Vor dem Frühstück die erste Runde schwimmen – genau, das ist das Rezept, um bei den anhaltend hohen Temperaturen fit zu bleiben. Neuerdings kommt auch mein Mann mit, und so fahren wir an einen gemütlichen Strand, den der „Verschönerungsverein“ des Nachbardorfes hübsch hergerichtet hat. (ich zeigte hier schon mal Fotos davon). Die Bänke, Wände und Blumenkästen sind neu  gestrichen und bemalt, das Bücherregal neu bestückt. Heute brachten auch wir ein paar ausgelesene Bücher und stellten sie dazu.

Der weite Strand ist zu dieser frühen Stunde noch fast leer, das Meer transparent. Der waldige Hang gegenüber färbt das Wasser hübsch grün ein, und es macht große Freude, hier zu schwimmen und, nun ja, dabei auch leise zu singen.

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Dienstags-Drabble: Weltenall (kata-strophisch)

Ein Dienstags-Drabble,  im kata-strophischen Reimformat.

Ein Text – hundert Wörter, davon die drei  vorgegebenenen: „Unterhalten, liederlich, Original“. Danke, Heide, für den Impuls!

2024-07-19 Drabble-Einladung 3 Wörter f. Di 23.07.2024 Goethe 2

Das Weltenall – ein  hübscher Ball

Komm her und lass uns spielen!

Entstand einst aus nem großen Knall

Aus dem die Teile fielen.

 

Ein bisschen liederlich gings her

Ich kann es nicht verhehlen

So manches Teil gibt es nicht mehr

Man merkt schon, dass sie fehlen

 

Das Original von dieser Welt

War lebensvoll und heiter

Seither sie immer tiefer fällt

Und stürzet immer weiter.

 

Du änderst niemals ihren Lauf

So sehr du deshalb wütest.

So wie sie ist, nimm sie in Kauf

Sieh zu, dass du sie hütest!

 

Sie unterhält dich ja recht gut.

Drum Kopf hoch, Mensch, und fasse Mut!

 

 

 

 

 

 

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verrückte Raumarchitektur 2 (tägliches Zeichnen)

Gestern machte ich eine Kohlezeichnung mit dem Titel „verrückte Raumarchitektur“.

Heute machte ich eine zweite von einer anderen Ecke meines Ateliers, die ich zuvor absichtlich chaotisierte, indem ich Tisch und Stühle und auch den Ventilator ins Bild rückte. 

Mein Bestreben war erneut, die vielen Linien und Flächen der Gegenstände auf der Zeichenfläche in einer zweidimensionen „Raumarchitektur“ anzuordnen.

 

Ich habe die Zeichnung dann im Raum fotografiert, um zu testen, wie sich die gezeichneten Linien und Flächen zu denen der realen Gegenstände verhalten.

Dasselbe in Schwarz-Weiß:

Überblendet mit der Fotografie und farbverstärkt;

 

 

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Verrückte Raumarchitektur (tägliches Zeichnen und Überblendung)

Meine letzten Kohlezeichnungen haben als Zentrum eine Vase, um den sich der Raum als Neben- und Hintergrund ordnet.

Heute stelle ich drei Gefäße auf das runde Tischchen (links im Foto), doch ist mein eigentliches Motiv der Raum mit seinen wild gegeneinander verschobenen Linien und Flächen. Dieses Chaos heißt es auf der zweidimensionalen Zeichenfläche zu ordnen.

Ich wähle das Hochformat und stapele die Raumelemente übereinander, damit sie sich nicht in der Breite verlaufen. Drum der Titel „Verrückte Raumarchitektur“.

Bei der farbigen Variante wird die Illusion von Raumtiefe  teilweise wiederhergestellt, da Blau den Eindruck von Ferne, Rot von Nähe hervorruft.

Einen Ausschnitt des Fotos überblende ich mit dem entsprechenden Ausschnitt der Zeichnung. So entsteht ein kubistisch anmutendes „Gemälde“.

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Etüdensommerpausenintermezzo No 3: So gehts auch.

Gehts noch? Gehts noch mal, alle zwölf Wörter in einem sinnvollen Text unterzubringen? O ja, was zweimal ging, geht auch ein drittes Mal.

Die unterzubringenden Wörter sind:

Balkonbewohner
Blütentraum
Gewitterfront
Lampenfieber
Portrait
Schnickschnack
Streuobstwiese
Unzulänglichkeiten
Vergebung
Vollidiot
Warnung
Wünschelrute

Gereimt habe ich diesmal (fast) nicht, stattdessen die „gebundene Rede“ gewählt, die so schön altertümlich wirkt. 

Danke, Christiane, für das Format der Etüdensommerpausenintermezzen, das mir hilft, an diesen heißen Tagen nicht total zu verblöden. Viel Spaß beim Lesen!

Schau ihn dir nur an, den Mann!

Typischer Balkonbewohner

Hockt dort rum, anstatt im Freien

Seinen Geist mal aufzufrischen!

 

Hockt und denkt sich, wie sein Portrait

Auf den Titelseiten glänzet

Und sein Ruf den Ruf der Toten

Deutlich in den Schatten stellet.

 

Was an Unzulänglichkeiten

Ihm vorher mal unterlaufen

Wird vergessen, denn ab heute

Wird er als Genie gefeiert!

 

Mögen auch Gewitterfronten

Drohen, eine Warnung rufen,

mögen Dichter Sprüche klopfen

von den leeren Blütenträumen

 

ihm ist all das Schnickschnack nur

das bringt ihn nicht aus der Spur!

 

Hat ja alles durchstudieret

Kennt die Karten und die Zeichen,

Hat ja auch die Wünschelrute

die zum Ziel ihn sicher führet.

 

Und so nimmt er denn die Rute

Auf geht’s zu der Streuobstwiese!

ist schon voller Lampenfieber

Ob des bald errungnen Ruhmes

 

Denn dort drüben, bei dem Baume

Einer Esche, wird er fündig.

Und Vergebung ist ihm sicher

war er auch bis gestern sündig.

 

So ist die Welt der Vollidioten

die nach Rezepten bei den Toten

suchen um sie herzuzerren

damit wir unser Maul aufsperren

Ob der Wunder, die sie fanden

auch wenn wir gar nichts verstanden.

Leonardo da Vinci, von mir kopiert (Feder)

 

 

 

 

 

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Vase vor Gemälde (tägliches Zeichnen und digitale Bearbeitung)

Vor ein paar Tagen machte ich eine schnelle Kohlezeichnung mit Vase (hier)

Heute zeichnete ich eine andere Vase, aus anderem Winkel vor demselben Gemälde und benutzte dafür wieder eine Leinwand und Kohle.

Der spontane Wechsel zwischen Linie und Fläche und das Zusammenspiel von Vorder- und Hintergrund machen mir Spaß, zumal die Leinwand, wenn man mit der breiten Seite der Kohle zeichnet, einen lebendigen Abrieb erzeugt.

Dieser Effekt wird noch deutlicher, wenn man die Restfarben der fotografierten Zeichnung verstärkt.

Natürlich habe ich auch wieder eine Überblendung der Zeichnung mit einem Foto gemacht und das Ergebnis mithilfe von Filtern etwas „weichgezeichnet“.

            50 % Zeichnung                   +     50 %   Fotografie          =         digitales Bild

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