Mann am Schreibtisch (tägliches Zeichnen)

Der März begann trüb und müde. Sogar der Strom fiel aus – wie fast immer, wenn es regnet. Ich nutzte den Moment fürs tägliche Zeichnen (Kugelschreiber in Zeichenblock).

Mein Mann bemäkelte, dass die Perspektive des Tisches nicht stimmt. Da hat er natürlich recht. Wie aber soll ich einen Tisch richtig zeichnen, der so vollgekramt ist, dass man die Kanten nicht sieht?

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Christstern (Tägliches Zeichnen)

Um den Schalttag zu ehren und ihm einen kleinen Stempel aufzudrücken, habe ich noch schnell eine Skizze mit Filzstift gemacht. Als Modell diente mir der Christstern, den ich vor nun schon über zwei Monaten ins Haus holte – als weihnachtlichen Schmuck.

Ich hatte ihn längst in den Garten pflanzen wollen – aber nun… Er ist halt noch immer drinnen, und ich zeichnete ihn-

 

Das Foto wurde etwas dunkel – ist halt schon Nacht, und die Lichtverhältnisse lassen zu wünschen übrig.

Nun gute Nacht, und wir sehen uns im März dann wieder!

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Und sie bewegen sich doch!

Und sie bewegt sich doch! die Eisenbahn, dachte ich, als ich deine Bearbeitung sah, liebe Babsi. Hab ganz herzlichen Dank, dass du meine Bilder in Bewegung gesetzt hast. Ich fand diese Bewegung in deinen Werken ja so interessant, dass ich dich bat, dich auch mal an einem meiner Bilder zu versuchen. Ich selbst war dazu nicht in der Lage. Die Elektronik ist mir halt immer noch ein Buch mit etlichen Siegeln. Um so mehr freue ich mich, dass du dir die Mühe gemacht hast.

Die Bewegung ist bedächtig, und so müsst ihr schon ein wenig hinschauen, wenn ihr sie sehen wollt. Viel Spaß!

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Überlegungen zur Malerei: Wie werden die Farben eines Gemäldes sichtbar? (kleine Beobachtungen)

Um ein Gemälde sichtbar zu machen, muss man es auf irgendeine Weise beleuchten. Das ist so banal, dass die meisten Menschen, die Bilder betrachten, vergessen, wie stark die Farben eines Bildes von der Beleuchtung abhängen. (Selbstverständlich gibt es noch viele  andere Wirkungen, die aus der Art der Hängung folgen…)

Vielleicht hast du Petra Pawlofskis Arbeiten gesehen, die sie ins Atelierfenster hängte und unter verschiedenen Beleuchtungszuständen ablichtete. So entstand eine Reihe höchst komplexer Bilder, bei denen das Ursprungsbild zwar der Tonangeber ist, aber Sonnenstände und Spiegelungen als höchst bedeutsame Mitspieler bewusst gemacht werden (siehe hier).

Als ich Petras Reihe sah, fielen mir eigene Fotos ein, die ich von Gemälden in unserem Wohnraum machte, als sie von der tief stehenden Sonne getroffen wurden. Das obere hatte ich grad aufgehängt, das untere stand als Alternative bereit. Ein Lichtstreifen verband die beiden auf magische Weise, machte sie zu einem Bild.

Es sind zwei farblich sehr verschiedene Bilder, doch der Sonnenstreifen wandelten sie einander an.

oben hängendes Bild                                               unten stehendes Bild

 

An eben dieser Stelle der Wand hing zuvor ein anderes Bild. Eines Tages bemerkte ich, wie es im Licht der tief stehenden Sonne aufleuchtete. Und machte ein Foto. In dem breiten orangefarbenen Streifen bilden sich der Schatten des Fenstergitters ab. Es fügt sich in das Bild ein, als sei es ein Teil der Zeichnung.

„Normal“ beleuchtet sieht das Bild etwa so aus…. „Etwa“, sage ich, denn auch diese Farben entsprechen nur annäherungsweise dem, was ich gemalt habe.

Am Segelhafen 6 (Vor Sonnenaufgang)

Hier noch eine Ansicht desselben Bildes,  wie es von einem Licht leicht gestreift wird. Das Rosa ist hier sehr viel intensiver und das Rot des Segels zeigt keine Spur von Orange.

Das Thema lässt sich in zwei Richtungen weiterdenken: a) unter welchen Lichtverhältnissen arbeitet der Maler? Und wie sehr entsprechen diese den Verhältnissen, unter denen das Bild schließlich gezeigt wird? b) Wie steht es mit der Farbähnlichkeit von Originalen und reproduzierten Bildern? (Und was heißt „Farbähnlichkeit“, wenn das Original unter wechselnden Lichtverhältnissen in Erscheinung tritt, die Reproduktion hingegen standardisiert und „immer gleich“ ist?)

 

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Eisenbahn (tägliches Zeichnen)

Die Eisenbahn (was für ein Wort auch!) galt mal als Symbol der industriellen Revolution und hat etliche Maler zu großartigen Werken inspiriert. Dazu gehören unbedingt Claude Monets zwölf Gemälde vom Bahnhof Saint-Lazare.

Bielde:Claude Monet 004.jpg

Damit ist es hier in Kalamata schon längst vorbei. Kein Dampf, kein fauchender Lärm, keine uniformierten Signalgeber und Weichensteller, keine Reisenden mit Hüten, Pelerinen, Koffern, Kisten, Trägern…. Hier sind die Loks und Waggons in einem Open-Air-Museum zu besichtigen. Es ist ein öffentlicher Park, man durchquert ihn zu Fuß oder per Fahrrad, ohne die ausgestellten Maschinen groß zu beachten. Zwischenzeitlich wurden sie auch von Obdachlosen belegt, aber damit ist es nun vorbei, die Waggons wurden renoviert und das Gelände wird überwacht.

Gestern setzte ich mich auf die hölzenden Stufen eines Waggons und machte eine Filzstift-Skizze des Zuges, der auf dem Gleis gegenüber geparkt ist. Eine alte schwer beladene Frau kommt vorbei und fragt, wie man hier halt fragt. „Malst du?“ „…“ „Was malst du?“. Ich weise auf die Bahn gegenüber. Sie blickt erstaunt, so als hätte sie sie noch nie gesehen, oder als wäre ihr der Gedanke nie gekommen, dass man so etwas „malen“ könne. Dann schleppt sie sich weiter. Sie wäre natürlich ein interessanteres Motiv gewesen als diese propere museale Bahn vor dem stillgelegten Bahnhofsgebäude, das nun ein kommunales Cafe beherbergt.

Um der Zeichnung Farbe zu geben, habe ich es mit einem Foto überblendet. Dadurch kommt fast so etwas wie eine Bewegung auf. Ob die Bahn doch noch einmal Fahrt aufnehmen wird?

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Lin hoch 3

Bitte recht freundlich!

Na also! (Kater Lin bei der Foto-Session).

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Drabble: Auch Loslassen ist eine Kunst, die geübt sein will

Auch ich wollte es einmal versuchen! Was? Mir einen 100-Wörter-Text zu Grinsekatz‘ > 3 Drabble-Worte für den 27.2.2024  hängen – Übergabe  – feinfühlig auszudenken. Hier ist er:

Vor der Übergabe des Bildes, in das er seine Seele hineingemalt hatte, hatte er kein Auge zumachen können. Es war natürlich großartig, dass sich ein Käufer gefunden hatte. Der Preis war nicht wirklich befriedigend, aber sein Agent hatte ihm heftig zugeredet: Dieser Sammler sei eine einmalige Chance, in Zukunft seien sicher weitere Ankäufe möglich, schon bald würden seine Werke in den bedeutendsten Museen hängen! Schließlich hatte er schweren Herzens zugesagt. Nun stand er in einem Büro, hielt einen Scheck in Händen und sah noch, wie die Sekretärin sein Meisterwerk wenig feinfühlig hinter einen Aktenschrank schob, bevor er das Bewusstsein verlor.

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Überlegungen zur Malerei fortgesetzt: Beziehungsdramatik

Das Folgende ist eine zweite Fortsetzung von Überlegungen, die ich unter dem Titel „Pareidolie/Gesichter sehen“ begann und unter dem Titel „Mensch im Bild/Perspektivwechsel“ fortsetzte.

Vielfigurenbilder galten früher als das A und O der Malerei. Und tatsächlich erfordert es hochentwickelte malerische Fähigkeiten, stumme Protagonisten zum Sprechen zu bringen und ihre Beziehungen untereinander zu verdeutlichen. Übliche Darstellungsmittel sind die Größenunterschiede zwischen den dargestellten Personen, ihre Bekleidung, Haltung, Gesten und Blicke, durch die sie zueinander in Beziehung treten. So entsteht ein aussagekräftiges kommunikatives Gewebe, das auf direkte Sprache verzichten kann. Man sieht, wer wichtig und wer unwichtig ist, wer Sprecher und Zuhörer, Täter und Opfer, Liebender, Kämpfender…

Eine besondere Rolle kommt immer schon den Gesten und Blicken zu. Der Grund ist einfach: Gesten und Blicke geben Richtungen an und verbinden so die Einzel-Figuren in verständlicher Weise. Als Betrachter muss man sich Zeit nehmen, ihnen zu folgen, will man nicht beim Offensichtlichen bleiben, sondern sich den inneren Sinn des Bildes erschließen

Um das ein wenig zu veranschaulichen, stelle ich zwei „Dramatiker der Malerei“ einander gegenüber: Giotto (1267/1276 – 8. Januar 1337), der der Frührenaissance zugeordnet wird, und Max Beckmann (1884-1950), einem „Modernen“ des beginnenden 20. Jahrhunderts und Leidenden am 1. Weltkriegs.  Die Illustrationen entnehme ich folgenden Büchern:

Natürlich will ich hier nicht das Werk dieser beiden großen und so verschiedenen Maler würdigen, sondern beschränke mich auf diesen einen Aspekt: Wie stellen sie die Beziehungen zwischen den abgebildeten Menschen dar?

Zweimal Giotto: eine Kreuzigungs- und eine Verratsszene.

Kreuzigung-Detail: Die Menschen schauen sich an, berühren sich, man sieht sie miteinander sprechen, man sieht, wie sie zuhören, zu verstehen suchen. Eine Person, hervorgehoben durch Heilgenschein und Krone, weist mit erhobener Hand auf die Zentralszene, eine andere schaut in die angegebene Richtung und stellt so eine Verbindung zum Zentrum her.

Verratsszene, Detail: Intensiver Augenkontakt zwischen Jesus und Judas, in den die Umstehenden förmlich hineingesogen werden. Ihre Augen sind weit geöffnet, schauen. Nichts kann sie ablenken, auch nicht die herumfuchtelnden Speere, Knüppel, Hörner. Jesus ist das ruhige, unübersehbare Zentrum:  geradlinig,  tief schaut er in Judas‘ Augen, der seinerseits stiert, die Backen aufbläst, umarmt, wo Verrat gemeint ist.

Beiden Bildern ist gemein, dass die Personen in unmittelbarem, intensivem zwischenmenschlichem Austausch stehen.

Auch Beckmann hat während des Krieges Szenen aus dem Neuen Testament gemalt: Kreuzesabnahme und Jesus und die Sünderin (beide 1917).

Ich habe überlegt, ob ich diese Bilder heranziehen soll, denn das, was ich an Beckmanns Bildern so charakteristisch finde, ist hier noch nicht voll zum Durchbruch gekommen: die Kommunikationslosigkeit seiner Figuren. Aber in Ansätzen ist sie schon vorhanden.

Kreuzigungs-Detail:

Die eine Figur schaut aus dem Bild heraus und macht mit der Hand die für Heiligenbilder typische hinweisende Geste. Diese Geste sagt: Schaut hin. Die andere Figur schirmt sich vom Anblick des Toten ab, schließt die Augen, formt eine abwehrende verkrampfte Faust: Sie will nicht hinschauen, verweigert sich.

Sünderin-Detail:

Hier ist es der Ankläger, der hinweist (schaut hin!) und sich zugleich entschieden abwendet, die Augen schließt und sogar zusammenkneift, um deutlich zu machen, dass er keinesfalls hinzuschauen gedenkt. Denn das, was er sehen würde, wäre ein schönes sündiges Weib. Auch Jesus macht eine doppelte Bewegung: Abwehr der Herandrängenden und Einbeziehung der Knieenden. Sein Auge ist weit offen in ein Jenseits gerichtet oder geschlossen – es bleibt ambivalent. Die „Sünderin“ hat die Augen geschlossen und berührt den Mantel Jesu. Es ist eine tief sich einfühlende Berührung. Obgleich ihre weibliche Schönheit dargestellt ist (Haarfarbe, offener Busen), ist sie ganz innerlich: alles, was geschieht, geschieht in ihr. Die aggressiven Gebärden der Männer können sie nicht erreichen.

Das Schließen der Augen kann also sehr verschiedenes bedeuten: Nicht hinschauen wollen, weil der Anblick schrecklich bzw. verlockend ist, oder aber innere Konzentration und Binnenschau.

Familienbild (1920)

Die abgebildeten Personen sind identifizierbar als Selbst, Ehefrau, Sohn, Schwiegermutter, Schwägerin, Haushaltshilfe. Eingepfercht im engen Kastenraum wie auf einer Bühne ist jeder mit sich selbst beschäftigt, sinniert, liest, überprüft die Frisur, verbirgt das Gesicht. Matt und schlapp der Maler mit seinem Kopfverband, das Horn in der einen Hand, die andere wie auffangend gekrümmt. Keine Hand reicht nach der anderen aus, kein Auge sucht das andere. Kommunikation findet nicht statt.

Vor dem Maskenball (1922)

In dieser Reprise des Familienbildes mit allen Attributen der bürgerlichen Gemütlichkeit gibt es mehr Raum zwischen den Personen, was sie noch beziehungsloser erscheinen lässt. Man ist fertig gekleidet für den Maskenball, doch nichts geschieht. Trompete und Tamburin schweigen. Jeder wartet für sich allein, mit sich selbst befasst, ohne Kontakt zu den anderen. Warten auf was? Auf etwas, das eintreten wird. Der Maler sieht es wohl schon, denn sein Blick hinter der Maske ist hellwach und geradeaus auf uns, die Betrachter, gerichtet.

Stärker als in diesen „friedlichen“ Familienszenen ist die Beziehungs- und Kommunikationslosigkeit in anderen Bildern dieser Zeit ausgedrückt – zum Beispiel im „Frauenbad“ titulierten Werk von 1919.

Alle Protagonistinnen schauen geradezu angestrengt in Richtungen, wo ihr Blick nicht auf andere trifft. Das ist gar nicht so einfach, denn sie sind ja auf engstem Raum zusammengedrängt. Die Frau auf der Schaukel bricht förmlich raus aus dem engen Raum, um ihrem selbstbezogenen Vergnügen nachzugehen. Alt und Jung drehen sich den Rücken zu. In Nischen hocken Kinder, um die sich niemand kümmert. Nur ganz vorn gibt es eine kleine Figur, ein Mädchen vielleicht, das einem krabbelnden Baby die offenen Hände hinstreckt.

Charakteristisch für diese Figurenbilder ist, dass sie „zentrifugal“ sind: sie haben kein haltendes Zentrum. Auch gibt es keinen haltenden Rahmen, das Geschehen könnte sich, genauso eng und beziehungslos, endlos in alle Richtungen fortsetzen. 

„Jeder für sich und Gott gegen alle“, fällt mir dazu ein – der Titel von Werner Herzogs Film über Kaspar Hauser.

 

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nachtspaziergang unter dem Vollmond

Nicht nur anderswo ist Wetter! Auch bei uns gibt es Wetter, und es lohnt sich, immer wieder drüber zu reden.

Heute Nacht, nachdem ein Unwetter mit viel Getöse vorbeigegangen war und Mond und Sterne wieder hinter den Wolken hervortraten, machten wir einen Nachtspaziergang.

Hell war die Nacht. Alles Trübe war aus der Atmosphäre gewaschen. Rundum türmten sich gewaltige weiße Wolkenberge, die den Mond manchmal verdeckten, dann wieder freigaben.

Aufgenommen habe ich die Fotos mit dem Handy, kurz nach Mitternacht. Heimkommend bemerkte ich, dass der dicke weißgelbe Nachbarschafts-Kater, der sich nicht vertreiben lässt, die Schutzhütte bezogen hat, die ich für die Katzen aufstellte. Vielleicht siehst du ihn auch?

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Über das Wetter anderswo

Den unvergleichliche Fotoschatz von Steve McQueen mitsamt den klugen Kommentaren möchte ich allen, die ihn noch nicht kennen, als Montagsgabe schenken. 🦉
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