Drabble: Lob des Filzes (kata-strophisch)

Filzpantoffel +  erwidern + nachdenklich sind die Wörter, die diesmal in einen Text von 100 Wörtern einzubauen sind. Gespendet hat sie Heide von der Puzzleblume (hier), die auch die ganze Aktion begleitet und überwacht.

Pantoffeln gibt’s in großer Zahl

Und wer die Wahl hat, hat die Qual.

Mathilde prüft das Sortiment,

Wie man die Schuhversammlung nennt.

Sie möchte Filzpantoffeln haben

Denn Filz hat ganz besondre Gaben.

 

Schafwollefilz muss es schon sein

Die Kunststoffschuhe sind gemein.

Auch sollten sie nicht plump gediegen,

Vielmehr sich schick ums Füßchen schmiegen.

Nachdenklich schaut sie auf ein Paar

„Ob ihr wohl haltet übers Jahr?“

 

Das Paar erwidert: „Yes, Madame

Wir sind von altem Filzesstamm.

Auch bei den härt’sten Tests und Proben

Verblieb den Prüfern nichts als Loben.“

 

Gut Verfilztes hält

Auch wenn die Welt

In Stücke fällt.

Politischer Nebensinn ist durchaus beabsichtigt. Die Schnipsel für die Legebilder stammen aus einer Schnipselspende von Leela.

Veröffentlicht unter Allgemein, Drabble, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Politik | Verschlagwortet mit , , , , | 6 Kommentare

Adventskalender (17.12.)

Und was steckt heute hinter dem Türchen des Adventskalenders? Ein Plüschhund!!

Ja, warum nicht auch mal der Plüschhund? Er zog bei uns als Trost für den verstorbenen Tito ein, eine Freundin ließ ihn uns hier. Ob er sich wohl von dem bunten Katzenspielball animieren lässt?

Die Papiere im Hintergrund gehören übrigens meinem Mann, der immer noch handschriftlich nachdenkt, und zwar mit Vorliebe auf kariertem Papier. Erst wenn seine Gedanken ausgereift sind, tippt er sie in den Computer ein.

Die bisher geöffneten Türchen:

 

Veröffentlicht unter Adventskalender, Allgemein, Leben, Meine Kunst, schreiben, Tiere, Zeichnung | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Alkyonische Tage

Es sind laue, „alkyonische“ Tage, Tage, an denen, wie der Mythos sagt, der Frühling in den  Winter einbricht, damit der Eisvogel brüten kann. Eigentlich erwarten wir diese Tage im Januar, aber was heißt schon „eigentlich“. Sie haben entschieden, dass sie auch im Dezember einziehen können – basta!

Der Regen der letzten Woche hat dafür gesorgt, dass die Erde sich mit einem grünen Flor bedeckt hat und die Oliven sich mit Saft füllen. Aber so richtig tief durchfeuchtet ist die Erde noch nicht. Es darf also gerne weiterregnen.

Immerhin gibt es schöne weiße Wolkenberge, und auf dem höchsten Gipfel des Taygetos, den ich von unserem Haus aus sehen kann –  benannt nach dem Hl. Elias* -, liegt etwas Schnee. In den Furchen aufgepflügter Feldern hält sich die Feuchtigkeit. Also will ich nicht meckern, sondern das Beste hoffen.

gegen Mittag

Gegen Abend

*Hl Elias heißen hier so gut wie alle höchsten Gipfel. Warum wohl? „Der Bibel zufolge starb Elias keines irdischen Todes, sondern wurde bei Jericho in einem Flammenwagen mit feurigen Pferden entrückt.“ (Quelle: hier)

Das Bild vom Flammenwagen mit feurigen Pferden erinnert natürlich an einen anderen … nun, sagen wir, Titanen, namens Helios, Sonnengott. Wenn man die beiden Namen im Griechischen nebeneinander sieht, kann man sie kaum unterscheiden:

ΗΛΙΑΣ – ΗΛΙΟΣ

Da kann schon leicht eine Verwechslung eintreten.

Elias ist wegen seiner spektakulären Himmelfahrt der Schutzheilige der Luftfahrt.

Apropos Regen: „Das historische Vorbild der Figur (des „Elias“) war wohl ein Wanderprediger aus dem Ostjordanland, der um 850 v. Chr. in Israel wirkte und unter anderem als magischer Regenmacher galt.“ (ebenda)

„Am 20. Juli, dem Namenstag des Ilias, sagen die Hirten auch das Wetter für das ganze Jahr voraus. Ist der Himmel an diesem Tag wolkenlos, steht ein milder Winter bevor, ist er bedeckt, kommt ein harter Winter.“ (Quelle: hier)

Leider weiß ich nicht mehr, was für ein Wetter wir am 20. Juli d.J. hatten, aber ich vermute, dass der Tag „wolkenlos“ war. Ein „milder Winter“ wäre also das, was wir zu erwarten haben.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Mythologie, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten, Umwelt | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Adventskalender (16.12.)

Das Türlein des Adventskalenders öffnet sich zum 16. Mal. Und nachdem gestern gar keine Zeichnung erschien, zeigt sich heute ein … Doppelportrait, verteilt auf zwei Seiten des Zeichenbuches. 

 

Falls du wissen willst, was ich mir beim Zeichnen so dachte, lies auch dies noch:

Mein erster Gedanke an diesem Montag ist, mich selbst zum Thema des Adventskalenders zu machen, mich also in einem Spiegel zu betrachten und zu zeichnen, als wäre ich ein Tintenfass oder eine Knochenvase.

Mein zweiter Gedanke ist, eine Tarotkarte in meiner Hand zu zeichnen. Ich habe einen Satz griechischer Tarotkarten und ziehe gelegentlich eine Karte. Ich mische und finde die „Königin der Münzen“ – zum dritten Mal hintereinander.  Es ist eine schöne gekrönte Frau in rotem Gewand, die hingebungsvoll eine Münze mit dem Pentagramm betrachtet. Rosen überranken ihren Thron, und der Himmel strahlt in reinem Gold. Die Karte spricht von Schönheit, Wohlstand, Naturverbundenheit, Weiblichkeit, Mütterlichkeit. Was will mir die Karte sagen? Warum verfolgt sie mich dieser Tage? Sie enthält für mich die Aufforderung, meine Weiblichkeit bewusst wahrzunehmen und ihre Qualitäten zu schätzen. Wer war ich als Frau im Laufe meines Lebens und wer bin ich heute, im gegenwärtigen Moment?

Ich zeichne zuerst etwas unbeholfen (das Zeichenbuch lässt sich nicht glatt öffnen) mein Gesicht im Spiegel, dahinter das gelbe Kästchen mit den Tarotkarten (TAPO auf griechisch).

Auf dem gegenüberliegenden Blatt zeichne ich meine Hand, die die Tarotkarte zieht, im Hintergrund erscheint die Zeichnung mit dem Portrait.

Auf diese Weise entsteht der Eindruck, als vergleiche die Handinhaberin sich selbst mit der „Königin der Münzen“, „reflektiere“ ihre Weiblichkeit anhand einer Idealvorstellung. Eine interessante Erfahrung.

Die bisher geöffneten Türen im Überblick:

 

 

 

Veröffentlicht unter Adventskalender, Allgemein, Kunst, Leben, Meine Kunst, Methode, Natur, Philosophie, Psyche, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , , , | 22 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Paneurhythmietanzen am Meer

Wir hatten uns am Vormittag zum Paneurhythmietanzen im Eisenbahnmuseumspark verabredet, aber es regnete in Kalamata. Und so trafen wir uns gegen Mittag am Strand des Filoxenia-Hotels, wo es eine kleine Überdachung gibt.  Die war dann gar nicht nötig, denn wie es hier oft ist, hellt es nach einem Regen schnell wieder auf.

Und so tanzten wir, fünf befreundete Frauen, bei leiser Musik  und kräftigem Meeresrauschen unsere Runden, entspannt und ziemlich glücklich.

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, Leben, Musik, Natur, Psyche, Tagebuch der Lustbarkeiten, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , , | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Vollmondnacht und Gurrelieder mit Legebild

Nicht nur der 3. Advent steht uns ins Haus, sondern auch die letzte Vollmondnacht dieses Jahres. Vorhin wanderte ich ein wenig in ihrem Zauberlicht herum.

Es ist sehr hell, denn der Himmel ist bewölkt und reflektiert die elektrische Beleuchtung der Siedlungen. Zwischen den Wolken tritt dann und wann der Mond mit einem großen Hof hervor. Da ich zuvor im „Cabinet des Christian Erdmann“ Schönbergs „Gurrelieder“ verlinkt sah, höre ich sie mir nun, an die Steinmauer unseres Hauses gelehnt, an, während die Katzen um meine Beine streichen und ich den Blick zwischen der schwarzen Krone der riesenhaften Pinie, dem silbrig glänzenden Olivenlaub und dem dunstigen vom Mondlicht durchstrahlten Tal wandern lasse.

Ein zuvor entstandenes Legebild passt ganz gut dazu.

Vollmondnacht

Das Legebild ist aus demselben Schreibmaschinenblatt entstanden, aus dem auch das Bild für den Adventskalender hervorging. Die Stücke sind etwas größer. Ich habe sie dann für das Adventskalenderbild kleiner gerissen. Beide Bilder entsprechen jeweils genau einem DINA4-Blatt.

15.12., 3. Advent

Veröffentlicht unter Allgemein, alte Kulturen, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Musik, Natur, Psyche, Tiere | Verschlagwortet mit , , , , | 10 Kommentare

Adventskalender (15.12., Dritter Advent)

Schon ist der Dritte Advent und das nächste Türchen geht auf … Nanu? Keine Zeichnung?

Entstanden ist dies Wichtel-Legebild, als ich in trüber Stimmung im Atelier stehe und missmutig ein Blatt Schreibmaschinenpapier zerreiße. Lauter weiße Fetzen. Ich lege sie auf eine große schwarze Pappe, und meine Finger beginnen, sie zu ordnen. Je weiter sie damit kommen, desto mehr hellt sich meine Stimmung auf. Zum Schluss bekommt die Lütte mit dem feschen Hut, die die drei Adventskerzen hochleben lässt, noch ein lächelndes Gesicht. Ihr Gefährte lässt lauter Sterne als Friedenstauben über den nachtschwarzen Himmel fliegen, und die Wichtel lassen sich auch nicht lumpen. Wie immer stehen sie mit Werkzeugen und Geschenken bereit, um uns Menschen zu helfen, das, was wir grad zerstört haben, wieder aufzubauen und in eine harmonische Ordnung zu bringen.

Aus mutwillig Zerrissenem und schwarzer Nacht möge uns allen ein helles Bild der Freude, der Heilung und des Friedens aufsteigen! Ich wünsche allen hier Mitlesenden einen gesegneten Dritten Advent!

 

Veröffentlicht unter Adventskalender, Allgemein, Erziehung, Feiern, Katastrophe, Leben, Legearbeiten, Meine Kunst, Methode, Psyche, Trnsformation | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 9 Kommentare

Adventskalender (14.12.)

Das nächste Türchen geht auf. Und es erscheint: ein Tintenfass.

Dass außerdem auch Kabel im Bild rumliegen, ist ein Hinweis darauf, dass das Zeichnen oder Schreiben mit Tinte heute eher zu den ungewöhnlichen Tätigkeiten gehört. Schade, eigentlich. Wenn ich denke, wie lange die Menschen herumgeforscht und herumgeknobelt haben, bis sie eine lichtbeständige schwarze Tinte zustande brachten.

„Die ersten Anzeichen für die Verwendung von Tinte fand man in den alten Hochkulturen der Ägypter und Chinesen. Ca. 3000 vor Christus existierten schwarze und rote Tinten im Alten Ägypten – sie wurden aus Ruß oder eisenoxydhaltigen Erden, Wasser und einem gummiähnlichen Bindemittel (Gummi arabicum) hergestellt. In Ägypten hat man Tintenschrift aus Ruß auf Papyrusrollen gefunden, die trotz des Alters von mehreren Tausend Jahren noch ihre Schwärze und vollen Glanz behalten hat, auf Mumiengewändern aber entdeckte man auch Schriften, die silber- und platinhaltig waren.

Auch die Chinesen haben schon früh geschrieben: Um 2600 vor Christus trugen sie dazu eine Art Lack mit einem Bambusstab auf. In Stangen gepresst rieb man diese Trockenfarbe so lange in Wasser, bis man damit schreiben konnte. Nach M. Jametel (L`encre de chine, X) ist der Erfinder der chinesischen Tinte Tien-Tschen, der unter der Regierung des Kaisers Houangti (2697 bis 2597 vor Christus) lebte. Der Hauptbestandteil dieser Schreibflüssigkeiten war in beiden Ländern Ruß. Erst um 1000 vor Christus wurde dieser Schreibstoff in Fernost durch Tusche (indische Tinte) ersetzt. Diese wurde aus dem Ruß von verbrannter Nadelholzkohle und Lampenöl hergestellt und, mit einem Leim aus Gelatine vermischt, in Stangen gepresst und getrocknet. Die Tuschestange wurde bei Gebrauch so lange mit Wasser verrieben, bis die gewünschte Deckkraft erreicht war, eine Methode, die sich bis heute in der Kalligrafie erhalten hat.“ (Quelle: hier).

Die bisher geöffneten Türchen:

Veröffentlicht unter Adventskalender, Allgemein, Elektronik, Geschichte, Materialien, Meine Kunst, schreiben, Zeichnung | Verschlagwortet mit , , , , | 10 Kommentare

Lichtkringelsteine: neurografisch-meditativ

Als ich sinnend vor den Lichtkringelspielen sitze (hier), fällt mir ein, dass sich in meiner Tasche mein Zeichenbuch befindet. Warum nicht versuchen, dieses Spiel zu zeichnen? Aber nicht als realistische Wiedergabe, sondern meditativ-neurografisch?

Nun, ich versuchte es. Und es tat mir sehr gut, denn ich konnte das Gleiten des Lichts und der Wellen, die leichten Brechungen an den runden Steinen, das unermüdliche Abschleifen und Abrunden der Steine, aber auch den Widerstand der Felsen mitempfinden.

Die Schwarz-Weiß-Fassung bearbeitete ich dann zu Hause mit Buntstiften und schwarzen Filzstiften.Das Ergebnis ist ziemlich nah an dem, was ich angesichts des unruhig spielenden Wassers empfunden hatte. Doch nun störte mich die Unruhe. Ich fasste größere Bereiche in Kreisen zusammen und betonte einige Linien noch stärker. Dadurch brachte ich mehr Ruhe ins Bild, ohne die innere Bewegung abzuschwächen.

Veröffentlicht unter Allgemein, Leben, Natur, neurografisches Zeichnen, Psyche, Zwischen Himmel und Meer | Verschlagwortet mit , , , , | 5 Kommentare

Tagebuch der Lustbarkeiten: Lichtkringelbestickte Steine (kleine Beobachtungen)

Wann man die Gelegenheit hat, dem Spiel der Lichtkringel auf den Steinen im Meer zuzuschauen, kann es einem vorkommen, als werde man Zeuge der Entstehung neuer Steinmuster.

Tatsächlich gibt es hier überall graue runde Steine mit weißen Lineamenten. Diese Linien aber sind Lichtkringel, die über das flache Meereswasser hinspielen und den Steinen bewegliche Lichtmuster verpassen.

Diese Muster beobachtete ich heute an einem Küstenabschnitt, wo dicke Felsbrocken ins Meer gestürzt sind und sich die hereinströmenden Wellen, spielerisch hin und her schwappend, einen Ausweg suchen.

 

Veröffentlicht unter Allgemein, Fotografie, kleine Beobachtungen, Materialien, Natur, Tagebuch der Lustbarkeiten, Vom Meere | Verschlagwortet mit , , , , , , , | 16 Kommentare