2. Raunacht: Ass der Münzen

Für die zweite Raunacht – und für den Monat Februar  – zog ich aus dem Kartenhaufen das „Ass der Münzen“.

Da glänzt sie nun, die Münze in der Wolkenhand, und ruft mir zu: Mensch, du brauchst nur zuzugreifen. Ein Paradies ist die Erde, ein blühender Garten! Aber wenn dir das nicht genügt, geh hinaus, besteige die blauen Berge, finde heraus, was es damit auf sich hat. Überall ist Wunderland…

War der gestrige „König der Kelche“ der Herrscher über Wasser und Gefühlswelt, so ist das „Ass der Münzen“ das Versprechen, dass die Erde alles  fürs Leben Nötige bereithält und du mit „irdischen Gütern“ gesegnet sein wirst, wenn du deine fünf Sinne ordentlich benutzt. Deine Sinne erschließen dir ja die Schönheiten der Erde, und sie helfen dir auch, das für dich Nützliche hervorzubringen. Wenn du es nur willst, kannst du dir ein Leben erschaffen, das deinen Vorstellungen entspricht. Mach, tu, du selbst bist der Schmied deines Glücks. Das ungefähr ist die Bedeutung der Karte.

Ich mache eine wilde neurografische Skizze, bei der ich selbst (Kreis unten) im Rosengarten flaniere und zu den blauen Bergen (Dreiecke) hinausschaue, während hoch oben das glänzende Versprechen auf Mehr und Besseres durch die Lüfte gleitet.

Und ich denke bei mir: Wie soll ich denn das, was mir da oben als Wunsch vorschwebt, in die Wirklichkeit bringen? Auf der Karte gibt es überhaupt keine Verbindung zwischen dem Oben und Unten, und auch auf meiner Skizze ist sie verdammt schwach. Mein Bestreben ist daher, die Verbindung zu kräftigen. Ich möchte Kommunikationskanäle zwischen dem Gold der Münze und dem Grün meiner aufkeimenden Hoffnungen und Wünsche schaffen.

Und so verdichte ich, zeichnend und malend, mehr und mehr den Raum zwischen Oben und Unten, lasse das Grün dem goldenen Licht entgegenwachsen, umgebe das Ganze mit dem Rosarot der Liebesenergie.

Perfekt wird die Zeichnung nicht, aber das muss sie ja auch nicht. Es reicht, dass ich das Thema verstanden habe: Im Monat Februar wird es darum gehen, besser zu verstehen, wie sich Träume in Wirklichkeit übersetzen lassen und was dieser Übersetzung womöglich entgegensteht.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Reiche Olivenernte

Gestern und heute wurde bei uns geerntet. Dank des Regens, der uns die letzte Zeit beschert wurde, haben sich die Oliven sehr gut erholt. Und so füllten sich bald alle Säcke, und neue mussten herangeschafft werden. Ich fuhr auf gut Glück los, fand aber kein geöffnetes Geschäft. Am 2. Weihnachtstag ist alles geschlossen. Schließlich suchte ich unsere Ölmühle auf – die war auch zu, aber ich fand einen Angestellten, der mir einen Stapel Säcke auslieh. Glück gehabt! Denn die brauchten unsere Erntehelfer dringend.

Die Fahrt über die Dörfer bescherte mir, außer den Säcken, ein paar wunderbare Ausblicke auf das verschneite Gebirge.  Die Schneedecke ist noch recht dünn, aber sie ist weit heruntergekommen. Das dunkle zerklüfte Gebirge im Schnee, darüber ein wildes zerklüftetes Wolkengeziehe – schön war das! Zum Fotografieren blieb freilich keine Zeit. Später jedoch konnte ich vom Atelier aus ein Stück Regenbogen ablichten.

 

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1. Raunacht: König der Kelche

Wenn man das Jahr in Mondmonate umrechnet, kommt man auf 12 Monate plus 11 Tage bzw 12 Nächte. Diese „überschüssigen“ Nächte haben seit altersher die Gemüter der Menschen bewegt. Hier in Griechenland sieht man die Kalikanzari am Werk: sie machen uns das Leben mit allerhand Streichen schwer. Wirklich bösartig sind sie aber nicht.

Andere Gegenden, andere Sitten. Doch alle sind sich einig: irgendwas wird in diesen „toten Nächten“ nach der Wintersonnenwende ausgebrütet – und sei es auch nur das Neue Jahr. Und so eignen sie sich vortrefflich zur Spökenkiekerei und zum Wahrsagen.

Jede Nacht spiegelt einen der kommenden Monate.

Ab wann man die Raunächte zählt, ist verschieden. Ich beginne mit der Nacht zum 26.12. und ende mit der Nacht zum 6. 1.. Ich setzte ich daher in der vergangenen Nacht hin und guckte, was es wohl im nächsten Januar – dem Spiegelmonat für die erste Raunacht – zu bedenken und zu bearbeiten gibt.  Als Impulsgeber benutzte ich die Tarotkarten. Die gezogene Karte übersetzte ich in eine neurografische Zeichnung.

Es ist Mitternacht zwischen dem 25. und 26. Dezember 2024: Ich mische meine griechischen Tarotkarten und ziehe den „König der Kelche“. Der steht für die Beherrschung des Wassers bzw der oft chaotischen Gefühlswelt. Was sagt mir das? Im Januar tue ich gut daran, meine häufigen Stimmungsschwankungen unter Kontrolle zu bringen und aufzupassen, dass mich das, was mir aus dem Unterbewussten oder gar aus dem kollektiven Unbewussten ins Tagesbewusstsein schwappt, nicht verstört und aus den Gleisen wirft. Immer gut das Steuer halten!

 

Meine Zeichnung lehnt sich in Aufbau und Farben an die vorgegebene Karte an, aber natürlich will ich sie nicht abzeichnen, sondern herausfinden, was sie mir womöglich noch mitzuteilen hat und wie ich das, was sie mir über mich mitteilt, bearbeiten und verbessern kann. Ich will mich ja nicht dem „Kommenden“ einfach ausliefern, sondern es, soweit mir das möglich ist,  selbst formen.

Mit anderen Worten: Ich suche keine „Prophezeiung“, sondern nur einen Hinweis darauf, womit ich mich etwas intensiver befassen sollte. 

Während ich zeichne, wird mir klarer, worauf es bei der „Kontrolle der Gefühle“ und dem achtsamen Umgang mit den unbewussten Inhalten ankommt.

Das Bild, das nun als eine Art Motto über dem Januar 2025 steht, hat schließlich diese Form angenommen:

Heute Nacht werde ich die Karte für die zweite Raunacht und den Monat Februar ziehen.

 

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Weihnachtsmarkt und Weihnachtsmeer

Heute Mittag fuhren wir nach Kalamata, um den Weihnachtsmarkt zu besuchen. Das war natürlich die falscheste Zeit, es war sehr wenig los. Viele Büdchen hatten geschlossen, aber immerhin trafen wir Freundin Wasso an, die, wie auch die übrigen Büdchenbetreiber, durch den Verkauf von Kettchen, Ringen, Neujahrsamuletten und anderem Tineff und Klimbim ihren Lebensunterhalt verdient. Ich tauschte meinen vorjährigen Schlüsselanhänger (ein Boot) gegen einen neuen: einen Elefanten. Vermutlich made in China (rechts). Er sieht noch ein bisschen billiger aus als mein anderer Elefant-Schlüsselanhänger, der wohl made in India ist (links). Dieses Geschäftsmodell hat das heimische Weihnachtshandwerk völlig verdrängt.

Immerhin waren die „komischen“ Figuren, die ein Büdchen mit der Aufschrift „Platz der Wünsche“ zierten, wohl heimischer Inspiration.

Am späten Nachmittag schaffte ich es, das Meer zu besuchen. Ich brauche dazu wohl nichts weiter zu sagen. (Zum Größersehen bitte anklicken)

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Drabble: Lichtspender, kata-strophisch

Weihnachts-Drabble

Der Heilgabend fällt in diesem Jahr auf einen Dienstag, und das heißt: Drabbletag!  Bloggerkollege Wortman hat dafür gesorgt, dass die Drabble-Fans auch heute drei Wörter in einem 100-Wort-Text verarbeiten dürfen. Toaster – leuchten – Schrank sind die verlangten Wörter. Es gibt diesmal also zwei Nomen und kein Adjektiv.

Ich habs mal wieder mit Kata-Strophen – also mit einem gereimten Unsinns-Gedicht – versucht. Das Legematerial des Bildes stammt von Bruni – Wortbehagen.

Um Licht ist mir heut gar nicht bang

Ich hab in meinem Küchenschrank

Wohl siebzehn weiße Kerzen

Beklebt mit roten Herzen.

Die steck ich an den Weihnachtsbaum

Und schon erfüllt sich unser Raum

Mit Lebenslust und Scherzen.

 

Und wenn sie uns nicht leuchten wollen

Weil sie gekränkt sind und uns schmollen

Dann schmeiß ich halt den Toaster an

Der zeigt euch dann, was er so kann.

Er heizt mit seinen Transistoren,

Magneten und Kondensatoren

Die Stimmung auf und gibt auch Licht

Wenn es an Kerzenschein gebricht.

 

Und sinds nicht Toaster und nicht Kerzen

So lass es leuchten in dem Herzen.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nachdenken über das Schnipselbilderlegen

Draußen geht ein sanfter Regen nieder, und der geplante Besuch auf Kalamatas Weihnachtsmarkt ist ausgefallen. Ist das nun schlimm? Natürlich nicht.

Ich gehe ums Haus und die Treppe hinunter ins Atelier, trödele herum, nehme die weißen Schnipsel in die Hand, mit denen ich schon allerlei Bilder gelegt habe. Ihr kennt sie ja wohl.

Ich schiebe die Schnipsel zusammen auf einen Haufen und ziehe sie zu einem neuen Bild auseinander. Ein Krippenbild.

Das Schöne an alten, immer und immer wieder erzählten Geschichten ist, dass jeder sie kennt. Ein Wort, und schon stehen die Bilder vor dem inneren Auge. So auch bei „Krippenbild“. Es ist gar nicht nötig, ins Detail zu gehen.

Also bilde ich nur ein paar mittelgroße Schnipselhaufen. Et voila! Maria, Joseph, dazwischen die Krippe mit dem leuchtenden Köpfchen, darüber ein Engel, daneben tierische und zwergige Besucher.

Wieso aber ist die eine Figur Joseph? Weil die Geschichte es so will. Aussehen tut sie eher wie eine helfende Frau, die sich mit Maria die Sorge ums Jesuskind teilt. Das aber ist ikonografisch nicht vorgesehen. Also ist es Joseph, außer, der Künstler bestimmt es ausdrücklich anders.

 

Natürlich kann man auch ein bisschen sorgfältiger legen, so dass ein jeder erkennt, worum es sich handelt. Na? Erkannt?

Möchte man eine nicht ganz so bekannte Geschichte erzählen, muss man ein bisschen nachhelfen, zB mit einem Titel. Das folgende Bild könnte den Titel „Silvester“ tragen.

Eine Menschengruppe  steht unter dem linken Bogen der Brücke, die nach links ins offene Meer führt und dort abbricht. Sie unterhalten sich über das, was war und wie es war, sie debattieren über das Jahr 2024, das hier aufhört. Vielleicht warten sie auch auf das Feuerwerk, mit dem das Neue Jahr begrüßt wird. Nach rechts, Richtung Zukunft führt die Brücke aufs feste Land. Eine Dreiergruppe hat sich in diese Richtung gewendet und freut sich wohl, das Alte zurückzulassen.

Und was sagen uns die großen Brückenfiguren? Auf jeden Fall Gutes! Denn so gehört es sich für das Fest des Jahreswechsels.

Dass ich schon Bilder von Silvester und den Heiligen Drei Königen legte und hier zeige, obgleich heute Abend erst die Feier der Geburt stattfindet, möge man mir verzeihen. Es ist eben eine Geschichte, deren Episoden wir alle sehr gut kennen. Wir können den Text an beliebigen Stellen aufschlagen und wissen sogleich, wo sie einzuordnen sind. Wir brauchen die Erzählung nicht zu Ende zu lesen, um zu wissen, wie sie ausgeht.

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Adventskalender (24.12.) Frohe Weihnacht!

Jürgen von Linsenfutter veröffentlichte am 23.12. einen Beitrag, der mir den Ausruf entlockte: „Du bist der Held meines letzten Adventkalenderblatts“. Denn auch er will den Weihnachtsbaum lieber im Wald lassen und ihn dort schmücken.

Hier also mein letztes diesjähriges Adventskalenderblatt:

Es ist dunkle Nacht, aber der Schnee glänzt, und so ist alles gut zu erkennen. Der Papa, das Kind und der Hund sind hinausgegangen, den Tannenbaum zu schmücken. Ein Wichtel und ein Schaf haben sich auch eingefunden. Bald wird der Baum im Lichterglanz erstrahlen, und der Engel wird singen: „Vom Himmel hoch, da komm ich her, ich bring euch gute neue Mär. Der guten Mär bring ich so viel, davon ich singn und sagen will.“ (Text: Martin Luther). Wenn du genau hinhörst, wirst du vielleicht die schöne alte Mär von der Geburt eines Kindes in Bethlehem vernehmen, und obgleich die armen Eltern nur in einem Stall unterkamen, kamen die Hirten mit ihren Tieren angelaufen, die Engel jubilierten und drei weise Männer reisten von weither an, um sich vor ihm zu verneigen.

Das waren noch Zeiten!

Das Legebild ist aus denselben Schnipseln wie die anderen hier gezeigten entstanden. Die Schnipsel gewann ich, indem ich einen Bogen Schreibmaschinenpapier zerriss. Mehr braucht es nicht.

Hier nun noch einmal der ganze diesjährige Adventskalender, den ich mit viel Liebe gezeichnet bzw gelegt habe. Ich hoffe, ihr hattet eure Freude dran, genau so wie ich selbst. Im nächsten Jahr wird sich bestimmt ein neues Advents-Thema einstellen.

Apropos „neues Advents-Thema“: Vor drei Jahren machte ich zwei parallele Adventskalender – einen „fröhlichen“ und einen „schrecklichen“. https://gerdakazakou.com/2021/11/27/vorankuendigung-zweierlei-adventskalender/ Wenn du sie nicht kennst und Lust hast, schau mal vorbei. Die Zeiten damals waren auf eine vergleichbare Weise schön, aber auf andere Weise schrecklich.

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Daheim

Draußen regnet es, und hier drinnen brennt der Kamin. Eine kleine flackernde Lichterkette ist der einzige Weihnachtsschmuck. Musik gibt es auch: Johann Sebastian Bachs „Weihnachtsoratorium“ erfüllt den Raum mit Wohlklang und Erwartungsfreude.

Von meinem Platz am Computer bietet sich folgendes Bild:

Ich werde den Computer jetzt aber zumachen, mich neben meinen lesenden Mann auf das Sofa setzen und mich vom flackernden Kaminfeuer bescheinen lassen.

Noch näher ran? Ja, freilich! Und Schluss mit dem Tippen! Die Ohren wollen kein Tastengeklimper mehr hören, sondern diese begeisterten Gesänge.

Ich wünsche einen gemütlichen Vorweihnachtsabend!

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Adventskalender (23.12.)

Der vierte Advent ist vorbei, und es geht scharf auf Weihnachten zu. Ob es am 23. 12. überhaupt noch was zu sehen gibt?

Ich öffne das Türchen und JA! Da ist er, der Weihnachtsmann! Er ist zwar winzig und hat leicht in meiner Hand Platz, aber habe ich etwa erwartet, dass er in voller Größe bei mir reingeschneit kommt? Nein. Ich bin dankbar und zufrieden, dass er sich überhaupt gemeldet hat, wenn auch im Schrumpfformat.

Es ist doch der Weihnachtsmann, oder? Mütze, Mantel, Hosen – alles ok. Aber das Gesicht? Ist es vielleicht ein fake? Ist nicht mehr mehr auf die Weihnachtsmänner Verlass?

Nun, sei es, wie es sei! Lieber eine Eule in der Hand als den wahren Weihnachtsmann auf dem Dach!

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Wintersonnenwende plus 1

Die Sonne hat sich gewendet, und mit winzigen Schritten beginnt sie wieder ihren Aufstieg, nachdem sie ein halbes Jahr nichts anderes getan hat als abzusteigen. Ich nehme es als freundlichen Wink an die Menschheit, es doch auch einmal mit dem Aufstieg zu versuchen. Ein winziges Schrittchen in die richtige Richtung, und noch eins, und noch eins…. Geht doch!

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