Tägliches Zeichnen: Frauenportrait (5)

Ein fünftes Portrait, diesmal in Mischmaschtechnik: Aquarellstifte und Bleistift. Merkwürdigerweise finde ich, dass ich mir hier ziemlich ähnlich sehe – so wie ich vor dreißig Jahren aussah. Offenbar habe ich den Satz meines Mannes („Du machst dich älter als du bist“) allzu ernst genommen.

Mit den Aquarellstiften komme ich noch nicht klar. Gestern schaute ich mir eine ganze Reihe von Videos mit „Anleitungen für Anfänger“ an, aber ich gebe zu, dass ich überhaupt keine Lust habe, mich mit so netten feinen Arbeiten zu befassen, wie ich sie da bewundern durfte.

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Bummel am Meer

Ich drehte heute unterhalb „unserer“ Taverne eine Runde am Meer, auf die ich euch gerne mitnehmen möchte.

Die geweißte Mauer unterhalb der Taverne ist mit wildem Wein überwuchert.

Im Geröllstrand hat sich ein kleines Palmenwäldchen entwickelt.

Es verblüfft mich immer wieder, wie diese Bäumchen dem Sturm und dem Salzwasser standhalten können.

Auf der grob aus Felsen gefügten Mole wachsen kleine Feigenbäume und schwächliche Eichen. Sie sind mit dem Gestein aus dem Flussbett des Sandova herübergesiedelt und haben sich hier verwurzelt.

Über den Bergen verdichten sich die Wolken, aber sie lösen sich bald wieder auf.

Ich nehme den Weg über einen schmalen Steig, den ich immer mit meinem Hund Tito ging. Das steinerne Treppchen ist zusammegebrochen und wurde durch eine stabile Eisenkonstruktion ersetzt.

Die nächste Bucht

Oberhalb liegt eine Kirche, die man über einen privaten Weg erreicht. Der Glockenturm steht extra.

Hinter der Kirche gibt es ein großes grün bewachsenes Rund – einen ehemaligen Dreschplatz. Niemand kommt hierher. Man hat einen schönen Blick auf die nächste Bucht und auf Kalamata…

und aufs Vorgebirge. Leider wird jenseits des Ortes tüchtig gebaut.

Ich sitze hier gern auf der Umfassungsmauer, vor mir den Abgrund und das Meer. Vielleicht nehme ich das nächste Mal den Zeichenblock mit. …

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Tierleben: Großer und kleiner Ziegenbock

Wir haben hier in der Nähe einen Bauern – genauer einen Landpächter aus Albanien -, der vor den großen Festtagen Tiere besorgt, die er füttert und dann zum Schlachten bringt. Unser altes Brot hänge ich immer an seinen Zaun. So auch heute. Sogleich kam ein mächtiger schwarzer Ziegenbock mit Bravour angehumpelt, gefolgt von einem kleinen schwarzen Bock. Den Großen kenne ich vom Vorjahr. Er humpelt, weil sein eines Hinterbein mit dem Halsband zusammengebunden ist und er daher keine normalen Schritte machen kann. Die Alternative wäre, ihn anzupflocken. Jedenfalls darf er offenbar leben, um für Nachwuchs zu sorgen.

Ich warf die Brotbrocken über den Zaun. Der kleine Bock, wahrscheinlich sein Sohn, wurde energisch weggescheucht, fand aber auch ein Stück Brot.

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Weihnachtseule

Die Weihnachtseule zeigte ich schon einmal, im Rahmen von Jurickas „Gingernillis„. Ich hole sie noch einmal hervor, damit Steinegartens Weihnachtseule sich nicht einsam fühlt.

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Tägliches Zeichnen: Frauenportrait (4)

Diesmal habe ich mit Fineliner  gezeichnet. Das bedeutet, dass ich nicht radieren konnte. Was einmal da ist, ist da. Fehler dürfen gemacht werden, wie im Leben auch. Man muss mit ihnen leben.

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Mond und Sonne, Tanzen und Schwimmen

„Rund um Weihnachten“ kann viel geschehen:

Nach regenreichen Tagen lichteten sich heute Nacht die Wolken, und der Mond hatte seinen Auftritt. Ich sah ihn um 6 Uhr morgens hinter dem noch immer blätterreichen Aprikosenbaum wandern.

Als ich um 9.15 am Meer eintraf, um die Freundinnen zum Paneurhythmie-Tanzen zu treffen, strahlte die Sonne vom nur von wenigen Wolkenschleiern durchzogenen Himmel und ließ den Meeressaum funkeln.

Glattgewaschen von den vergangenen Unwettern waren der Strand und jeder einzelne Kiesel.  Als Zentrum für unseren Tanz legten wir einen Blütenkreis auf den harten Sand.

Nach dem Tanzen fühlte ich mich durchwärmt genug, um eine Runde im Meer zu schwimmen. Es war freilich eiskalt, fast wie die Bergseen, und etwas trüb war das Wasser von den kleinen Flüssen, die in den letzten Tagen viel Wasser führten.

Na also, geht doch noch! Frohe Nikoläuse wünsche ich allen hier Mitlesenden!

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka: Ölernte

Rund um Weihnachten bedeutet bei uns auch Olivenernte. Die haben wir zum Glück vor drei Tagen vor dem großen Regen machen können. Im letzten Jahr hatten wir eine Rekordernte, in diesem Jahr lohnte es sich kaum.

Da wir nur ein paar Säcke hatten und es in Strömen regnete, brachte ich die Oliven vorgestern nicht wie sonst zum Familienbetrieb im Bergdorf Hrissopygio, sondern zur nahegelegenen Genossenschaft. Die haben einen riesigen Betrieb und waren gar nicht begeistert, uns mit unserer kleinen Ernte zwischen die Großkunden zu schieben, taten es aber schließlich doch. Und so konnte ich heute das fertige Öl abholen.

Nächstes Jahr fahre ich bestimmt wieder zu „unserer“ Ölmühle, wo ich die Verarbeitung vom Anfang bis zum Ende überwachen bzw begleiten kann und die Menschen freundlich zugewandt sind.

Ein Blick in die Genossenschafts-Anlage:

Wer einen Blick in die traditionelle Mühle werfen will, findet hier und hier Bilder und Berichte.

 

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Tägliches Zeichnen: Frauenportrait (3) und Fotosession mit Katzen

Manche von euch rätselten, ob ich neuerdings Selbstportraits zeichne. Ich antworte: Ja und nein. Tatsächlich nehme ich mein Gesicht, wie es mir im Rasierspiegel, den ich vor mir aufgebaut habe, erscheint, als Modell. Mit der Tischlampe leuchte ich dieses Gesicht, so gut es geht, aus. Dann nehme ich einen Block und einen weichen Bleistift und zeichne die Linien und Flächen nach, wie ich sie wahrnehme. Ich sehe auf mich wie auf eine Fremde oder sogar wie auf einen Gegenstand.

Ich möchte eine ganze Reihe machen, „mit allen möglichen Ausdrücken, wobei mein Gesicht quasi als Bühne dient“ – schrieb ich in einem Kommentar an Bruni.

Und so entstand eben ein drittes Frauenportrait.

Ich identifiziere mich nicht mit diesen Gesichtern.

„In Wirklichkeit“ sehe ich anders aus, denn ich bin aus Fleisch und Blut, ich lache und rede, habe ein sehr veränderliches Gesicht. Zum Beispiel dieses, als ich gestern versuchte, Fritzi und Lin für eine Fotosession festzuhalten.

Fritzi fand das ungehörig und entfloh.

 

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Hier auf den Bergen des Herzens: Rilkes 150. Geburtstag

Ola von Olas Universe gedachte mit einem schönen Eintrag des 150. Geburtstags von Rainer Maria Rilke und schloss mit dem Wunsch, dass noch viele weitere Beiträge dazu folgen mögen.

Es sei!

Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Siehe, wie klein dort,
siehe: die letzte Ortschaft der Worte, und höher,
aber wie klein auch, noch ein letztes
Gehöft von Gefühl. Erkennst du’s?
Ausgesetzt auf den Bergen des Herzens. Steingrund
unter den Händen. Hier blüht wohl einiges auf; aus stummem Absturz
blüht ein unwissendes Kraut singend hervor.
Aber der Wissende? Ach, der zu wissen begann
und schweigt nun, ausgesetzt auf den Bergen des Herzens.
Da geht wohl, heilen Bewußtseins,
manches umher, manches gesicherte Bergtier,
wechselt und weilt. Und der große geborgene Vogel
kreist um der Gipfel reine Verweigerung. – Aber
ungeborgen, hier auf den Bergen des Herzens…. 

(aus dem Nachlass)

 

 

 

 

 

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Rund um Weihnachten mit Juricka (Regen und so)

So richtig einlassen kann ich mich auf dieses von Juricka vorgeschlagene Thema noch nicht. Draußen herrscht grauer Regentag, die Fensterscheiben sind von glitzernden Tröpfen bedeckt – das ist auch das einzige, was an Weihnachtsschmuck erinnert. Advent gibts in Griechenland eigentlich nicht, nur die hiesigen Deutschen zelebrieren ihn wie in ihrer ersten Heimat.

Die Weihnachtsdekoration in der Stadt ist noch rudimentär, das Wechselwetter hindert die volle Entfaltung. Freundin Wasso, die in einem der Büdchen ihren Schmuck verkaufen möchte, liegt lustlos im Bett und hat sich die Decke über den Kopf gezogen. Wozu der Aufwand? Der Regen hat ihr Büdchen überschwemmt, sie hat es gesäubert, alles neu dekoriert, und nun erneut?

Vorgestern besuchte ich den Weihnachtsmarkt in spe bei Bestwetter, und ich stellte fest, dass das kommende Jahr in seinen Konturen bereits zu erkennen ist: eine große leere Null wie ein Tor mit einem Glühbirnenmützchen und rechts und links eine 2. Der einen 2 hat sich eine 6 zugesellt. Macht zusammen 10, Quersumme 1. Ein Ende und alles wieder von vorn?

 

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