In der Zeichenschule 37: drei im Gespräch und ein Pferd

Nach drei Wochen Osterpause öffnete die Werkstatt wieder fürs gemeinsame Zeichnen.

Der gewählte Blickwinkel auf drei Köpfe „im Gespräch“ und ein Pferd als heimlicher Lauscher ist ziemlich abenteuerlich, aber genau solche Sachen reizen mich. Nach drei Stunden ist die Zeichnung so weit gediehen:

Zum Schluss fotografierte ich das Motiv mitsamt der Zeichnung durchs große Fenster der Werkstatt.

 

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Dienstags-Drabble: ein Lob auf Eos‘ Fingerspitzen

Dienstag ist Drabble-Zeit. Genau 100 Wörter, davon drei vorgegebene, soll der Text enthalten. Die von Heide (Puzzleblume) vorgegebenen Wörter sind diesmal

nehmen – Dose – rosig

Ich hab die Aufgabe wie meist mit dem Reimen verbunden, das diesmal ganz und gar nicht kata-strophisch, stattdessen vergnügt-holperig daherkommt. Eos ist, falls du es nicht weißt, die Göttin der Morgenröte. Viel Spaß!

Drei Dosen Rosenrot gab Eos ins morgendliche Weiß

Und rührte es um auf des Gottes Apollon Geheiß

Ins rosige Farbengemisch stippte sie ihre Fingerspitzen

Und vermied es auch nicht, ein wenig davon zu verspritzen

 

Ein Spritzer färbte die Schäfchenwolken rosa und gold

Ein Tröpfchen traf deine Nasenspitze ganz ungewollt

Die Blümchen die nahmen die Farbe mit Wollust hin

Und erblühten nun rosa mit einem Tüpfelchen Lila drin

 

Das Lila das kam von dem himmlischen Blau

Der Himmel war nämlich nun auch nicht mehr grau.

Ich sah es am Wegrand funkeln und blitzen –

Das Rosa, das fiel von der Eos‘ Fingerspitzen.

 

 

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Große Feder fortgesetzt (alltägliches Zeichnen, Perspektive)

Gestern zeigte ich eine „große Feder“ in den Ausmaßen 60 x 120 cm, in Kohle auf Leinwand. Daran habe ich inzwischen etwas weitergezeichnet.

Links der vorige, rechts der jetzige Zustand der Zeichnung

 

Wählt man den richtigen Abstand zwischen Feder und Zeichnung, kommen beide zur Deckung, obgleich die Leinwand ja „in Wirklichkeit“ viermal so hoch wie die Feder ist. Dass ist die Magie der Perspektive, die ich auch im heutigen „Tassen-Format“ schon demonstrierte.

Weiß jemand, welcher Vogel die Feder verloren hat?

Fortsetzung folgt.

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Zeigt her eure Tassen 29: Eulenbecher perspektivisch

Dies ist nun die vorletzte Tasse, die ich im Rahmen der von Amorak angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ zeigen werde. Langsam verschwindet das Thema im Zeitenstrom. Siehst du es noch? Zuerst erscheint eine Treppe in der Öse des Riegels unseres Eisengitters, mit dem wir unsere Haustür sichern, und die Tasse steht winzig auf einem runden verrosteten Gartentischchen. Im zweiten Foto erscheint die Tasse, ein winziges Abbild, in der Öse.

 

 

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Große Feder (tägliches Zeichnen)

Heute will ich eine Feder studieren, indem ich sie auf einer großen Leinwand 60 x 120 cm mit Kohle zeichne. So weit kam ich bis zum Mittagessen.

Fasziniert bin ich durch die Koordination von Form und Zeichnung. Jeder der feinen vom Kiel abgehenden Äste trägt einen winzigen Teil des Gesamtmusters, das sich quer zur Wachstumsrichtung der Feder aufbaut. Wenn ich nun bedenke, dass diese Feder wiederum Teil einer anderen Form mit einem schönen sinnvollen Muster war, wird mir fast schwindlig im Kopf. Was ist die Natur doch für eine Meisterin!

 

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Zeigt her eure Tassen 28: Eulentasse mit Holzboot

Heute als 28. Tasse dieser von Amorak angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ wieder eine gezeichnete. Wieder ist es eine Eulentasse, die zusammen mit der kostbaren Keramikschale auftritt. Doch dieses Mal ist ein bisschen Nostalgie in Form eines aufgetakelten Holzbootes dazugekommen.

Gezeichnet mit Kugelschreiber auf A4-Schreibmaschinenpapier.

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Archivbild der Woche: 27.4.2019

An einem Tag wie diesem, im Jahre 2019, veröffentlichte ich meine Studien unserer Olivenbäume in einer „virtuellen Galerie“. Das von Heide /Puzzleblume angeregte Projekt „Archivbild der Woche“ ist mir ein erfreulicher Anlass, diese Galerie aus dem Archiv zu ziehen und erneut zu zeigen.

Im Laufe des Jahres 2019 habe ich alle Ölbäume unseres Gartens gezeichnet. Jeder Baum ist mir durchs Zeichnen ans Herz gewachsen.

 

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Impulswerkstatt Bild 1: Ritter, Tod und Teufel (kata-strophisch angehaucht)

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Eine düstere, pompöse Fassade im neugothischen Stil, etwas angeschwärzt ich weiß nicht von welchen Feuern, vielleicht auch nur von den Abgasen der Autos und Kamine. Auf dem breiten umlaufenden Sims drei männliche Figuren: Sensenmann,  Batman und Superman. Vor den blinden Fenstern die Inschrift „Give blood!“.  Es ist das erste Foto deiner „Impulswerkstatt“, liebe Myriade, und Zeit, mir etwas dazu einfallen zu lassen.

Was sind das für Mächte, die sich da hinstellen und mein Blut fordern? In gewisser Weise sind sie eine moderne Variante von „Ritter, Tod und Teufel“.

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Collage aus Dürers Kupferstich und meinem Foto,

Den Tod erkennt man normalerweise am Totenschädel, dem Gerippe und der Sense, mit der er die Menschen unterschiedslos niedermäht. Er kann in verschiedenen Verkleidungen antreten.

 

Die Mexikaner haben daraus eine richtige Kunst gemacht. Ich bewunderte einige verkleidete Gerippe bei meinem Besuch in Mexiko-Stadt, an Tagen, als man die Todin (la muerte) feierte.

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Der Wiener Tod auf dem Sims ist dagegen ein recht simpler in Europa heimischer Kapuzenmann. Er verbirgt seine knöcherne Gestalt in einem weiten dunklen Mantel und hält die Sichel dezent und wie prüfend vor die Augen: ist sie auch scharf genug geschliffen? Dieser Tod möchte nicht erkannt werden, er bevorzugt die heimliche Aktion, so als wäre Tod etwas Unschickliches geworden. Und das ist er ja auch: Nicht mehr tanzt er nackt und vergnügt durch die Straßen wie einst im Mittelalter, als die Pest umging, vielmehr hat er sich in Krankenhäuser und Sterbekliniken zurückgezogen, um fern der Aufmerksamkeit der umtriebigen Welt sein trauriges Handwerk auszuüben. Alle wissen vom Tod, aber niemand will ihn wahrhaben.

Der Tod, nach Dürer.

Und wer sind die beiden anderen Gestalten? Ich bin kein Experte der aus den USA importierten Comic-Helden, aber mir scheint der zweite der Batman – der Fledermausmann also – zu sein, von dem man sagt, er stelle mit oft brutalsten Mitteln Gerechtigkeit her, indem er Verbrecher ihre „verdiente Strafe“ angedeihen lässt. Er ist Richter und Henker in einer Person – was bei vielen, besonders aber in der US-Kultur als erstrebenswert gilt. Wenn man’s genau bedenkt, gleicht er dem Teufel. Denn ist nicht auch der Teufel Richter und Henker zugleich und hat sein Vergnügen daran, Bösewichter im ewigen Feuer zu braten?

Der Dritte namens Superman ist ein Muskelpaket und Helfer der Bedrückten, eine primitiv-sportliche Abart von Nietzsches Übermensch. Auch er gehört unbedingt zur US-Kultur, die sich über den ganzen Erdball verbreitete. Zuvor hatte eine andere Version des „Übermenschen“ schon den deutschen Geist infiziert. In dem lesenswerten Wikipedia-Artikel zum Stichwort „Übermensch“ stieß ich auf ein Zitat aus Fontanes Roman „Der Stechlin“ (1897): „Jetzt hat man statt des wirklichen Menschen den sogenannten Übermenschen etabliert; eigentlich gibt es aber bloß noch Untermenschen, und mitunter sind es gerade die, die man durchaus zu einem ‚Über‘ machen will….“

Der Superman ähnelt dem mittelalterlichen Ritter, nur dass er übermenschliche Kräfte besitzt und daher kaum gefordert ist, wenn er den Guten zu Hilfe eilt und die Bösen zusammenschlägt. Kinder lieben diese Figur, denn sie hilft ihnen, ihre kindlichen Allmachtsfantasien auszuleben, auch oder gerade weil sie in Wirklichkeit ohnmächtig sind. Die US-Kultur ist, so meine ich, durch und durch kindlich, doch zugleich mit Mitteln ausgestattet, die ihre omnipotenten Fantasien höchst gefährlich für die Welt machen.

Und die Moral von der Geschicht?

Den Tod verdrängen hilft dir nicht!

Sei stark und mutig, doch kein Held

und glaub nicht, dass die ganze Welt

auf dich gewartet, damit endlich

das Recht regiert. Ist zwar verständlich

dass man das Böse nicht goutiert,

doch schnell zum Bösen der mutierst

der über andere Menschen richtet.

Nun aber Schluss! Genug gedichtet!

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Zeigt her eure Tassen 27: la condition humaine

Gestern besuchten wir eine Galerie, und mein Mann erwarb eine künstlerische Tasse, die ich heute für die von von Juzicka-Jess (Amorak) angeregte Blogparade „Zeigt her eure Tassen“ fotografierte. Sie passte genau auf den großen Kreis meiner letzten neurografischen Zeichnung. Ich balancierte die Zeichnung mit der Tasse auf der rechten Hand, um einen guten Winkel und Hintergrund zu finden, und knipste mit der linken. Die Tasse blieb heil.

Die Rückseite der Tasse zeigt den Namen des Künstlers (ΙΩΝ) und den Titel des verwendeten „Portraits“ auf Englisch (Human Condition), ein Begriff, der sich mit „die menschliche Bedingung“ nur unzureichend ins Deutsche übersetzen lässt.

Bei der Zeichnung ging es übrigens um die fünf chinesischen Elemente, und wie sie sich in meinem Lebensbaum entwickeln.

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Zeigt her eure Tassen 26: Schattenplatz

Das heimliche Zentrum vieler Zeichnungen ist die Eulentasse – so auch hier: Sie steht auf einem Tischchen, das seinerseits in die einzige schattige Ecke der hinteren Terrasse gerückt ist. Die Stufen vor dem geöffnetem Türgitter liegen in der Sonne, die Brille bildet die Grenze zwischen beschattetem und durchsonntem Raum.

Dies ist nun der 26. Beitrag zu der von Juzicka-Jess (Amorak) angeregten Blogparade „Zeigt her eure Tassen“.

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