
Vorgestern habe ich abgesägt, was übrig war von meinem weißen Rosenbusch, der mir zwanzig und mehr Jahre so viel Freude machte. Jedesmal wenn ich aus der Tür trat oder wenn ich heimkam, begrüßte er mich mit seinen weißen Wunderblüten.

Im letzten Herbst fing er an abzusterben. War der Sommer zu heiß gewesen? Im Januar trieben die Zweige, die noch nicht vertrocknet waren, erneut, und ich schöpfte Hoffnung, trug Dünger und neue Erde herbei, passte auf, dass er immer genug Wasser hatte…. Doch in diesem Herbst starb er vollständig ab. Und nun weine ich.

Der Busch blühte zu jeder Jahreszeit, mal mehr mal weniger. Ich bin keine gute Gärtnerin, aber ihm war ich sehr zugewandt, beschnitt ihn nach bestem Wissen und Gewissen, sorgte für ihn, liebte ihn. Warum starb er?

Einzelne seiner Blüten habe ich immer mal wieder gezeichnet.

An Weihnachten 22 blühte er noch voller Kraft, und ich verschickte diese Karte:

Vergessen werde ich ihn nicht. Er ist mir ans Herz gewachsen und blüht dort weiter. Mit meinen Tränen will ich ihn begießen.

Dies ist ein Beitrag zu Myriades Impulswerkstatt, Mosaikstück „Pflanze“.

















