Mit Henkeln (tägliches Zeichnen)

Der Henkel machts, heißt der Titel des heutigen Eintrags von Jules. Ach ja, der Henkel! Er ist das Schwierigste beim Zeichnen eines Henkelbechers und oft nicht genießbar. Ich habs trotzdem mal wieder versucht. Denn so wird das Rund des Bechers durch die Biegung des Henkels schön ergänzt. Er bietet den notwendigen Kontrast zu all den Geraden.

KAFFEEBECHER UND ZWEI DICKE BÜCHER AUF KLAPPTISCHCHEN

Zwischen Schwimmen und Essen reichte es grad noch für zwei schnelle Zeichnungen. Auch die gekühlten Bierhumpen haben Henkel, wie man sieht.

Da hier alles mehr oder weniger rund ist, kommt dem Henkel eine andere Funktion zu: er korrespondiert auf intime Weise mit der Rückenlehne des hölzernen Stuhls, der ohne den Henkel allein standhalten müsste ….

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Ich mach mir einen Morandi (Malen und digitale Spielerei)

Für die, die ihn nicht kennen: Giorgio Morandi  war ein wunderbarer italienischer Künstler, der 35 Jahre lang fast ausschließlich seine Vasen und anderen Behälter malte. Er lebte von 1890 bis 1964 in Bologna, wo er geboren wurde und auch starb. Auch für sein Kunststudium verließ er die Heimatstadt nicht. „Am meisten interessierte ihn Paul Cezanne, für ihn war die Grundlage der Malerei das Zeichnen, die Voraussetzung aller Arbeit aber die Unterordnung unter den Gegenstand“ (Wiki). 

Ich liebe die Stilleben von Morandi. Sie sind still, wohlgeordnet und intim. Heute stand ich vor meiner Leinwand, die ich kürzlich bemalt hatte, und dachte an Morandi, der so ganz anders malte.

Ich holte mir ein paar Vasen und Flaschen, baute sie vor mir auf, nahm den dicken Borstenpinsel und begann, das Bild zu übermalen. Dann setzte ich mich an den Computer und „vollendete“ das Werk mithilfe des feineren digitalen Pinsels.

Für einen Morandi war es natürlich viel zu farbenfroh. Also stufte ich die Farben herunter und erarbeitete eine kleine Serie von „Morandis“.

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Schachfiguren (5) und Flasche, Vase auf karierter Decke (tägliches Zeichnen, Bildaufbau)

Es hat wieder eingetrübt. Und so setze ich mich heute vor das Schachbrett mit umgestürzten schwarzen Figuren, drei weißen Bauern und und großer Fruchtschale, dahinter das eiserne Kamingitter, und beginne eine große Zeichnung

Die rechte Blatthälfte führe ich nicht aus, denn mir behagt die Komposition wenig. Zu schwer und schwarz ist das Kamingitter vor dem noch dunkleren Kamin, auch gefällt mir nicht, wie der Eisentisch im Hintergrund abgeschnitten ist. Was mir gefällt, sind die umgestürzten schwarzen Figuren mit den langen Schatten, und die drei weißen Bauern, die friedlich und unbehelligt auf dem Brett stehen. Ich probiere verschiedene Bildausschnitte aus, um herauszufinden, wie sich ein besseres Gleichgewicht herstellen lässt:

Querformat?

Hochformat?

oder ist  die große leere Fläche rechts nötig, um ein Gegengewicht gegen das Schwarz des Kamins zu bilden?

Später sitze ich am Küchentisch mit der weiß-blau karierten Decke, darauf eine Rotweinflasche, eine Vase und zwei Döschen, dahinter ein Stuhl mit Sonnenhut sowie die Wände mit Einbauschränken etc.

Wieder ist der obere Teil der Zeichnung zu schwer geworden, die Vase hat keine Luft zum atmen. Ich intensiviere die Zeichnung durch Verstärkung der Restfarben

aber die Schwäche der Komposition ist dadurch nicht auszugleichen. Ein Bildausschnitt  (hier mit „Ölmalerei-Filter“).

Warum meinen Zeichnungen heute wohl „die Decke auf den Kopf fällt“? Ich tippe auf den schweren lichtlosen Himmel als Schuldigen….

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Nach dem Regen

Der Regen ist vorbei, die Erde duftet und der Himmel leuchtet in hellem Blau. Ich gehe am späten Nachmittag in meine Bucht, um zu schwimmen und mich hinterher von einer weichen warmen Sonne trocknen zu lassen. Das Meer ist leicht bewegt und rauscht, wie ein Meer halt rauscht, es klingt wie Atem. Die runden nassen Steine tragen jeder ein Lichtkrönchen.

Ab und an kommt eine etwas höhere Welle und besprüht mich und was sonst in ihrer Reichweite ist.

Blau ist der September, schön und friedlich ist meine Bucht.

Ihr seht in den Nachrichten oft Bilder von Bränden, von Überschwemmungen. Manche denken wie Elke Heidenreich (ich las es grad bei Sonja), die halbe Welt sei verbrannt, die andere Hälfte abgesoffen. Nehmt die Nachrichten nicht zu ernst. Die Medien leben von Skandalen und Drohkulissen. Wir werden mit Alpträumen gefüttert. Nichts von dem, was sie euch weismachen wollen, ist hier, auf der Peloponnes, wahr. Hier herrschen völlig normale Temperaturen, im Sommer ist es heiß, es ist trocken, man fürchtet sich vor Bränden wie in jedem Jahr, in einigen Gebieten brennt es, dann regnet es, die Erde wird gut durchtränkt, die Natur lebt auf. Immer war es so, seit ich in Griechenland lebe – mal mehr, mal weniger -, und genauso war es auch in diesem Jahr.

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Schachfiguren in Blau (4) (tägliches Zeichnen)

Im Raum herrscht Dämmerlicht mit langen Schatten. Ich nehme einen dicken blauen Buntstift, dessen weiche Mine leicht über das Papier gleitet und die blue hour-Stimmung wiedergibt.

Zum Vergleich die vorige (Kugelschreiber, Natur- und Kunstlicht) und diese Zeichnung (weicher Buntstift, natürliches Licht, entfärbt).

 

 

 

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Schachfiguren (3) (tägliches Zeichnen)

Immer noch trübes Wetter, da kann ich doch gleich noch einen dritten Anlauf nehmen, um die Schachfiguren zu zeichnen.

Die beiden, die ich schon zeigte:

und das dritte von heute. Wieder habe ich mit dem Thema der Diagonale gespielt, und wie ein  Gleichgewicht des Bildaufbaus  trotz extremer Platzierung der Objekte zu erreichen ist.

 

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Wohnbereich bei Regenwetter (tägliches Zeichnen)

Draußen ist es weiterhin trüb und regnerisch, und ab und zu donnert es. Die Natur freut es. Ich zeichne noch ein bisschen und spiele mit den Möglichkeiten der digitalen Bearbeitung, soweit mein bescheidenes Programm das erlaubt.

Eigentlich hatte ich es nur auf den Tisch mit der Schale abgesehen (Foto mit Zeichnung überblendet)…

….aber die leere Doppelseite lockte mich nach oben.

Das Foto vom Raum schoss ich aus einem etwas anderen Winkel, und um beide „passend“ zu machen, zerschnitt ich die Zeichnung digital, . 

Diese Collage wandelte ich dann in ein rotgrünes „Gemälde“ um.

Möge Matisse es mir verzeihen, wenn ich eines seiner berühmtesten Bilder zum Vergleich heranziehe („L’Atelier rouge“, 1911, MoMA). Ich bin mir natürlich bewusst, dass sich beide nicht vergleichen lassen, aber was soll ich tun: der Matisse kam mir in den Sinn und will gezeigt werden. Er bildet einen so schönen Kontrast zu dem grauen Wetter draußen.

Rot Studio ( L`Atelier Rouge ) , moma ny, 1911 von Henri Matisse (1869-1954, France) | Museum Kunstreproduktionen Henri Matisse | WahooArt.com

 

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Schachfiguren (2) (tägliches Zeichnen)

Ein zweiter Anlauf.

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Schachfiguren und schwarze Kugelvase (tägliches Zeichnen und ein paar kleine Beobachtungen))

Da es draußen weiterhin bedeckt ist und nach Regen aussieht, habe ich mich schon am Vormittag ans „tägliche Zeichnen“ gemacht. Diesmal fiel mein Blick auf die Schachfiguren, die ein fast unbeachtetes Dasein auf einem runden weißen Tisch vor den Bücherregalen führen. Auf dem Schachbrett steht auch eine schwarze runde Vase mit einem schräg ins Bild ragenden vertrockneten Distelzweig.

.Die Figuren schwanken ein wenig nach links, der Distelzweig und die Buchreihen zieht es nach rechts. Wenn ich die vorderen Figuren in die Senkrechte stelle,  kippt die Komposition nach rechts. Dass ich beim Zeichnen dieses subtile Gleichgewicht beachtete,  fällt mir erst am Foto auf. Der Ausgleich funktioniert unterbewusst.

Hier die „korrigierte“ Fassung : die vorderen Figuren stehen jetzt senkrecht, das Bild „kippt“ durch die Bücherreihe und den Zweig nach rechts.

Mir schien die Zeichnung nicht kraftvoll genug, also betonte ich einige Linien und Flächen mit einem dünnen schwarzen Filzstift, nahm mich auch der Schachbrettfelder an, die mir verrutscht waren.

Wenn ich eine Zeichnung fertig habe, betrachte ich sie oft noch gründlich, um Stärken und Schwächen zu erkennen. In diesem Fall zogen die drei schwarzen Figuren des Vordergrunds meine Aufmerksamkeit auf sich. Ich hatte sie zunächst kleiner und dahinter noch zwei halb verdeckte Bauern gezeichnet. Entschlossen zeichnete ich darüber nun die drei Figuren neu. Das Ergebnis gefällt mir, ähnelt es doch ein ganz klein wenig Giacomettis Zeichenstil.

Und mit der verstärkten Umrisslinie und der Markierung der Schwarzweiß-Felder? Gewinnt die Zeichnung oder wird sie geschwächt?

Viel Gedöns um eine mäßige Zeichnung, wirst du sagen. Aber so lerne ich – und du vielleicht auch ein wenig mit mir.

Ich werde das Motiv oder Teile davon sicher noch öfter zeichnen.

 

 

 

 

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Runde Vase und .digitale Spielereien.. (tägliches Zeichnen)

Heute habe ich viel über Kunst nachgedacht, einiges angeschaut und dann sogar auch noch ein bisschen gezeichnet: runde weiße Vase, Buch und Schachtel auf rundem Tisch im Raum.

Mit dem unteren Abschnitt der Zeichnung habe ich noch ein bisschen herumgespielt.

Gedreht und gespiegelt:

oder doch lieber ungespiegelt?

Am Ende blieb von der Vase nur die runde Form übrig, und es entstand ein Wesen, das mich von Ferne an Max Ernsts „Horde“ erinnert.

Max Ernst, die Horde, 1927

The Horde, 1927, Max Ernst | Wolfgang beltracchi, Max ernst gemälde, Kunst

 

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