Tagebuch der Lustbarkeiten: In die Ferne schweifen

Das kann mein Blick hier fast unbehindert: in die Ferne schweifen. Die Stromleitungen,die von der Fotovoltaik-Anlage ausgehen, will ich mal ignorieren, damit der Anblick des Vorgebirges perfekt wird.

Der Anblick des Meeres ist es sowieso.

Diese Ausblicke hatte ich heute, als ich gegen Mittag die Straße hoch ging und von einem offenen Feld aus in die Runde schaute. Alkyonische Tage eben.

 

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Adventskalender (19.12.)

Kling Glöckchen, klingelingeling, tönt es leise, als ich das neunzehnte Türchen des Adventkalenders öffne. Es ist der Glöckchenvogel, der, wenn man ihn schüttelt, mit seinen Messingglöckchen scheppert und klimpert. In der Adventszeit aber ist er bemüht, lieblich zu tönen.

Damit ihr nicht denkt, dass ich Märchen erzähle, eine Kostprobe der scheppernden bzw klingenden Glöckchen.

Die anderen bisher geöffneten Türchen:

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Kleine Beobachtungen: Lehm, Minze, Pilze, angeschwemmtes Holz

Von meinen Rundgängen durch die Natur bringe ich meist ein paar Fundsachen in Form von Fotos mit heim. Heute benutzte ich einen sehr lehmigen Weg, der seit den vergangenen Regentagen voller Pfützen war. Nun sind die Pfützen ausgetrocknet und haben eine glatte rissige Lehmfläche zurückgelassen, in die Spuren von Traktoren und Tieren eingedrückt sind. Die Rissmuster sind für mich sehenswert, denn die kann ich hier nicht oft beobachten.  

Erstaunt war ich, am Wegrand Pilze zu finden, die aus dem nun getrockneten Lehm hervorgebrochen sind. Was sind das wohl für Pilze? Sie wirken mit ihren dunklen Lamellen vertrauenswürdig.

Viel blüht in der freien Natur grad nicht. Und so erhielt die wilde Minze die gebührende Aufmerksamkeit. Ihre hellblauen Blüten sind nicht nur hübsch, sondern duften auch verheißungsvoll.

Sonst noch so? Ein angeschwemmter Ast, im kiesigen Grund eingegraben. Das Meer blau wie die wilde Minze.

 

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Adventskalender (18.12.)

Das Türchen geht auf – und noch einmal erscheint ein Tavernentisch mit Wasserflasche und Glas. Doch dieses Mal wird das Wasser gerade eingeschenkt, und leise klirrt das Eis. Frisches Brot ist auf einer Serviette serviert. Das Essen wird nun auch bald kommen.

Die bisher schon geöffneten Türchen im Überblick:

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Kleine Beobachtungen: Filzpantoffeln und Wasserflasche

Als ich heute durch die sonnigen stillen Straßen der Altstadt von Kalamata spazierte, fiel mir eine putzige Ansammlung von Pantoffeln ins Auge. Eingedenk des heutigen Drabble-Tages machte ich ein Foto. Vielleicht würde ich sie zum Illustrieren verwenden können.

Doch dann schrieb ich keine Geschichte über billige China-Importe. Immerhin sind sie schuld, dass ich im Drabble auf Wollfilz bestand. Dass es auch Filz aus Chemiefasern gibt, las ich bei der Gelegenheit nach. Was die Farben und diversen Verhübschungen anbetrifft, frage ich mich, wer dafür verantwortlich zeichnet und wessen Geschmack er wohl trifft.

Viel schöner fand ich die Wasserflasche auf dem Tavernentisch, an den wir uns dann setzten. Spiegeln sich die Tavernentische in der Flasche? Oder sind Flasche und Wasser transparent und lassen das verzerrte Imago der Tische durch? Oder beides? Und wie kommt das intensive Blau des Himmels in die Flasche? Fragen über Fragen.

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Drabble: Lob des Filzes (kata-strophisch)

Filzpantoffel +  erwidern + nachdenklich sind die Wörter, die diesmal in einen Text von 100 Wörtern einzubauen sind. Gespendet hat sie Heide von der Puzzleblume (hier), die auch die ganze Aktion begleitet und überwacht.

Pantoffeln gibt’s in großer Zahl

Und wer die Wahl hat, hat die Qual.

Mathilde prüft das Sortiment,

Wie man die Schuhversammlung nennt.

Sie möchte Filzpantoffeln haben

Denn Filz hat ganz besondre Gaben.

 

Schafwollefilz muss es schon sein

Die Kunststoffschuhe sind gemein.

Auch sollten sie nicht plump gediegen,

Vielmehr sich schick ums Füßchen schmiegen.

Nachdenklich schaut sie auf ein Paar

„Ob ihr wohl haltet übers Jahr?“

 

Das Paar erwidert: „Yes, Madame

Wir sind von altem Filzesstamm.

Auch bei den härt’sten Tests und Proben

Verblieb den Prüfern nichts als Loben.“

 

Gut Verfilztes hält

Auch wenn die Welt

In Stücke fällt.

Politischer Nebensinn ist durchaus beabsichtigt. Die Schnipsel für die Legebilder stammen aus einer Schnipselspende von Leela.

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Adventskalender (17.12.)

Und was steckt heute hinter dem Türchen des Adventskalenders? Ein Plüschhund!!

Ja, warum nicht auch mal der Plüschhund? Er zog bei uns als Trost für den verstorbenen Tito ein, eine Freundin ließ ihn uns hier. Ob er sich wohl von dem bunten Katzenspielball animieren lässt?

Die Papiere im Hintergrund gehören übrigens meinem Mann, der immer noch handschriftlich nachdenkt, und zwar mit Vorliebe auf kariertem Papier. Erst wenn seine Gedanken ausgereift sind, tippt er sie in den Computer ein.

Die bisher geöffneten Türchen:

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Alkyonische Tage

Es sind laue, „alkyonische“ Tage, Tage, an denen, wie der Mythos sagt, der Frühling in den  Winter einbricht, damit der Eisvogel brüten kann. Eigentlich erwarten wir diese Tage im Januar, aber was heißt schon „eigentlich“. Sie haben entschieden, dass sie auch im Dezember einziehen können – basta!

Der Regen der letzten Woche hat dafür gesorgt, dass die Erde sich mit einem grünen Flor bedeckt hat und die Oliven sich mit Saft füllen. Aber so richtig tief durchfeuchtet ist die Erde noch nicht. Es darf also gerne weiterregnen.

Immerhin gibt es schöne weiße Wolkenberge, und auf dem höchsten Gipfel des Taygetos, den ich von unserem Haus aus sehen kann –  benannt nach dem Hl. Elias* -, liegt etwas Schnee. In den Furchen aufgepflügter Feldern hält sich die Feuchtigkeit. Also will ich nicht meckern, sondern das Beste hoffen.

gegen Mittag

Gegen Abend

*Hl Elias heißen hier so gut wie alle höchsten Gipfel. Warum wohl? „Der Bibel zufolge starb Elias keines irdischen Todes, sondern wurde bei Jericho in einem Flammenwagen mit feurigen Pferden entrückt.“ (Quelle: hier)

Das Bild vom Flammenwagen mit feurigen Pferden erinnert natürlich an einen anderen … nun, sagen wir, Titanen, namens Helios, Sonnengott. Wenn man die beiden Namen im Griechischen nebeneinander sieht, kann man sie kaum unterscheiden:

ΗΛΙΑΣ – ΗΛΙΟΣ

Da kann schon leicht eine Verwechslung eintreten.

Elias ist wegen seiner spektakulären Himmelfahrt der Schutzheilige der Luftfahrt.

Apropos Regen: „Das historische Vorbild der Figur (des „Elias“) war wohl ein Wanderprediger aus dem Ostjordanland, der um 850 v. Chr. in Israel wirkte und unter anderem als magischer Regenmacher galt.“ (ebenda)

„Am 20. Juli, dem Namenstag des Ilias, sagen die Hirten auch das Wetter für das ganze Jahr voraus. Ist der Himmel an diesem Tag wolkenlos, steht ein milder Winter bevor, ist er bedeckt, kommt ein harter Winter.“ (Quelle: hier)

Leider weiß ich nicht mehr, was für ein Wetter wir am 20. Juli d.J. hatten, aber ich vermute, dass der Tag „wolkenlos“ war. Ein „milder Winter“ wäre also das, was wir zu erwarten haben.

 

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Adventskalender (16.12.)

Das Türlein des Adventskalenders öffnet sich zum 16. Mal. Und nachdem gestern gar keine Zeichnung erschien, zeigt sich heute ein … Doppelportrait, verteilt auf zwei Seiten des Zeichenbuches. 

 

Falls du wissen willst, was ich mir beim Zeichnen so dachte, lies auch dies noch:

Mein erster Gedanke an diesem Montag ist, mich selbst zum Thema des Adventskalenders zu machen, mich also in einem Spiegel zu betrachten und zu zeichnen, als wäre ich ein Tintenfass oder eine Knochenvase.

Mein zweiter Gedanke ist, eine Tarotkarte in meiner Hand zu zeichnen. Ich habe einen Satz griechischer Tarotkarten und ziehe gelegentlich eine Karte. Ich mische und finde die „Königin der Münzen“ – zum dritten Mal hintereinander.  Es ist eine schöne gekrönte Frau in rotem Gewand, die hingebungsvoll eine Münze mit dem Pentagramm betrachtet. Rosen überranken ihren Thron, und der Himmel strahlt in reinem Gold. Die Karte spricht von Schönheit, Wohlstand, Naturverbundenheit, Weiblichkeit, Mütterlichkeit. Was will mir die Karte sagen? Warum verfolgt sie mich dieser Tage? Sie enthält für mich die Aufforderung, meine Weiblichkeit bewusst wahrzunehmen und ihre Qualitäten zu schätzen. Wer war ich als Frau im Laufe meines Lebens und wer bin ich heute, im gegenwärtigen Moment?

Ich zeichne zuerst etwas unbeholfen (das Zeichenbuch lässt sich nicht glatt öffnen) mein Gesicht im Spiegel, dahinter das gelbe Kästchen mit den Tarotkarten (TAPO auf griechisch).

Auf dem gegenüberliegenden Blatt zeichne ich meine Hand, die die Tarotkarte zieht, im Hintergrund erscheint die Zeichnung mit dem Portrait.

Auf diese Weise entsteht der Eindruck, als vergleiche die Handinhaberin sich selbst mit der „Königin der Münzen“, „reflektiere“ ihre Weiblichkeit anhand einer Idealvorstellung. Eine interessante Erfahrung.

Die bisher geöffneten Türen im Überblick:

 

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Paneurhythmietanzen am Meer

Wir hatten uns am Vormittag zum Paneurhythmietanzen im Eisenbahnmuseumspark verabredet, aber es regnete in Kalamata. Und so trafen wir uns gegen Mittag am Strand des Filoxenia-Hotels, wo es eine kleine Überdachung gibt.  Die war dann gar nicht nötig, denn wie es hier oft ist, hellt es nach einem Regen schnell wieder auf.

Und so tanzten wir, fünf befreundete Frauen, bei leiser Musik  und kräftigem Meeresrauschen unsere Runden, entspannt und ziemlich glücklich.

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