Ägypten ehren …

… jedenfalls ein kleines bisschen. Anlass ist eine Ausstellung, die von einem künstlerischen Verein der Insel Andros und der ägyptischen Botschaft organisiert wird. Heute, am 11.12., wird sie im Kulturzentrum der Republik Ägypten in Athen eröffnet, und ich bin mit sechs Legebildern dabei. Einiges Ägyptisches habt ihr schon von mir gesehen und gelesen, von der „arabischen Fassade“ über den Dichter Konstantinos Kavafis bis hin zur ägyptischen Katze auf dem Nil und der Geschichte von Io, der Urmutter der Griechen und der Ägypter.

IMG_4782 Die seelische Verbindung des Griechentums mit Ägypten ist so alt wie das Griechentum selbst.  Es ist eine Beziehung geprägt durch Gegensatz und Verwandtschaft. Ein seefahrendes Volk und ein Wüstenvolk.  „Ewige Kinder seid ihr“, sagten die ägyptischen Priester zu Solon, dem griechischen Gesetzgeber des 6. vorchristlichen Jahrhunderts, als er sie besuchte, um Weisheit zu lernen. Und irgendwie stimmt das bis heute.

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Meine Beziehung zu Ägypten begann vor über dreißig Jahren auf der griechischen Mysterieninsel Samothrake. Dort wurde, so sagt der Mythos, die Hochzeit zwischen der Plejade Harmonia und Kadmos, dem Gründer Thebens, gefeiert; aber auch die Hochzeit zwischen Olympias und Philipp, aus der der große Alexander  hervorging, wurde dort vollzogen. Drum gibt es auf Samothrake bedeutende Tempelanlagen, die Alexanders Nachfolger in Ägypten, die Ptolemäer, stifteten. Die letzte Vertreterin dieses griechischstämmigen Herrschergeschlechts war die schöne Kleopatra, Geliebte und Frau der drei Konkurrenten um die römische Herrschaft …

Alexander zog zur Oase Siwa, um sich von den dortigen Priestern seine göttliche Abstammung bestätigen zu lassen. Knapp zweieinhalb tausend Jahre später war ich dann auch in Siwa, und natürlich in Alexandria. Ich besuchte das alte Kanobos, das heute Abu Qir heißt, wo Mutter Io ihren Sohn Epaphos empfing, und ließ mich den Nil hinunter treiben wie die Katze auf dem Bild.

50x70_cat float NiloManchmal entstehen beim Bilderlegen Formen, die ich als ägyptisch empfinde.

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Einmal entstand sogar ein „gothisches Paar“, bewacht von ägyptischen Göttergestalten..IMG_4593

Meistens aber ist es der Strom, ist es die langsam gleitende Bewegung von Vater Nil, die mich in ihren Bann zieht.

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Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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3 Antworten zu Ägypten ehren …

  1. Susanne Haun schreibt:

    Ich mag besonders deine Collage auf dem schwarzen Papier, was die Nacht symbolisiert. Über Alexander habe ich in einer Vorlesungsstunde viel gehört. Was unser Dozent direkt zu Alexander im „Umgangston“ sagte, behalte ich lieber für mich😉 aber diese Worte habe ich oft im Kopf. Auch bei der derzeitigen polititschen Weltsituation.
    Liebe Grüße ins ferne Griechenland von Susanne

    Gefällt 1 Person

  2. gkazakou schreibt:

    Danke Susanne! Die „Collage auf schwarzem Papier“ ist, ich gestehe es ungern, eine farbige Legearbeit auf weißem Papier – fotoshop machts möglich😉.
    Dein akademischer Vorleser hat offenbar allerlei Schläge unter der Gürtellinie verteilt – es reichte, bei dem Größenunterschied zu Alexander, wohl nicht zu einem ordentlichen Boxkampf.
    NB: Es lohnt sich, sich mit Alexanders Wirken vertraut zu machen. Er hat, sehr verkürzt gesagt, das westliche Denken Richtung Osten getragen und in Babylon mit dem Östlichen vermählt. In den Diadochenreichen verschmolzen dann über Jahrhunderte die verschiedenen Denk- und Lebensweisen. Das war für die Menschheitsentwicklung von außerordentlicher Bedeutung, es wirkt bis heute nach.
    Hundertfünfzig Jahre zuvor (im 5. Jh) war der damalige „Westen“ (Athen) mit knapper Not zwei Invasionen durch das despotische Persien entgangen. Ein „Kampf der Kulturen“ – den ich nicht bewerten möchte, der aber unserem heutigen Sosein als halbwegs aufgeklärtem, halbwegs christlichem Abendland zugrundeliegt. Liebe Grüße aus Athen! Gerda

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  3. finbarsgift schreibt:

    TOLL!
    Ich finde insbesondere die letzte Collage atemberaubend zauberschön…

    Liebe Herbstsonnengrüße vom Lu

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