Tagebuch der Lustbarkeiten: Sag Erdbeere!

Arbeitsreiche Tage liegen hinter mir, denn ich hatte mir in den Kopf gesetzt, zum Frühlingsbeginn zu einer Atelierfeier einzuladen. Die wird morgen stattfinden, und ich bin hoffnungsvoll, dass sie den aus Kalamata, Koroni und Stoupa Anreisenden Spaß machen wird.

Was ich zur Vorbereitung tun konnte, ist getan. Es gab stressige Momente, zB wenn ein akademisches Paar über die richtige Art streitet, einen Nagel in die Wand zu schlagen, um ein Bild aufzuhängen. Und wenn der Nagel nicht hält, soll es ein Dübel tun und schließlich eine dicke Schraube! Nun gut, es wurde geschafft. Leider fehlte die Kamera, um die Szene festzuhalten.

Die Auswahl der Bilder, die zu sehen sein werden, war natürlich noch schwieriger, denn der Fundus ist groß, und jede Epoche hat einen anderen Stil hervorgebracht. Immer wieder habe ich umgehängt, aussortiert… Nun ist auch das geschafft.  Und ich will beginnen, mich ganz entspannt auf morgen zu freuen.

So ungefähr sieht es jetzt im Atelier aus;

Dies ein Gartenstück vor dem Atelier, wo ich mir vorstelle, dass der Märchenerzähler uns ein Frühlingsmärchen erzählen wird, während wir in den sinkenden Abend schauen.

Als ich mit allem fertig war, sah ich die erste reife Erdbeere an meinen zwei Pflanzen. Die teilte ich mit meinem Mann: Sag Erdbeere und lächle!

 

 

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Insekten nach Fotos: Hufeisen-Azurjungfer

Mir war klar, dass es ein unmögliches Ding war, die blau-metallisch glänzende feingliedrige Gestalt der Libelle, die Werner (Vogelknipser) in den Oderauen beobachtete, fotografierte und am 19.3. postete (hier), angemessen mit meinen Buntstiften wiederzugeben. Aber nun, einen Versuch musste ich machen. Zu schön war die Libelle, die sich bei der Eiablage an eine weißblühende Pflanze klammert,

und so sind es nun schon fünfzehn Insekten-Buntstift-Zeichnungen.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: andere Blogs lesen, kommentieren, antworten

Ich lese und kommentiere gern in anderen Blogs. Aber heute wurde das, was eigentlich eine Lustbarkeit ist, zur Herausforderung. Vorsorglich bitte ich einige von euch um Entschuldigung, falls ich eure Kommentare bei mir und eure eigenen Einträge nur zum Teil kommentiert habe. Ich habe mein Bestes getan, habe mit Interesse gelesen, einiges hat mich bereichert, doch jetzt dröhnt mir der Kopf.

Was ist passiert? Schon seit einiger Zeit wunderte ich mich, dass nur relativ wenige Mails ankamen, die anzeigten, dass ein neuer Eintrag oder ein Kommentar eingegangen war. Aber erst heute guckte ich im Spam nach, und da hatten sich sage und schreibe 365 Mails angesammelt. Die musste ich nun alle durchforsten und die relevanten herausfischen, lesen, beantworten.

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Berlin einölen!

Ein Teil unseres kostbaren Olivenöls haben wir heute auf den Weg nach Berlin geschickt. Acht Kanister a 5 l – das ist für das Transportunternehmen Spourgitis (Spatz) keine nennenswerte Fuhre, für uns aber sehr wohl, und die Kosten sind hoch. Falls du nach Berlin kommst oder dort lebst und von unserem köstlichen Mani-Öl kosten willst: nur zu, melde dich! Ich vermittle den Kontakt.   (Eine Schreibübung mit den Wörtern kosten – köstlich – kostbar – Kosten)

Adieu, liebes Öl! Komm gut an und bring den Menschen Genuss und Gesundheit!

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Dienstags-Drabble: Weg mit der Schuldenbremse! (kata-strophisch)

Zum heutigen Drabbletag, für den Heide (puzzleblume) uns die Wörter herumkriechen, Museum und und rücksichtslos vorgegeben hat,  habe ich tagesaktuelle Kata-Strophen verfasst. Weg mit der Schuldenbremse! Ich lebe im schönen Griechenland, das seine frühere Ausgabenfreudigkeit heute bitter bezahlt, und weiß also, wovon ich singe. Auf gehts!

Nicht mehr kriechen wir umher

Unsrer alten Ängste Beute

Denn jetzt sind wir wieder wer

Sind so frech wie andre Leute!

 

Kommt, wir füllen uns die Taschen

Mit dem Geld der Kindeskinder

Oder seid ihr etwa Flaschen

Seid ihr Schafe oder Rinder?

 

Jetzt ist jetzt und morgen später

Rücksichtslos wird jetzt geprasst!

Nicht mehr Opfer, lieber Täter

Wolln wir sein, weil uns das passt!

 

Ins Museum sperrn wir ein

Was zu Recht uns scheint veraltet

Kommt, wir wolln uns jetzt befrein

von der Zeit, wo Vorsicht waltet.

 

Ein lustger Tanz auf dem Vulkan

Der hat noch niemand leid getan!

 

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Vögel nach Fotos: Möwe

Am 14.3. veröffentlichte Almuth (NaturaufdemBalkon)  eine Übersicht über „Wintervögel“, und neben Brünelle, Rotkehlchen, Graugänsen, Ringeltaube und Grünfinken war auch eine Möwe zu sehen, die gemütlich auf dem Wasser schaukelte und dabei aussah „wie ein Papierschiffchen“.

Die pickte ich mir heraus, um sie zu zeichnen.

 

bereits
Und nun alle bereits gezeichneten zusammen:

 

 

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Hinunter zur Bucht und Eiersegen.

Windig und stark abgekühlt ist es, dabei sonnig und klar, das Meer strahlt in der Ferne so sehr, dass ich nicht hinschauen kann. Während ich durch den Olivenhain hinab steige, halte ich schützend die Hand über die Augen.

Unten an der Straße sehe ich zwei große Schafe im Licht stehen. Sie kommen neugierig näher.

Glückliche Schafe mit einem herrlichen Ausblick aufs Meer.

 

Ein wenig ruhe ich mich aus, bleibe bei einer Asphodelienwiese stehen, steige hinunter in die Bucht.

Ich war länger nicht hier. Schon von Weitem sehe ich, dass sich die Szenerie rund um die Tamariske wieder verändert hat. Vor Jahren gab es hier zwei Tamarisken, wunderbare Schattenspender, dann wurden die gewaltigen Wurzeln durchgesägt und die Bäume starben ab. Doch eine Wurzel blieb erhalten, der eine Baum trieb wieder aus, der andere aber lag als bleichendes Baumskelett am Strand, man hier, mal dorthin geworfen, als Trockenhalter für Badesachen dienend, von „Naturfreunden“ auch zum Teil verbrannt. Heute nun ist das große Skelett nicht mehr da. Nur drei  Stücke liegen da, bizarren Urtieren gleich.

Das große Stück aber haben sich die Besitzer des angrenzenden Grundstücks angeeignet. Wie sie es da rübergeschleppt haben?  Keine Ahnung.

Nun, seis drum. Hauptsache, sie lassen den wieder grünenden Baum in Ruh! Das Haus auf dem Felsen wird kräftig von den Wellen umspült, hält aber stand.

Auf dem Rückweg treffe ich das benachbarte Bäuerlein, das mich mag, seit ich ihn nicht wegen seines bissigen Hundes angezeigt habe. Heute fragt er, ob ich immer das alte Brot am Zaun dalasse. Als ich bejahe, geht er, um Eier zu holen und mir zu schenken. Vierzehn Stück fischt er aus seinen Hosentaschen, und ich lege sie vorsichtig und dankbar in meinen Beutel, um sie zu Hause in eine leere Schachtel umzulagern. Daraus könnte ich am Samstag eine Menge Crepes für meine Gäste backen!

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Bilder restaurieren: „Sterben eines Kaiki“ und „aufgegebenes Haus“

Das langsame Sterben eines Kaiki, Leinwand, mixed media, 120×60 cm

Als „Lustbarkeit“ möchte ich die Wiederherstellung eigener Bilder nicht bezeichnen. Ich komme nur langsam damit voran. Das Wort „Wiederherstellung“ ist nicht ganz wörtlich zu nehmen, denn sowie ich ein früheres Bild unter die Finger bekomme, verändere ich es auch. Allerdings bemühe ich mich zum jetzigen Zeitpunkt, wo ich die Schäden an vielen vom Ruß betroffenen Bildern beheben will, möglichst nah an der Originalfassung zu bleiben.

Heute arbeitete ich an einergroßen Leinwand mit Pigmenten, aufgeklebten Papieren, Klebestreifen und Kohle: ich reinigte helle Partien mit einem Gummi, klebte Papiere fest, verstärkte Kohlelinien und fügte etliche hinzu, um dem Bild mehr Struktur zu geben. „Das langsame Sterben eines Kaiki“ – des traditionellen griechischen Fischkutters – nannte ich es. Um die Überfischung aufzuhalten, wurden die griechischen Fischer von der EU mit Einmalzahlungen gelockt, ihre Boote stillzulegen. Seither sind diese schönen hölzernen Boote rar geworden, und viele zerfallen irgendwo an der Küste.

Ein anderes Bild derselben Serie, aber auf Papier und kleiner (Größe A1) restaurierte ich vor ein paar Tagen:

„aufgegebenes Haus bei Nacht“

Es ist inspiriert durch die zahllosen Häuser älterer Bauart, die in Athen und auch in Kalamata verfallen.  Die Besitzer können sich die aufwendige Restaurierung nicht leisten und warten darauf, dass sie die Erlaubnis zum Abriss und Neubau bekommen.

Etliche Bilder dieser Serie habe ich für die Ausstellung im Atelier ausgesucht. Sie sind natürlich nicht frühlingshaft und kaum dekorativ. Aber ich möchte diesmal nicht nur zeigen, was „gefällt“, sondern was mir wichtig ist.

 

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Tägliches Zeichnen: Straße in Kampos

Es waren die Farben der Häuser, die Kurve mit dem Schatten, die Unterbrechung durch den Lichtmast, die mich reizten. Bisschen gewalttätig, die Zeichnung, für mich aber als Erinnerung brauchbar.

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Tagebuch der Lustbarkeiten: Im Asphodelengrund

Den ganz bösen und ganz guten Seelen ist die Ewigkeit der Qualen und des Genusses zugedacht. Uns anderen aber? Wir werden vergehen. Doch bevor wir ganz vergehen, dürfen wir ein Weilchen auf der Asphodelienwiese wandeln. So erzählt es der griechische Mythos.

Heute, noch unter den Lebenden, wandelte ich entzückt über Asphodelienwiesen und dachte bei mir: kein schlechter Ort, um nach dem Tod noch ein wenig zu verweilen.

Karg und steinig ist die Erde hier, im Frühling aber erblüht sie. Überall Asphodelien, die weiße Affodill.

Natürlich nicht nur sie. Rundum ist der Boden von Blühendem übersät.

An schattigen feuchten Plätzen fand ich sogar noch wilde Iris

und bei einem Gehöft blühenden Boretsch und einen schneeweißen Puter.

Nicht nur auf der Wolfsmilch entdeckte ich kleine Bienen und dicke Hummeln und dies und das, das zu bestimmen ich nicht gelernt habe. Aber sehr viele Insekten gab es auch hier nicht.

Ich war in der Umgebung unseres Hauptdorfes Kampos unterwegs, erreichte ein stillgelegtes Nonnenkloster, aber nicht das kleine Nachbardorf, das ich erwandern wollte, solange Mann und Freund im Cafe das Ihre besprachen. Die Luft war vom Saharasand schwer getrübt, das beschwerte ein wenig den Atem.

Im Kloster sah ich Weidenkätzchen und zurück im Dorf die ersten zarten Blatthändchen der Feigenbäume sprießen. Der Weißdorn war ganz erblüht. Na, und noch dies und das.

Noch ein Blick über ein altes Dach in die Ferne. Der Saharasand hat sich zu hübschen Schäfchen zusammengeballt. Ein schöner Spaziergang!

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