Abschied vom Mai. Willkommen, Juni!

Reich war der Mai, oftmals  auch schwierig. Ich experimentierte mit „Nähe und Ferne“, weiten Wegen,  begann zwei neue Rubriken „Schreiben und Zeichnen“ und „den Debattenraum erweitern“, zeichnete wieder vor der Natur, bekam zwei neue Schnipselsets geschenkt (von Andrea H und Sussane B) und legte Brücken, Elefanten, südliche Landschaften, mechanische Figuren und einiges mehr … und reiste endlich in die Mani ab.

Zwei Tage sind wir nun hier, grad rechtzeitig, um das Ende des Mai zu feiern – mit dem Rundgang durch unseren Garten, dem ersten Schwimmen im Meer, dem ersten Umarmen von lang vermissten Freundinnen, dem ersten Tavernenbesuch, dem ersten abendliche Zusammensitzen mit einem Kännchen Bergtee am Meer, dem ersten Unfall von Tito, dem ersten Besuch beim Tierarzt, dem ersten Spaziergang unter dem halben Mond, dem ersten „gemeinsamen Zeichnen“. Ja, dies und vieles andere passt in zwei Tage, es ist erstaunlich.

Gestern fand ich einen toten Rosenkäfer in der Wohnung, heute ein totes Schlänglein am Weg, gestern bewunderte ich die Blume, die mir eine Freundin vor einem Jahr schenkte und die die Trockenheit überstanden hat, und heute freute ich mich am hellen Abendmeer. Am Nachmittag zeichnete ich mit Magda Bäume im Garten, und den Halbmond sah ich am Tag als feine Feder im Zenith schweben und am Abend prächtiger über dem Meer. So viel ist geschehen an diesen zwei letzten Tagen des Mai.

Nun darf er kommen, der Juni. Möge er uns vergessen lassen, was uns diesen Frühling schwer machte.

Totes Schlänglein, auf ein Feigenblatt gebettet (Schlange und Feigenblatt gehören als Symbole zum Paradies):

 

Toter Rosenkäfer, auf meiner Handfläche und auf Glas gebettet, unter der Lampe fotografiert:

Vor einem Jahr geschenkte Geburtstagsblume, unter dem Atelier-Ölbaum blühend:

Granatapfelblüten, teils schon verwelkt.

Das Abendmeer am 31. Mai 2020

Gemeinsames Zeichnen: Meine Kohle-Skizzen im Garten.

Gemeinsames Zeichnen: Magdas Kohle-Skizzen im Garten.

 

 

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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29 Antworten zu Abschied vom Mai. Willkommen, Juni!

  1. Verwandlerin schreibt:

    Nähe und Ferne ist künstlerisch, psychologisch und philosophisch ein wahrhaft lohnendes Thema!

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  2. mmandarin schreibt:

    Tod und Leben wiedermal dicht beieinander. Dein prallvolles Leben…. genieße es weiterhin. Eigentlich wäre ich jetzt in deiner Nähe. Vielleicht im nächsten Jahr. Liebe Grüße Maria

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  3. finbarsgift schreibt:

    Du bist gut angekommen. Schön!
    Herzliche Pfingstgrüße vom Lu

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  4. kormoranflug schreibt:

    Genieße die Meeresluft, Grüße vom Kormoran

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  5. juergenkuester schreibt:

    Herzliche Pfingstgrüsse im Marnigarten, Juergen

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  6. Johanna schreibt:

    Liebe Gerda, danke für die reichen Eindrücke, zwei Tage mit so viel starkem Inhalt! Ich wünsche Dir einen frohen, luftigen Juni!

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  7. Arno von Rosen schreibt:

    Liebe Gerda, möge rasch der unholprige Alltag bei dir einkehren und richte Tito bitte meine besten Genesungswünsche aus ❤

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Armo! Holpern macht mir nix. Dem Tito geht es besser. Er war in ein Rosengestrüpp gekrochen. Sein Auge hat gelitten, war ganz zugeschwollen und sonderte Eiter ab. Ich mache Kamillenwaschungen. Deine guten Wünsche werden hoffentlich das Ihre zur Genesung beitragen.

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  8. nandalya schreibt:

    Das Licht des Sommers besiegt die winterliche Dunkelheit. Die Sonne bringt die Wahrheit ans Licht.

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  9. felsenquell schreibt:

    Wie durch den Ortswechsel das Leben so rasch wieder in Fluß kommt! Ich freue mich für Dich. Ich selbst spüre die Stagnation durch die Corona-Auflagen.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Hella. Das schönste war, dass wir uns ganz innig und unbefangen umarmten, als gäbe es keine Auflagen. Das wohlige belebende Gefühl bestätigte mir erneut, wie verheerend die Distanz-Gebote wirken. Keine Körper-Berührung bedeutet Trennung und Tod.

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  10. Abgesehen von Unfall und tierischen Todesfällen klingt das sehr verlockend. Umarmen ist bei uns auf absehbare Zeit wohl noch nicht möglich. Ich wünsche dir ein schönes Restpfingsten!

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  11. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    So vieles in zwei Tagen, liebe Gerda, das ist ja kaum zu glauben. Wie liebevoll hast Du die kleine Schlange gebettet und was ist denn bloß dem Tito passiert?
    Sogar gezeichnet hast du schon mit Magda und die Hausecke mit Teppe gefällt mir am besten.
    Wie schön, daß Ihr wieder am Meer seid!

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Bruni. Ja, auch gestern und heute ging es rund. Schön ist das nach 4 Monaten Stillstand. Tito hat sich das Auge an einem Dorn verletzt, aber zum Glück hat er es nicht verloren.

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      • www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

        Ach, der Tito, immer für eine Überraschung gut. Wie gut, daß er sein Augen behalten kann!
        Meine Älteste hat nun auch wieder einen Hund, ein Pflegekind aus Bulgarien und sie ist Pflegerin, Hüterin, Erzieherin, Kuschelmensch, alles in einem , und sie ist wieder in ihrem Element. Ohne Tiere kann sie schlecht.
        Genieße nun die Sommerzeit, liebe Gerda. Dir hat so vieles gefehlt…

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, liebe Bruni. Mir persönlich hat ja gar nicht so viel gefehlt (eigentlich nur die Freiheit, ans Meer zu fahren). Ich kann aber die Welt nicht nur von meinem persönlichen Wohl und Wehe her erleben, kann es nicht trennen vom Wohl und Wehe der Mitmenschen. Tja, und auch nicht vom Wohl und Wehe meines Hundes…..

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  12. Ule Rolff schreibt:

    Das klingt alles wunderbar, Gerda, so ist Nachhausekommen, nicht wahr. Deine Zeichnungen wirken noch ein bisschen … wie soll ich sagen … als müsste deine Seele sich erst noch setzen. Sie möchte noch alles gleichzeitig tun, was sie so lange entbehrt hat.

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    • gkazakou schreibt:

      Danke, Ule. Mir war es ein Bedürfnis, mich einfach nur freizuzeichnen. Dass so viel jetzt passierte und weiter passiert, hat gar nicht nur mit mir zu tun, sondern ebenso mit den Menschen meines Umfeldes, die mich in meiner Abgeschiedenheit aufsuchen.

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