Montag ist Fototermin: Weg und Schatten

Mir fielen beim heutigen Strandspaziergang die Schatten auf, die die Steine auf dem frisch angeschwemmten festen Sand bildeten. Ihre Form, die beim Draufgucken eher flach erscheint, wird quasi im Schattenbild enthüllt.

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Beim Hinschauen auf die Steine bemerkte ich auch die Spuren, die sie im nassen Sand hinterlassen hatten. Das rührte mich seltsam an.

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Wie ein Gleichnis kam es mir vor.  Unser Dunkles, nicht Gelebtes, unsere Angst vor Verlust, Alter und Tod werfen wir als Schatten voraus, unseren schon gegangenen Weg lassen wir als Spur zurück. Jeder für sich.

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Den einen trägt es ein wenig weiter, der andere hinterlässt eine breitere Spur. Ein jeder ist anders zusammengesetzt, hat eine andere Geschichte zu erzählen. Und doch gehen wir alle denselben Weg.

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Ein kleiner Nachtrag
Im griechischsprachigen Blog ιδου las ich eben ein Sprichwort:

«Να γράφεις το κακό στην άμμο και το καλό στην πέτρα». 

„Schreib das Schlechte in den Sand und das Gute in den Stein“.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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18 Antworten zu Montag ist Fototermin: Weg und Schatten

  1. Ulli schreibt:

    Das sind sehr schöne Gedanken zu schönen Fotos- das Sprichwort mag ich sehr!
    Danke dir, herzliche Grüsse
    ulli

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  2. Myriade schreibt:

    In Stein gemeißelt, vom Sand verweht …..

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  3. haluise schreibt:

    die schatten der einzelnen werden in minuten-schnelle verwischen oder verblassen.
    die schatten der menschheiten bilden erinnerungen
    Michael Tellinger Brilliant Presantation In Groningen

    grüsslinge

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  4. waehlefreude schreibt:

    …“Unser Dunkles, nicht Gelebtes, unsere Angst vor Verlust, Alter und Tod werfen wir als Schatten voraus, unseren schon gegangenen Weg lassen wir als Spur zurück. Jeder für sich.“…

    Ja, so denkt und fühlt phasenweise wohl jeder und die Reaktion darauf ist unterschiedlich.
    Sehr viele greifen zu „Betäubung“, oder „malen“ sich einen Glauben an irgendwas.

    Vielleicht dominiert in unserer Kultur eine bestimmte Art des Denkens, welche auch das Fühlen vorgibt.So oft leben wir in Mißklang und nicht in Einklang.

    Deine Steinefotos leuchten allerdings; trotz und möglicherweise gerade wegen der Schatten…

    Herzlichst, F.

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    • gkazakou schreibt:

      ich meine, sie leuchten gerade wegen der Schatten. So wie das Leben leuchtet wegen der Todesschatten. „Lass dich nicht verführen, dass Leben wenig ist“ … dichtete der junge Bert Brecht.

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  5. Maren Wulf schreibt:

    Schöne Gedanken-Bilder und ein feines Sprichtwort. Das Gute verstärken, das ist der Weg, der weiterbringt.

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  6. barbarabosshard schreibt:

    wunderbar – gedanken, bilder, zeichen im/aus sand

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  7. Susanne Haun schreibt:

    Sehr schöne Fotos und Gedanken. Auch das Sprichwort gefällt mir. Ach! Wenn man doch bloß vorab wüßte, was in Stein und was in Sand geschrieben gehört!

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  8. finbarsgift schreibt:

    Wunderbar wahre Gedanken…
    Zauberschön präsentiert!

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  9. gkazakou schreibt:

    danke von Herzen, Lu!

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  10. teggytiggs schreibt:

    …erst durch unsere Schatten erscheinen wir rund…das gefällt mir gut…

    …wie sie so nebeneinander im Sand liegen, den gleichen Bewegungen ausgesetzt und dem gleichen Licht, erscheinen sie mir sehr einsam jeder so für sich allein…

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  11. elsakgaertner schreibt:

    Das Sprichwort habe ich noch nie gehört, aber finde es richtig toll und kann gar nicht begreifen, warum es mir jetzt erst begegnet.

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