Novemberleuchten mit Steinegarten (2): Weinfarbenes Meer

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

οἶνοψ πόντος (oinops pontos) „weinfarben“ nannte Homer das Meer. Das Wort „blau“ kommt als Meeresfarbe nicht vor. Drum rätseln die Gelehrten bis heute, ob das Meer damals anders aussah oder die Menschen andere Farben sahen als wir heutigen.

Als ich aber gestern von Koroni hinüberschaute zu unserer Küste, zu der ich heute zurückkehre, bestätigte sich ein weiteres Mal, wie genial Homer die Farbbezeichnung wählte. Besonders gegen den Horizont hin wird das Meer violett. Und genau das ist dies „Meer, das aussieht wie Wein“ (οἶνοψ / oinops ist zusammengesetzt aus oinos/Wein und ops/Aussehen, vergl. Optik).

Manche übersetzen das Wort mit „purpurfarben“, aber in Purpur ist doch sehr viel mehr Rot drin als in dem Violett unseres Meeres. Sei’s drum! Für mich leuchtet es οἶνοψ.

mehr dazu hier: https://gerdakazakou.com/2022/03/17/sandwellen-lichtwellen-und-ein-weinfarbenes-meer-kleine-beobachtungen/

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„Kunst hilft“ in Koroni – Abschluss.

Zehn Tage war ich in Koroni, um meine Ausstellung „Kunst hilft 3“ zu bewachen, mich mit vielen Besuchern aus aller Herren Länder zu unterhalten und auch einige meiner Bilder in den Kreislauf zu geben und im Austausch dafür Spenden für Menschen und Tiere in Not zu erhalten.

Die Bilder No 2 und 3 gehen nach München, die No 5 nach Schweden, die kleine farbige Zeichnung auf No 8 nach Wien, die No. 9 nach Athen, die anderen bleiben, soviel ich weiß, hier in der Gegend. In der Übersicht fehlen drei Aquarelle und zwei Miniaturen, die ich leider nicht fotografiert habe.

Allen Helfern, Kunstliebhabern und Spendern, die sich an dieser dritten Ausstellung „Kunst hilft“ beteiligt haben, sei herzlich gedankt! Nun geht es ans Abbauen und Heimfahren in die Mani.

Mit einem etwas melancholischen Blick nehme ich Abschied von diesen Räumen, die mir ein so schönes Ambiente für meine Bilder und viele gute Begegnungen geschenkt haben.

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Novemberleuchten mit Steinegarten: (1) Wasserglas

Nun also Novemberleuchten. Der Titel von Steinegartens neuem Blog-Challange gefällt mir ebenso gut wie die beiden vorangegangenen von Juricka („Farben“ und „herbstzeitlos“), und ich möchte auch hier mitmachen.

.Das Wasserglas auf dem runden Tischchen des Ausstellungsraums vor mir leuchtet in elegantem Novembergrau. Ein kleines bisschen Goldgelb durfte mit ins Bild.

 

 

 

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Der Oktober, der „Eremit auf dem Kopf stehend“ und was daraus wurde.

November, der Neunte, kam heute Nacht mit Dauerregen. Ich sitze noch im Hotel und warte drauf, dass es aufklart. Vielleicht reicht die Zeit, um auf den vergangenen Monat Oktober zurückzublicken und mich auf die diesen Monat begleitende Tarotkarte zu besinnen. Die Karte, die ich am 4. Januar in der 10. Raunacht zog, war der „Eremit auf dem Kopf stehend“ (hier). Meine Gedanken dazu habe ich noch einmal zu Beginn des Monats Oktober zusammengefasst (hier). Dabei überlegte ich, welche Monatsaufgabe sich mir wohl stellen würde mit dem „auf dem Kopf stehenden“ Eremiten. In normaler Stellung bedeutet er ungefähr: Rückzug und Suche nach der inneren Wahrheit.

Ich schrieb dazu: „So mancher denkt: ich müsste diese Fragen (Wer bin ich, weshalb bin ich in der Welt…) mal bündeln, mich zurückziehen, von der Bühne verschwinden, nur mit mir selbst sein und alle äußeren Impulse abschalten. Dann fände ich endlich die Antworten. – Ja, auch ich denke oft an Rückzug. Und tu es doch nicht. Denn ich misstraue dem Konzept der Eremitentums. Drum freue ich mich, den Eremiten auf dem Kopf stehend gezogen zu haben. Für mich ist das Heilmittel „Eremit“ eine „Kopfgeburt“: die bequeme Vorstellung, dass es die Umwelteinflüsse seien, die mich hindern, zu mir selbst zu kommen.“

Und fuhr in meinen Betrachtungen fort: Natürlich brauche ich Pausen, Rückzug, Meditation. Die aber sollen sich in den Tageslauf eingliedern und nicht an seine Stelle treten. In den normalen Tätigkeiten und Menschenbegegnungen liegt der Stoff, an dem ich reife. Wer sich isoliert, bleibt in sich versponnen und verworren. Und was die Laterne angeht: Nein, sie kann durchaus nicht leisten, was die liebe Sonne uns tagtäglich spendet: strahlend helles Licht!

Und so nehme ich gerne die Herausforderung des auf dem Kopf stehenden Eremiten für den Oktober an: Nimm deine Fragen an dich selbst ernst, ja! Aber hole dir die Antworten aus der Mitwelt, von den Menschen und der Natur. Schau, wie die Früchte im Oktober reifen! Sie ziehen alle Kräfte der Sonne nach Innen, um sie zu verwandeln und als Saft und Farbe, als Nahrung und Kern für neues Wachstum zurückzugeben an die Welt.

Das schrieb und zeichnete ich im Januar, holte es Anfang Oktober wieder hervor und kam zu meiner Monats-Devise:

Geh in Beziehung zu den Menschen, um von ihnen zu lernen, zu reifen und ihnen das Deine zu geben. Schau in dich selbst und prüfe dein Weshalb und Wozu.

Und waswurde nun daraus?

Nach einem gemächlichen Oktoberbeginn mit all den schönen Dingen,die man beim abflauenden Sommer und reifenden Herbst tun kann – schwimmen, spazierengehen, nach dem Garten schauen, wie es mit den Früchten steht, Freunde wiederfinden, die im Sommer verschollen waren, Zeichnen am gemeinsamen Klostertisch, Arbeitsgruppen desBehiondertenvereins besuchen und vieles mehr… – sammelte ich mein Sach und machte mich auf nach Koroni, um dort eine Ausstellung auszurichten. Die sollte das Geld bringen, das für mache Hilfen unabdingbar ist, und eine weitere Probe auf meine Idee einer zyklischen Beziehung von Menschen-Dingen-Geld und Freude sein.

Und so sitze ich seit neun Tagen – ein auf dem Kopf stehender Eremit in meiner Klause – und warte darauf, dass die Welt zu mir kommt. Der Eremit flieht die Welt und ich warte auf sie, warte darauf, dass jemand durch die Tür tritt, sich umschaut, vielleicht sich auch auf ein Gespräch einlässt, vielleicht sich auch zu einem Kauf entschließen kann.

Und tatsächlich kamen Menschen hereinspaziert, Bekannte und Unbekannte, Junge und Alte, Kinder, Jugendliche, Erwachsene, ganz Alte, Frauen und Männer, Familien, Touristen, ansässige Ausländer, Griechen von voandersher und Einheimische…. und wir sprachen miteinander, der erhoffte Kreislauf der  Freude kam leise und doch deutlich vernehmbar in Gang. Sogar zu einem ZOOM-Interview mit dem örtlichen Fernsehen kam es.

Vor allem habe ich gefühlt, wie gut ich verstanden und unterstützt wurde. Mein Dank gilt all diesen Menschen, die mir geholfen haben, dies Abenteuer gut zu bestehen, und das sind nicht wenige. Mein dank gilt auch denen, die Bilder erworben und damit den Zweck des Unternehmens unterstützt haben. Morgen werde ich die gekauften Bilder ihren neuen Besitzern übergeben und die restlichen Bilder der Ausstellung einpacken und heimfahren.

Und schauen, was der November mir bringen möchte.

 

 

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„Kunst hilft“ in Koroni: Neue Freunde gewinnen (Matina)

Die manchmal recht öden Stunden in der Ausstellung, wenn sich nichts bewegt, werden vollkommen kompensiert durch Helfer und Besucher, mit denen sich nicht nur Gespräche, sondern sogar neue Freundschaften anbahnen können.

Eine solche neue Freundschaft ist Matina, die ich nicht kannte, bevor sie mir mit Sachkenntnis und im Schweiße ihres Angesichts half, die Ausstellung aufzubauen. Gestern mittag lud sie uns zu einem einfachen Spagetti-Essen in ihr Häuschen ein, das sie am Rande von Koroni bewohnt.

An diesem Gartentisch haben wir unser Mittagessen verspeist und uns die Köpfe heiß geredet.

Dass sie weit in der Welt herumgekommen ist, merkt man beim Betreten ihres Häuschens. Jedes freie Fleckchen der Wände und der ebenen Flächen ist mit kleinen Kunstwerken bestückt – viele von Freunden, etliche von Matina selbst. Ihre Leidenschaft sind Wurzeln, aus denen sie urige Figuren und Szenerien baut, bunt bemalt und mit Lämpchen zum Leuchten bringt. Die Beleuchtung klappte gestern freilich nicht.

Ein paar ihrer Werke gefällig?

Die kleine Tänzerin auf dem Vulkan. Alle Teile sind natürliche Fundstücke: Samen, Blätter, Wurzeln….

…aus anderer Perspektive

Ein grüner Wurzel-Kaktus-Drachen wohnt auf dem Schrank

Eine Installation mit Knoblauchkette auf dem Fensterbrett. Die vier Farbtafeln sind frei gegeneinander beweglich und können also ihre Position wechseln.

Diese ehemalige Türfüllung ist doppelseitig gestaltet und hängt frei. Die Rückseite zieren berühmte Schauspielerinnen der zwanziger und dreißiger Jahre – Erbe ihrer Eltern, die in Eisenach lebten.

Die Bilder anderer Künstler an Matinas Wänden zeige ich (vielleicht) ein anderes Mal.

 

 

 

 

 

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herbstzeitlos mit Juricka: Koroni-Panorama (und kleine Beobachtung)

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. …..

Die letzte Oktoberwoche verbrachte ich vor allem in der Ausstellung, mit kleinen Ausruhpausen und kurzen Spaziergängen an der Hafenzeile von Koroni. Verabschieden möchte ich mich von Jurickas schöner Blog-Aktion „herbstzeitlos“ mit einem Einzelfoto und drei Panoramafotos, aufgenommen vom Balkon des Hotelchens, in dem ich seit nun acht Tagen aufwache.

die venezianische Burgruine von Koroni

kleines Panorama

großes Panorama

Panorama ist, wie so viele Wörter des Deutschen, aus dem Griechischen entliehen. Pan = Alles, rundum, orama = Vision. Natürlich ist es eine Illusion zu meinen, man könne mit einem Rundblick eine Vision des Ganzen haben. Dennoch probierte ich es aus und ließ die Kamera den ganzen Kreis von 360 Grad abtasten. Und was war das Ergebnis? Die Kamera erkannte offenbar das Ausgangsbild wieder und löschte alles Dazwischenliegende aus. Der Kreis wurde quasi zusammengeklappt zu einem Radius.

Ob es mir so gehen wird, wenn ich am Sonntag die Ausstellung abräume und in die Mani zurückfahre? Die Momente des Auf- und Abbauens werden sich ja äußerlich recht ähnlich sein. Doch dazwischen liegen zehn Tage mit eine Menge neuer Eindrücke und Erfahrungen, Begegnungen und Abenteuer.  Die werden doch nicht einfach verschwinden? Sicher nicht. Ich denke, es wird sein wie bei einem Fächer, der sich schließt: da sieht man dann auch nur das Holz und nicht die Bilder dazwischen. Aber man kann ihn jederzeit öffnen und das ganze Panorama liegt wieder vor dem Blick.

 

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„Kunst hilft“ in Koroni: Nebenprogramm Bilderlegen

Ich mag es, bei Ausstellungen auch kleine Workshops anzuberaumen. Diesmal hatte ich keine Kraft für eine Vorbereitung. Aber Freundin Ingrid S, die meine Legetechnik in einem früheren Workshop kennenlernte, brachte spontan eine kleine Gruppe von auch künstlerisch tätigen in Korona ansässigen deutschen Frauen zusammen, und so saßen wir an einem frühen Nachmittag an den von der benachbarten Taverne ausgeliehenen Tischen und schnipselten und legten Bilder aus mitgebrachten farbigen Papieren oder auch aus einem weißen Blatt Papier.

Außer mir legten drei Frauen Bilder. Die vierte, Christl, zog es vor zuzuschauen. Es war faszinierend zu sehen, wie verschieden jede von uns an die Sache heranging.

Wir beschlossen, jede mehrere Bilder zu legen und zu den Bildern Geschichten zu erzählen.

Matina

Inken

Ingrid

Gerda

 

 

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„Kunst hilft“ in Koroni: Liebe Besucher

Über Besuchermangel kann ich nicht klagen. Heute vormittag, als eigentlich gar keine Öffnungszeit war – ich kam, um ein wenig umzuräumen -, spazierten etwa 30 Menschen durch die Ausstellung. Gestern nachmittag kamen vier liebe Freunde aus Kalamata angereist, brachten auch die glänzendschwarze, blauäugige Hündin Luna mit.

Heute kam mein alter Hundefreund Rubi samt Herrin Elena hereinspaziert. Sie waren sogar bereit, für ein Foto zu posieren.

Rubi und Elena, die mit Kleidung aus Bali handelt

Viele Besucher spazieren einfach an den Bildern vorbei, grüßen freundlich und verschwinden. Wenn ich ein gewisses Interesse bemerke, biete ich ein Gespräch an über den Zweck der Ausstellung, über Techniken, über Orte, an denen die Bilder gemalt wurden…. Manchmal kommt es auch zu richtigen Gesprächen:  man setzt sich im Kreise zusammen und unterhält sich.

 

Unter den heutigen Besuchern war auch ein Ehepaar aus dem Friesland, die auf ihrem Boot an der Marina von Kalamata überwintern. Dieses Boot habe ich schon oft sehnsuchtsvoll umrundet und fotografiert. Sie freuten sich, als ich ihnen die Fotos zeigen konnte. Demnächst werde ich ihnen einen Besuch auf dem schönen Boot abstatten.

 

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herbstzeitlos mit Juricka: herbstliche Spiegelbilder

Juzicka vom Amorak-Blog hat für den Oktober eine Aktion gestartet, die sie „herbstzeitlos“ nennt. Alles „Herbstliche“ ist erlaubt. …..

 

Heute mittag an der Hafenzeile von Koroni. Nach dem Feiertagsgetriebe zum OXI-Tag herrscht nun wieder himmlische Ruhe.

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Dienstagsdrabble: Belanglosigkeiten in Prosa, mit neuen Legebildern in Blau-Weiß

Weder vergessen habe ich das heute fällige Drabble, für das Heide von der Puzzleblume die Wörter Geheimnistuerei + vergessen + belanglos vorgegeben hat, noch finde ich es belanglos, am Dienstagsdrabble teilzunehmen, doch ich habe einen guten Grund, dass es heute für keine Kata-Strophen reicht. Welchen? Nun, was nützte mir Geheimnistuerei, wo es doch offensichtlich ist? Meine Ausstellung hält mich immer noch fest im Griff, und ich habe kaum Zeit. Außerdem ist das internet sehr schwach, ständig macht es Fiesimatentchen, weshalb ein einfacher Eintrag doppelt und drei Mal so lange dauert. 

Wie bitte? Immer noch keine hundert Wörter? Und jetzt? Hurra, es reicht! 

100 Wörter.

 

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