ENDE. geschichtengenerator Luise, John, Emma, Nina, Kantine, Flo, Manni, Bahnhof, Erkan x 2, Theke

Heute habe ich sie alle versammelt, die Helden von Juttas Geschichtengenerator geschichtengenerator, die sich in meine Erzählung verirrt haben. Um die Sache zu Ende zu bringen, werde ich ihnen jetzt allen ein Schicksal zuteilen – wie es mir gefällt.

Luise, die die Erzählung in Gang gesetzt hat, hat, wie wir wissen, ein trauriges Ende gefunden. Ihre Leiche wurde schließlich zur Bestattung freigegeben. Nina hat all ihre Freunde und  Kunden aufgeboten, um einen bewegenden Abschied zu feiern. Der Friedhof war selten so voll von Lebenden und die Musik so herzergreifend wie bei Luises Beerdigung. Ich war auch da und beschloss, ihr zu Ehren nun auch die Geschichte zu Grabe tragen.

Endszenerie:

Noch geistert Luises Seele zwischen den alten Waggons am Bahnhof herum. Wer nachts dort vorbeigeht, denkt vielleicht: es spukt.

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Nina aber denkt das nicht mehr. Sie sitzt jetzt öfter auf den Eisenstufen des Viehwaggons und unterhält sich mit ihrer Kindheitsfreundin, schaut dem Mond zu, lauscht dem Glockenruf des Käuzchens und füttert die Katzen.

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Wenn Flo und seine Kumpanen vorbeikommen, freut sie sich. Sie mag die jungen Leute, die immer neue Bilder auf die Waggons sprühen und sie in eine Galerie mit Wechselausstellung verwandeln.

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Mit Flo verbindet sie eine besondere Freundschaft. Er war es, der ihr den wichtigen Tipp mit den Scherben und der gelben Schnur gab. Gemeinsam schafften sie es, die ganze Affäre aufzuklären und den kleinen Erkan aus dem Gefängnis zu holen. Manni war zwar nicht glücklich darüber, denn es versaute ihm die Beförderung, aber er war einsichtig. Er musste wohl oder übel mitziehen, sonst hätte ihm seine Nina die Ehe gekündigt.

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Der kleine Erkan wohnt jetzt meistens bei Flo, die beiden haben Freundschaft geschlossen. Sie sind ungefähr gleich alt und beide sehr kleinwüchsig, vielleicht hat das dazu beigetragen. Jedenfalls sieht man sie sehr oft zusammen. Sie scheinen ein Herz und eine Seele zu sein.IMG_5745aaa

Flo hat immer noch den Schlüssel zu Johns Atelier. Die jungen Leute treffen sich dort gelegentlich, heizen den Holzofen und schmieden Pläne, wie sie die Stadt mit neuen Spraykunstwerken verschönern und die Bürger politisch aufklären können.

John wurde nicht wegen vorsätzlichen Mordes angeklagt, da er in einem Zustand des Wahns gehandelt hat. Er wird in der Psychiatrie gut versorgt. Seine Seelenlage ist noch immer sehr schwankend. Manchmal dämmert ihm, was er getan hat, aber meistens hält er die Realität für Fantasiegebilde, die er in Bilder umsetzt. Oder vielleicht ist es auch umgekehrt. Die Besuche der Frau, die durch den Spiegel zu ihm in die Zelle einzudringen versuchte und mit ihm unerlaubte Sachen treiben wollte, sind seltener geworden.

IMG_5809uuuSeine Malerei ist freilich immer noch wild und schrecklich. Neuerdings hat er De Kooning für sich entdeckt und eifert ihm nach. Dass dessen Bilder auf dem Kunstmarkt Spitzenpreise erzielen, bestätigt ihm, mit seiner Kunst auf der richtigen Spur zu sein.

W de Kooning

 

Emma gibt sich redliche Mühe, seine Malerei nicht schrecklich zu finden. Ihr Chef, Dr. Erkan Y, den ich bei mir „Erkan No 2“ nenne, unterstützt sie sehr dabei. Fast täglich findet er Zeit, um mit ihr die Bilder durchzugehen und zu kommentieren und dabei auch gelegentlich seine Hand auf die ihre zu legen.

ENDE

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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11 Antworten zu ENDE. geschichtengenerator Luise, John, Emma, Nina, Kantine, Flo, Manni, Bahnhof, Erkan x 2, Theke

  1. Myriade schreibt:

    Wie es halt im Leben so zugeht🙂

    Gefällt 1 Person

  2. gingerpoetry schreibt:

    Tolle Geschichte! Vor allem die Szenen im Atelier mit Luise und John sind super.
    LG
    Carmen

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  3. Ulli schreibt:

    Ein bisschen bedauer ich das abrupte Ende … aber so isset und ich bin dir in dieser Geschichte gerne gefolgt und manches Bild darin gefiel mir sehr …
    liebe Grüsse
    Ulli

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    • gkazakou schreibt:

      Ach, Ulli, die Geschichte ist natürlich nicht aus, aber mir schien, der Blog verträgt nicht noch mehr Fortsetzungen. Vielleicht überarbeite ich das Ganze und mach einen kleinen Band draus. Da muss ich natürlich einiges rauskürzen. Welche Bilder gefielen dir denn besonders?
      Heute gibt es in Juttas geschichtengenerator schon eine neue Figur, den Viktor. Den wollte ich nicht auch noch reinbringen, sie platzt so schon aus allen Nähten. Ich hoffe, die neue Geschichte findet auch deine Sympathie. Liebe Grüße Gerda

      Gefällt 1 Person

      • Ulli schreibt:

        Liebe Gerda, das ist dann doch so eine Frage … ich bin gerade noch einmal auf deinem wunderbaren Blog spazierengegangen, welche Bilder mir denn am besten gefielen- zunächst gefallen mir alle, uund dann habe ich eben meine Favoriten, wie zum Beispiel „die neuen Positionen“, „der Sexualmord“, die Bilder aus der 3. und 4 Fortsetzung und von deinen gemalten Bildern liebe ich „den erotischen Hafen“ und mag auch sehr die Startbilder …
        was ich nie schrieb, aber jetzt noch anfügen möchte ist, dass mir auch sehr gut gefällt, wie du andere Künstler wie nebenbei vorstellst!

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      • gkazakou schreibt:

        danke Ulli! Das sind gute Hinweise! Und überhaupt: danke.

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  4. Unruhewerkerin schreibt:

    Liebe Gerda, eigentlch war ich brav unterwegs ins Bett…. dann konnte ich nicht aufhören, diese Geschichte zu lesen…. Und ich weiss gar nicht, was mich mehr gefesselt hat, Bilder oder Worte…. Spannend sind die Worte und ein Spaziergang ist der Weg durch spannungsreiche Kunst. Dauernd bin ich gestolpert, Zitat über Zitat. Das Stolpern hat eine Art Wildheit in sich. Ich rapple mich auf. Und lieg schon wieder auf der Nase. Irgendwie stolpert auch die Geschichte, das blitzt auf und verschwindet wieder. Manchmal kommt noch ein Donnern nach. Lange Zeit später. Unerwartet. Ja: wild und unerwartet. Das alles. Darum hat es mich so gefesselt. Wo ich verweilen konnte, war immer ein Bild. Und da stand dein Name drunter. Malerei. Hab ich selten so stark als Ruhepunkt erlebt…Nein: Angemessen drauf reagieren kann ich gar nicht. Ist einfach ein Erlebnis! Und so was ist verdammt selten, darum: Danke!
    Herzliche Grüße
    Maria

    Gefällt 1 Person

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