Den Debattenraum erweitern (Politik).

Gestern erhielt ich eine Mail von einer klugen, besonnenen Leserin, deren Urteil ich vertraue. Sie schrieb mir:

Liebe Gerda,

Hier eine Grundgesetzdiskussion.
Ich bekam diesen link gerade von einer Freundin.
Man kann von KenFm halten, was man will.
aber DIESE Diskussion finde ich wichtig.

https://kenfm.de/positionen-extra/

Herzlich,
E

Sie hängte auch die Mail der Freundin an, die ihr diese Sendung empfohlen hatte;


Liebe Freunde,

ich hab gerade eine echt spannende Dirkussion gesehen und möchte Euch das schicken. Es ist derartig anregend und vielfätig. Eine tolle Runde von sehr feinen und interessanten Menschen verschiedenster Berufe und Einstellungen. Ein „typischer“ Hamburger und der letzte Innenminister der DDR ist auch dabei. Eine große Bereicherung, man erfährt auch viel über Geschichte und verschiedenste Ansätze zu Denken. Fragen zur Dimension des historischen Geschehens momentan werden aufgerissen.

Schaut einfach. Aber es geht eine Weile, dauert schon. Das lohnt sich sehr. Ich finde das jedenfalls. Die Leute sind einfach sehr interessant, die Themen auch und die Art wie sie miteinander reden auch.

https://kenfm.de/positionen-extra/

Herzliche Grüße!
A

Inzwischen habe ich mir die Diskussion angeschaut und möchte mich der Empfehlung anschließen. Warum? Nicht weil ich mit allen Positionen übereinstimme – was auch nicht ginge, denn es wird durchaus kontrovers diskutiert -, sondern weil ich es für ein ausgezeichnetes Dokument halte dafür, wie man miteinander sprechen sollte. Sachkundig, konstruktiv, einander zuhörend, aufeinander sich beziehend, respektvoll, kontrovers, kenntnisreich. – Eine Debattenform, die leider immer weniger gelingt und doch dringender vonnöten ist als je zuvor. Denn wie die Gesellschaft sich weiter entwickelt, hängt in erster Linie davon ab, ob die Spaltungen sich vertiefen oder ob es gelingt, den Debattenraum zu erweitern, indem man dem anderen zuhört. 

https://kenfm.de/positionen-extra/

 

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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17 Antworten zu Den Debattenraum erweitern (Politik).

  1. Sandra Matteotti schreibt:

    Schwierig, schwierig. Grundsätzlich denke ich, kein Mensch ist NUR dies oder das. Aber: Einem Holocaustleugner kann ich nicht folgen. Und ja, ich fand auch Interviews von ihm, wo ich ihn und vor allem den Gesprächspartner gut fand. Aber nein… da ist bei mir eine Grenze überschritten… ich müsste ALLES, was er rauslässt, so genau durchforsten, da das Offensichtlichste schlicht als Propaganda hinstellte… sollte man immer tun, egal bei wem: Und doch… da fehlt mir die Zeit zu und vor allem bei einem solchen Menschen auch der Wille… Aber ja, das war mein Dissthema. Ich habe so viele Jahre mit dem Thema gelebt und auch drunter gelitten… und für mich ist das eine Nulltolleranz.

    Liebe Grüsse
    Sandra

    Gefällt 1 Person

    • gkazakou schreibt:

      Liebe Sandra, ich war eben von deiner Antwort sehr geschockt, zumal es auch für mich undenkbar ist, mit Menschen zu kommunizieren, die den Holocaust leugnen. Ich habe daher jetzt schnell nachgelesen, was Wiki dazu schreibt, will aber gern noch weiter recherchieren, wenn du etwas dazu hast. Nach dem , was Wiki schreibt, ist der Vorwurf nicht zu halten. Er selbst bestreitet es und verweist auf viele Äußerungen, in denen er seinen Abscheu vor dem Holocaust betont. (Das tun Holocaust-Leugner nicht). Er hat allerdings recht dezidierte Meinungen zur israelischen Politik, die ich nicht teile (wie vieles andere auch nicht, was er sagt), doch das gehört (anders als die Holocaust-Leugnung) für mich in den Bereich der politischen Meinungsfreiheit. So weit erst mal. Liebe Grüße!

      Gefällt 2 Personen

      • Sandra Matteotti schreibt:

        Ich hatte kürzlich eine Diskussion, in der einiges dazu kam, ich kannte ihn bislang nicht, nie von ihm gehört. Ich suche es morgen für dich.

        Liebe Grüsse
        Sandra

        Gefällt 1 Person

      • Sandra Matteotti schreibt:

        Liebe Gerda
        Ich habe einiges von ihm gesehen, das ziemlich vernünftig klingt, an anderen Stellen verbreitet er in meinen Augen eher Verschwörungstheorien. Das ist per se nicht verboten, allerdings nicht meine Welt.

        Der Satz, auf den ich verweisen möchte bei dem Vorwurf der Holocausleugnung, stammt aus einer Mail – hier das Zitat:

        „sie brauchen mir keine holocaus informatinen zukommen lassen. ich habe mehr als sie. ich weis wer den holocaust als PR erfunden hat. der neffe freuds. bernays. in seinem buch propaganda schrieb er wie man solche kampagnen durchführt. goebbels hat das gelesen und umgesetzt. ich weis wer die rassendatten im NS reich möglich gemacht hat.“

        So habe ich es im Netz gefunden, mehrfach, ob es noch mehr gibt in der Hinsicht, weiss ich nicht, ich werde es auch nicht weiter hinterfragen, da ich diesen Jebsen bislang nicht kannte und dies auch nicht zwingend ändern muss aktuell. Was ich aber durchaus finde: eine offene Debatte, ein Dialog, bei welchem unterschiedliche Standpunkte und Sichtweisen ausgetauscht werden, finde ich grundsätzlich wertvoller als eine Diskussion, die andere Sichtweisen per se ausgrenzt.

        Liebe Grüsse
        Sandra

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      • gkazakou schreibt:

        Danke für deine Mühe, Sandra. Dann hat sich das Thema für mich erledigt, denn über dieses Zitat wurde bereits viel geschrieben, es bietet wohl keine Basis für den Verdacht der Holocaustleugnung, wurde auch von seinem Sender, der ihm dann kündigte, nicht als Kündigungsgrund angeführt. (Ich las das bei Wiki nach). M.a.W., es gibt keinen solchen Grund, dich von seinem Sender fernzuhalten. Selbstverständlich gibt es auch keinen zwingenden Grund, sich mit ihm zu beschäftigen. Aber es zeigt mir mal wieder, wie schnell ein Generalverdacht gegen einen Journalisten ausgesprochen wird, der politisch abweichende Ansichten vertritt. Der Link war als Anregung gedacht, eben solche Ausgrenzungen zu überwinden.. Nun wünsche ich dir einen guten Tag.

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    • gkazakou schreibt:

      Liebe Sandra, ich habe eben noch ein langes Video mit seinem Lebenslauf angesehen. Ich schließe daraus, dass es völlig aus der Luft gegriffen ist, ihn als „Holocaust-Leugner“ zu bezeichnen. Er hat in Israel mit Überlebenden geredet und fand da eine Parallele zu seinem eigenen Erleben als Kind (sein Vater ist Iraner, verließ die Frau und die 5 Kinder, als er sechs war) Schau mal, wenn du magst, ab 31.94 min, , da erzählt er von seinem Aufenthalt in Israel (er hatte mit 16 auf einem Schiff angeheuert, das dann 2 Wochen in Haifa lag), …. https://youtu.be/ka5Z8NScX_U?t=2034
      Ich war übrigens auch in Israel, 1967 vor dem 7-Tage-Krieg. mit den ersten dort eingeladenen jungen Deutschen (AStA FU Berlin) in einem Kibbuz mit deutschen Überlebenden. Wir hatten Diskussionen mit allen politischen Gruppierungen von links bis rechts.
      Nun ist es hier schon halb drei und ich muss schlafen. Gute Nacht!

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      • nandalya schreibt:

        Ken Jebsen wird seit Jahren von den ÖR-Medien diskreditiert, da er sich kritisch über die Politik Israels äußerte. Wikipedia ist übrigens keine gute Plattform, wenn es um Infos über Menschen geht. Das haben der Journalist Dirk Pohlmann und Markus Fiedler aufgedeckt und sogar vor dem Hamburger OLG einen diesbezüglichen Prozess gegen Admins der Plattform gewonnen. Jebsen mag kontroverse Meinungen vertreten, gehört allerdings mit zu den besten Vertretern der Alternativen Medien. Die jetzige Hetzkampagne gegen ihn ist so durchsichtig wie Wasser: Den GEZ-Medien, wie auch den Printmedien, brechen seit Jahren die Zuschauer / Leser weg. Jebsen dagegen hat Zulauf. Wie du schon schiebst, man muss nicht alle seine Thesen teilen. Aber sein Format, seine spannenden Interviews, Buchbesprechungen, sind seit Jahren eine Bereicherung.

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      • gkazakou schreibt:

        Ich stimme dir zu, Nandalya. Auch wegen Wiki. Aber in diesem Fall war es der schnellste Zugriff. Und außerdem: Wenn sogar Wiki den Vorwurf gegen den aufsässigen Querdenker Ken Jebsen nicht aufrechterhält, so meine ich, ist an ihm auch wirklich nichts dran. Und nun bin ich froh, das geklärt zu haben. denn der „Antisemitismus“-Vorwurf kann dazu führen, dass jemand, egal was er zu sagen hat, ausgeblendet wird.

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  2. Gisela Benseler schreibt:

    Danke, Gerda. Den Debattenraum zu erweitern, ist sehr wichtig, auch kontrovers. Ich habe bei mir eine Datennutzungswarnung, darf also z.Zt. keine langen Videos anschauen. Es interessiert mich aber schon. Es gibt auch bei uns sehr gute Talk-Shows im Fernsehen, die auch zu empfehlen sind: 1)“Hart, aber fair“ mit Frank Plastner, 2) Anne Will , 3) Markus Lanz u.a., 4)auch Maybritt Illner. Da sind meistens gegenteilige Meinungen vertreten. Am besten macht das, finde ich, Nr. 1) Das liegt dann aber am Moderator, nicht an der Debattenkultur. Da fehlt noch viel bei uns.

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  3. Gisela Benseler schreibt:

    Ich habe einmal eine sehr gute Rednerin kennengelernt mit sehr friedlichen, christlichen Ansichten. Da wäre ich nie darauf gekommen, daß sie einmal als Holocaust-Leugnerin ins Gefängnis kommen würde. Wer wirklich eine freie Rede möchte, darf das Thema nicht ausgrenzen.

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  4. wildgans schreibt:

    Fühle mich überfordert, gehe einfach in den Garten…
    Gruß von Sonja

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  5. Jules van der Ley schreibt:

    Danke für den Hinweis, liebe Gerda. Ich habe den Beitrag erst zur Hälfte gesehen und bin froh, dass dort endlich angesprochen wird, was in unseren Medien dikutiert werden müsste. Stattdessen werden alle Kritiker in einen Topf mit Aluhutträgern,Verschwörungungstheoretikern und Rechtsextremen gerückt. Die Coronakrise offenbart ein erschreckendes Versagen unserer Politiker und Medien. Mich hat von Anfang an gestört, dass Virologe Drosten plötzlich der alleinige Wissenschaftler ist, auf den unsere Regierung hört und wir zur Legitimation aller Maßnahmen dubiose Zahlenspiele vom RKI vorgesetzt bekommen.

    Gefällt 2 Personen

  6. Johanna schreibt:

    Danke Gerda, ich fand das eine sehr gute Diskussionsrunde, die mir Hoffnung macht. Ich meine, dass in einer Demokratie kein Thema verboten werden darf und dass man im menschlichen Austausch Wege aus der gegenwärtigen Krise finden muss. Corona ist ja darin nur der Katalysator….

    Gefällt 2 Personen

    • gkazakou schreibt:

      Ja, Johanna, Katalysator wäre eine sinnvolle Rolle für diesen Virus, den ich ansonsten „so überflüssig wie einen Kropf“ halte. . Leider wird die erforderliche offene Debatte weitestgehend abgewürgt durch Verdächtiigungen jeder Art im Vorfeld, Darum geht es mir ausschließlich: Die Debatte zu öffnen, so dass all die zu Wort kommen, die Sachkundiges und Überlegenswertes beizutragen haben – wie in dieser Runde. .

      Gefällt 1 Person

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