Alltag 8 mit Gartenszene (Photos, Zeichnung, Bearbeitungen)

Ullis Alltags-Projekt – ich hänge ein wenig hinterher und will es nicht zum zweiten Mal versäumen: Ein Alltag in der Mani.

Seit gestern sind wir wieder hier. Am Vormittag habe ich mit dem Fahrlehrer, der mich auf die Fahrprüfung vorbereitet, geübt. (Neuerdings muss man ab 74 alle drei Jahre und ab 80 alle zwei Jahre seinen Führerschein erneuern und dafür nicht nur seine Gesundheit, sondern auch seine Fahrtüchtigkeit überprüfen lassen). Was wird geprüft? Was wird man gefragt? Worauf muss man besonders achten? Eine Stunde kurvte ich, solcherart belehrt, durch den chaotischen Verkehr von Kalamata. An einer Kreuzung raste ein jugendlicher Radfahrer von der Nebenstraße auf die Kreuzung zu, um in die Hauptstraße einzubieten, rutschte, stürzte – ich stoppte ganz ruhig drei Meter vor ihm, er sammelte seine Knochen, sein Fahrrad und  seine Brille auf und humpelte davon. Uff. Alltag.

Dann fuhr ich mein Auto auf einen Parkplatz, bezahlte meine Handy-Rechnung, zog Geld aus einem Bankautomaten, kaufte mir ausnahmsweise den „Spiegel“, erholte mich bei einem Espresso, holte das Auto ab, fuhr beim Kleinmarkt einer Freundin vorbei und kaufte frisches Obst (Aprikosen, Honigmelone, Kirschen) und Gemüse (Zucchini mit Blüte, Aubergine, Gurke, Karotten mit Grün), auch zwei Portionen Eis. Meine geliebte indische Zudecke, die ich zur Reparatur in die benachbarte Reinigung gegeben hatte, war noch nicht fertig.

Zum Mittagessen traf ich Mann und Hund in „unserer“ Taverne und speiste Zoutzoukakia mit grünen Bohnen, trank dazu auch ein kleines Bier.

Am Nachmittag wurde es dumpf und schwül, da war ein Mittagsschläfchen dringend angesagt. Später setzte ich mich in den Garten, um meine alltägliche Zeichnung zu machen: Ich zeichnete, was ich vor mir sah: den Aprikosenbaum, der wunderbar schattendes Laub, aber leider keine Früchte trägt, Stuhl und Gartenschlauch und im Hintergrund den Holztisch mit der Gartenbank.

Der Himmel wurde gelb, in der Ferne grummelte es. Drinnen fotografierte ich, was ich vom Rohrsessel aus, in den ich mich fallen ließ, sehen konnte: Den schweren Klostertisch, der uns als Schreibtisch dient, die Lehne des Rohrsessels und meinen Fuß, das Schränkchen, das aussieht wie ein Herd und in seinem Innern Kabelsalat brät, den Holzhocker mit dem WLan, den Bücherschrank – all das haben wir vor Jahren für wenig Geld bei einem Händler erstanden, der Altmöbel aus Deutschland importierte. Nur der Klostertisch ist von hier, oder genauer, von einem Altmöbellager in Tegea, Arkadien: sehr geräumig und so schwer, dass wir ihn nicht von der Stelle rücken können.

Und dann kümmerte ich mich um die Garten-Zeichnung, die ich bereits fotografiert hatte: ich würde sie ein wenig bearbeiten und dann diesen Post schreiben. Doch welche Varianten soll ich euch zeigen? Immer diese Entscheidungen! Sehr verschieden sind sie ja nicht – aber eben doch nicht gleich! Wenn du draufklickst, siehst du sie größer.

Oder vielleicht doch als schwarz-weißes Ölgemälde? Fotoshop machts möglich.

 

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
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34 Antworten zu Alltag 8 mit Gartenszene (Photos, Zeichnung, Bearbeitungen)

  1. wildgans schreibt:

    Entscheiden, aussuchen will ich nicht, nur sagen, dass ich alles angeschaut habe und gelesen und mir immer besser deine nächste Umgebung vorstellen kann. Die gefällt mir!
    Gruß von Sonja

    Gefällt 2 Personen

  2. mynewperspective schreibt:

    Liebe Gerda,
    ich entscheide mich diesmal für das schwarz-weiße Ölgemälde. Mir gefällt es, wie die Linien und Striche zu Kreisen und Wellen geformt wurden. Dadurch wirkt alles weicher, als ob alles ineinanderfließen könnte und trotzdem unabhängig voneinander im Fluss ist.
    Herzliche Grüße
    Serap

    Gefällt 1 Person

  3. ele21 schreibt:

    Ich entscheide mich ausnahmsweise für Zucchini mit Blüte! Wie bereitest Du die zu? Lieben Gruß!

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  4. ele21 schreibt:

    Klingt super! Wird ausprobiert ❣️

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  5. wechselweib schreibt:

    Toll, deine Gartenzeichnungen …
    Ein locus amoenus, ich glaube, so heißt das

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  6. Susanne Haun schreibt:

    Mir gefällt deine original Zeichnung dieses mal am Besten, Gerda, sie ist so vielseitig.
    Puh, das ist ja ein Streß: die Führerscheinprüfung wiederholen. Da wünsche ich dir viel Erfolg!
    Liebe Grüße von Susanne

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ja, Susanne, es ist Stress, kostet ne Menge Geld und ist total ungerecht. Denn die jungen Leute, die grad ihren Führerschein haben, machen doppelt so viele Unfälle, und die jungen Männer sogar fast das dreifache…. Ich habe nichts gegen Gesundheitsprüfungen durch einen verantwortlichen Arzt, stattdessen müssen wir einen neuen Führerschein mit allem Pipapo machen, nur die schriftliche Prüfung gibt es nicht, die findet mündlich im Auto statt. Sogar neue Fotos brauchen wir jedesmal, so als ob wir uns von 74 bis 77 groß verändern würden. Ich hätte Lust, die Regierung wegen Diskriminierung einer Gruppe beim Europäischen Gerichtshof zu verklagen. Früher waren es die Frauen, die angeblich nicht fahren können – und es gibt immer noch viele Männer, die sich wünschen würden, die Frauen aus dem Verkehr zu ziehen, damit sie besser durchbrettern können….
      Aber ich muss da jetzt durch und versuche, ruhig zu bleiben, mich genau vorzubereiten und mich nicht zu ärgern. Am Donnerstag Nachmittag habe ich die Prüfung, sie dauert 40 Minuten. halt mir die Daumen!

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    • gerda kazakou schreibt:

      Ja. Wir Altgewordenen sind die neueste diskriminierte Gruppe. Jetzt gibt es schon eine Diskussion, uns das Wahlrecht zu entziehen. Gäbe es nicht das Interesse der Pharmaindustrie, mit den Alten Profite zu machen, ich glaube, man würde eine „sanfte Euthanasie zur Beseitigung der überflüssigen Alten“ durchaus ins Auge fassen. Wer braucht sie heute noch, Sie stören doch boß und belasten die Rentenkassen.

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    • gerda kazakou schreibt:

      Liebe Susanne, die Infragestellung des Wahlrechts für sehr alte Menschen sind nur Gedanken, die manchmal durch die Presse und einige Politikerhirne geistern. Denn die Älteren, die immer mehr werden, wählen konservativer als die jüngeren. Um einen gewissen Ausgleich gegen ihre zunehmende Zahl zu schaffen, wollen viele das Wahlalter auf 16 senken.
      Bei den Europawahlen in Deutschland wurde das unterschiedliche Wahlverhalten der Generationen überdeutlich. Die Grünen werden sicher mit der Senkung des Wahlalters auf 16 werben.
      Ist der Gedanke völlig abwegig? Im Juni 1972 wurde das Wahlalter durch die erste Sozialliberale Koalition (Willi Brand-Erich Mende) von 21 auf 18 gesenkt. (Die Grundgesetzänderung war bereits 1970 ergangen – ein Erfollg der 68er). Das Argument: die 18Jährigen werden Soldaten, sie müssen auch wählen dürfen. Ein Misstrauensantrag wegen Brands Ostpolitik (u.a.) war zuvor sehr knapp gescheitert. Bei den vorgezogenen Wahlen im September 1972 (extrem hohe Wahlbeteiligung von 91%, bei den jungen Erstwählern 84%) gewann Brands SPD fast die absolute Mehrheit und konnte die sozialliberale Koalition bequem fortsetzen. Erstmals wurde eine Frau (Annemarie Renger, SPD) Bundestagspräidentin.
      Jedenfalls hat die altersmäßige Zusammensetzung der Wahlbevölkerung einen unbestreitbaren Einfluss auf das Ergebnis.
      Übrigens war das auch nach Einführung des Frauenwahlrechts so: lange wählten Frauen konservativer. Das hat sich erst in den 70er Jahren angeglichen. Alte alleinstehende Frauen wählen bis heute mehrheitlich konservativ („Adenauer-Wählerinnen“)…..

      Übrigens: ich habe gestern die Fahrprüfung bestanden. Null Fehler. Viele andere bestanden nicht und müssen in einem Monat erneut antreten.

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      • Susanne Haun schreibt:

        Danke für deinen ausführlichen Bericht, Gerda. Ja, natürlich hast du recht, von der demografische Zusammensetzung der Bevölkerung hängt auch das Wahlergebnis ab. Erstaunlich, dass alleinstehende Frauen konservativ wählten, meinst du das ist heute auch noch so? Ich kann mir das kaum vorstellen, denn ich denke, dass man bei den Konservativen denkbar falsch als alleinstehende Frau, vielleicht sogar Mutter ist. Aber ich schätze in den 70gern gab es noch nicht soviele alleinstehend Erziehende? Da hat die Frau noch eher beim Mann ausgeharrt.
        Von deiner Fahrprüfung habe ich schon im Blogbeitrag gelesen, auch hier nochmals herzlichen Glückwunsch 🙂 🙂 🙂
        Liebe Grüße aus einem überwarmen Berlin von Susanne

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  7. Arno von Rosen schreibt:

    Liebe Gerda, sehr schöne Möbel hast du gefunden und viel Ruhe strahlen deine Bilder aus. Ich entscheide mich heute für das letzte (große) Bild da es so einen sanften Fluss hat. Viel Erfolg bei der Prüfung und eine angenehme Woche!

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    • gerda kazakou schreibt:

      danke, Arno. Die Prüfung ist am Donnerstag, so ganz angenehm ist die Woche daher schon mal nicht. Aber ich versuche mein Bestes, mein inneres Gleichgewicht und meinen Seelenfrieden nicht zu strapazieren. Übrigens habe ich den Termin wohl nur bekommen, weil es der 13. ist. Die meisten fürchten sich vor dieser Zahl, ich nicht. Ich mag sie besonders gern. Viellleicht, weil ich ein Herz für die Diskriminierten habe. 😉

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  8. Studio Glumm schreibt:

    Man muss wirklich aufpassen, dass man nicht verrückt wird vor lauter Möglichkeiten. Im Zweifel immer fürs Einfache entscheiden. Deine Zeichnungen lodern so schön.

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  9. kowkla123 schreibt:

    vielen Dank, ich hoffe, es geht dir gut?

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  10. kunstschaffende schreibt:

    Das Original gefällt mir auch am Besten, hier ist die Dynamik und Lebendigkeit sehr gut zu sehen!👏👏👏👏👌👍😉🙋‍♀️

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  11. www.wortbehagen.de.index.php schreibt:

    Liebe Gerda, Dein Alltagsbeitrag hat es in sich. Diese Führerscheinvorbereitung , dann die Prüfung
    schon Donnerstag. Ich denke auch, Du wirst sie bravourös bestehen!
    Die Zahl Dreizehn wird Dir helfen. Sie wird Dein Glücksbringer sein! Aupßerdem halte ich Dir auch ganz feste meine Daumen.
    Deine Zeichnung ist so fein und strahlt großen Zauber aus. Da sehe ich mir die Bearbeitungen nur flüchtig an, denn das Original bleibt unübertroffen .Stark und präsent der Vordergrund und welch ein Zauber um den Hintergrund und die Sitzecke, die ich da entdecke.
    Ein Alltagsbeitrag, wie er interessanter nicht sein könnte, auch wenn er diese in Deinem Fall unnütze Führerscheinwiederholung beinhaltet…
    Du packst das, liebe Gerda!

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