abc-etüde: Granatapfel – aus den Nähten platzend

Noch ein Etüdchen mit den drei Wörtern: verschwenden, müde, Kunst.

Ihr wisst es: Drei Wörter sollen in einem Text mit höchstens 300 Wörtern untergebracht werden. Ludwig Zeidler hat einst zu diesem beliebten Schreibspiel aufgerufen und Christiane betreut es jetzt allein. Auch die Einladungsgestaltung und die Wörter stammen diesmal von ihr.  Danke, Christiane!

 

 

Hymne an den Granatapfel

Deine Perlen schwellen, sie sprengen die Form

Die eng umschließende, rot sich verfärbende

Äußere Haut.

Schon wollen sie stürzen, wollen hinaus und hinunter

Sich verschwenden an Vögel und Mäuse

An all die Insekten und auch an mich

Die, müde von zu vielen Gedanken

Gerne nimmt von deiner höheren Kunst.

Granatapfel du, weiblichen Wesens, verschwenderisch

Üppig und immer bereit zu leben in Fülle

Lehre du mich, selbst genießend und ohne Besorgnis

Hinzugeben mich und mein Sosein ohne zu fragen

Wer oder was sich von Meinem sonst noch ernährt.

 

Mehr Granatapfelbilder und -texte gewünscht? https://gerdakazakou.com/2016/10/03/montags-ist-fototermin-granatapfel/

Über gkazakou

Humanwissenschaftlerin (Dr. phil). Schwerpunkte Bildende Kunst und Kreative Therapien. In diesem Blog stelle ich meine "Legearbeiten" (seit Dezember 2015) vor und erläutere, hoffentlich kurzweilig, die Bezüge zum laufenden griechischen Drama und zur Mythologie.
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Dichtung, Fotografie, Kunst, Leben, Natur, Philosophie, Psyche, Umwelt abgelegt und mit , , , , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

8 Antworten zu abc-etüde: Granatapfel – aus den Nähten platzend

  1. Karin schreibt:

    Homer hätte es auch nicht besser beetüden können.-:)))…..bei mir kommen sie in der Vorweihnachtszeit als Deko in Einsatz und sind mir dann immer zu schade zum Verspeisen.

    Gefällt 2 Personen

  2. Christiane schreibt:

    Wow! Was für eine Sprachgewalt, deine Etüde! (Ja, ich habe bei dem Versmaß auch an die „alten“ Griechen gedacht.) Und immer wieder bewundere ich Granatäpfel, wenn ich sie aufschneide, wie schön sie sind, und wie symbolträchtig …
    Liebe Grüße
    Christiane

    Gefällt 5 Personen

  3. Ulli schreibt:

    Eine ganz wunderbare Etüde, liebe Gerda, in der ich die eine und andere Stimmung, den ein und anderen Gedanken aus den letzten Tagen/Wochen wiederfinde – mag ich sehr, wie die Granatäpfel, die so ein unglaubliches Wunder sind UND weiblich 🙂
    herzliche Grüße
    Ulli

    Gefällt 3 Personen

  4. Pingback: Schreibeinladung für die Textwochen 39.40.18 | Wortspende von visitenkartemyblog | Irgendwas ist immer

  5. www.wortbehagen.de schreibt:

    Wie überirdisch schön sind diese beiden Bilder von Dir, liebe Gerda, und Deine Etüdenworte klingen weit! Ich höre sie bis hierher und das sind schon so einige Kilometer 🙂
    Der schwarze Hintergrund läßt sie noch mehr als sonst zur Geltung kommen.
    Wahrlich, eine Götterfrucht und wenn ich die ersten in einem Geschäft finde, werde ich mir einen kaufen und dabei an Deine denken…

    Gefällt mir

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